Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 22 (15.11.1931)
- Date
- 1931-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Iüöifthe Nachrichten. Glüenburgischer Lanütag lehnt Schächtverbot ab. Wie uns die Rcichszentralc für Lchächtangelegcnheiten mitteilt, ist <n» heutigen Tage im Oldenburgischen Landtag ein Schächtvcrbot abgelehnt worden. Tein Landtag halte ein Antrag von nationalsozialistischer Leite Vorgelege», die in der bisherigen Bestimmung des Ltaatsministcriums ausdrücklich sesigelcgte Genehmigung des rituellen SchlachtverfahrcnS (Lchächrens) aus;», heben. Ter Antrag ans Einführung des SchächtverbotS wurde mit den Stimmen der sozialdemokratische», Zentrums- und kom- . münistischcn Abgeordneten abgelehnt. das Negierungsprvgramm -er NSdUP. Berlin. (ITA.) Wie di« ITA. bereits mitgctcrlt hat, hat Reichstatzsabgcordueter Gregor Llrasscr. »ach Hitler der prominenteste Führer der RSTAP., in einer z'lnspraäw im Berliner Sportpalast am 23. Oktober die Entrechtung des Indentums und dessen Ausschaltung aus jeder öffentlichen Tätigkeit als. Rcgicrnngs. Programm >eincr Partei bezeichnet. Tie „E.-B.-Zeitnng" ist in der Lage, den folgenden PgstuS ans Strasfcrs Rede wörtlich wicdcrzugcben: „Eine nationalsozialistische tlicgiernng bedeutet, dag die Hcrrsckmft des Iudcniums in Deutschland zu Ende ist. Nationalsozialismus hat mit Nadauantisemilismus nichts zu tun, er ist ein Bekenntnis zu miscrer Art, zu unserer Bolkseinheii. Daher Ausschaltung des Judentums aus allen Gebieten, wo cs die deutsche Entwicklung zu hemmen inistande ist. Antisemitismus ist immer nur Abwehr.. Tic Entthronung des Judentums bei uns ist eine Anstachclung für die anderen Mächte. Ter erste nationalsozialistische Minister ist das Ende des Judentums in Deutschland". Gegen antisemitische und antichristliche Verhetzung. Darmstadt. In einem Ausschreil>en an die, .rbreisänitrr und Poli.reiämter weist Jnneumiiiistee Leujchner dalauf hin. das; die friedliche religiöse Betätigung wiederholt gcsälirdet und gestört worden sei. Hierher gehöre auch die a if? sch verne;u verurteilende antisemitische .Berlichnng. Diesem Treiben sei mit allen Mittel» tatkräftig cntgegenzuivirlen, ivvzn die Verordnungen durchaus geeignete Handhaben bieten. Iusbeion dere sei die Erweckung und Zchürnng von t^cgenjähcu zu anii christlichen oder antisemitischen Iivecken als eine Gefährdung der Sicherheit anzuie.ien. Es müsse jede Bsrso.ge geirossen werden, das; die geseh,»ästige religiöse oder welianichanliche Betätigung jedem Staatsbürger unln'dingt geivährleistet bleibt. Tie llebung religiöser und konfessioneller llebrrzengungen irn Rahimn der christlichen Kirchen wie der jüdischen Religion, namentlich an Sonn und Flerlage», müsse in jeder möglichem Weise geschuht iverden. Antrag auf Einstellung aller Zahlungen an Kirchen un- Spnagogen vom preußischen Lan-tag abgelehnt. Berlin. (ITA.) Im Preußischen Landtag wurde am Tonncrstag, den 22. Oktober, der Antrag der Kommunisten, mit sofortiger Wirkung alle Zahlungen für die Riechen, Synagogengemeinden usw. einzustcllcu, abgelehnt. ^ur diesen Antrag stimmten nur die Kommunisten, alle anderen Parteien stimmten dagegen. ' Große Hinterlassenschaft für -en sü-ischen Nationalfon-s. N c u y o r k. (ITA.) Ter vor kurzem hcrstorbenc Morris Wohl hat die Hälfte seines auf TülllMt bis eine Million Dollar $ * § * <' 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 9 Was leistet die Jüd. Wohlfahrtspflege? Allgemeine soziale Fürsorge Altersfürsorg^ Auskunft und Rat Darlehen gegen Bürgschaften^ Erholungsfürsorge ' Gefangenen-Fürsorge Jugend-Fürsorge, Kinder-F erien-Kolo^iien Kleiderkammer •' Krankenhaus-Fürsorge Lebensmittel-Ausgabe Pflegestellen wesen / Tuberkulose-Fürsorge Wanderfü,sorge Wirtschaftliche Beihilfen Jüdisches Wohlfahrtsamt Bremen Gartenstrafje 6 7 * Ruf: Domsheide 28588 ♦ Bank-Konto: Darmstädter und Nationalbank ♦ Postscheck: SS 698 Hamburg geschäht«» Pcrmögens dem Indischen Rationaljonds hinterlajjen. Das Kapital wird aber erst in frühestens zwei Jahren realisiert werden können. Zu-enhetze und Nitualmor-legen-e Kampfmittel -er ..deutschen vurschenschaft. Berlin. (ITA.t Tie Deilische Bnrscheiischaii, die in srn Heren Zeiten jüdische Kommilitonen in ihrer Mine zahlte, hat sich nunmehr ganz der jnkrngegiierische» Front .ingeschlossen2. In den „Bursckx'nichastlichci! Blättern" iverMul unmer wieder Legenden von jüdischen Mädchcnhändlcrn, Bordellhaller», Banditenkönigen, Terroristen und Sittlichkeilsverbrechern aufgeiifchtl Im neunten Heft der „Burschenschaillicheii Blauer" ivurde auch noch der „jn dische tliitualmord" als Tatsache hingesiellt. Peroseisvr Otto Ri eher, ein Großneffe Gabriel Rießers, schrieb eine Entgegnung, in der er anssuhrt.', die Deutsche Burschenschaft miisie mehr eat: »nd Tradi lionstreue anfbringen und diirfc »ich: die vielen ivertvollen B»n desbrüder jüdischer Abstammung vergessen. D:c Schriitleiinng druckte den Anfsah Prof. Rießers ab. beeilte sich aber, sieh einen tveitere» Aufsah zu beschassen, in ivelcheni die jndenhenerischen Feststellungen als ossizieller Ausdruck der heutigen Biirsäienschaft Icrmciuuug hingesiellt wurden. Am Ende der Di:!n'sio.r schrieb die Schriflkeilung eine Entschuldigung, das; sie Pros. Rießer überhaupt das Wort gegeben habe: Proß Rießer, der Tat: und Treue gefordert hat, habe gegen ivichtige burschsch.ittliche Grnndt'ähe ver stoßen. t b Zuüen im neuen englischen Unterhaus. Bei den Wahle» znm Unterhaus wurden auch 1t> Juden gewählt. Dem früheren Unterhaus gehörten!."< Inden an. Die jetzigen jüdischen Parlamentarier gehören alle der .Koalition der Nationalen Regierung an. Bon de» aus der Liste der Labonr Party kandidierenden Intewurde keiner gewählt. Hock; eingeschäht ivird der moralische Erfolg Sir Herbert Samnels, Ministers des Innern und Fahrers der Ra::o::al Liberalen Partei, dv'r mi: einer in seinem 'lvahlbezirk noch nicht dagewesenen Majorität von 12*7 Stimme» geiväbl: wurde. Senkt an die Kleidersammlung V vir da T Wohlfahrtsamt EterbefäUe sind im jüdischen Bcmcindcbliro, BartrnstrahC 7, Zernruf: idomoheidc 2S5SS und beim Vorstand des trrankcu-UJoliltatiukcits-vcrci >s Zcrnrus:Uoland5d7^, 17^0 cCcr 4CSI anAumcldcn Den verarmten zu helfen ist Pflicht >cdrs ^emrindrinitglirdrs, das unter der Not der Jett noch nicht persönlich zu leiden hat. Spenöen t schnrllsteneerbeten an jüdisches Wohlfahrtsamt Postkonto: 55 Uamdurg