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Jüdisches Gemeindeblatt · 1931-06-01 · 11 (1.6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
3 (1931)
Issue
11 (1.6.1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Xic CUKttburfla Landlagswahlen haben ein weiteres Anitciflcit der Hiitiinmlii^ialiiiiidjcn 'i^cllc flebradit und eine Ek-Höhnng der Nazi Laiidtagsmaiid-aie von ."> auf I!« gezeitigt. Irin Wrabmoijer iuv die baHtiidu’ Stimmung im Xeulschcil Reich scheint du4 £ uenbimiQ tiuiebuic. nidn zu fein; bi: ionfdiritt» i:dic ’l'U't’K ist der '.'Iniidn, bap sich in dein iudustrieairnc», klein» burgerlidte» und bäucrlidten Lande die neue» Agrarzolle nur zu Hunnen bo-> i'iutiiiuiiiibbdibc:- ausgewirki haben und das; Peralgeinug und Noi einen erlieblidien Teil der Bevölkerung in das redne-radikalc Lager abgetrieben haben. Gilbert Malthoff zum Gedächtnis. Xie altere» themeiildemitstludei werden sid> bei der Wiederkehr des Todestages von Alben .halthoii der markante» Persöulidikeit diese-:- Mannes erinnern. Cvi als basier der St. Martini «hemeiiide und als wortgewaltiger Boriechter eines freien Geisteslebens weil iibcr XeuifdilanSs threuze» 'Geltung und Aufehc» genoß. Br», seinen;aHIreidreu Sdnii'.cit war die \llbbauMuini „Jas Ehristusproblcm" nn? vin historiidies Weil über ,,Xie Eiiiilehuttg des EHristen- :»»ls" hark umslritteii: in ihnen luchte er sich vom theologisdieu Porurieil völlig;u eiuauzipieren. „Xas uriprunglidie Ehristcn mm lie.ituid>: in der Bibel, nidn in Palästina und nicht in :Hom: das lieg: in. der Menschenierle, in ihrem Hunger und Xuril uadr Gerechtigkeit, in ihrer ewigen Lichessehiliudit und Glaube,iskrafl. I.i liegt andi. der Ehristns, der nid» vtnde nach t^ried'e, nidn .hatlwlik oder Prolestani, sondern Mensch ist. - ■" .'lud) die An. wie »althoif »her die?.udc»srage selbst denkt, charrk'.eriiierl ihn als unersdrrockenen Kanrpsredner. „'Wenn der dnde ein nnneuer blienianu. ei» geivissenloier t^esdiaslsniann, ist, dann he'.ßr es: Xrh:. das ist der jude! lliid .wenu der EHrist genau das'elbe in. wen» er noch schlimmer ist, dann bleibt er inimer nur die Ansnalinte: niemand denkt daran, das ganze Ehriilenlum dararrihi» anzniehen, ob nidit auch da vieles faul sei, daß iotdie Pilanzen in ihm gedeihen können." Xer Brennpunkt der ,sudenirage^ >ei die Taliache, d>rs; alle Beurlciluiig des heutigen .Indeninins nnvollkonimen und schief ist, weil es nidn an der X.uelle ieures eigene» Lebens, in der Gcidiichte seines Werdens und ''einer triuwicklung bis in die Gegenwart hinein studiert wird. ..Xas alle Teiianieni betrachten wir durch unsere eigene chrisllid'e Brille: es soll »ns beweisen, was wir aus ihm entnehmen wollen,;» uns;n rede» von der Borgeschichle des Ehrlstestuuns, itidn von der v-leidiidnc des Judentums." Xrs geistige Leben des .fudeuiums sei den Ehriile» eine veridiloiiene Welt geblieben, weil he;n hol; und -siegesbewußt waren, die jüdische Literatur iiefer;» studieren. „Xo lebe» sie, nidn'ohne ihre Sdnild, ihre eigene Well im iid). Wir wohne» mit ihnen -Bans an Haus, Xtraße an Straße. kennen ihre Name», ihre tg.sdiäsie, ivohl and> ihre ,Fehler, und Sdnöadien, aber nidit de» Pnlsschlag ihres gei siige» Lebens." Es ist überaus traurig,;» sagen, daß sid, seit L.'