Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 11 (18.6.1930)
- Date
- 1930-06-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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(jra hat (Ic Karte an Aic liebraifche llationalbibliothct in Jerusalem geschickt. bovlvifitlm, die' mit Verstand und Wcmiit im Wcmciitbe'lcbctt »er* itnf.v: iiitb.’ 'iiH'iiii mitcv diesem Umständen die Gcmeindcverwaltnimen unter der Vait der uns ihnen rnhendctt Verantwortnng ftc •mititevit sind, sieh bei jedem Etatpvsten, attdi wenn er eine nbcr- .1,,* mulma: (>>emeittdceittrichtttng betrifft, die Aiaftc vorznlegcn, ob der eittrüitellende Betrag nicht wenigstens für das Etatsiahr ohne so wird tttttg 1 >'*> nun »i\ei\A r t ^anu't-f Hermann Sernstrin, em bekannter jitstifcher Journalist au» Neupoek, wurste vom <r, präfistenten fioooer jum amerlkanifcheu erfanden In Albanien ernannt. 3 mal Drepfus. •in»» Tr. H nst 0 Hahn, Men. 1. Tie ,,'Jlffeive Treusns" gehört bereiteder (beschichte ein. Tic steht niebr »nt in den Annalen der Republik Frankreich. Tie Hai in ihrer jnrisiische» Bedenittng die (ilrenzen de-? Berhand lnttgslandes langst hinter sieh gelassen und ist ein eherreilteristisecher We'ebtoieUl von inierttattottalent Rang geworden. Tie ist nicht;ttle'bt e'iiieie'eieiiieie'it in die hislorijehen 'iverke, die der Tarstcllnng des niodernen .»Udeninni-- gewidmet sind. elber alles iNeselndillieNe heit neben seinem Bedeutsamen sein ('»‘falnltelu'vlycerstarrt in den Milchern »nd verliert das ,'lni tegettde »nd Ertckintterttde, das ihm i» seiner ^cit infam und iveiierhin;itfomiiu‘i( tollte Tie 'Jlc11evcnjieuevtition unter »ns. die den Trensttsprozeß »vdi ntiteilebte, kein» nicht genug deivon erzähle». weleb anitvnhlette>es Etlebins jene-? b>eschehen' siir sie bedeutete Hat »ttteie (seil bereitebei» :Ke'ebt, den Anstoß, den die ..Ajfate" dem ntedaiikeu des Aonidnitt* stets bieten tvird, zn verteilen^ 3ind n»r ttber deis Besehamende, deis die Treusns angelegenheit fnr Europa in jjeh birgt, schon so weit hinerns, da>z tvir über deis deinteils t^eiebehene htnweggehen nn.d zur Tages ordnnng übergehen dürfen? 'fi r o f e f f o r i!ri ei 11 e > T t e i ii t b -i 1 ift einderer Meinuiig. lii hat im .Instrag der Ternsche» r'iga für Menschenrechte ein kleines ^»el> ..Trent ns" iBerlag Tsierheld n. Co., Berlins ge jehrteben. mit jnngen H.eitgenossen;n;etge», wie eikine» dieser Aall heute noch ist. Tiejer Bericht, der'prinzipiell auf moreilisehe Betiaelnnngen uttd bescheiitliche Tchlnstsolgernngrn vernichtet, bietet nnt die ^atjeieben, die aber in einer klaren und hinrcistendcit ivtaelie vorgetragen tverden. Cs tvird deitnir eine Tpannnng er;engt, das; matt tebltesilte» glanbi, einen MvimiitiiUonietu yt iesett. Ta bet ist hier nichts ersnndett und hin;ngedichtet, sondern rein aktenntasug der Hergang der Tinge referiert. Tie ^irkttttg ist niederschntetterttd. Man greift sicit an den >iops und fragt sieh, wie ist eine solche Berdrehnng des :>iechtes i» tnodertter -seit möglich getvesen? Cs gibt tun eine Antwort auf diese A-rage. ,'wt diesem Tranta ringen hvei >iraste miteinander nnt die Herrschaft. .'Inf der einen Teile die Macht, ans der andern das :>i e ch t. ans der einen die v-> e tv a l t, ans der andern die Bo a h r h e i I, ans der eine» das vertnetniltehe B o l k s >v o h I , ans der andern das Bo o h l des Boiles Tas Tranta Trenfns mit all seinen BTiderwartigketten ttnd -t^entetnhetten, seinen ntenschlielten Tättvei e1>en »nd Tunkelheiien tetgt. das; nnr der (Gedanke des ttleektts staales den reehten 2tei.it er;engett kann. Ci ne Ctkenntnis. die der jungen (äeneratton unserer cV'it mehr denn je not tut. „B-er die Beaehi nt» der Maek't tvtllen sucht, oder nnt der Bergeltung tvillen, wer die T raaniiattoit ansspielt gegen die 'selle ^ö-iltrheit, deren änderet Baute Menschlichkeit ist, der hindert den A-ortschfiit der "Welt." Cs ist deshalb verständlich, das; Ttetnthal die '.'ln tieVlen des Trenfns Prozesses vor allem den enropaischen blewali ideologen von henke, den Terrorgoktcru von rechts und links, den Tiktatorett von Tft, Mitte und Lüd zur angemessenen Lektüre empfiehlt. 