Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 19 (15.10.1930)
- Date
- 1930-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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m < i it j a m e spazier flii u fl c ober 'Ji a b j a hrte 11 zu' unter tiel/mcii. Iic -Lifcincn ber einzelnen .Heimabende uiib sKejcrate au>zuzahlen, luurbe zn weit jüyren. Be,onders eriualjnt jei. nur ent 'Jie)eeut be* sperr» tlutbbiuet £r. .'tbCr uoer ba-> 3ubcuhim tu iviualb spengters „ttntergaitg be-j •.ibeublaiibc-y*. ite poltti|cl)e rintiutaluua ber testen Jeu brachte e* mit jtd), ba|j auch ui bet Fugetioveretutgung nein W a tj 11 aut ft { bC|oubae Beachtung ge>chentt mürbe. jtuet Referate une>eu ans stnn nnb Bebentnng der Wahlen hin. An verichtedenen Lese a b e it b e 11 bebaute man jut) mit betegrenber uiib ^elleui|ii|a)er Literatur. Mit ber burch oie >virt>chaitltd<: Tepreßtott ver,a)tecyterteu Lage ber Jung Jubi,d)e,i-'.'1,^0,teilten besagte sich em 'Jicjemt be* erste» Vorjiyenben über „soziale pilje im Jugeub verband". Fuzwiscl-eu hat man lerne Muhe gescheut, um ein Ar b e 11 s p r 0 g r a in m |ur be» & tutet borjubrretteu. Len Anstatt zur 'Wiuterarbett bilbct bie Lelegterten Tagung be* '.Horb unjtbeut|ct/cu X'uubeoberbuube* im Verband ber Jnbischen Fu geiib Beretue Leutschlanbs, bie am l!>. xttober tu Bremen statt siitber u»b über bte im einzelne» an anderer stelle bte>es Blattes berichtet wirb. Sinngemäße Erziehung. Ui» Beitrag zni Psychologie der snbisil-eir Erziehung, bou W. Bach e r, itasjel. Tie Erziehung jolgt be» Richtungen zweier Lege, sie hält sich zuiiächst an bte bwlogisch psychologischen Tatsache», an die Enttvicklung des »tnbes, an oeu Erziehnngsprozeß in bet seele des Zvgltygs und des Erziehers, nnb sie loägt serner alle Erjiehungseiusliijje ab am Erziehnngsibeal der Gegenwart. Tie neue schule hat sich beide Betrachtuugsioetsen zu eigen gemacht. Die pädagogische Beobachtuitg bringt in de» Lebeusrantn des »indes ei», in seine Umioelt, in >et»e Lebenstveije, in die formen seiner Gewohnheiten, seine Lebensjphäre und sein Seelenleben werbe» tu em Verhältnis gebracht, sein srühesies »indheitserleben wirb, gebeutet. Urteile und Vorurteile des Elternhauses, gute und schlechte Gesinnungen, geboren ans Irin jlüjjen der Vvrjchnlzeit, enoarlen ihre »orrektnr durch die ge »aue Erforschung dieser llnnoeltsetinoirlnngen. Aach dieser Durchleuchtung der liubl»l)eii llmiuelt tritt dir Frage uor beit Erzieher, wohin richtet die nun sehend geioorbene Erziehung alle diese ihr erschlossenen »fräste und Strebungen. - Kür den Lehrer der jüdischen Volksschule ergibt sich ans dieser »eite» Betrachtungsweise eine neue Begründung jüt das Lebensrecht ber jüdischen Volksschule. Wer den Versuch unternimmt, Seelentage und Milieu der heutigen jübtselben Gesellsck-ask zu erforschen, stößt bet dieser Anachse ans die Momente der llnjicl-erhett und Unfreiheit, der llnsertigkeit und der Aengstlichleik in alle» den jüdischen Lebensfragen, die eine bestimmte Entjä-eibung' fordern. Es zittert in jenen schichten nnb »reise» noch die Wellenbewegung aller der Veräubernngen nach, denen sie sich in ihrem »anips um Geltung und Haltung nnkerwersen mußten. Das Vielerlei der Einstellungen, die burchexperemeiitiert tour den, seien sie religiöser ober politischer Art, hinterlieben jene Furcht oor den Anseinandersehnngen, bie selbst in jenem Typ nicht ausgelöjchl ist, der sich äußerlich als völlig niitnkeressiert au jüdischen Fragen zu erkeuuen gibt. Ten besonderen llrsacheit dieser Erscheinungen nachzugehen, tst nicht der sinn dieser Aus sührungen. 