Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-01-01 · 1 (1.1.1932) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
1 (1.1.1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4916913-5966053-5966126--539-4917394
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

\ Tin die Mitglieder! % On einer Zeit schwerster Not wenden sich die Unterzeichneten Gemeindekörperschaften an die Mitglieder der Osraelitischen Ge meinde. Tie Sleuer-EinschätzungsRvmmijsion hat die Revision der Gemeindebeiträge beendet: unter den heute obwaltenden Perhält nissen fiel es ihr nicht leicht, für die vielen, durch den Rieder gang des jüdischen Mittelstandes verursachten Ausfälle einen richtigen Ausgleich zu finden. Rach langwierigen Arbeiten, deren Sitzungen sich wochenlang hinzogen, ist die Kommission zu dem Resultat gekommen, das Sie hinsichtlich des von Ohne» zu lei stenden Gemeindebeitrags aus der beiliegenden Einschätzung zu ersehen belieben. Tie Kommission hat nichts nnterlafseiz, »m die Verhältnisse jedes einzelnen, alles Für und Wider, nach bestem Wissen und Rönnen zu prüfen und zu berücksichtige». Ter mitnnterzeichnete Gemeindera» bestätigt, daß die Ausgaben für das kommende Etatsjahr weitestgehend herabgemindert und daß insbesondere, die Rosten für die Gemeindeverwaltung, Beamtengehälter und Witwengelder der Zeit entsprechend abgebaut worden sind. Weitere Ab>triche kann der Ge»ieindehaush.ilt, ohne daß er gefährdet wird, nicht vertragen. Borstand und Gemeinderat sind sich völlig im klaren darüber, daß die Sorge» und Gefahren unserer Gemeinschast nur gebannt werden können, wenn der Einzelne treu zur Gemeinde steht und trotz eigener Röte die Gemeinde nicht im Stiche läßt. Om Pertrauen auf das Gemeinschaftsbewnßtsein der gesamten Mitgliedschaft und auf die bisher bekundete Tpferwilligkeit und Hilfsbereitschaft, die das Wer^ der Gemeinde über alle Stürme und Fährnisse der Nachkriegszeit anfrechterhalten hat, sind wir uns auch hepte dessen gewiß, ans Ohr Berständnis, Ohre Mithilfe und Ohren guten Willen rechnen zu dürfen, und bitten in diesem Sinne, für pünktliche Monatszahlnngen Ohres Beitrags Sorge zu tragen. Bremen, 15. Tezember 10:51. Gartenstraße 7. Steuer-Rommission der Osraelitischen Gemeinde. Ludwig Brandt, Wilh. Goldschmidt, Max Jonas, Oos. Lehman», Oos. Platzer, Albert Rosenthal. Vorstand und Rat der Osraelitischen Gemeinde. Tr. Hugo Abraham, Li, Grünberg, Tr. P. Hes, Hugo Levy, Max Markreich, Ctto Meyer, ,C. Tstro, Max Reisenberg, Tr. 0. Rosenak, Julius Stern. das Wort her: „Seit dem die Rabbiner „Toktoren" wurden, liegt das Iiihentnin krank darnieder." ' Wenn ein Jude das Tauswasser einpsängt Einst erließ die russische Regierung eine Berordnnng. wo nach alle ausländischen jüdischen »auflrutr landesveriviesen wnr den. Ei» von dieser Berordnnng betroffener Fabrikant kam »im Kronrabbiner Tr. Jelski mit der Frage, ob es ilnn gestattet iväre, zum Eliristentnm über,zutreten, da er es doch nur gezuxnnge» tue und im .Herzen nach wie vor ei» guter Jude bleiben würde. Tas Tanswasser. meinte er. könne doch nicht gar io viel ans mache». Ter Rabbiner antwortete ilnn darauf: „Ter Segen, de» Gott unserem Vater Jakob verlieb, bestand in der Zniirl rrnng. daß seine Rachkommen wie der Stand der Erde sein würden Ta ist eS unverständlich, warum Gott gerade den Stand als Maß stab für den Segen genommen bat?' Ties aber darum, weil der Stand nicht vernichtet werden kann. Rnr eine Möglichkeit gibt es, den Stand zn vernichten: wenn man ans ihn Wasser schüttet, dann verwandelt er sich in .Not lind nun versieben Sie, was ein Tropfe» Wasser an? Ihnen mache» kann!" (Entnommen anS „l7stjüdischer Humor" van Eaiim Bloch . Nachrichten. vorsta-t-Nan-fie-lung und ^uöifchc Zrontsol-aten. Bcrli n. (OTA.) Herr Ludwig Lantz-beraer vom Reicksbnnd jüdischer Frontsoldaten erläßt eine Rnndgebung an oie Ortsgruppen des R. j. F., in der es u. a. heißt: „On der Frage der nebenberuslichen Rleinjiedlnng für Erwerbslose arbeitet ^die Bundesleitung in enger Berdindung mit dem Preußische» Lau desverband jüdischer Gemeinden. . Es ist unbedingt erforderlich, daß auch von jüdischer Seite Anteil an den Siedlungsvorhaben in den größeren Städten und besonders in de» Städten des 0» dustriegebietes genommen wird. Ter R. j. F. hat die Aufgabe, sich hierbei seiner Rameraden mit besonderer Ansmerksamkeit anzunehmen. Unsere Ortsgruppen sollen dabei mit der zustän digenJüdischen Gemeinde in