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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-02-15 · 3 (15.2.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
3 (15.2.1930)
Date
1930-02-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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bei» Hauptantcil an den Vorarbeiten für die Mobilisierung Halle»» der Reichsbankpräsident Tchacht und der t^cneralagent für die Reparakionszahlungc» Parker Silben. Ta* Ergebnis der Per Handlungen über die Mobilisierung war allerdings auch für die dcnljche Tesscnilichkei» überraschend. Es wurde beschlossen, eine nngewöhnlich große Rnlcihe, :>»«> Millionen Tollar, anszulegen. n»d was »och überraschender war, dieses .'liileihegeschäll siel ans schließlich de»» Renuorker Pankhans Morgan }» .lob» Pierponl Morgan enijianinil einer alle» angelsächsische» ,vantilie, deren Mirglieder von jeher gläubige Eh» »sie» gewesen sind. Tas '.sten Yorker Pankhans Morgan sland sogar lange ^eit im :Hnf am» sei»irischer Tcnbcnjtn, es Halle keine jüdiichen Rngcstellre», und auch linier de» leitenden Tirekloren, die nicht;nr ,'rainilie gehören, befand und befindet sich kein u»de. Es isl nicht nninleresjan». daß durch das Rnleihemonopol Organs gerade jüdische Bankiers von dem 'Anleihegeschäft ansgeschalret worden sind. , To ivaren kur; vor der Haager -stouserenz Porbesprechnnge» wegen' einer '.'l»leihe des' Renuorker Bankhauses .stuhu, Zkoeb ». Ev. a» das Tentjche Reich in» tstange. Ter Hanplinhaber dieses Bankhauses ist der ans Tenlschland stammende jüdische Bankier Ctto \\ Mat)»». Tiefe Anleihe isl nun endgültig »nlerbnnde», den»;» giinste» der Morgan '.'lnleihe darf das Reich bis zum l. Oktober d. unter Umständen sogar bis;>»»» l. Rpril >'.>:!I, keine lang frifligen Rnslandskredite anfnehnien. To sieht in Ptirklichkeit der Tieg des „jüdischen internationalen fvinanzkapikals" ans, der im Haag besiegelt worden sein soll! Slber auch die künftige inte» uationale frinanzpoliiik wird gerade durch de» zstonng Plan in verstärktem Maße frei von jüdiichen» Einfluß bleiben. Tenn nach dem Ponng Plan wird die Bank für internationale Zahlungen in Basel eine überragende Ttellnng erhallen. .An der Perwallimg dieser Bank jihcn obligatorisch die Rotenbankpräsidenteii der Tchuldner- »nd t^länbigermächte. Bon den seht in Betracht kommende» Rotenbankpräsidenteii äst nicht ein einziger ,l»de oder jüdischer Rbstammnng. der IS.Schewat. Rin Tonnersiüg dieser Bioche isl der 1,">. Titema:: dieser Tag ist ein aller Festtag im jüdische» Malenöer. ,'tin Misch nah Trattat Roschhajchonoh beißt es: Es gibt vier .lahresansangc am erste» Rist'a» beginnt das .stihr der reiigiöjen fdeste: am^rsie». Ellnl das ,lah» für die Berechnung diu Biehsienern: am erste»' Tijchri ist der Beginn des, bürgerliche» Wahres, und „am erste»: Tchewal ist Renjahr für die Baume nach der Rniabe de» Tchnle Tchammais: die Tchnle Hillels sagt: am 1.',. dieses Me ua»s". ' > 'Trete in den meiste» jve.llen, ist amt hier die Mein an i de» Tchnle Hillels maßgebend. Tatsächlich hat int dieses „Renj.iNlsstm der Bäume" bis^ auf den heutige» Tag erhalte». ,1» »»seren Ländern spielt es allerdings kan»» eine merkbare Rolle. .In de Tynagogen wird in der täebetsordnnng noch darauf Ruekstch» g. »oiiinieiu .1» vielen liegenden hat sich der Brauch erhalle»», au diesem Tage allerlei Früchte uioglichs» siiuszehu verschiede». vtcn zu genießen, .An Palästina bat sich dieser Ta» zu einem großen Bolksfesi ennoicfelt, das besonders aus den» Hände >»»»' in der Ttadl von der fugend gefeiert wird. Ter „Tag der Baun» pflaii',»»»g": so heißt dieser l.">. Tätemat lEhamisita asser besä» wat», »nd dar!» kommt