'Jtur daraus jei hingeibiejen, baß in ber jüdischen VollSschule bie einmalige Gelegenheit gegeben ist, diese Unruhe, die bas Geschlecht der Erwachsenen als Folgejcheinnng ans seinem geschichklicl-en Äßerdeprozeß der nachsolgenbeit Geiteralion über liefert hat, zu fompeujiereit. Tort - in der iübiftl>cu schule » lebt bas Stittb, wenn auch nur für oier Grundschnljahre. sein eigenes jüdisches Leben. Tort ioirb der Versuch gemacht, bas Gebogene und Gebrochene, bas bas jiibijrt>e »ind aus seiner Vergangenheit initbringt, aiiszurichten und einziistellen snr feilten Jnkunstsweg. Tte jüdische Volksschule lebt nicht aus der Begünstigung irgettbeiiter Partei, sie lebt nicht für bie Zionisten, noch braucht sie die „Auch Begründung" der Rieht zivnisten. Sie ist bie notwendige jüdisch nteuschliek^ Einrichtung, die einer iin Lebenskampj »»sicher gewordenen Generation die Möglich keil gibt, ihren tt-inberu Ruhe zu gönnen und in dieser Ge> schnhtheit ihren Lebensweg atisznbanett. »eine Angenblicksknllnr, die seisenblasenartig leuchtet, wird sin den »indern ansgebaut. Es tvird dort aitgesangen. ,100 sich die gegenwärtige Generation vom Judentum löste, dort bei der eindringlicheit Erkenntnis, .. £ £ £ \? C f < § .d F / > v > a, is ' Gummi- K - s ff Walter Langenstraße 108 die b'eit Zusamnienhang und die Tradition volkltch.nnb religiös ivahrt. Fiidijche »ultnrgitler, die man im Anstanschperkehr mit ber llmiuelt glaubte ausgeben zu burfen. sollen tu ihrer alten »rast der Beioährung Eigentnm der unten Generation werden so erzteheii nur;» keinem,,fe»ideal, sondern zu der Hossnnng der llnzeitlichkeit des züdijeiu» Volkes - fichen. Ktifebritf. Von M a r Br ob zPrage ES ist wundervoll, mir nia» liier in Ruhe gelassen wird. Tie gigantischen Monnnieiite Aegnpiens verstummen vor Lari» und Änpreiiung und Badschischkampt Hier aber, ans de, Akropolis, ist ivirllich noch etivas von der redenden stille des Götterfelsens. Tie Tempel liegen int erümmerii und lein Weihranchbnjt. lein Gesang. Aber entschädigt dieser süße liettnai liche Margeriteudtist nicht und bringt er dem Gernchs-ji»» nicht jene besondere Mißliung von Heiligkeit nnb Heiterkeit dar. die man seit je mit dein Gedanken au Griecheiigotter und Griechen inythen verband! Und die stille aus dem grasigen Plateau, das ruhige Leuchten der säuleiisiüinvs, tm grünen Rasen, bie 'Weite ber Aussicht, bie den Lnkabetlvs, den Penleltkon, den blauen Htnnettos Bergzug nmsaßi, der von leichten 'Wolken bebeefte Himmel, die zarte ersrischende seebrise, die vom Hügelgelande des Piräus über die EPene der „langen Mauern" herankommt das alles paßt mit ler.ter Vollendung zu den Vorstellungen eines leiilsten, wiliigen, dabei dem Erhabenen iveit ansgeianen Leben--, tvie man es int alten Aihen beheimatet glaubt. Es ist ein seltener'Fall, aber gewiß leine Einbildung: etwas vom Geist der Antike ist in dieser Lertlichkeit gebannt geblieben. Tie rötlichen säulen des Parthenon. durch die das Bla» des HiintnelS eingesaßk erscheint wie Bildstreisen in Rahmen, selb» die ihres ^chmurkes beraubten Giebel, die sleinsrane», die da - Vordach des Erechtheions tragen all bas ist ernst nnb groß, ohne abzuschrecken, hat eine starte n»d echt menschliche Herzlnktleit an sich, die ergreist. Und dazu paßt die Einjamleit, die llnbetrieb sainkeit inmitten dieser Tenkinäler, der gennirzige 'Wohlgentch, das Blühen und spneßen ztvischen den Trütniner». die jreudig schininiertide Lust. Roch heute ivohuen die Götter hier, sie haben ihre Halle» nicht ganz verlassen. 