Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 4 (15.3.1930)
- Date
- 1930-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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JÜDISCHES GEMEINDEBLATT MITTEILUNGSBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG Das Jüdische Gomeindeblatt wird den Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde Bremen unentgeltlich zugestellt Nachdruck nur mit Quellenangabe und mH Genehmigung des Verfeuert gestattet Verladeort Massel BREMEN Verantwortlich für den lokalen Teil: M. Markreich Nr. 5 Bremen, den 15. März 1930 2. Jahrgang purimfreu-en in alter Aeit. Po» öüibbiner T v. Muvt 'bf ilhelrn t Jornmtub >. „Ja» fliiiiic ,'uibr idmfiiv und 'i'iivim itiidttent", io lautet docflvöfcte 'i'iivnboxoH öe» jiiöijdte» 'i'OlfümuitJi'ü. Jen» fiir öa* Pnrimsesi betreutet es bödtite Pflicht, olle öieiiiiier öer Vebeu» fumbe ipiele» i» laijeu und in ausgelassenem Uebermnt und fouetn iröljlidKT Vaune alle iovflcn &e$ Vobciie iinf einen 2 .nt >» oei iieiien. 2d)on dev Talmud feyt feil, matt »liiije am 'Lfnvim so oiel trinken, bi» nntn nicht mehr;n »ntetscheiden weist gviselten ,,'Pornch Morbedini", Vor r.wbpreisitng Mordechais, itnb „Cvnv •'>0111011", der Perwnuscktutig .'>.1111.111». ölttdt der idmldmn ölend) martit diese „Mi;wah" dem Indern;nr Pflicht, doch in hnmor voller 'b>eise bemerkt ei» Kommentator «.viaharil ., mo» branckie diese Porschrist nicht euu wörtlich anfgisassen, man trinke etwa» mehr als gewöhnlich, donn wird man miide, sckiläfl »nd im Lcktlas weis; man nidit mehr;» nnterscheiden;wischen der Perwnnschnng Hamans und der öobpreisung Morderhais. C'ine.andere Orkla rnng will diese 'Porscktrist Hinsehen flauj „wortlidi" nehmen nnd wech daraus hin, das; die chlorte „Tritt Homon" nnd „Bornd, Mordediai" de» gleickien ahlenwert, nämlich .'.(», habe» und man deshalb nicht mtteridteiöen könne;miidieit diesen beiden Porten. Tas pflidttfleniäfie Trinken wird mit bei „Pnrim ■ Lendoh" verbunden nnd die Speisekarte dieser Pnrimmahl',eit sieht han; bestimmte l'kericktte vor. Ihtoiibnt seien nur die „Atreppdten", das in öiubeltein eingeschlagene Hacksleisch. Mreppdteu is;t bekannt lid) der 'utbe immer da»», wen» etwas „geschlagen" wird, ölnl Tag vor 'tont kippm is;> man sie im Hinblick auf die „M apporoih" oder anck> die „Malkoth", die körperliche» i'.ttckitianngen, die man freiwillig ans sicki. nahm, am siebenten Tag des Hnttenfestes is;t »tan Mreppchen, weil mit dem Bachweideitstrans; geschlagen wird, am Purim ettblid), weil man Ha man schlägt »nd das bibliidie t'lebot erfüllt: '.'Instilge» so» du das '.'Indenken Ölutaleks, von dem Haina» feinen Ttammbam» herleitete. Lcho» in gaonäifdier;>eit wurde die ,,'Pertilgnng" .Hainaus am Pnrim ausgiebig geübt, Hine Strohpuppe wurde im freien unter dein ,'tubel der Menge als.Haina» verbrannt. Hs ist mög lickt, das; dieses Perbrenueti des .Hanta» in efsigie auf einen alten babnhmiidteu Polk-Abranckt gtrückgeht, das; man mimlidt;ur;’,eit der frrühlingssonnenwende ein Js-vcubeuicuev eutfadtte, uni du reit homöopathische Magie das wärmere Ltrablen der Lonne;» ver anlafsen. .Ittt Mittelalter, ttttd tioelt beute int Citen-, war es das Privileg der Aiiuder, während der Porlesnng der Megilla mit M itanen ober „Hamattklopfertt" olneubenittbetibeit Vävm;tt ntadten, so oft der Name Hamans genannt wurde. Cbinoltl grof;e rabbittiidte ölutontäteu dagegen protestierten, konnte dieser Pranckt nick» abgestellt werden, .ln rvvaitffu11 verfertigten .Binder .Haman siguren ans Öv.tchs, die itt der Tttttagoge vor dem Poilet'ett der Megilla angepittdet wurden. \(£s war allgettteitter Prauch, iidt. am Pttritufeft;tt oetlleibett ttttd' bei den Maskiernngen durfte sogar das i'iebot des-ä. Pncktes Mose, das; inan nicht die AUeidnttg des anderen kkeschkecktts trage» bai|, a»s;er aeltt gelassen werde». Tie