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Jüdisches Gemeindeblatt · 1931-11-15 · 22 (15.11.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1931)
Issue
22 (15.11.1931)
Date
1931-11-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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(rüern fror fdiulnfliditiflcii Äiubcr werden daraus aufmerksam gemacht, die minder zum Besuch des Zugendgvllesdieüstes anzuhalten. DasIvjährige Bestehen kau» die jüdische Zugendvcreinignng in rie'em 11^,1! seier». Ans diesem .'lnlaß findeg mehrere Mr anslaltnngen nai:: Am I 'Aovember sprach Herr Siegfried Bacha rach Hannover »der dae- Thema: „Woher 'Wohin?" aus einem »heran» gn: be>uch:»u Heiniab.nd. Am Sonnabend, 7. Novcm Im, fand sich d:e judi'ch.' .lugend im Bilderiaal des Haghanses zu innjikalischen T.rrb.etnngen und Tanz znsamine», wahrend da» .lnbilann, selb» in Harm einer Morgenfeier amv Sonntag, den l.'>. 'Avveniber, I > >', Uhr, im Haglwns an der Bölicherslraße fest .ich begangen werden 'all. 2»:e milgueili wird, hall Herr Lira der! -Zacharias „iKmtbiicf aus :H» flahre .'uun’iifiirbcit". Ten sreiiva'.iraa Hai Herr :>i.rbb:ner Tr, Hahn Essen übernommen. Thema: ..Religion und 'Wirtschaft". Ter eigenlliäie Gründlings :.:g de» ,Z>igendve:e:ns iv.n der ln. .'Aoveinber lltni. Tie ('Iviui dang de» Be rein» „ss-r.nudichasi" »Verein israelitischer junger r.'en:e> erfolgte damals unter der Aegide van .Herr» Elias Säira geihe.ni i»i Ha:el- „.stad: Bremen". Am 'Mittwoch, den 1*. 'Jio veinber iBus; und Beitagi nniernehme» die 'Mitglieder der 'ut gendveie:»ig:,iig eine «.ilnivfihn nach Hamburg, um daselbst die sehen »v»rd:gket:e::;n besichtigen. - Tressen am Hanptbahnhvf (>27. Uhr. Rückkehr 22 17 Uhr. «asten ca. 7> Mark. Am Min ivach, den 27>. 'Aovember. 2:i.:tu Uhr im Heim: Arbeitsgemeinschaft, über „Film". 'Attiimi: Ludwig Markreich. jüdische Fugend-Vereiniguiig. Am Mittwoch, den II. Tk iel»e>. h:el: Herr eiarl Aeiszer ein üieseral über das Thema: „nie mnne i^ener.rrianen". Fn drei Teilen gliederte sich der Bornag ..Rückkehr zum b.tvnßle» Fndenlum", d.AsiTänehr «enninis van den eihticheir 'Weite» unserer Religion. «ennlnis van unserer l'kiü'ichte und den Ta eu. unserer Großen, denn daun erhallen ivir das siandesbeiviißtieii:, durch da» wir den „Prüfungen" dieser Zeit, denen un'ere «>»eneralian, ad jung oder alt. ausgejeyt sind, besser siandhalieu kauuen. Tas jüdische Balk hat krasr seines «Glaubens stnline nderslaudeu, denen andere Völker unterliedeu >»:is;!.n. Haben wir erst wieder das Selbiibewnßisein, dann kan neu >v:r auch van denjenigen unserer Mitmenschen die Achtung verlangen, die uns venvenier: wird. „Abkehr van den alten Be rnien". Aich mehr in die Fnßiapfen der Baler treten! .lene» Hu» anelzogene Barnrieil andern Bernsen gegenüber überwi» den! Al» ireie Menschen Berufe ergreifen, die p'ine Gesundung und Uel^rwindnng der wirtschaftlich.» «rite mit sich bringen: L ind viriick'aii »nd Handwerk. Arm besseren-Verständnis des Tch:.is;kapi'els: „Aaätsienliebe" las der Referent eine Legende va» Emil 'Bernhard Eolm „Tie große nnd die kleine Menschenliebe" Var. Wahre 'A tchs>.niitbe ist nicht durch viele begeisterte Red n ansziinbe», iandern durch kleine Tiensle an nnscren allernächsten Mitmenschen am besten