Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 4 (15.3.1930)
- Date
- 1930-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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- Tunis 2× ep/1048155
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zu richten, ob cr die Halitza erfülle» will; lehul er ob, so isl sie gehalten, ihren Zchnh vom svnßc zu »ehnien und dein Ungehor lam Ungalantcn ins Besicht zu ichlage», ohne dos; er sich wehren dars. Mit dieser symbolische» Handlung ist der Geschlagene der ösjeniliche» Perachlnng preisgegebcn. Tie Polizei -des Beis ere lntiert die Beschlüsse des robinische» Tribunals. dessen Urteile ost über Millionenbetrage entscheiden. Bor kurzem, noch dem Tode des reichsten tunesischen Bankiers, ging dessen einziges .'lind, die Tochter, leer o»s, do noch dem Talmud fronen nicht erbbe rechtigt sind. * Biil ihren Hachborn leben die Tnonjo in liesslein Urieden, von dem Antisemitismus, den »>on bei den Lohnen Leins in den saharadörfern beobachten kann, ist unter den Araber» im ('»rab bezirk des sidi Mohrcz nichts zu spüren, jo, es gibt sogar solche, die ihre .Stinder in die schule der Alliaäce Zsraelile, Malte srira schicken. 'Anderseits bemüht sich eine Mission der eng lischen Hochkirche um die Bckchrnng der ,)uden und »nlerholk aus der Place de Poliers eine Lchule. Zn ihren suks nahen sie Burnnjse und europäische Kleider, Gewölbe an Gewölbe, sie versertigcn ziselierte» schnnick, viele siild Zimmernialcr, viele verlauste» Teppiche und Parfüms und Stickereien, viele sind GroßhäUdler und reich, bei Araber und Christ geachtet. v Richt aber bei den anderen Hilden von Tunis, den Livor ncsern. Tie leben gleichfalls seil vielen hundert fahren in Tu nis, aber sie sind nicht Untertanen des Bei, sondern haben die Staatsangehörigkeit des Landes behalten, aus dem ihre Ahne» eiligcwandcrt sind. Richt alle stammen aus Livorno obwohl selbst sür die, die direkt aus. Livorno siainmen, in ihrer toskanischen Heimatstadl kein Play mehr wäre, die Urheimat von vielen „Li vornescrn" (arabisch: „Wraiii"), sind andere Lander der Mittel meerküstc; deren besehen nntcrslehen sic, teils dem französischen, wenn sic Zranzoscn oder .Storsen sind, teils dem englischen, wenn sic Malteser, teils dem italienischen, wenn sie Italiener, sar dinier oder Sizilianer, nicht aber, wenn sie Tripolitaner sind. Auch sie betten ihre Toten in sechs .SUcidnngsslücken nnd ohne sarg in die Crd' (jo sprechen die Araber und die Tnansi das Wort Crcz, d. h. Crde aus), Lfuch sie illustrieren wie alle Araber nnd wie die Tuansa, wenn sie einander die Hände reichen, die gegenseitige Berehrnng, indem sic nachher ihre eigene Han^zum Munde führen. Aber Sic Livorneser tragen nicht nur Sockenhalter, sondern auch europäische Kleidung, Alte und Znnge, Herren und Tamen. Zi» .Kriege diente» sie in ihren respektive» Heimatläiidern, wah rend die tnncjischc» Zndcn des ganzen Landes (und die Araber ans den fünf größte» Städten Tunesiens) keine Tienstpflicht leisten müssen dieses ewige Privileg haben sie vor grauen Zah reu für irgendeine finanzielle :>iettu»g erhalten. Tic Grani, die zumeist Acrzre, Advokaten, Großkanslenle und Bankdirektoren sind, verachten die tunesischen Landsleute und Glaubensgenosse» aufs tiessier seele, aus vollstem Herzen »nd mit aller Macht, sic haben ihre eigene» Rabbiner, ihre eigenen Synagogen, .ihre eigenen Wohlfahrtsinslitntionen und ihren eige neu irriedhof, und die Che eines der Zhren mit einer Tochter des (Ghettos, mag diese noch so reich und der Livorneser noch so arm sein, gilt als schimpfliche Mcsaliance. Zhncn erscheinen die Ghettolente als wilde, unzeitgemäße Gestalte», sie werfen ihnen vor, daß sie sich bei der Beerdigung eines Rabbi so heftig um die Chre priigcttc», den Leichnam tragen zu dürfen, bis dieser zur Crde siel npd seither die Polizei bei ihren Leichenbegängnissen ansrücken muß. sie werfen ihnen vor, in ihren Synagogen gehe cs >vic in .Staschcninicn zu — ich aber sah noch niemals eine .Staschemme, in der ein solcher Lärm geherrscht hätte, wie in der sla Uebira, der großen Synagoge von Tunis, noch nie sah ich daß Gälte eines Wirtshauses ihre Stühle aus die Schanktische stell te», in der sla, saß man ans dem Podium l^enz nnd quer und brüllte fromme Worte. Tie Tnanscr hingegen verachten die ('Santi, weil diese sich assimiliert haben, sich nicht schämen, Soldaten zu sein, sondern sich außerdem cinrcdcn lassen, es sei ehrenvoller, sich „Mario" zu nennen, wenn man Morderchai heißt und vor allem, weil es tvcniger livornesische als tunesische Zudcn gibt, und doch die 8i< vorncscr siegen, da die Zeit sür sic arbeitet. Tes Tuanii rochier will keinen Znckcrhul auf dem .Stopf tragen »nd zeigte die Hosen nur, wenn sie in ihren kurzen Röcken nnd mit gekreuzten Beinen in der Straßenbahn siyt, des Toanfi sohn tragt zwar noch den Zes, aber er legt ibn ab, wenn er Z-nßbali spielt oder Charlcslon glanzt. Tie Zeit nimmt ihren Lauf. Und wahrend draußen die) Araber, einst Herren des Reiches, t'Semiije verkansen, zündet der alte tunesische Znde hinter dem Portirns des scipio Aemilianus. resigniert feilte sabbathkcrzeir an. Kath. Privat-Schwesfernheim Röhmerstrafje 8 ♦ Telephon Hansa 1317 empfiehlt sich den Jüdischen Familien für Kranken-, Wochenu. Kinderpflege. Der Wolilfahrtsverband Elberfelö-Varmen und die Aktion >öer-rutschen ^uöcn". Elberpeld. tZTA.S Z„ Clbersrld fand eine Tagung des Indischen Woblsahrtsverbandes Clbersctd Barme» unter dem Borsiv von Zran Clara samuel »all, bei der Herr Alfred Berger über die. „Aktion der deutschen Zndcn snr Crzielning und Arbeit" re terierie. Au die eingehendeii Tarlegunge» des Reserenlen schloß sich eine eingehende, liesgrundige Anssprache seitens der Teilneh mer der außerordentlich stark besuchte» Taanuch Ans Borschlag voil Uran Clara samnel wurde einmntig beschlossen, seitens des Wohlfahrtsverbandes eine Sammlung snr diese außerordentlich bedeutsame zentrale inner indische Aktion unverzüglich vorznbereilen, an der. >ich alle dem Perbande angeschlvssenen Gemeinden mit\ Cnergie beteiligen rverden. ^lus -er Gemeinde Bremen Tie nächste Ausgabe des Züdiscben l'Senieindcblaites erscheint am l. April. Rcdaklionsjchlns; L.'>. Mär; I'.üit». Beiträge für den lokale.» Teil sind „an die schristleitnng des Indischen t'Seineindeblatts, Bremen, l'Sarrenftraße 7", zu sende». 1 i i 1 1 I 1 F* Gebetz« Ge man »so eiten der Israelitischen meinde Bremen. «dar 8090 7 18- 10 co. 10 7 18" 17 Ro 17 7 18" IS Di. IS 7 18»' 1'» Mi. 10 7 18" 20 Do 20 7 18" 21 ^r. 21 16> .■Suaenb.l'Vbicnit unb £»£nidh. c.ibbji. IOjiuO i2. lüof. 18" eduiltntldtiuim*>eicr 30“ 34-. 4 Dtol. I«1-". 'l itt, (kj 30' 7 18- 23 £o. 23 7 18- 24 JJto. 24 7 18" 25 Di. 25 7 18" 20 .Oli 20 7 1»" 27 Do. 27 7 18“ 28 28 8 18“ 1«" 2(1 CO 20 kkiiütlH-l.VKfub.-. cobbaoL'ü.Obo boMi. »e«m«»d»wewe mit predigt. >2. l'li'i. 35‘—40". 2. Mo! t2> 1. »Soll.: (kl. 45": 4«"/ 30 CP 1 'SofiO.O.lH'bcicti mga». t 31 Dto 2 Sprechzeiten in de» Berlvaltnngsbüros Gartenstratze l> 7. — Fernruf: Tomsheidc 2tt öbü. Grmeindcvorstand (.Stonscrenzzimincr l'Sartcnstr. 7): Montag bis Freitag 10—11 Uhr. Wohlfahrtspflege (('Sattcnftt. (S, pari.): Montag und Donnerstag 0—12 Uhr. Amtliche öekanntmachung. J Zamilien-Nachrichtcn. Bcrlobt: Tolly Treff, Wilheltushavener Straße :!, und L-on 'Reu mann, Hamburg. Jahrzcit, am Borabend des angegebenen Tages beginnend: März >>!.: Carl Marlin-Weiß. Iü.: Criä> Rosenbanm. H A>.: salomo» Fink. ' Siegfried Brüller. Richard t'Soldschinidl. .'7.: Isidor Tvcilmaun, H. HInner. Tberkanlor Mehrgul. :>».: Tavid Felczer, Isidor schachlei. :!>.: Carl Renmark, Tavid Lauser.. April I.: Ludwig nnd Benno Pincus. Zacob Plant. I.: Louis t'Snran, Cmil Hirschseid, Cd. Alexander. Wer zu Hause kein Zahrzcillicht anziindcl, hat Gelegenheit, gegen geringes Cntgelt die Gcd/chlnis Licht-Cinrichtung in der Synagoge zu benutzen. — Annicldnng beim Geyicindediener. — Wer Zahrzcit hat, pflege den schönen allen Brauch, sich im Gedenken a» seine Lieben durch spenden an unsere Gemeindcvcreinc sozial zu betätigen. Bremer Nachrichten. Friedhossanssehcr Rätsch iii am d. B>is. nach kurzer heftiger .'trankheil entschlafen. T.ie Gärtnerei unseres t'Semeindefriedhofs bctrieb er seit Iund die Zniiandjevnng der ('»votier und Wege nahm cr zur;',ufricdenbeis aller Znlereneiite» ivahr. Ter t'Särlnereibetrieb wird, von de» Witwe .nnd dem sohne des Per WienerBäckerei und Konditorei Berthold Gröger Bremen,()j>terli>rssfei»wei{77, I eleplion Dnmsheide 26478 '. Idi »lacbe liöflidisi rlar.nil uiifinerksam, nah ich zur I krsti'llun» ili-r Waren mir duliesie Molkerci-ISutter verwende —