Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 9 (1.8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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JÜDISCHES GEMEINDEBIATT MITTEILUNGSBLATT DER'ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG Das Jüdische G e m e i n d e b I a ft wird den Mitgliedern der Israelitischen Gerne! n d e Bremen unentgeltlich zugestellt Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung de» Vertaner» gestattet Verlagsort Massel \ ‘ BREMEN Verantwortlich für den lokalen Teil: M. Markreich Nr. 9 Bremen,'den 1. August 1929 1. Jahrgang ^üüische Sieülung in Deutschlanü. sidum vor mcbvcvcii 'uilju'ii Ijar Pertimmil '.l{eieiit Pie ,'sPcp flcljabt, eine jttPijdn' iitPhnui in IciujdiliiuP;n propa gieren iiiiö uiio öeutidien 'wiDen Pen Imi&U'ivtjdiafUidH’ii uuP gärtnerische» Berns, Per von »ns in sehr »ngerediler 'Weife ver nachläffigi wird, zu erschließe». Tiefe» Tiedliiiigsgedanken hal Per „ReichsbiiiiP juPisdier AronijolPalen" bald nadi seiner o>rnn Pniig iviePek aiifgegriffen, n»P zivar ans einer innere» gesuhls mäßigen zliotweiidigkeif heraus. Ter Gedanke einer grogzügige» ^Tiedlnng von ^»Pen in Teufsd)Iand ist von allen jiiPisd>en Organisationen mit Beifall ansgenoninieii worden, All Pvd> von ihnen allen, gleid>g»liig, weldier Partei angehörig, seit langem erkannt worden, i» weldier ■Jiut fiel) Pas dentsche Judentum besinder, nnd mit Tumpathir' und tatkräftiger Ünlerslnbnng will inan diesen r'lnsweg Per Tiedlnng bejchreiten, »in diese Not zn lindern. Tie hat folgende Ursachen: Ter .Urieg, der geivaltige Umwälzungen hervvrgernsen Hai, ist and) nid>t spurlos an dem dentschen Andenlnni vvrbeige gangen. T»rd> de» Berlnst Pojens, des grögien Teils von Wesl prengen nnd der Hälfte Tbersdilesiens ist der grösste Teil der dortige» jüdische» Bevölkerung genötigt 'worden, in das :>ieich abznivandern, teils ans Aiirriit vor den damals in Polen lierr sd,enden antisemitisdien Ttröinnngen, teils ans Liebe zuw Teinidi mm. Tie wohnen heilte zumeist in Berlin und anderen grogen Tlädten Tentschlands, Ter ,'lnteil der jiidisdien Bevölkerung in den börvgslädten ist dadurd) nodi gewachsen. Heute leben hier!»>> Prozent aller de»tsd>en 'uiPeit, während von der (gesanube völkerung Tentschlands nur -«» Prozent in de» tgrogslädien wohnt. Ter allgemeine ^ng in die (grossiaPl ist also bei den 'uiPe» ein vielfach stärkerer als bei de» Piditjuden. Tementsprechend ist and> Pie B e r u f s g l i e P e r n n g des denlsd>en Aiidentnnis. Ire. füllt im ivesenilidien de» Handel und die akademisdien Berufe ans und ist im Handwerk nnd in der Landwirtschaff nur sehr gering vertreten. Bon Per hiesawlbe völkerung Tentsd-lands hat immerhin nodi Prozent Befdiäf tigung in der Landwirtschafl, von der jiidisdien aber nur etwa l Prozent. j iie|c Bernssidiidiinng des Peiitidje» AiiPentnins birgt groge hlefahren in sich, die iminer unehr in (rrsdieinnikg.treten, Wie allgemein bekannt, ist die ökonomische Lage des jüdischen Mine! standes in den Tlädten eine recht schwierige. Tie moderne (im Wicklung zuni ve11f)auc-fmt,ev11 und zur Trustbildung scbaliet allmählid, den .Uleingewerbetreibenden nnd .Uleinhändler als selbständigen Wirtsdiasissakior ans nnd trifft damit besonders die ,'mPe». Ter immer mehr aggressiv werdende wirlsdiastlidie z'lntiseniitisinns verdrängt in starkem Mage die jiidisdien Auge stellten,»»d lägt-jüdische Bewerber leider zn oft gar iiidu mehr;nr .'lnstellnng zu. Tag die Tirektione» der Mtiengesellsdiasten nnd Drogen .Uonzerne iiiimer mehl entjndet werden, ist eine ivei tere Tatsache. r'llDdiese Tchwierigkeite» bringen es mit fidi, Pag unsere .rügend, Pie Pen .Uaniniannsbernt ergriffen li.it. nur schwer eine '.'liiüelliimv und ein Bouvauslommen sinPel. 