z» ersullen. Tie sich an d.n Bari rag an ick'ließeiide Tiskninan ergab, das; sich unsere Fugend schon ernst :ia> mit den anae'chniiiene» Fragen beschäftigt hat. Es ivnrde :nsb."'vndrre gef,order:. den 'Vorschlag der Bernfsnm'ch'chinng durch eine b sandvr.' Aklian in die Tat uinziiseven. Lenkt an die Psundspendc nnd an dir Winterhilfe des Jüdischen Wohlfahrtsamts! Berücksichtigt auch jüdische (Geschäftsleute nnd judilche Handnwrkcr bei enre» Bestellnngen! Ter Eentral-Brrcin deutscher Staatsbürger jüdischen Gla»- bens hat an seine Landesverbände und Beamte ein Riindfchr eiben gerichtet nnd sie ausgesardert, die Ortsgruppen des Bercins;» einer tätigen Anteilnahme ander Winterhilfe zu veranlassen. Bar allem soll -er 'Versuch gemacht werden, in jüdischen Betriebe» ininleie» »nd größeren Umfangs, die eine «anline besihen, Zpei snnge» für Bedürftige, besonders für «inder, dnrchznsühren. -ln Breme», >va täglich W» «inder aiis der «anline eines jüdi ichen Betriebs Speisung erhallen solle», ivird daniil der Anfang geniachl. Tie .'.»weiinng der «inder geschieht dnrch örtliche Tr ganiiaiian ahne Rnckiichi ans ihre Barteieinstellnng. Tie .(linder bekannnen snr »> Big. ein kräsliges und reichhaltiges Mittagessen, wobei die sl'irma einen '»iischns; van etwa :>n Bi täglich pro «ind leinet Tie lichten Nachmittage des Israelitischen ^rauenvrreinS beginnen wieder. Ter Israelitische srranenverein nimnit am T : e n s l a a. den 17. Nav.ember, ieine Untcrhaltungsnach minage in de» :>>'a l s si n b e n ivieder auf. »n einer so schweren Di© der ( bremischen Brauereien sind in bezug auf Gehalf und Bekömmlichkeit unübertroffen Zeit wie der unseren glaubt der^ Israelitische Frauenderein die besondere Bcr^flichtung;u haben, durch gehaltvolle Veranstaltungen von den sopgen des Tages abzulcnkcn. Tic erste dieser Beranstallungcn trägt den Titel: „Tic Bibel in Malerei, T i ch t u n g und « l a n g." Einleitend wird .Herr Rabbiner Tr. Aber Warle des (Bedenkens an (kesser Ury sprechen. Aus Werken van Stephan (jweig und Beer Hvffmann wird Frau H. Wolfs lesen. Biblische Themen im (kied wird Frau Alice Frendenberg zu CSrhör bringen. Ein so reichhaltiges Programm darf auf das Interesse weiter «reise rechne». Beginn ltl.30 Uhr. «atzenellenbogen. .In der Bremer politischen Presse ist ein streit entbrannt über den stur; dieses Wirtschaftsführers, dessen Berhalten i» bekannter Weise dem Fndenlum zur Last gelegt wird. Wie wenig es angebracht ist, aus den Praktiken eines solche» Mannes antisemitisches «apital;u schlagen, zeigt folgender Bericht, der die Sachlage etwas anders beleuchtet, wie die Tageszeitungen. ^„Ter «rolvfchiner Ludwig «ahenelleirbogen, der («ewalrige des Schultheiß Papenhofer «onzerns, her Mtte der «ünfllerin Tilla Tnrienx, der Mäzen Erivin Piseators, ist durch Fehlspekularionen von seinem C4cneraldireklorssockel gestürzt. In der Rechtspresse wird wieder einmal davon gesprochen, daß ein „jü bischer Wirlschastsführer" dnrch feine Machtgier und Zügellosigkeit Unglülk über viele vertrauensvolle Aktionäre der von ihm ge leiteten Werke gebracht hat. Ludwig «ahencllcnbvgcn ist längst aus de »> F » bctilnm Au spottete n. seine «inder hat er taufen lassen. Er pflegte sich gern mit adligen Sekretären zu nmgcbcn und war stets begierig, in