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Jüdisches Gemeindeblatt · 1931-11-15 · 22 (15.11.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1931)
Issue
22 (15.11.1931)
Date
1931-11-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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In der Warschauer Iudenftadt. . 2.:: e.iaet: beftit\‘t si.1i »:c 'iisui.li.iii.'v .lndenstadi in '.'l.tuithi (?•::: v.uif.- 2orfc:t, Marktweibern, ,luhr ici:;::, 'dv.hün.«"v:c:;d>acie’n. .'.iditstuern, hungernden Min n.\v iit in ii. raten. llv nnirl'C it.i' io;: tolle:;. nahe e» e:nen Ctt, wohin er rollen föntttc. Ja e k. tuet: g.b:. K.tb: e, da. in>:: i-,m in P.:i>. vod 2:taste 2:raste flader» Unruhe» ‘l»a.!n.i‘d j.p.,, i»inippc Die Jrtiliiiievei vonslatte» »:»!>:. tifh :lu?:e '^enaifeinni,, in weitem Umkreis, mit VI'M.'t.t: un' oei'dnedten tKuie::. .'ins ihren Va&cn •'taut: >!.h.i: .Jte M.einlmnAr, in ilnen Kennern liege» die 2>!v.‘td.r >:i:d vetrolgen, »der die Monte hinweg, jede Phase der .Pewegafg. J:e irtaner: eiben ihre Minder, unter On'idnei, in d:. a:oi;.:;, dni'l..» öoljtore. 2i.‘b;tgjalrrige '.»beit, mit Mappe, w.tstcm l'.nt. Matt an »nd 2:i.?eln, ilndtien mit iflenniidten Pe w»ga::,te:i nb,i öte lrolpettgen 'teilte. 2:e wisse» nidtt, vor wem, ’t, totiiet: ntibt, wolrtn. iie wissen tun: „‘»i.in t'drlägt . . .!" •»;,:» ur.aa:;e:t .uih'.ett, und wenn fiel, die alten ,l»de» »bet etwas wrurdettt, ',» »bet die vergleidrswetie lange slrisl, et. Mi-, lenten J.b.ageret versiridit. Man idiltig, wenn Mriege o.'.-toten 'waten, man 'drlug, wen» i'ionpcrtteiire verfehlte 2pek» .a: tonet: te'.uotiuitctt hatten, war tu» toll man nidit idtlagen, toenn dte W..t nntet de» idua.ien der Mriie an» den tilgen -t>I»'■ lote mns.te man 'dtlagen, um die Proportionen her;» it.llen;wt'.ltet! etnet» lttmptaen ‘„ititti'chen tMouverttettr »nd der t tü'end'.t.b,tt 2prei!gwi>!nng dte'er .Mtiie! Wird man so sdtla .»>::: Mllaat. bt -ltei, oeibltttteitb wenig . . . ,\::‘,ii't\h.::;i.i,e;t bte 2t»detiten. irnppwei'e, über den slahr d tat in. 'to.k. in der Hand, die .»iatrtel offen, die ‘»innen kokett tut ‘.'.'.tilen :U::it;:eier. iie: ohne c» >n ahne», ihre» eigene» Unter a. na lo.t, da» '»ionopol der ‘.'lkade.miker »idit mehr existiert, wett cf Jet. von ihnen onitaet leidet, weil sie an der Mehrzahl tht.t aitet.n ‘Perursgeitorsett die Ausweglosigkeit ihrer H,»k»»si 'ehe» de »wegen wetten iie de» Mop? in den t'iaden, weiten ntt: Pltta'en dt. bepttiielteit Pade» n»d ‘.ieheti,;or»getd,wellt, gegen dte stelle de» geringsten lotderiiattdes Mounen sie nidtt titeln dte H.tieiitnarkt.ren, wollen sie wenigstens die Herrdien sein . . . £0 ‘.o.ten iie gegen 2 lt’ttii: ,.'