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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-01-15 · 1 (15.1.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
1 (15.1.1930)
Date
1930-01-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Arno ftotlfiinb, um fcrt^iiftcTTcn, ob die ftiibrima deS deutschen 3ioni«,im? noch Ki? Vertrauen flniicfcc ober durch andere Persönlichscilen m erleben sei. Ihre besondere Vedcntnna erbielt die Tagung durch die Anwesenheit de- Vrandentcn der Zionistischen Traanisntion, Professor E b a i m W e iz m'a n n . der damit seil den Unruhe» in Paläsiina. bim erben Male vor ein Zionistisches Aornm tritt, nm über die Lage und über die Ansiichten de? Zionismus m sprechen, ^chon da» äußere Bild der Tagung trägt das Merkmal eines großen Ereignisses Ueber 1 Tclegiertc und sehr viele Gälte ans allen Teilen Teulschlands und ans dem Ausland füllen den großen Tags Ans Vorschlaa von Tr.?andsberä »Verden i» das Präsidium gewählte Vlniuenseld. Tr Julius Moses, Volfbeim. Nabbin, Kalmus. Velilowskn und Pension Tvett Oiorfi kurzen An-sübrnnaen von Kurt Blnmcnseld. in denen er der Gefallenen in Palästina aedenkt »nd eine lanae Namensliste der im lebte» Aabre verstorbenen bervoraaenden Zionisten verliest, erareilt nnnmebr Professor Wcizmann, von grobem Beifall begrüßt, das Wort. Weimianns Rede. Professor Weizinami dankt für die freundliche Begrüßung und aibt seiner Freude An-drn<k. in dieser schweren Zeit die Debatte de- Teleaiertentaaes über die <?anvtsraaen einleiten w können. Tie Titiialio» bciite bat eine aetvissc Aebnlichkeit mit der Zeit, als die Valionr Teklaration geneben wnrhe. und insbesondere mit der Zeit von Lau Nemo. Tamals waren aber die Köpfe und die Kerzen offen und für große neue Adern zugänglich. Heute i>'t die Welt wieder ..rnaekroren". wie es damals ein cnalischer Staatsmann voransaesaat bat. als er uns ermähnte, die gewährte tsbanre m »üben. Tie Ebanc.e. die uns damals geaeben wurde, haben wir gnsgeiiiibt llnd wenn uns beute die Welt weniger verbebt als damals. f,i haben wir se-tber eine Leistung hinter uns aebracht. die für uns zeiiat. stärker als Deklarationen und Proklamationen es vermöge». Tas »iiiß in dielen schweren Tagen!"„„er inieder betont werden. Tiefe Leistung wiegt auch als voliiilcher Machtsaktor schv'er. hätten tvir sie nicht vollbracht, dann hätte ewohl keinen Angriff gegeben Uber nnr deshalb, weil wir nicht da waren Tie Zeit des Angriffes jst von unseren «Gegnern klna gewählt worden. Wir lind gerade stark genug ge» worden, nm Eiiidrmk ank die ganze Welt zu ">ach<'n. und noch nicht stark ae»na. im, uns untl u»d „an; verteidigen zn können Was bat die Zionistische Leitung beute r» tun nm die Lchwicrigkeiie» m nbertvit'deu^ trs bandelt sich nm drei Probleme! 11ns,-r Aerbalten rn der Mindatarmacht. nns^r. Vorhalten zn der i'kkentlichen Meinnna der »raelt. i»ie sie z B im Völkerbund verkörpert!>'t. und unser Verbrsten rn den Arabern Ach wig in knrren allgemeinen Lät>e.n dnue drei Probleme vor Ahnen.schildern n"d mit oe», rweiten Problem beginnen Unser Necht ans Palästina ib heute nnlerschttttert genau so. wie es vor rebn oder i,or tausend Aabren war Tie Gründe die die Großmächte und die fortschrittliche Meinung der Welt dar» geführt haben, uns dieses Nes's gii^ierkeiinei, sind beute nicht schwächer geworden, sondern stärker Tas Zndenvrobleni in der Welt äußert sich beute in schärferen Aorineii als vor