der „vornehmen" ((lesellschaft eine Ralle zu spielen. Mit Fiidentnm nnd jüdischen Tingen hatte er persönlich nichts gemein. Ludwig «ahencllenbogcn ist — seine ^wirtschaftliche Bedeutung, seine wirtschaftlichen (Äroßtaten nnd Fehlleistungr» interessieren uns in diesem Zusamnienhange nicht — ein abgefallenes Reis des jüdischen Stammes und hat nur für-bas .tndcnlnm die Bedeutung, daß er in der judenfeindlichen Agitation neben anderen ähnlichen „jüdischen" Wirtschaftsführern als Typus des — wie die Nationalsozialisten sagen — „raffenden" «apitalistcn genannt wurde. Tas jüdische Konto hat er also gleich vielen andern aus ähnlichen «rotoschiner oder andere» Verhältnissen hervargegangenen jüdischen Fahnenflüchtigen schwer belastet. Vom jüdischen slandpnnkt aus betrachtet, ist Ludwig «ahenrllenbogcn eine jüdische Entartnngserscheinung in dem sinne, daß viele unsympathische Züge in seiner öfsentllchen Betätigung nicht auf sein Fudcntum, sondern auf de» Minder w c r t i g k e i t s k v m p l e x des jüdischen Fahnenflüchtige n znrückzusühren sind. Sein menschlicher Weg ist der des typischen Assimilanten und Freigelassenen, wie die Geschichte ähnliche Beispiele schon in den sreigelassenen Sklaven des alten Rom zu verzeichnen hat. Anf der Flucht vor Ghetto und Fndentikni gelangte .(iapencllenbogen in die „vornehme" Gesellschaft »nd in das Reich der Mäzene, die Richtungen und Leute bezahlen, welche ihnen, ins Gesicht spucken. Im Grunde genommen also keine tragische, sondern nur eine tragikomische Figur. Tragisch ist allein die Lage des F u de »tu ms, das auch für die Talen derartiger Abkömmlinge noch verantwoztlich gemacht wird." F. R. ^üüische hanüwerker in öremen. Bäcker: B. Gröger, Tstcrtvr Stcinwcg 77. T. Rothschild, Tstezstraße ö(> ö7. ('(ii r t n er': B. Leviii-MvscS, slcphanitorsteinwcg ä. \ W l a j c r : B. Lvwenthal. i. Fa. F. .Hcigemann Nachslg., Wegcsendr I',' k:k. M » s i k c r: Wilh. Mchrgut, Rostocker Straße 6. .Hanna Mehrgut <«lavier Unlerrichts, Heerdenlor-Steinweg llk. i «lempner: F. Schachtel, Nordstr. 210. «ürschnrr: S. Sprei, am Wall 171. Hnimachcr: B. Spiycr, Buntcntor Steinwcg 59. Schilder in a l e r: Alex Lipschih, Ansgaritorstr. 18. Schlacht e r : Ed. Alexander, Falkcnslr. l:t. Schlosser: I. Swinicky, Fahrradhandtnng, Hohetorslr. ll>/53. Schneider: Jäc. Bier, Flcalslr. R>. W. Ehrlich, Georgslr. <>ck. ' S. «cllinann, Schüssclkorb AlT'l. > M. Lnbelsk», Sielwall 7.! H. Siniche, Gerhard Rohlfsjtr. :17>. , Waller steinberg, Bischofsnadel 1,2. Hermann Weinstein, «aiserstr. 12. Schneiderinnen: Frau B. Spihcr, Tüsternstr. I. Frau M. Schlctier, v. d. Steintor 170. S ch u h m a cher : älos. Goldstcin, Mantensfelstr. 18. S. Sverdloss, Münchener Straße 00 70. T a p eziercr : Sally Evhcn. Tckoratcur, «antslr. 117. lThnc (y.'ivähr fürzVollständigkeit.) Geschäftliches. v Wie ans einem »Inseral in dieser Runimcr „Neu für Bremen" hervorgehl, ist in Breme», (Leeren 29 81 I, van der Bergs Pension eröffnet worden. Schon lange war es der 'k2iliihh vieler junger Leute nnd Reisenden, gut rituell speisen zu können, nnd ivird es daher allerseils sehr begrüßt. Schöne moderne Räumlichkeiten mit moderner Einrichtnng bieten den Gästen einen angenehmen Aufenthalt.

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