Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 23 (15.12.1930)
- Date
- 1930-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 76% known words query
- IRI
…/4916913-5966049-5966105--386-4917258- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
X JÜDISCHES n ta MITTEILUNGSBLATT DE* ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG Das Jüdische Gemeindeblatt wird den Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde Bremen unentgeItlich zugestellt Nadidru<fc nur mit Quellenangabe und mH Genehmigung das Verfassers gastattat Verlanaori haatcl Verantwortlich für den lokalen Ta I: M. Markreich Nr. 23 Bremen, den 15. Dezember 1930 2. Jahrgang Einigkeit - eine Mahnung -es EKanukah! Bo» Tr. :>i ü l f - Saarbrücken. Man svllte mehr vvn dcr P a r g e i ch i ch l e der Ereignisse wisse», o» dcr Zchinilic des Hohenpriesters Tnias war ein Bruderzwist attsgebrochen. ^ason neiderc scineul älaatu Bruder Ciiia* die Höhcpricslerwürde. Er ging znnr dlönig '.'ln tiochns, schenkte ihm eine groste summe Eieides »nd erreichte, das; der' »önig ihn an steile seines Bruders;nm Hohenpriester ciiifcttw. .'Iber das schlechte Beispiel machte schule. Ein gewisser Menclaos, der gar nicht aus dem slarnnie der »ohanini ivar, gad dem »önig nach mehr Eicld, das er ans dem Tempelschal.; geraubt Halle, und kaufte dafür das Hvhcpriesierami. Tinas klagte ihn nun des Tcmpclraiibcs an; Menelavs liest ihn errnor den. Tiefe brutalen Etewalttarc» reizte» das Bolk zur Empörnug liege» Menclaas. ' Tarin sah '.'lntivchus einen Anisland gegen seine Herrschaft, und er schickte nun seine Heere zur Unlerdrücknng der Hilden, co begannen die snrchtbaren Eila»bensversolgnnge,i. denen erst die. Makkabäer ein Ende schien Bruderzwist ans kalter Machtgier und frevelhaftes spiel mit den heiligsten Eiiitern des ^udeiilnms hauen das Unheil verschuldet. Man svlltc auch mehr von dem R a ch s p i c l der Ehannkih Ereignisse wissen. Tie Herrschaft der Makkabäer Fürsten schien fest gegründet. Johann Hyrkan, Haherpriesier nnd weltlicher Herrscher zugleich, regierte mit srestigkcit nnd Weisheit. Aber gegen Ende >eincs Lebens erfaßte ihn der siren der Parteien, der Pharisäer »nd saddnzäer. Ban den einen gekränkt, giikg er zu de» anderen über. Tein sohn Alexander »",annai führte be reite als fanatischer saddnzäer einen blutigen Bürgerkrieg gegen die Phariiäer und damit gegen die Mehrheit des Balles. seine Enkel Hyrkan lind '.'lrisiobul, an inneren esnüst van Engend an gewähnt, vergasscn das Blut ihrer Mitbürger schau nicht mehr unter dem Parivandc des »onfliktcs dcr Parteien, janderu in einen, wilden perfönlichc» Mampfe, den sie gegeneinander rün die Herrfclraft im Staate führten, schliesslich riesen sie die Römer als Schiedsrichter ins Land. Tie Römer kamen nnd gingen nicht wieder. Tas Schicksal dcr Makkabäerherrschaft war besiegelt. Parleihadcr und Rivalität dcr Brüder waren wieder die Ursache des Unheils. ' Man sollte wirklich vvn der Makkabäcrgeschichlc mehr wissen als das eigentliche Ehannkah-Wnnder. Tic Bargeschichte nnd aas Rachspiel vertiefen den aestgcdanken und geben uns. für unsere Eiegenwart die beste Lehre: Einigkeit tut not! Wenn mir in henininngsloscni Parieifanatisnins unsere innere .straft schtvä chen, dann werden dieläustcrcn Tveinbc und die tvirtschaftliäi.'n Rate das deutsche andern,,,» zugrunde richten, »ein nach so tapfer »nd entschieden geführter. Abivehrkarnps wird daran etwas ändern. Man braucht ksin Unglückspraphet nnd überhaupt kein Prophet zivsei», um dieses<E»de varanszniehen. Ein wenig historische Erfahrung »nd etwas gesunder Menswenversland ^reichen hierzu ans. Wenn wir deutschen ^nden uns nicht endlich