!oea mit der inenf;itdiett Miaue v.'tt enir,t;i'", >o U'.te:: iie gegen 2v.oiv.tnn»: „Pjeder mit 2revi ’o ‘.oaen iie lemhttt gegen Lettlandt „Mamps gegen, die A'.e.htiett der Vettert"., ,\ntnwi glaubten sie die 2raht;ieher;n rein, wahrend sie die i'>eü»leit;en waren. '.'Int eigenen toedtfel •’etttaet: '».bin» ünd iie, int 2:»nbo» wenigsteits, io mächtig »nd itail. wie iie es. ohne etil brüllen;n ntniiett, in bessere» ‘leiten et:: ganzes Vebet: lang wate». Vors habe» di. .Inden den Ltudenten getan? 'Mar nichts, las wttd ri.b: etnmal behauptet, da» fte ihnen etwas getan hätten. Haben iie tlirt.rt 2teilet: weggenommett? 2ie haben selber keine. 2ie atoite;»iaiie der. polniidien ,Inden ist so verelendet, dass, ihr aeaennbet. das polnt'dte Proletariat eine privilegierte 2diid>: darit.Ilt. Und der Numerus elatt'ns, praktiidi bereits tnrclige tnhrt. winde der: polnt'we» 2t»de»ten, wollte »tan ilrtt'von nettem '..‘d.altiieren. beitentalls nrtr wenige nette Hmtgerpsane einbringen. ‘.'.t.I't dte ‘',a!r! der vothandenen 2tellen. konnte er vermehren^ nt.bt die t'I.tswegioiialeit des 2tttdittm» beheben, nidtt die Mriie. Ut d habet: etwt die jndiidte» 2tndente» ihre dtrit'llidten Mol le.re.t orovoliett? ‘.'.tdn-s gegen die jitdiidten 2tndetue», es gibt ttr.l' unter ihnen lihataftete. r'lber ein guter 2ei! von ihnen, io,:: ettt’etn: tri ptoootteten, verlengnet vielmehr, von je, teilt tdentntn itt einet peittltihett 'ioeiie. 2~a» itt das hiftoviidtc Erbe aitd dte 2ot'der.,tt des polni'dteti ottdenittms: es nmsdtretbt, seiner .',tt‘.rtnitte!‘‘enrit‘a na.lt, ettten idtillernden. an? den ersten Plick tut . »ber'eltbarett Pogen vott l^u «Mrad. Po»?.ndent»pen antike» slormats agltt es »bet die Pltiloioplten ttnd die tMltHuhgiiliige»;n iH'v'.e.tane'.tt. von den Per'.engnet» über die ‘.'ldttelgelanften, Pietteiaetantten, Hrlbgetait'ten;n den tMetantten, von de» ('le tra'tett nbett dte Toppeitaetantteu;n jenen allpolttiidtett ‘.»lag naten, di. bat; oettonnbet: sind;n hören, dag sie einmal ,Inden watet: 2ie jndt'dtett 2::tben:ett. die geraden immer ansgenom men. .leimten ‘.hon vermöge ihrer ,lugend nidtt;» de» anlifen Eltaiakt.net: ‘.'itttrwerden ne. Momil der 2i:itatiott, dttrdt die ‘ölttgrisje der Monuntlitottett;tt einer ‘Petonnn.r ihres .lndentnms ge'.wnttgett. d e >ie ms ttetett 2ttitken nie erwogen. 2ie titiifieii mit'vielen in etttent 2‘>'tel. das, a.idtidi:»aebnithen, teilte eigene» (Mefebe bat 'Mabe es gerade einen minliebtaen Jo;en:en in VVaifritatt, iMtunbe!. Vefiii:a oder Teltit. ‘,ogen die 2t»denten gegen ihn. Ja d'e -Htttorte.' obwohl er gebrandn wird, verabtäntttt hat, ihn;» nellett, gibt es tun die .luden. ölndols H e; t n it a b t int P 2. die IuüenKeKe an üen warschauer ßock- 5ä>ulen auf dem Kö'Kevunkt. Jie Ereignine am ,Freitag und am Lonnabend. — Eine Lchkachl in der ...Mralaner Pvrsladl". lieber 100 berichte jüdische 3tn< denten und mehrere verletzte jüdische ctrafjcnpaffnntcu. . Jie hlntiitiT. t'ltis'.hteittutgen gegen die jtiditdten 2tnde»te» an der ‘kött'dt.iner Utttveriität. die