seine ^edeninng zum Rusdruch. »>(»» die je»» Tage begiiiiu »ämliit in Palästina die Pflail,u>i »sarbei, Tas hängt mit den klimatistte» Bedingungen des Landes znsan men: der Tag liegt vor den lebten Regenfalle», dem beiondeis gefitäble» Malkosch. Eiilsprechend der größere» Ralnruehe, in de» die .Ander Palästinas leben, gewinne» auch diese dem .streisiaus der Ratnr enlsiammenden f>-es»e wieder erhöhte Bedeut»»i. »'ln diese» Ta», lieben alle jüdische»» Tdnilfinöer Pul, slinas hilians. um selbst za pflanze». .Aedes .stind bekommt seinen Tevling, de» , an diesen Tage von ihm eigenhändig in de» Boden gept',»»;» loird: und dieses m'ii ifi eines der erzieherisch ioem?olliteit, die mir kenne» Es ist eil» frohes fees», geseien »vird das Erwachen de» Ramr. mi» so isl auch seine Tliu>u»»»g. R Interessante Gespräcke mit Clsmenceau. Ter langjährige Privalsekretär des kürzlich verstorbene» läeorges Eleiueueeau, ,Aean Märtel, ha» Er iiluerniigei» au seinen Ehes »»»er den» Titel „E>>- mencean im Telbslpor»rär" herausgegebe»». Tas Biut, das in Horn» von Tialogeu, die täglich zwilchen de»» Tekretär und Elöineneeau geführt wordeii si»»d, eu» hält bemerkenswerte Milleiluugen über promiileuie Persönlichkeilen der Polilik, der stuns» und der sei nauz und behandelt in eigenartiger 'itk'iie die Ttel l»»g Elönieneeaus zur .ludenfrage. l Besuch des Barons Eduiond Rothschild bei Eleiiilneeane E l Y- »»e n c e a n : Boas gibt s '.'lenes. Herr Tekretär.? Ter Tekreiär: Haben Her» Präsiden» itidat gelesen, ^aj; ein großer Bankier Telbinnord begangen hat? Höwensiei». E lömeneea»: ikowenslei»? Ro ja. Er war ,lude Ter Tekrelär: Er war »Bankier E l 0 »»e u e e a u : Eine eliuas z» lärmhaiie Todes,»»» aus dem selugzeug ins Meer zu iprinaeu . . . Rpropos .luden' fallt .mir ein: täesleru wa» 'de» alte Edluoud de Rothschild bei mir. Ter arme Alle hält sich noch ganz gu» auf den Beineu. '.•!«», lieber ssreutid, diesen Edmond de Roibschild Halle iä> in» de» besten ^udei» »littet allen, 'iiibeii der BTel». Er saß hie» neben mir und sprach äußerst vernünftig »der die verschiedenste»' Tinge. Böas von einem Bankier nberrai.t». Er kp».»ch auch Tiitge und brachte '.'liischauni'getr zum bbusdruek, die de» Edeliinu des Herzens ve» raie». Tieierniu' Edmond de »Koihuli.ö »teboyt r.amliili zu jenen 'A'i'eniiten, die »vitfliib inteieiiante ‘Jluii.titeu haben Ruth das >»>a» schließ.ich »ich» de» Ut.eitiet'ie aledanke. dreißig '.'Jullionen ,v»ane zur Erriäunng oon wilsenschattlitben Valu’iatoi'ten an de» Paine» llnioeiiiia» zu spenden. BTaluligi ni.kn der sch.e>b:eue a'-etanke lind er ist .Indes Und nodi dazu was in» ielbiibewunre» .'aide' Und er ist stolz daranf, daß er ,'aide ii» Eines T »g.s. iä> wa» gerade sehr' s-bleeln gelanni, begann iel» vo> »ln» an» dre ,'aide» zu schimpfe». Ta erhob üäi de» alle Herr, ichlng mn der »vanft ans meinen Tiiä», auf meinen .Riniiierpraikdenieuti'U'. Hei» Te Iretär, »nd brüllte, mir sorm!i>li ins »Rüi.'.'l: ..Trbweigeii Tie. Hei» . Eiömeiieea». das >'a»dei»lnm und ,'a'»ael ünd das größte Poll, an! dem Erdenrund'" Und er beaaun nr»r einen Boiuag;» halten »»her die Mal labte». Tomen Tie. Her» Te!»e:ar, ist» liebe?:e M »k labäe» nirtit. '.'Iber das iteiall: mn nnenblitb gut, wem: leui.ind jiä' niiti dessen jiliaait, »rnis er ist, »ud oo» allein iiäi niU'! teste» schäm», daß er a»de »st. Tenn ei» Mensch kann »::»» so elwas iein, daß er es vollständig »>» Tie »bngen ,luden sind leider.nichz alle so gearle» wie de» alle Rothschild Trehsns bei ü’lemciicean. E I >' in e » e e a n : Habe ich .Ihnen schon die i''>ouli»il'te des Besnchs ,'llfred Tre»)sns' seiner Rnälebr oon de» Tenielsiniel erzähl»? '.'Us er vom Bagno zniiiätelirie, nlmeh mi» sein 'Bindet „.Ich bringe RI »red zu .Ihnen." Es war eine n»:end!»