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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-03-15 · 4 (15.3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
4 (15.3.1930)
Date
1930-03-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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-lllen 'Jiiictifoiidjiiiijicii' i» ciitfldjcii, die jilsainnienkünstc i» Essen; B solgendermagcn angezcigl Han jm Januar fiitbctt in trffcii »>» 17.30 Uhr folgende statt: 'Diittnuxli, bcti 15. (Thema: .."Wpf,cc> R Z T ’.'l. P. und Äarcnhans'A: Milt wa.1i. de» i Thema: ..Tie rHaffcufvaftc"). T>e Peiaiisialrnngen und ihre Themen werden also ösfei» an.reknndi.il. dar Persainmlnngsorl aber aus taktischen Grün- .'e:' verschiviegen und nur durch die i-Ieichäflsstellc der Partei geii an ni >!ei>: rechtlich denkender 'Mensch wird fiel) mit solchen ISr* ■ ziehnngsmaßnahine» einveriianden erklären können, wenn ihm Tr-ohl de-:- Tiaaics über die jnrcresjcn einer einzelne» Partei ae!>: Böen» man da »»der naäidcnkl, was zur Abhilfe geschehen kan::. so iniid man zunächst z» der Ansicht neigen, ein besonderes .»,'jniüeri.ilveidot gegen die RTZ sei ivohl die beste Antwort auf dielen neuen Uebelgrin der Rationalsvzialisteii. Man darf aber nicht veigeijen. das; ein solches Perbot auf den jugendlichen Men nben oift reäil ai'ieize.nd ivirken kann, ganz davon abgesehen, das; de. Möglichkeit, denselben Pniid »nter anderem Rainen fort b.i:.lie>>;n laue», nicht vorgebengt ist. Piel wichtiger dürste es sein, daini Torge zu tragen, das; die Elternschaft in eingehender .P-ei'e »der das >>,ebaren der 'RZZ. in breitester Tcffcnllichkeit aatgeklärl ivird. Tenn vielfach iit cs so, daß weder die Tchülcr noch die Eltern über die ivahren jielc der 'RTT. Bescheid wissen. Tai »der hinaus muß es aber auch Ausgabe des Ltaates sein, da inr;a sorgen, das; seine Autorität nicht in de» Anstalten Rot leiden die seiner besondereii Aussicht unterstehen. Obgleich es iins klar ist, daß mit dem Berbieten allein eine Bewegung nicht ansgehallen werden kann, darf man nicht über ielien, das; die schule znin Tpielball der Lcidciischaften werde» iniisi. iveiin der Schiller eiiva das l>lesnhl hat. daß die Tchnllcitnng nicht die notige alias! und Aniorität bcsiht, ihrem eigenen Prinzip ge maß die Erziehung;» lenken und;n bcanssichligen. judem wird die Raiionalsozialislische Partei selbst die jrcndc an ihrem Unteri'ehmen in jugendlichen alreisen verlieren, wenn sic nicht mehr die Möglichkeit hat. diese ihre jnnggarden in der so beliebten Heikenlre»;nitisorin durch die Ttadi führe»;» können, jedenfalls isl es hoch sie jeii, das; der Tlaat hier nach dem Rechte» sicht, »m »'euere-:- Unheil;» verhnlcn. die Tuansa, die ^uüen in Tunis. Bon Egon Erwin ai i j ch. e>l»en I-iai nli ans der Tahara. dort sah tity Berber, 'Reger, Bedninen. siabnlen und Rnarhi und aridere mehr oder niiiider >o ide Araheriiamnie bei tolleii Tänoernenzen. bei ernsthaften ''ianiereien. bei 'Bericht ivegen Blutrache. Aber ein solches Polt begegnete nur »lemals. >v>e die jnden vor» Tunis, kienan zn i.'itt: nue die tnneiijchen jnden von Tunis, die Tnanja. Tie leben in der Alliiadi,; oischen der Bledina, in der die Araber ihre P-ohnnngen haben rind in den gewölbten i.'ab»ri»tken>! der Tnlihre Böareu er;engen und vertanfen, und den >>,. ßchen d.'r Proii^iuierl.en. von d?»en eines „Ttraße der »> »je" heißt. T.is nden.iheiio. die Hara, ii'i nicht