die gante ‘kr'odte andanerte», ttaltnie.it am slrettaa und am Jotinabend an Uintang;n und dehn ten iid, ans die übrigen Hödtidtulen, wie Poltttedtniknnt, Handels hvchsdtnle und landwirtschaftliche Hochschule, a»$. Jie Uirrithen am sereirag dauerten bis tief itt die Nacht hinein. VIm svteitag trat der von den jttdijdten 2tndenten gebildete 2ell>stsdttttz;»nt erstenmal in. r'lkiivn. Jie jndisdten 3lndenten kamen;n den Porlesnngen in geschlossenen (Mnippcn, so bafe die Nationaldemokraten;unächst keine Ueberfälle wagte». Wahrend der Porlejnng.'tt lärmten die nidtt in die Urtiverstläl gehörcrtden »ationaldemokratischen 2tttdenten i» den (^längen und schrien ...luden heraus! Nnmerns nnllns für 'utbett!" l'lttj ein Ltgtt.rl hi» wurden die 2tire»;n den Pvrlesnngssälen aitsgerissen, die Jemonstranten drangen in die 2älc ein und trieben die jüdischen 2tnfenten unter 2chlägen und -Bejchimpsnngen hinaus. Jer tliektor hielt eine r'lnsprache, in der er die Nationaldemokralen aus sord.rte, ans dem Jerritorinttt der Universilät tliuhe;n bewahren, was aber ansierhalb der Universität gesdtehe, gehe ihn, den Nektar, ttidtts an. Jie .lttdew sollen nur nidtt provo;ieren. Jie indischen Ltndente» sahen i» dieser Ansprache.eine Ermunterung;» wei ieren Attsschreitttt'gett. Als aber die jiidtsdten 2tndenten die Halle verliefen, wurde» jie von einer nngehenren Uebermachl mit dicken Mnitppelu, Eisensläbett und 2.eitte» bewassneter Huligans überfallen. Jie überraschten jitdisdtett 2tndenten konnlen sidt nidtt wehren. Pjele vo»‘ ihnen wurden so sdtwer mis!handelt, datz sic in das Mraitkenhatts geschafft werden mußten. Ein Jeil der über' s.illenen jüdisdten 2lndenten flüdttete;tt»t Webäitbe hinaus. Am 2tue wurden sie von einer graste» ('kuppe Nationaldeinvkralen empfangen, die mir l'ktmmifnnppclit ans sie lossdtlngert. Hier drausten idtrilt die Poli;ci ein und besreite die jüdische» Lludettten ans ihrer gefährlidte» Vage. Während der Perhaudlnugiu durdt den Nektar wurde die ‘N.rdtridti überbradtt, dast die Natianaldeutokraten dem bekannten Maler Professor 2lnpski, i» der Meinung, dast er ein .l»de ist, den Part ansgerissen und die Mleider vom Veibe ge;ogen haben. (Gleich darauf traf eine zweite Nadtridtt leiu, dast irrart Vrtkaszewic;, die t'latti» des Nektars, die wie der Nektar selbst mit der national» bemofiatiidicn .lugend offen srrmpathisiert, von Natianaldemakrate» überfallen und sehr sduver misthandelt wurde. Jie.Httlig.rns entschnldigieu sid> damit, dast sie glaubten, irrau' Lnkaszewie; sei .litdin. Ans diese Nachridrte» hin versügte der Nektar die 2diliestnng der Universität. Während die Nationaldmnokrateu fortwährend Pcrsaututluuge» abhalten dürfen, wurde eine für irreitag abend nach dem jüdifetten Akadetnikerheit» einbernfene Mnndgebnng jüdisdrer Ltndenten verboten, .lnnenminister Pieracki weigerte sich, eine Abardnnng