'und ivenn sdilieglidi Per einzelne nadi vielen Mulien »nP Trugen z» einer TelbitanPigleii gelangt, ivitP er im .Uamoi mit Pe» igiogen zerrieben, ,7» Pen kleinen TlaP'.en vernichtet nuePenim Pie 'Bil dnng Per tgeiiosseiisdiaiien Pen selbslaiiPige» jnPiitben .uaniniann »nP Händler. Tie beklagenswerte Wirlnng dieser >virisd>aslli>ben Trlnvie rigleiien gibt sidi in einer ivalitliaii eisrhredenPe» z'»ahl InnP Bei Pen ,7nde» ist »ämlidi Pie z',al>l Per TelbsimotPe groszer als bei Pen rgiditjnden. >1»! Aahre I'dM fielen ans lim mm Teelen Per vreiiszisdien Bevölkerung bei Pen Protestanten -'7, bei Pen .Uaihvliken IN, bei Pen ,7 »de » aber .7:! T el bsi mo rPe. ,7n Pieier ,,ahl durste iidi ivobl am krassesien Pie Boi des Penii.ben A»den»»ns ansdrncken. ' lr'ine'weitere Holge dieser Hisgieiiiiiugeu ist Per i'tebu r len riid gang, b'r in in TenlidilanP allgemein grog nnP von ,7ahl zu ,7alir steigend, aber bei Pen ,7»Pen groge» als bei Pen Bidiljnde». Wahrend zum Beispiel in »T-raiilreidr. Peilen igebnrlenrndgang immer als am ansgepragieilen beuaduei nniP, ans Imm Teele» 17 hielume» enijalleii, kommen ans imm »ei liner A»Pe» nur nodi I». Bor all diesen Taisadien lonueii nnP Pinie» ivir ,7uPen »nP vor allem Pie jüdischen 0 rganisalionen Pie '.'Imieit nullt ver jcliliegen; sie bestehen seil langem nnd versdigrsen >id> immer mehr, Wenn wir nidits dagegen tun, wen» »id» Per Be>j»g> gemaclit ivird, diese kajasnophale bbinvidlnng ginnPlegenP gi ändern,-ist eine allmalilidie Berarmung mtP ei» BiePeigang Pe* Peiuidte» A»de»ti>nis nliverniriPIirh. Tie «'lrogiladlbevollernng kann nur hefkr-hen Vnrdi Blnr;iifulir»»g vom Lande nnd Per .UleinsiaPt, sonst degeneriert und vernluvinPei sie „B,-e> TiaPie jdiajsen ivill, nins; Bauern siedeln", hot Proieno, Tr. ,T>anz 'Oppenheimer einmal gesagt. Und >ver jndiidie TiaPie sdiassen, wer sie erlialien ivill, tver nidit nnll, Pag Pie jnPiidie Be völkernng in TentsdilanP mehr nnP mehr. idnvinPel, nins; snPiigie Bauern und jnPiidie igartner siedeln. llnie>e z'lnfgabe nins; es sein, der LaizPsliielu, Pie das flache Land faii enüudeiliai, Pie Pie kleinen und mittleren, frnher blnhenPen i',eiiieiiiPe» znsammea sdinielzen imP verarmen lief;, niihi um 6inliali zu in», imiPem audi einen Teil von nlis ouden. P. li. von Per heranwadrienPeii igeneratign, lviePer von .Per igiogflaPi ani Pas- Land znindz» bringen.^ j Tas lind Pie Motive, die zu Peil TiePlnngsbeil>et'nngen Per AiiPen in TentsdilanP getnlirl habe», Pie Parani zielen, laiigiaai eine Beriifsiii»ld>iil>lnng des Peniidie» ,7»Penlnmvorznbeieiten Böie iinP n»n Pie '.'lnsüdilen ans B e r w i >! I i d> » n g P i e s e > B e st r e b u u g tu? \ . ^'gliiadlii Pnrsle es nnbesirillen sein, Pis; Pie .uiPeit iidt km LanPlvirisdlail imP z»m t'>ot lenh.i» ebenso e i o n e » , mie \ •,» irge»P>veld>en anPeren Bernlen. linier 'Ball :ji ttu;‘tJ:ci:n:n ein a>I er bau mip vielnuilnus ib> nde - g n> .>!-. nna iinng hier;» hat es niemals eingebngt. tr's gibt heute in Te»t'-l> Los vom Waschtag im Hause! x Die I lausfrau tlenkl lregt/utage irivlrt mehr daran, vmm'm Kraft, /.eit »ml erlielilidic Kosten .in »ine der m Iiw , r-im Artieilen d. I lauslwlls zu verschwenden, lis ist ja für sie viel liec,»einer und amli bedeutend lijlliuer. dir.- Was. Ire in kur-/»-ieV I rw "!-»»->- weill Rewastlien, sdionencf Ireliaildelt und preiswert nadi < iewidit beredmet wieder zur I l.md z» haben. ■ ' ‘ Dafür sur»l in vorbildlidier Weise , Großwäscherei Hayungs Die Hilfe der Ha.usfra.uS lansü I >i tike illVitfue r Nrufu- .“<r 00, 1701.1703, 170 1,1705