2. Aeijt zur gleichen Zeit ist eine Tludic von Rechtsanwalt Tr. Bruno B) e i l : „Ter Prozeß des H a u p t »r a ir n s T r c y f u s" (Berlag Tr. B-alther Rothjchild, Berlin) erschienen. Telbst Clsasscr von Geburt, weiß er sich in hervorragender Weise in die Psychologie des sreiitzojischcn Ttaatsrechts cinzufühlcn. Tie. Tarstellnng Wetl's über den Prozeßvcrlauf, der im Telegrammstil gegeben wird, erweitert den von Ttcinthal gebotenen Ttoff in ztvtefacher Hinsichit Cinntal werden die anttsenritischcit Hintergrtinde dieser Haupt- und Ttaaisaktivn in deutlicher Weise aufgezeigt. To wird berichtet, Treyfus habe bei seiner (Linlicfcrung ins biefangnis instinktnteijzig den werhren Grund seiner Verhaftung erraten: „Mein einziges Verbrechen ist, als Jude geboren;n sein". Tie Atntojpharc tut Gcrichtssaal wird mit den Worten gekennzeichnet: „Bus Chanvittistnns, Militarismus und Antisemitismus bildet sich ein Treiklang^ der die Ttinunen der Werhrhcitsjnchcr lant ubertönt". ^ntere»ant ist cs, zn beobachten, wie das offizielle, katholische sfrankreich int Verlaus der Untersuchung immer mehr die eiittijemitischc §orntel nachbetct, daß die ^udcn mit den Protestanten und Tcntjchen einen Bund geschlossen hauen, »nt Treyfus auf jeden Fall zn retten. Wie die sranzöjijche Fndenheit wahrend der Vcrhandlnng in einer steten Progranungesahr lebte. Wie andererseits das Eingreifen von mutigen, voritricilsfreien Männerti wie Zola, Picqnart u. a. uns den Trost geben keift», daß die rVerdächtigungen des Antisemitismus vergänglicher Ratnr sind, — hossentlich nicht nur in Frankreich. Ein weiteres Verdienst hat sich Bruno Weil durch die genaue Uittersttchttitg Ser „anderen Tcite", der Akten, die sich aus deutscher Teile mit dem Fall Trehsns befassen, erworben. Rührend zu lesen, wie »tan von maßgebenden französischen Ttellcn aus die Tchnldlosigkeit -des Angckleiglcn durch ein Alibi von Leiten der deutschen Regierung zn erweisen sucht, wie aber das Auswärtige Amt in Berlin unter Führung von Bülow ein falsch verstandenes Militärinteressc vorschiebt und sich damit die Möglichkeit, an einem großen Menschhcitswerk aufklärend mitzuarbciten, verbaut. Tie bisher geöffneten Archive und die Privatkorrcspvndcnz, die dem Verfasser zur Verfügung gestellt wurde, ergeben klarer noch als die sranzöjilchen Urteile, die Tchnldlosigkeit von Treyfus. Es wäre zu wünichen, daß auch die Gcheimaktcn des deutschen Ge-V neralstabs bald der Teffentlichkeit znaänglich gemacht würden, denn man hat nach der Lektüre des Weil scheu Buches das Empfittdcn, daß die fegten Tchkcicr von den hinter den .(knlissen dieses Prozesses getätigten Meichittatiotten durch -die Aufdeckung der int deutfchen »riegstttittislenntn ruhenden Alten gezogen werden könnten. Einen bedcntsamen Ausschnitt ans dem Prozeßversahrcn gibt das . Tchauspicl „Tie Affäre Trcysns" von^Hans Tf. Rehfisch und Wilhelm Herzog. Trcysns selchst tritt in diesem Ttück überhaupt nicht ans. ES handelt sich vwlsnehr darum, die Widerstände aufznzcige», die der Revision des Prözesscs int Wege standen. Tas Tranta schließt mit der Gewißheit, daß sich das Wiedergutnteichnngsverfahren nicht wird aufhalten lassen. Wir lernen die Gegenspieler aus nächster Rähc keitnen. 'Fühlen, wie das System