< .fahre» irop aller Abtvehr und Aniklarnngsverinche nichts geändert hat. Xie ewige Liebessehniudir, von der Albert .halthoii predigte, hat de» Boa» der Bornrieile, die .fahrtansende vor de» >>ude» aulgeiurml haben, bislang nidn durchbreche» können. Xie jüdische Jugend-Bereinigung Breme» hielt am Milt wod>, dem t-'i. Mai, eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Xer alte Borsiarid trat geschlossen znrnd. Xer ueugewalilte Bor stand iepl iid) wie folgt »liammen: I. Borsipeuder: Heinz Renmar!: L 'Bolsipeuder: :>i»:h Joseph: Xdirisisuhrer: lrlairc Liebenwalde: Maiiia:v: Manfred Xdn'tmann: Lxisiper: Xrudel LLeinsieiii und Berber! >ilein. Bein; Renmark dankte de» ausidieidende» Borsiandsmitgliedern Erna blntnuann, Loue Roienbanm mW Roder: Blauer 'für ihre langjährige aufopfernde Mit aibi'i:. Xie .fndndie .fugend Bereinignng ivird üdi im Xommer hairpiiadilid) Böanderunge» »nd iportlidie» Bera»sial»t.ngen widme». areiiahrteli mit dem bla» Uu'.erweier und den Bereineu Xsnabrud, Balbur.i »iw. sind vorgesehen. Xas Xommerprogram!» w:>d allen Mitgliedern und sfrennden mgeslellt werden. Xer Berein leg: besonderen Böeri aus eine veriiarkte Böerbeiaiig-!e:: und bitte! bei allen sf-rgitude» »nd Mitgliedern um Untersiupnug Xce Beriaininlttiig i.blos; gegen Uhr. Bon der Bremer CUibijdtcn .Innggruppc wird uns geidnieben: Xie lebten Böodten riete» in unserer Bewegung verschiedene r'leu detuttgeii hervor. Eit.e vollständige Reuorganiialion erfolgte. Xie Leitung der blrn-ppe übernimmt Ludivig Markreieh. Xie lebten Beimabende inner Roli Ron'dtilds Leitung behandelte» ». an Xie Xtellnug der sf-ra» im,Berns. Borbeiira'te >f»gend!idie. »nr'aktuelle ah.men. bin in:.'le>>an:es dieiera! hielt Berinait» sf-isdihof »her das '?lit>e::iwanasjahr in Berbindnng mit der Bekdtnpfnng de: t'trhensloliak:!:. Ueberhaiipl :ii erirenlidierweiie eine stärkere B::e:ligur:g »nserer Mitglieder a» Reseraie» >tnd Xisknssioiien ieiiznuellen. Bus »u'erer Bewegung erklärte», mehrere Mitglieder ihren t'lusiril:. die ii.h unter Le::»>:g von Ernii Reifenherg;:t einer ...hameriden" blrnppe unter heionderer Betonnitg der Biadittiderei und des Xeutühinnis . in Xppoiitioti;n der in jeder Bi»üd". »Vntrale» >f»d:'die» .»»geiidvepeinigniig;n'am»ien gcsdrlosfe» haben. Xicse Trennung i» zwei Richtnngc» — bei der ohnehiil geringen Anzahl jüdischer jugendlicher ru Bremen -;u mißbillige», da gerade heute Einheit notwendiger ist als je und eine Xrciiiiiing der hrcmischeii jiibifrtjcit jugend (!) halte vermieden werden köiiucu. -- Uebcr die Aufnahme neuer Mitglieder haben wir i» unserm lebten Beimabeiid folgende Eiitichlteßung angenommen: „Alle diejenigen, die in unsere biruppe anfgcnom» me»;u werden wünsche», können liniere Mittwochs ftattfindenden 'Beimabeiide besudicn. Rach zirka vitzrmaligem Besuch wird mit blruppciiiiichrheil für oder gegen ihre Aufnahme abgcstimmt. Eine Berpslichtruig, jeden ausziliiehme», besteht für uns nicht mehr. Es ist uns aber grurrdsäblich jeder willkommen, der in der Tat im Xiiiiie der jugeiidbewegniig a» unserer Arbeit und an nh» ser» Zielen mitarbeitct." Tckmenhorst. Bier verstarb plövlidi der langjährige Bor» sleher der l>Zei»ei>ide, Berr Benjamin Ej ch h o l z. ^Xas große Leidienbegäiigills, tus am ersten Xag des Lchowuoth-jesles |tatt« sand, zeigte die große B>erkfchätzn»g, deren sich der Berftorbene in allen slreisen der Xtadl erfreute. Xies kam auch i» den warmen Absd>iedswvrteii zum Ansdriick, die Herr Lehrer frrcund dem ivührcr und treues irreuiide der tDeuiciiidc am Grabe »achricf. jn Hamburg verstarb am 7. Mai Senator Ecirl Cohil, derzeit Mär; I9L3 dem Xenat der freien Hansestadt Hamburg augehorte und als jiliaiizsciiatvr segensreich für feine Heimatstadt gewirkt har. Earl Cohn war der erste Jude, dem die Ehre widerfuhr^ in den Hamburger -Senat gewählt zu werden. Bis zu feiner Wahl hatte die Praktik besuiiidcn, jnden diesem höchsten Ehrenamte der Hansestadt fernznhalte», „auch wenn sie nach Eharakter, Erfahrung »nd Bfisjen zu den besten Mäiincrii