jüdisdrer 2tndenteu, die bei ihm vorspredreu wallte,;» emp fangen. Auch an der Handelshodrschnle kam es zu aittijiidisdren, Un rnheu, in irlugblätiern wurden die palnischeu 2tttdettteu ausgefordert, die .luden;tt schlagen. f Andr an der Vandwirtschaftlichen Hodridrille kam es;u einem >'>tt!a»tmenstost zwisdren den nationaldemokratischen und den jüdisdren 2tndenten. wobei fünf .luden verletzt rvnrden. schwere Unruhen in Warschau auch am Tonutag. Am 2o»»tag, den November, kam es in den 2trage» Warsdr.ins abermals;u wüsten antisemitisdre» Ausschreitungen nativ' naldemokratisdrer 2tndenten,. ('koste 2tndente»tr»p^s begaben jidr in die jtidisdre» Wohn und t'ieschäflsviertel, wa sie antii'emitirdre Hetzrnfe ansstieste» ttnd jiiditdre Passanten ans das brutalste »tisthandelten. An jüdischen Väden »nd Wohnungen wurden die iret'sterscheibeu eiugesdrlagett. Pott den Ltrasteubahuen wurden die jiidisdren irahrgäste hernntergezerrt und misthandelt. 2d>liest- Iid, stellte jidr die jüdische .lugend den Huligans entgegen, es kam;n einer förmlichen 2trastensd)lacl>:. bei der es auf beiden Zeiten Perletzte gab. Jie Polizei drängte die ZtndentelthnUgans ans den jttdirdren Piertelu hinaus. Mehr als hundert Personen >vnr de» verhaftet. Die zionistischen Gemeinöe-Man-atare Oeutschlanös lekinen üen Negierungsentwurf zum preußischen ^uüeugesetz entschieden cib. Perl in. <>l2A.t, Jie au» gau; Jeutsdrlartd, insbesondere ans Prenste», atu *. November in Perl in versammelt gewesenen (ioniiiiidicit ('ienteinbenemeter lPorstandstnjtglieder und Neprä ientantenr, die Mitglieder der irraktiou der .lüdisdre» Polkspartei int Prenstiidre» Vandesverband, sowie die ‘.»iitglieder der <'k metrtd.komtnijiiott der P. f. J. »'.ihnteit n. a. folgetche Pe idrltisse an: „Jer uns vorgelegte Nesereittettentwurf eines ('lejetzes über die preustiidre» 2t»tagogenge»teind.‘tt ist in allen Jeilen ein nnerträglidier tKudidirttt gegenüber der besieheuden Nedrtslage. Er isl unter völliger ‘.»listadztnng des einheitlidreu Point»» der bernsetten Pertretnng der prensttidre» .luden ^istaude gekommen. Jie Einheit der .ludeuheit wird zersdrlagen, indem uod, stärker als bisher die Pildnug von Zondergemeiuden zngelassen wird. Jie Erleid)- ternng des Austritts bedroht den Pesland, die äustere Zidrerheit und die innere Entwicklnnasmögüdrkeit der i'lemeinde». Jie ('üetdiberedrtigttng aller (''.‘»teindemitglieder, diese für uns nie mals a»f;»aebe!tde d'ktindlage einer jüdisdre» lüenteinde, wird dnrdi den Entwurf aufs schwerste gefährdet. Wir erblick.u in diesem Entwurf eine gegen den Pestaud und die Eniwidlung des .ludentums gerichtete Porlage und werden ihn entidreben bekämpfe». Wir stelle» »oft. dast der Wtlle der prenstischen .luden in den Pesdrlnssen des V.ntdesverbaude» vom .lahre I!>.'.? niedergelegt ist."

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