nniinauert und liberschneidei inanchin.il die Heiden Aa.libärgebieie. bildet eine Enklave darin. An dre Moi.liee des Trde Mahr.",, deren viele kleine Siuppel» di. Hobe Miilelknppel ivie eine j-annlie umgeben, führt die des jndenviertels mit :>.echi dicht Hera». Tenn Tidi Mahre;. d>-- ,'lndenke» des «gereNuen sei gesegnet, ivar ein Mara -bnb. der die voni jsrael liebte uiib trinflnf; ge»n, besaß, um ihnen vor vierh.inderi jabren b-n >, Bei zu erivirken. daß das Berbol. inl, außerhalb der Boritadi Melassine anznsiedeln. ans gehoben ivnrde. To konnte» ne in die Hara 'gehen, und am Todestage von Tidi.Mahre;;»nden die Tnanja alerze» an »nd beien Anderersei!-- sind rvieder am jndischen Berselinnngstage -ille 'geiNiaiie voii Tunis geschlossen, auch die französische» und italienischen. die der ei»heiin:sche» Elirisie» »nd Ariber.r rieine ü.rne» nni;-ii!»l da» .Bieriel,-man erkennt es jedoch »''.>!! T»b:nn>i und V rm erinlle» lein b-iaiien. aieliriänhansen >l nd Tninvel eiiänveren die Pa'iage, n »er Ire glich ist der täernch. 'Bei den Arabern lag' nichts derglei.hen int 'A-eae, denn sie s'iibern ihre BTolinnnge» einmal im Monat, der Man» ist fast niemals za Hanfe. ionker» irn cAesch. jl, in der 'Nloi.bee und hanpi ■ .lilnli i'.n >!a>i'elians. es gibt iaii tausend nianrische alafsees in de> Altstadt, mit Mallen mt der!drde, Pserchenerzehlern. t'k' sgiiN ieinvoileiern, T.l>achbrelie>ii. Aargilelis. To>ni»ospiele». aber die .»nden nnea daheim, nnd die reinlichkeitsbeflissenen vans iiu.'iK in der '>ara ieae» l. glich nnd werien darrir den Unrat vor'die ai'istnre, »nbeknnimeri darnnr, daß der Mnlliabrer Offerten kostenlos! uieseriieizungsuierk m.u.H. Bremen.Feldstr.13 17,Hansa1912u,5119 Heizungsanlag^n jeder Art und Gröfje Gottes-ienst am Purim. Torrncrstag, >5.'"lär;: Taanrth-Esiher-Minchah . . . . In" Uhr jasten tTnher Taonilh-trsihcr Thora Borlcsirng . ln*'Uhr ftdenögedet.Seginnöespurimfesles 19 Uhr Vorlesung Ser MegiUah .... >9' ' Uhr jreitag. l-t.Mar;: Purim: Morgciigebcl. .... 7 Uhr Purim Thora-Borlesurrg .7-’’’ Uhr Vorlesung von Megillath h'sther . 7° Uhr Sabbat'Eingang IS" Uhr Tabbat. 15. Mär;: Morgcngcbct.N Uhr Tujan Purim l. irgsl die liegend passiert hat. Uebcr altrömijche» Portalen Starihagv ivar jahrhiindertelang iiii Ramsch;n haben nnd der Transport ivar billig! sind ein paar Tchsenhorner znnr jrvecte des lRnäbringcns befestigt, tritt man durch ein solches römisch koscheres Tor in ein armseliges' -ida»s: oftmals sieht man sieh in angenehme» atontrajl zur Ttraßc verseht. Auch die judenkinder sind ihre» arabischen Altersgenossen an Tanbcrkeil voraus. rR'kleidel gehen sie ähnlich wie ihre Rachbarn, besonders die allere tAeneranon. Tie Pianne-r haben die gleichen .Uoj>j»»st»äe ivie die Araber, die rote Tcheschia mit der buschigen T.naste ans dein -Uopf, blaiidurah und Burnus »in den ikeib geworfen Rur der Tockenhaller fehlt ihnen, den jeder Araber hat, außer dem barfüßigen der Tockenhaller ist der einzige Apparat der enro paischen 'jivilsatio», den die Beduinen angenommen haben, nnd mau sindei ihn bis lies in die Tahara hinein. Tv.'hrend jedoch die Arabersranen ihr blejicht inencian, um schivarzen Tchleiern nmwickelu, jo daß bloß durch einen schmale» Tchlih dieser erjchreäenden harve die Augen hervorlngen, zeigen die jnoinnen ihr Antlih srei. Auf den diopf slulpen sie einen jglckkrhnl, der natürlich nicht ans icker, aber doch ein -önt isl, ein. goldbestiäter noch