Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 6 (15.3.1931)
- Date
- 1931-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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JÜDISCHES GEMEINDEBLATT MITTEILUNGSBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG Das Jüdische Gemeindeblatt wird den Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde Bremen unentgeltlich zugestellt Nadidrudt nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Vertäuen gestattet VerlagsoH Kassel BREMEN Verantwortlich für den lokalen Teil: M. Morkreich Nr. 6 Bremen, den 15. März 1931 3. Jahrgang Berufswahl 1931. Bcnicrkungen zum Termin der Lchulcutlaffung. Wohl »och in keine», 3nt)re isi iiiisere jugend, die die Zchnle verlasse» >»id mit frische» Jiräfre» ins l'ch'i, trete» will, vor eine derart schwierige, ja hoffnungslose Zitnation gestellt gewesen, >vie Astern >!>:!!. Alle Berufe sind mehr oder wenigcr überfüllt, jeder Bcriifsstand warnt vor de», Ergreife» gerade seines Beschäftig»»gs zwciges, schildert seine vage in de» düsterste» Garden, liebevoll Abbau, Arbeitslosigkeit ist das Bild, das sich Eltern »nd Tugend Uchch auf de» erste» Blick hi» dielet, des scheint, vls od jede 'T rientiernng im '■hMvtfcIjaftok'l'Cu verlorengegangen sei. Be rnfc, die früher als wirtschaftlich sicher galten, sind heule fast ebenso bedroht wie alle aiidere». Woran soll man sich klaminern. was kann ans der Zchwicrigkcit herausbringen, da-.- ist die baiige . svrage, die Eltern und jugendliche sich stellen, und die dringend der vösiing harrt. oür unsere jüdische jugeizd ist die Lage genau so ernst wie für die deutsche ga»; allgemein. Bei näherem z',»sehen in deutlich zu erkennen, dag sic hier noch verschärft ist. j» der he» ligcn;',cit mit ihren radikale» politische» Ztröninngen sind »» sere jüdischen Berufsanwärler säst ausschließlich auf Ansnahme in jüdischen bleschäflshänsern »nd vehrstellen angewiesen. Um so bedauerlicher ist die Tatsache, dag infolge des Anwachsens der antisemilischc» Welle selbst jüdische srirmen da',» übergegan gen sind, fast ausschließlich christliches Personal zu beschäs tige». Mit dieser Maßnahme wird jedoch den ^»citverhältuissea nicht Rechnung getragen. j»i biegenteil: jsi aus der einen Leite dem (Geschäftsinhaber damit wenig oder gar nichts genügt, so bedeutet das auf der anderen Zeile für die jüdische jugend eine ganz erhebliche Zchlechtcrslellnng gegenüber ihren christlichen Mol lege». 3 io möchte gern rirbeiten, vorwärtskommen, aber jeder Bieg dazu wird ihr versperrt. Mus; das nicht in ihr ei» biefühl der Minderwertigkeit, des Zchlcchterseiiis als die anderen auf komme» lassen? Tie jüdische» svirmeninhaber können deshalb nicht dringend genug darauf verwieseib werden, jüdische Lehrlinge ein znstellen, von jüdischem Personal die Arbeiten ausführen zu las scn. Es sollte dies ihnen alle» zur selbstverständlichen Pflicht werden! Was kann der jugendliche von sich /ans nun tun, um sich für das Erwerbsleben, für den vebcnskampf zu rüsten? 