Maskeri führten vielfackt Purimspiele auf. beliebt waren besonders T irftellnttge» ans der Hsthergeschiehte, das Tavid >'>oliathsf'iel und der Perkauf .loses» ,lu sl-rattksttrt wurden einmal diese Tpieie ieitete» der Pelwr^e verboten, weil gar;» viel Christen;n de» e'.nilbatieru gehörten. Tas bette, was der jndisdte ^Httmor f»r da» Purimseii ge scktasse» hat, sind aber die hebräiselixit Parodien, .cköstlickt ist die Parodie ans den Tglmttdtraktat rtsr das Petit ooeti. .Mefiediet Purim min Taltnnd fcliirfttiint". Övährend dieööuitl'oa im Peijackt mit dem t'lebot beginnt, beim Vidtte', da» Iteiju, am Porabend des 11. '.Kilfatt das t'ieianeite;niitmmeu;uindten, sangt eie Parodie iin: Beim öicktte des II. Öl dar inckte man das 'baaiter ans den Häusern und Hofen;u etttfeineu. >ln bei talnttti'iidten Tislm'tion dieser Misckttta wird dann unter anderem die ,lange erbeten,- ob man ikimonade am Pnrim trinlen bitifu, Päird in der '.Oiiidma Pessachit» gesagt, matt dürfe am „Crew Peisackt" keilte Ma;;olt esse», damit man am Tdder die Ma;;oli mit ölppetit äste, so heis;t es in der Parodie, das; »tan am irren» Pntim ans Vmt nämlidten t»-rnnde leinen öi-ein trinken bjuie, in. das; beionbei» sliomnte sckwn sieben Tage vor Pntim kickt des Öse in es enthielten, tebento iieiineidt lind die Parodie» aut die Haggada, die „Haggada leleil tckticknrim". ,ln der „Manischtana", sragt das stind, wodnrckt tut tetidteibe: iirtj dieser Tag von allen andere» Tagend, '.'ln allen an deren Tagen beicktaftigen wir tu:» teil» mit Vlrbeit, teils mit C'sfen, heute tititmit 0'itett und Trinhen. VIn allen einbeieu Tage» tritt fett wir P-asser oder -Pier oder ör-ein, beute mir 'baein ','ln allen anderen Tagen erneut das 'Pro! des Menickie» Her;, honte ist anckt der tgeringsie in .lsrael »ickit olme .»ionigsmaltl;eit. t'ln allen anderen Tagen essen wir gegen den .Hunger und -jiiuleu gegen den Tmst, heute;eche» und schlemme» nnd piaiien tvir alle. '.'Inalog der Pessachltagaada wird die Patodie dtticktgefnlttt und statt . Veicktonoh hibbo betttscktolajim" iiltliestlickt getnsen: „Vesckwnoh habbo nückttelt bekiflajim". . ,lm näckitteit .labte trinlen wir das Tappelte! Cs gjp, kaum-ei» t'-ebiet der inbitdten Vitnrgie, das nidit snr Pnrim Parodien wurde. Telitltoi, '.'.'iaarowotlt, selbst das Siaddiidtgebet finden wir 'in der Parodie wieder tvgl. ,lsrael Tavidion: Parodrt in .lewüh Vtteralute-. Cs ist äst daran r'lnsios; aenomme» tporden, das; der ,lnde gerade da» .Heiligste nnd (ei liabeutte tttii seinem Hnmor prosaniert bat Temtockt gilt anckt hier das 'beott H>oethes: ,,‘beee tickt ttiilii selbst;ttm beiten haben tauu, der iit gewis; tticktt von de» Peilen". ^ewisK figencp. Tvir haben in nutetet -ooilrr-te» '.'iiiutmei dnt Vlitifcl von Tslar 'h-.iijettmii!!, »bei. die .letoitb ölgettett abgedruckt: 'beir ver ofsentlickten nachstehend ansptgsweise die '.'Iniwort Stnn Pliimen leid» nackt der „.lttdücktett littudstltatt": . ... Ter. '.'lgeneit Pertra.a begeht i.iih au-.-ttblienliili ans die gemeinsame ölrbeit für Palästina, klebet die 'Pe'.iehnngett;wt Ickten ''.ivniiten nnd Öiickti'.ioniiten ans'.erhalb Palästina» sind keine ölbmatltunaen getroffen worden. C> ist klar, dar,;'iouitieit nnd | m j j dti'VwwUvH'6-Vlvffrt'n | I %wnrfif ‘JJli&tt'tftvffii'H' | I MtylH'tftlltt'H' | I | alle Tckialliernngett van ö^,b:;ioitn':ei: in voller slreiheit ihre Öl» schanungen tote bt-ber oviüeten werden .Meinem der beiden Patlnet sieb! ein-öle.b: u: ickesinmtngsfrage»;n. foiLeit es fickt um anf;etpalailun-t:ii:ck:e ,'lngelea»nheiten handelt, es fei denn, das; die'e ölnschanni.'gen u: unmiltelbateut l'.nfamtttrnliang mit de» öltbeiiett im die 0ktwulltck.no: .'et 'Paltom Tellatalion stehen. Tb ein ölichtgo.ntst si.li;imi jitbiidieu ö-olke mimet, iit seine Tackte: et l tun selbitvettläudlitlt an.b die 'Pedentnng der jüdischen Ötakio