des öffentlichen Lebens gehörte»". — Bei der Beerdigung in Xhlsdors war der gc?amle Hamburger Senat, Vertreter der andern hanseatischen Sengte, der Rcidis- und Staatsbehörde» nstv. zugegen. Hejchäfiliches. Ter jamilienfinü ist gerade in jüdischen Kreisen sehr stark ausgeprägt. Xas Los der Ehefrau und Kinder ist dem Gatten und Barer nicht egal, und das ganze Streben der Eltern ist iy erster Linie aus das Äfohl der Kinder gerichtet. Kein Wunder daher, wen» der Sinn für die Lebensverjichcrung immer mehr in weitere Kreise eindringt, dient doch die Lebensverstchcrung der Bersorgung der ofamiüe, Mrsorge für das Alter, der Bermogcnshitd-nng und dem Sparzwang. Es ist charakteristisch, daß gerade jetzt, in der Zeit Hödister wirtschaftlicher Rot. wo der Morgen nichl lichcr ist und wo man osr vor sdnvicrigcn Lcbciisproblcme» steht, die Zahl der Bcrsidicrnngsnchmer in stetem Steigen begriffen ist. Ter Bersidicrle wird dazu angehaltcn, die Beträge,hvcld>e er wahrscheinlich aiiteriveitig verwenden würde, regelmäßig zu sparen und auch die kleinste» Präinicil, seinen Berhällnisscn c»isprcd>e»d, zu zahle». Xer Anker, gegründet 1858, eine der ältesten Gesellschaften des Kontinents, mußte sid) trotz Krieg, Revolution und jnflation nicht nmorganisiercn und hat als eine der großen internationalen Gesells-chafteu durch seine enge Berbindnng mit der mächtigsten Rückversicherniigsaiistalt der Welt, der Schwcizcrisdic» Rückversidieruiigs Gesellsdiask in Zürid), seinen gute» Namen bewahrt. Sein Geschäftsgehicr nmsaßl viele Staate» der Welt, wodurch dieser internationalen Betätigung . and) internationale Kapitalanlagen gegenüberslehe». Xie Sicherheit, die der Anker seine» Kundcit bietei, erhält dadurch eine starke Stütze. Xas beiitfrfjc Gtsthäft des Anker wird von der Xireklio» für das Xenlldie Reich in Berlin W. 8, Mohrenstraße,'», selbständig behandelt und verwaltet. Xic Xeckttiigskapitalieu für die deutsdien Bcrsichernngen sind bei der Preußischen Staatsbank deponiert und mit einer Sperrverpslichlung zngunslen des Reidisa»fsid>tsamts für Privat- ,Versicherung versehen. Ten deutsche» Berpflid>tnnge» des Anker sichen also siel^ Wertpapiere und Hypotheken in gleielUm Ausmaße gegenüber, außerdem haften für die -Erfüllung der übernommene» Perpfliditiinge» auch die übrige» Berutogensbestaud« teile des Anker, so daß die Sid>erl,cit, die der Anker seinen Kunden hieiet.cdie denkbar größte ist. Es ist für die Bersichcrungsnchiiier von größter Bedeutung, daß bei evtl. Verluste» im intcritationalen i'ieiduiite des Anker die zugunsten der dentsdrcn Bersichcrten gesperrten Werte nidn l>era»gc;ogeii werden fönitcu, während im übrigen das Gesamivermögeii des Anker auch den dcutschen Veriicherteu zur Sidierstelluug ihrer Auspriidic haftet. Xas Strxben des Aukor, seine Tarife und Bedingungen immer mehr alle» ueuzeillidieu Bedürfuisscu seiner Bertrags^rrtuer anzupassen, hat eine große esahl von besonderen Bediiiguiigeu. Vergünstiguugeu, zusätzliche» Bersidrcruiigeii usw. gesdiasfeu. Nähere Auskünfte erteilt > X c r A n k c r. Xioektiou für das Xeutsdic Reich Berlin W. 8, Mohrcnstr. K. Bcrlrclcr gegen ,Hr»m »ird hohe Provisionen werden gesucht. Nichifachleutc werde» voll eiiigearbcilcl. VtStinftolr (fein uncj in Kloben), Bettfedernrejnigung, Daunendecken, Steppdecken, Daunen, Federn, Inletts, Ballonkissen (d.r P.472081), Matratzen, Teppichklopfen, Berühren von Stühlen, Möbelreparaturen, Näh- und Strickarbeiten, Waschen von Handtüchern, Segeln u. a , Lohnarbeiten aller Art. Arbeitsstätten SÄ Bremen Buntentorssteinweg 94,Telef Roland 528 und 6457 /

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