'Wenn oben gesagt wnrde, daß die wirtschaftliche Zitnation eine äußerst ernste und jede feste ^rientiernng fast unmöglich sei, so sollte damit nicht etwa ausgedrückt werde», dag es dem jugendlichen nnn egal sein könnte, welchen Beruf er erlernt, wenn doch alle gleich schlechte 'Aussichten bieten, oder, »och schlimnicr,' das; er jetztüberhaupt nichts zu lernen brauche. Es ist im (Gegenteil mehr denn je notwendig, dag jeder nnn doppelt gerüstet den »ampf mit allen Zchwicrigkeiten ansnimnil. v Y/MnmJ MA ./ A m TKeaterpicitz Ein gutqeleltetes kleIdMstoffe Spezialgeschäft bringt dem Käufer vielseitige Vorteile Um dieses Hiel zu erreichen, sind dem jugendlichen manche .Hilfsquellen gegeben. Er prüfe .sich zunächst selbst eingehend daraufhin. ivas e> gern iverden möchte, »>>> ieine 'Xeianngen liegen. Er wird dies ivinen ans seinen Zrhnllei'in'ngen. an-.- seiner vieblingsbesckl'aslignng in der jieizeit. ans taniend Be obachtniigen im täglichen (.'eben. Er da,s sich aber nicku verleite» lassen, nur deshalb einen 'Beins zu eigieisen, weil eiiva ein j-renud ihn erlernt Hai. tveil ein 'Bekannter damit gut veidienl. weil er in der janiilie häutig vorlomini oder aus ähnlichen t^riinden. Bielinelir kommt es daraus an. sich genau über seine 'Wünsche klar zu ivelden. Wer mit Viiii und viebe an seine '.'l> beit Herangeln, der hat schon viel gewonnen. Heule konuni es »och in. erschreckendem Umfange vor. das; unsere jngendlickie» ans rein äußerlichen Motiven sich alle das gleiche nnerieiä, bare Pernssziel in den -Nopf gejevl haben und an 'Bernsen, inr die sie weit besser geeignet sind, und die gute n»iiifitiof:!id>e '.'lu nchten bieten, trog vieler Himveiie voriibeigelien. Zo wollen die meisten jüdischen jungen Mädchen "Perlanserinnen werden. 'Bei der großen Uebersnllnng gerade dieses Eriverbsziveiae - und dem Mangel an wirklich guten veltrnellen haben aber die wenigsten Aussicht, eine ausreichende Ausbildnng zu erhalten »>>d ibr jon kommen zu sinden. Tagegen sind tüchtige jüdische Hansange stellte sehr gesucht.!>-ür ivieviele Madckten kann mit liier eine ausreichende und beglückende Bernisinöglirbkeil bieten' Pslichl der jiidischen Eltern ist cs. ihre Töchter daraus hinzittveiien. jsl de» jugendliche, ivie ansgesnltri »'»»de. bei eingeltender Zelbilprüsnng auch in der vage, seine Bernis n e i g n n g zu erkettnen, so ist ei.ne objektive 'Beurteilnitg ieittet j-äliigkeiien, seiner Berufs e i g n ii n g , weil t'chtoeter für ilm. liebet diese Zrlnvie rigkeit vermögen ihm die Ellern hintvegznltelien. die ihr >> ind von frühester jngend an beobacknen konnten, iveiler der velnei, der sein Angennierk ans die veisinngen des Zelnilers;n rickiien Hai >!enn> er zivar ancki nicht genau die Antoiderungen der einzelnen Berufe, so weiß »er doch, ob sein Zehnter» Ausdauer beiivl, ob er gern und sicher lernt, ob er pralliickte jältigkeiien ltai Eilet» und Erziehern zur Zeile slehi der Berufsberater, der auf <»;,,,nd' seiner besonderen Ansbildnng, großer Elsahrnng, des Zcltnlzeng nisses »nd nicht znlevt des persönlichen llt teils von Ellern und Erziehern den jugendlichen mil seinem Bernssral nniersinin jn besonders gelagelien j-allen hot er die Moglirhkeil, dntckt ätzilickte >ionsnliaiion und eine psltchoiechttijckte bigniingsnnlersnchnng sei neu :>»al;n nnierbauen> Hinzu kominl, das; der einzelne gar nickt! in der Vage sli. die nngeltener verzivickien Bethalinisse unteres Wirlschast-'-lebenfnielh (mit* Mööitköit^ittAit is 'MOnWim ^it* -tiwt&rttyim ^imf»* (»LH Etttit &itf*»|im ftt# mufy «frlf-lttttlt* 14/16