dazu, und mit einem Band ninwnude», dessen txiide ans die Tchnlter fallt. Tie tragen keine Röcke, sondern breite, iveiße -vose», die oberhalb der Rnöchel nm die Bkide geschlossen sind. Tie jngend allerdings beginnt bereits die Tracht der B, ler zu verlajjen und mehr noch die der Mutier, zum Irionköpschen paßt kein jnäerhnl, auf kLharleston reimt sich kein P.inialon. *. >Ts gibt keine lnnrjische Tiagisangehörigteil, es gibt keine tunesische Rationaliiai, es gibt nur Untertanen Tr. Hoheit des Bei von Tunis. Tic unterstehen in persönlichen nnd j-amilie» angclegeniieiien oein Urteil ihrer Religiviisgemeinjchasten. die krhristen dem Biichos, die Mohaniniedaner dein Tcheik il jslam lind die jnde» dem rabbinische» Tribunal. Tie jnden kommen in Angelegenheiten des Ttatut personell Erbrecht, Adoption, Palernilätsgeschichlen. Alinieutationen. Hei raisdingeu vor das Rabbinalsgericht, dein Bit Eddine i» .der Rue de Tanneurs. ivo ein lehrer Thronjesjel steht sür den Tber rabbiner Monchi Tilnik, nnd drei bejehte tkederslnhle für die;» Richtern bestellten Rabbiner Reß im Riali, Tavid Zllorza, R. j Beinbaron nnd T. Rahum: lTie Herren legen darauf Tveri, na nientlich genannt zu sein.! jn Tachen des öffentlichen :>iechls ist sür alle Eingeborenen ^das Bczirat, die Uzara zuständig wo die Moslemin meist Recht, Ehrislen und jnden zunieist Unrecht bekoininen. Tie lnuesischen juden von Tunis richten sich nach dem Tal. niiid, »nd nach diesem ivird auch vor ihrem Tribunal Recht ge sproclien: Mir sagte ein hoher Richter vom französischen Appel lationsgeriä», der jede freie Tinnde benuhl, um den Perhand lnngeii des Bit Eddine beiznivohnen, nnd der hebräisch nnd ara bisch gelernt Hai, nn> dessen Prozessen folge» zn können, besagter Richter also behauptete, der Talmud sei das eindeutigste' »nd lo gis.hsie aller läeiehbnäier, nnd da es nebenbei das älteste ist, so sei nicht einzusehen, tvarnin leine rechtshisiorische Hehrkanzel sicl> mit dem Talmnd befasse. Beeil de. Talmnd io alt ist nnd io ver> »den geblieben, iit man verbliisst, ihn als staatlich geltendes täeiehbuät in >,rast zn finden. '.>R-aa muß sich;. B. schon sehr ivnnder». daß bei jaden des zivanzigsieii jahrhnnderis. die zivar i» Tunis leben, aber dieselbe Religio» ivie die des europäischen Beestens haben, die Bigamie gestaltet ist bei kinderloser Ehe kann der täatte eine Ziveile j-ran heiraten, ohne die erste zn verlasset, Ten Begriff der Tcheidung gibt es nicht: der Mann darf die j-ran ohne 'An gäbe von tr>ründen ihre» Eltern Zttruckerilatlen, die j-ran jedoch kau» den Tvnnich, ans der Ehe entlassen;» werde», nicht vor >r>ericlil Vorbringen. Allerdings sehen sich die Eltern einer Braut rechtzeitig vor.ldaß ihnen die Tochter nicht nach einigen jahren h'ßlich nnd alt retourniert ivird: in der .Neinba, dem/Heirars vertrag, ivird normiert, ivelche» Pre s der Tchcviegeriohit al» Ab »ui! in is-aebühr;» bezahlen Hai, wen» er eiu'nal seine j-rau beim senden sollte: eilegt er diesen Betrag, ist er nicht mehr verbei ratet, nnd am selben Tage kann er eine nrnc Ehe schließen. Eine noch merkivitidige Eknrichtn»g ist, die „Haliha", der zu lolie beiai Tode eines Eheinannes denen jni'ierer Bruder ver pflichtet iti, die Böilive zn heiraten. Unterlaßt er es. um ihre Hand anznhalien. hat sie eine Reihe von l>lcnieiudeäliesie» ei» zuladen nnd in deren Elegemvarl ait ihren Tchwager die jrgge

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