>l> ii:ie»est.mle Tzene. 3tollen Tie int einmal den B.»:erland »>e>»aie» vm. de» nichts verraten ha!. Ter alietr Trenfne e»;äieii;t bei mi, um einem A'Jann. ,'ut belrartie jl», genau. Bergleiche die beiden miiein' ander und i»t dachle mir, das kann »ein Binde» itiih: sein. Iber vermochie er sein? Er sah ans wie ein »mhe»ziehende» 'Bleiiu»» Händler. Und dennoch war er es: Rlsied Tieuiiis. T.e t T e l t e» ä r : Ha» Treusns die Bedeninng der T»enfii.- '.’ljiare »iberliaup» verslanden und begriisen? E l st me nee an : '.stich! eine Ti!t>e! E» wa» de» ginzige, de, > die Treusns Rssäre »ich» verslanden bar. Er iiand dieier .'kii.iie .so lern, »vie wenn e» ans einem andeieii Hiiiimch-.-Ioipe» leben würde. Tas war aber amt in Trdnnng io.' man konnte »ns wenigstens nicht beichuldigen, daß er uns in den .stampf hinein gelrieben habe. '.'Unter T»eulus.! '.st,einer '.».steinung nach haue er nicht uu» z»t>ei Ton-.- Beril.iiid uud .Intelligenz. Böas mit ihm passiert »st. hatte er bloß den» 'Mangel seiner .AmeUie».'»»', zu danke». •JAialen Tie »ich einmal die Tzene aus. '.'Ran laßl ihn eiwas n.iede» schreibe», die Hand Tle»l»s' zuien 'Mau l,e»»ichi ihi» an: ..Tel»» verdäcluig. Herr .stapiiau, wanlin •,inert je hl ,Vh»e Hand?" Tie» lns siolleri irgend eiwas, aililali daß e». wie es au» 'Blähe geweie» wäre, klar und offen geaiilworiel liatre: „.'.steine Hand zinen? B>.»s ül dabei? B-as folg: daians? Etwa, daß ith ein Bald» land.sverraier bin? ,'ul> mathe Tie anfmeitiam. daß ich. wen» Tie ans dem ,'itleru meiner Hand soltlie Tihhine zu zielieu wa gen, und mögen' Tie hnndenmal mein Po.lgestnier sein, meine zitiernde Hand iosou ans .Ihr »stesrieß lunlmnen!" Hane T>e»s»s jo gesproäien, dann Hane es niemals eine Ttenfnv Aliiaie gegeben. Ter Tefretär: He»» Praiidem. liaben T-fe ihn iiidn in iprniiglitb auch fnr isthnldig itebarien? li I!■ m e n e e a n : >la. aber hieie ,',eii haneite nullt lanao, denn binnen wenige» 'B,-ochen w.ne» »oir alle gelauien Tie Treuius Epoche hat übrigens Tvianliei.li »ustilgelan. Tie hal das öiseniliche Veben ein wenig »emgewastben. .liueieiiani iil. daß. als die '.'liläre zu Ende »oar. jede» seine irnbere 'Bostlion im ft .tu zo st üben oi»‘ei»tlnhe» Vehen' ustede, bezoae» baue Und alle be hielten ihre alien u>»nndia»»e. Tieie» .Indenbaß de» '.'>»ii Tie» slisards iil nberlianp! eine gai-z eigenanige Taä:e Tie mogeii? die .Indei» »»ich» und glaube»», diß ihnen: »oeif »ie die ,',»de» hasten >»»»d irgendeine»» iogena»»»»».'»» Pu-riom.-muetiindeu, io dann alles erlaub: iil: Tie dürich» :>!eäil :n:d >st.'»etb»ia!eii. die 'Astenschliilileil. die »steßshe u»ii ,1»ßen neun Rein, mein lieb.» svreuiid, das sind'»i:ala»bli>be Uebenteibungen. Ter Tekrhlar: '.'Iber i\mil».er, daß T»eyius /»»schuldig ffl, tuI»f>to jedei, best»:ders nael:dem der 'Be.rral E>:eAliaZ»s!>e launigeword.'u mar, im ll.nen 'ein. E I im e n e e an : .'Iber i»h bitte Tie, dam ■ li.u»del:e e-'-i iiäi »a: nid:» mehr darn II ob Tr.'iii'us i.lialdia ,11! I' S aing vielmehr dabilm, ob das aeinm.' .iiiden::»'» stliu.dig ist i'dei ni.lil. und daiiim. ob es nstchiig sei. daß da.- Heei einen juu»Ul.e.it Bei>a:er habe ode> nicht, und d.ngleiilien »iel>» Uebrigen-- l>,l>e iili liier einen 'Brie», den Treustis a u leisten Tage de - '.'-Ae!:leim. - an ini.li z.richiei bat. Ter Tefretär nimmt de.: Brief zu» Hund El h.,i iol . geudeo. 'BAoillaiii: ' Wir färben und reinigen alle' ( ,,11 »Ii I >>l>»'II in >11le-rIiIe'r Aii’-fülii'tiitt: KÜHLKE& BEHRENS I!rril» nt<'i 'Irimv r.' |)»»• . Iiculr I I ri n* um!

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