darauf besiinnen, das; wir ^geineinsam in geschlossener svrant um unser Leben zu kämpfen haben, dann verdienen wir «eben nicht zu lebe». Tie Berliner Repräsentantenivahle» sind vorüber.' Pleitere Wahlkämpfe bleiben dem deutschen ,",»dentim> vorerst erspart. Teinagagie nnd Parteiheyc haben für die nächste. eZeil ein crerin gercs Betätignngsseld. l^otl sei Tank! Wirs könnten »ns nach mehr freuen, ivenn nicht nur der Mangel an Eielegenheit, sondern beginnende Einsicht die Ursache sür eine Enigi'inng der Anna sphäre wäre. Es wird die Ausgabe dcr nächsten Monate kein, die innere .»rast unserer Eierneinden durch eine E i n h e i t s s r a n t alle r B e r n ü n s t i g e » zu festigen. acde EZemeindc bat die'Pslicht. den Silal, d. h die «'ieiannhü: der an einein Cn »'ahnenden Hilden, aut dem geistig religiaüui Badön znsanimenzniührcn. Tieier Baden jit adniast liudeiäi. hei liges Land. Er darf niclit znm Tnnimelplab der Parteien werde:'. Politische Parteien mögen nativendig sein, aber iie mniie» -Im' Eirenzen ivahren nnd Respekt vor der l'lemeinde nnd ihrer hohen Ausgabe haben. ' Tie Ausgabe der Eieineinde wird »ntersinvi van denjenigen Pereinen, die unter Wahrung einer^nnbedingten parteiponnulren Reniralitäi snr allgemein jüdische, lulinrelle. chaiititive und j» gendp'lcgerische;',ie!e arbeiten. alrre Bedeutung snr ein gesundes iind blühendes E»em.eindeleben kann gar »ich! Kacli genug einge ichäpt iverden. .Zit es nberbanp: nach nötig, hieraus a»sdrn,itich hinzuweisen'? Es ist nötig! Es must gesagt werden, das; eine Bedrohung dieser Pereine durch parteipolitische Anseinandeirei-nngen einer ' Bedrohung der Eieineinde gleichjanimi. Es gebt nicht an, dast irgend eine politische Eiruppe snr il,:e;',:Ue inne'.lialb der Per.'ine wirb! und dadurch streit heranibetchwar:. Aber es geht ebeiiia ivenig an. das; jedes politisch l.inchende War: saiar: vom Eieguer als ein »anipjruj ansgeiast: und zu einem mastloser! «'iegeniias; »ich: iuii gegen den lUb beis sondern gegen den ganze» Berein bcnnvt wird, svana'.ismns ist gefährlich, aber Bl.st:rauen ni>d t'ie reiztheir »ich: minder. Es ninstte möglich 'ein, dast sich jndtigie Menschen verschiedener Weltanschauung .sachlich :n:d mit gegen, «'eiliger Achtung anseinanderseve». sollte dies aber nieli! iiiög r ---i : Milkt* | fanM 5$hish tynltuynnfail yitniSHonitl in ‘Z'H’ffi'tftM, Qfvue-ßwnn i HHp ninfnMnn. ‘WlisU QlMy»tnt-Pwty ifi irwiKCtntjin ^itiUS> -wMusii, ‘TU tint -»nietyfonfnn \ '_: Tmmmmmmmmmmmmmmmrmmmmmmmmmm lich sei», >'o urnst i» der räeuteinde lind iit de» neutralen Bereuten jedV innerpa.itiulie Ansein rndersevung vermieden., iverden. Es gib: dann iuuner noib genug anderv sdragen, die judiubg Menschen gemeinsam zu lösen haben. Tie «'lenieinde und die neutralen Bereine sind die Instrumente dazu Helfe jeder durch Be:autivor tungsgesnhl, Mastigung »ild Peisländigungsbertitschas!. di.se kost bareii x\itflviuiu'it;e, zu erhalten und zu^vervolllomurneu! Tenken «vir nicht stets und ans'chliestlich politisch, denken und siihlen ivir jüdisch titid inenschlich! Tas in die Mahnnna des Eliannkah 'knie das Licl«: des ' sl-eii.s die fr-ayiilie zur einträchtigen tuende Ztluinu'en'uinso kan«: es aurli der ganzest bedrohten i'iemein'chast des ."rndentnns'- znnr Symbol der Einheit uirf> des Friedens iverden. ^usbruck-esfintifemitismusvorSO^ahren Wiederholt rvird atif die zal>l>eichen Bergleichspnntte hinge ivieieti, die sich ztvifcheit dein hcnligen Aniiieiniiisinn-s nnd rtem jetiigen der 2 log er Aliltvardt;',eil ergebe«;. Wie die „Abivrhr Blatter" des Bereins zur Abwehr des Anliieniiii-.-rnns bemerken, fallt der „Bergleich »njerer Tage mit der;',eit vor vierzig, snnf