rehu Aabren Tie Wels wird niorae» oder übermorgen zu d<-r Einsicht erwachse« müssen, daß es nicht auaebt. iveun rebn Missionen Anden, zermürbt iind zermal'ut werden, und wenn d>e Welt »ms die A>'de« betrifft eingeteilt wird in zwei Kategorien Länder. in welchen die And)n nicht lebe» könne,,, und in Länder in die man Anden nicht bineinläßt 'lü'r lind in Erez Alrael in iinserem Necht »nd niemand kinn Nils dis weanebmeu Nach Palästina kamen A'iden lange vor der Bilsonr-Teklaration. weil lie alle kühlten es ist ihr Necht. b!n:nso"^»,en. dort m bauen und ein neues' Pebett rn schaffen Tiefes Necht — und es ist traurig, daß ich es in einem rionistischen Milien wiederholen "">ß — ilt das einrige. wofür wir kämpfen, es ilt in der Präa"'bel de« Mandates verkörpert, es siebt, wenn auch all's andere fällt lind wenn beute auch manche das noch nicht verstehen, so werde» Zeiten komnien. wo es verstanden iverden ivird. wenn wir es fortwährend betonen und unterstreiche». Und nnr von diese», Standpunkt ans könne» unsere Verbands,ingen. sei es mit de», Völkerbund sei es mit der Mandatarmacht. weitergeben Glüchlicherineise finden wir — und ich laae das im vollen Vewnßtsciir der Verantwortung, die ans mir lallet, daß diele ssaiivtsrage. U'a? die Mandatarmacht betrifft, nicht zur Tisknslian steht He britische Neaiernng bat durch den M"»d ihres Premiermänisters n"d ihres Außenministers bei den verschiedensten Gelegenheiten erklärt, daß die Politik der britischen Negierung, sokern üe den Ansba» des Nat'onalbeims betrisst sich nicht geändert bat »nd sich nicht ändern wird Alles das il> nur dadurch inöalich geworden, daß wir eine Leistung a»s;nweise» haben, die den Nespekt der Welt, die Achtung der nicht iüdischen inie der indische" Welt erzwungen bat und die beute als cj„ Aaktor .daltebt lind darum war es notwendig. Üch in diesen vergangenen rebn Zähren Vor .allem ank die wirtschaftliche Arbeit rn konzentrieren Oeswar ",!r n»d meinen Kollegen in diele» rebn Aabren klar daß die Mandatarmacht. besonders ihre Vertretung i» Palästina, nicht alles getan bat. was dein 2im.i „,,d dem i'b'ift und dem Wortlaut des Mandats r>itsprochen hätte Man hätte einen Kampf geaen die Maiidatarmacht und die Adminisiraiioii führe» können. Aber wir sagte» uns. die Mai'batarmacht bat ine schivere Aufgabe und auch wir tasten in, Tnnkeln. N'ir habe, etwa-' rn leisten nnter Bcdinannaen. die in der Geschichte der Menschheit einrig dalteben. Zehn Aabrr sind eine sehr kurze Irrist, um einen Weg, einen Ilcberblick über alle Walter Langenstraße 108 Lchwicrigkcitcii zu finden, ein endgültiges Programm aufzubancn. Teswegerr-tzabeir-wir manches ertrcrgenT kvogegen man vielleicht Hätte ankämpfen können, Haben wir unsere Kräfte auf uns selbst konzentriert. Au» ein Wort über das delikateste Problem, über daS soviel geredet und geschrieben ivnrde. Unsere Lituation, die Ltrllniig derienigen. die Lie ans veranki»ortliche Posten gestellt Haben, ist dadurch nicht leichter geworden! Es sind Retter deS jüdijclren Polles in allen Winkeln der Erde ansgestanden vor allein in Zernialem. Man ivollie das jüdische Volk retten — auf >tosten des jüdischen Voiles. Wir wurde» durch sie in eine Zwangslage verseht, wir konnten sie nicht desavouieren, und wir konnten sie nicht akzeptiere». Wir wollten nicht den «chcin auskommen lassen, als ob ivir gegen Verhandlungen mit unseren Gegnern wären. Wir sind dafür, aber zur rechten Zeit und im