Verbindung sein. Tie Ortsgruppen werden in aller Kürze seitens der Buudesleitung Onformationen erhalten. Es ist zu veranlasse», daß erwerbslose Rameraden, die für die Randsiedlung in Frage kommen und Ontercsse haben, >ich 1. sofort bei der zuständigen städtischen Stelle «Arbeitsamt,'Wohl V Di« Biere der bremischen Brauereien sind in bezug auf Gehalt und Bekömmlichkeit unübertroffen fahrtsamt oder sonst je nach örtlicher Bejlimmnngl zur Berück jichtignng anmelden; 2. sich auch bei der Ortsgruppe selbst mel den. Tie Ortsgruppen werden gebeten, die bei ihnen erfolgten Meldungen lautend unverzüglich mit genauer Ramens und Adressenangabe dem Bnndesbnro bekannlzugeben." internationale -es Hakenkreuzes. Ein bezeichnender Voriall ereftznele sich anjJLJi'«oiitücr in der rumänischen »ammer. Ter „Altmeister" des rumänii,1>en Antisemitismus. Pros. E u z a, hielt eine seiner betzerii>1»en Re den gegen die Jude». Er bezeichnet,' dabei den Bölterbnnd als eine „Jndenliga" und schloß seine Rede mit einer Aval «»oje Hitlers, dessen Programm für die rnmänischen Aniiiemiien vorbildlich sei. Enza gab die feierliche Erllärnng ab. daß niemand in der Welt die innige Zusammenarbeit zwiulvn den rninäniscl»» Antiieniiten und Hitler verbindern werde. An de,,, »ongreß der christliche.i Sindenien Rumäniens in Sibin Her» liiaiiiistadt »al:„, auch eine Telegation iiatwiialsvzialistljcher Sindente» aus Tenlschland teil, Heren Führer, garl Motz, die rnniänischen Sindente» anfforderie, sich an den Rationaljozia listen in Tenlschland ein Beispiel zu nebinen. Es iß oft van antijeniiiijrlter Seite behauptet und dann in jüdischen Blättern wiederholt worden, daß eine Internationale des Antiseinilisinns erisliere. Enza-.- Erllärnnge» lagen den Schluß zu. daß sich Hitler nicht mit den aniiien,itischen Erfolgen in Tenlschland begnügt, sondern Werl daraus legt, daß die an» semitischen Aktionen in der ganzen Well im «seifte seines In» denproglamnies, dnrchgesübrt iverden. In dieser Hnisicht findet er gelehrige -Schüler. ^ü-ischc Wirtschaftsführer Amerikas haben -as kioover» Moratorium angeregt. Washington. (JTA.I Im Verlauf der Tebalte im Rongreß der Bereinigten Staaten über das sogenannte Hoover- Moraioriuiu. durch welches Teutfchland ein Feierjahr gewährt wurde, in de», es keinerlei Zahlung auf Reparationen z» leisten braucht, warf McFadden dem Präsidenten Hoover vor, er hal>e die Bereinigten Staaten'„verkauft", indem er zngesliitlml habe, daß mit dem Ansschnb der Reparationszahlungen durch Tenlsch land auch die Schulden^ahlungen der ehemaligen Alliierten an die Bereinigten Staaten ftir ein Jahr eingestellt werden. MeFad den erklärte bei dieser «Gelegenheit, daß Herr Pani LR Warburg, das Bankhaus Ruh», Loeb ». Eo. und der jüdische Bankier W. Seligman das Schnldenfeieriahr angeregt und dessen Verkündung durch Präsident Hoover dnrchgeietzt haben. MeFadden ivnrde von anderen Rednern erwidert, daß das Hoover Moraiorinm in der ganzen Welt als eine erlösende Botschaft begrüßt ivnrde. Ter Rongreß sanktionierte schließlich das Hoover Moratorinm. Lorun- La-p Nea-ing auf -em Wege narb Palästina. ^'London. <JTA.) Lord Reading, der frühere englische Außennlinisier und einstige Bizekönig von- Indien, hat am 17. Tezember abends nii: seiner Gattin eine Reise nach Palästina an getreten. Lord Reading ist bekanntlich Präsident der von Pinchas Rnlhenberg gegründeten Palesline Eleetrie Corporation. Er wird sich während seines Anfenihaltes^i» Palästina den Angelegen heilen der Corporation widnieu. Tie «Lesellschast hat in der letzten Zeit ihren Betrieb beträchllich erweitert, die jetzt im Ban befind liche» ließen Jordanwerke werden, wie versichert wird, im Jahre I!N2 beendet sein. Tie Rraftstationen der Elesellschaft in Tel Aviv, Haifa und am Tiberias See sind bereits in Betrieb. Warnung an ^u-en vor tzinwan-erung nach Zrankreich. P a r i s. (JTA.I Tas Komitee der in Frankreich eingewan derte» Inden erläßt eine Warnung gegen eine weitere Einwande rung von Juden nach Frankreilb und weist darauf hin, daß in folge der zunehmenden Arbeitslosigkeit im Zusammenhang in:: der verschärften Industrie-Krise neue Einwanderer keine Arbei'.s släne finden werden. Einzig in der Landwirtschast wäre für »em Kräfte noch Platz. Tas Komitee fordert die>e»igen Inden im Auslande, die in der Landwirtschaft Beschäftigung suchen,- am. sich mit ihm in Verbindung zu setzen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.