'Wenn nia» sich vom Inuit kritischen, theorelitierenden Betrachten möglichst sein hält zMeie, GraeseS Buch „Pttramide und Tempel" habe ich glüillnltertveite erst nach der Reise gelesen-, dann gehört vielleicht nicht einmal viel Phantasie dazu, diese Hochsläche als 'Wolfnsih der Atltena.^. der schöpserin des ^elbaunies, oder des Poseidon zn einpsinde», dessen Meer von ferne tvinlt und seinen munteret! salzhaniks heraufjenbet 'Wie Germli von »eilet ober 'Wald in den »leider» einer Frau haften bleibt, so bleibt irgendeine Empsindnng be-- mit aller Intensität Geleby'ti j» der Örtlichkeit des Erlebtnijes hasten. Deshalb spürt man-an den Usern des Tiberiassees iminei noch etivas von der versohnendenj ausrichtenden, zu großem Aut schtvuug der Liebe atiseuenbe» M»n> der Bergpredigt und deshalb lastet ans einem anderen;fei,m,,i, der antik,n Beeil, dem Forum Roniaiintn, ganz im i»ege»iah zn der glanzvollen dnstenben Lust des alhenienjischen Göiterjißes. eine sänveißige »olossalität, die slimmnng utiterdiünter, vertklavtet Volke,, die Last des Jinperiums und der bis heute andauernden Propaganda, bereu legier Tolnielirh der ansdringlirhe Eieerone und Trinkgeld bettler ist. Hier aber haben vornehme, schöne, ivolilnteinende Mütter gehaust, die zu lebe» tvnßten. lind diese Vornehmheit und der mit Einiachheit verknüpite -oß nnß der natnrlirhen G>aben de- Tasein-.- bas ist geblieben. Ein kleines Mtiseum am »lande der liimilich gesinßten vo>h släche. 'Wenige, aber außerordentliche -Werke. Fegend etivas Barbarts,kies ans dem oirnnde meine.- tsesrhinaiks bnuli ganz nnertvartet hervor und ans all den Planilen spra,h snr mich 'tm stärksten der raiselhaste „Treilebige Tanion, ein ma>biige- .Hochrelies, das drei Männer zeigt, die vom Bauch an in einen dreisnche», in eins vetflochlenen schlangeiileib nbergehe» Tir einzelneti 'Windungen 'der srhlange ttnd durch krasse rote niid schivarze Beinalnng gegeit/iiiander abgeieht lliiveigeßlnh vvi allem das gntmüiige und dabei doch an,h droheiide La,heln. der drei sliieseukerle. Tie Wisseiisrhast >» sich »ber dieses Teilt \ mal ans Athens Urzeit nicht einig T>e »nnnlheorie vern>>ist es als roh »iid rubriziert den selisain - lächelnden Aiisdrnck 111 die »ategorie des „Archaischen". Tiejes Lächeln aber hat ,n»h bort) wie etivas ganz Besonderes angeschant. Es in ein robnste-- Bauernlärlielii, ein Lächeln der Erde vielmehr: so laätelit Berge istidz baumvertvachsene schlnäiten in ihrer »rtvritnglichen Wild hekt, die bald Tücke, bald segen bedentet. so lächelte die inner dachte 'Jiatur in den Tage», ehe unterichtedeii tvard ztvische» dein ohiten und dem Boten. Tiefes Lä,heln in der dunkle, unbewußte und zeugnngslrästige srlilnnd, ans dem späterhin LnlNgötter »nd die Rel>elle» des.Tartarus inegen. Tieselbe vornehme Abjichtslostglett »nd Freigebigkeit, uiii der die Bauten der Akropolis gezeigt toerbett, regten hier auch sonst. Man toird tischt mit „sehenstvnrdtgleiten" botnbadieri, es tverdett einem leine Prospekte in die Haud gedrnckt. es gibt nirgettds B.-egtveiser, nichts tvird veramialiet, pt,ht- „groß antgeinacht". soitdern nta» muß, durch ganz enge ,»aisen gehen und stößt ganz unertvarlet ant den bernlnnten „Turm det -Winde", das „Tenkntal des Lhßliates" oder da-^ „Theater de- Herode.s Attilos", von dem der einzige bciitnlte Führer, den u1»