richtigen Geist. lind von diesem Platz — ich weift, daft meine Worte ,zn ihnen komme» iverden — sage ich den Arabern: wir kommen nach Erez Israel in unserem Recht und nichts' ivird nnS davon abbringen hinznaehen. Wir iverden alles tun, nm Annäherungs punkte und Perührnngsflächcn herzuslellcn aber, dazu gehören zwei! Nicht nur wir allein rönnen es machen, es liegt auch an ihnen, das zu verstehen. Wir brauchen sie, und sie brauchen nnS. Noch erkennen sie in uns nicht ihre Perwandte». Lio haben im .Kamps nnter dem Einslnft anderer Kräitc, die sich iveder für Juden noch iür Araber interessieren, ve g-'fsen, daft wir verwandt sind. Wir ivrrden >ie daz» bringen, daS zu erkennen durch unsere redliche Arbeit. Aber auch sie müssen ihrem. Lcbritt dazu tun. und ich glaube, es gereicht einem Volke, das sich auf dem Wege zur Vesreinng findet, nicht znr Ehre, daft von seiner Leite nicht ein einzig's Wort de>s Bedauerns über Hebron und Lased ausgesprochen ivnrde. Wenn sie verstehe» iverden. daft sie ihr $,m» nicht ans Reichen unschuldig Men scheu ansbanen rönnen, dann ist die Zeit der Verständigung gekommen. Wir sind daz» irden Tag bereit. Ich Habe mich nie in Prophezeiungen eingelasicn, besonders nicht, wenn es um Palästina geht, weil da eine »naelirner schwere Konkurrenz borliegt. Ans dem Boden der Realitäten i>'t das ei» Programm Was wir heute tun, tun >vir al< Kidnich liaschem »nd wenn unsere Inoenb in die Wilsten und in die Felder Palä''i"as org ingen iü, so erklang ans khrcn Kerzen eine neue Hv»i"e de: Arbeit und des Glandens, die stieg zum tzimmel und der jüdische tüott schaute ans seine Kinver liernn'ee und erkannte sie w'eder. lind dieser Gott ivird uns weiter sithren (stürm sche, jik> immer erneuernde Ovationen). * I c» g. iIT.A.1 Nachdem in der Nacht mm :l». Teiember die große politische Aussprache mit einer zweiten liochwiü'tigen Rede Weizinann» beendet wurde und der Vormittag des Ml Tezeinber durch eine Veratnng der Pcrmaneiizkominisiion ausaesüllt ivnrde. schritt das Plennm des 2:\. Tclegiertentages der Z V. t. T. z» den Abslimmniigcn über die von den verschiedenen Gruppen eingebrachtcn Resolutionen. Ein von den Revisionisten und den Radikalen eingebrachter NUßtranensantrag gegen die Redaktion der ..Jüdischen Riindkchan" ivnrde mit!H gegen 17 glimmen abgelchnt. Eine vom Misrachi iind der Kollcnschcr Gruppe ei>>aebrachten Resolution, i» der ge 'wisse Aendernngen in der politischen >>altn»g der Z. V. f. T. und der .Iüdischen Nundschau" verlangt wurden, wurde mit gegen .stimme» abgelchnt. naö'de,» BlNinrnkeld erklärt hatte, daß er die Annahme dieser Rcsvl'ilio'i als Miß»ra»cnsvoti»n beirach len würde. Angenvmincn wurde daraufhin mit K'e gege» Ti ^tiiii'ne» eine Reivlntio» Viu>ne»seld. d>e fünf 'ftnnkte enth-'t Hierauf iviirden die Wahlen iür den Grfchaf,»führende» :'l»s ichnß »nd die anderen leitenden Aniiaine» der Z V » T borgeno'ninen Tie Radikalen, Revisionisten nnd die Kottenscher-Grnvpe gaben Teklarationen ab. in denen sie erklärten, daß üe sich an den ''Zahlen mm l>1eschäsisfiibreiiden Ausschuß nicht beteiligen werden. Hieraus wurde mit den Lti""nen der in der Mehrbeitskoaliti"" vertretenen Parteien Knrt Vlninenfeld zum Vorsitzenden der Z. V i. T. wiedexarwöblt Kaffh. Privat-Schwesternheim r Besselstrafje 31 ♦ Telephon Hansa 1317 empfiehl! sich den jüdischen Familien für Kranken-, Wochenu. Kinderpflege.

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