Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-06-01 · 5 (1.6.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
5 (1.6.1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/4916913-5966047-5966065--056-4916959
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

liche Ganzheit, muft jedem (»üben, jeder Jüdin anfgchen, jeder muh dura» tcilhaben. Tas Leben in einer Gemeinde ijl nicht ein bloßes In ihr Berweilen, sondern es bedeutet: Teilnehmen an ihren» Lebensäbianf. Es bedeutet für den Ariden aber auch, ihr, der Gemeinde, Anteil zu geivrihrrtzi an seinem Lebensäblans. Tic Gemeinde und der Einzelne, sie beide sind ans gemeinsames Leben, aus ein Leben der Gemeinsamkeit angewiesen. „Biele Einzelne, ja selbst die Gesamtheit der Einzelnen sind noch nicht die Gemeinschaft" (Nosenzwcig). Ihr Tat wirkender Tinn muh evident sei», er muh gelebt werden. Es gilt auch hier das berühmte Wort von den Frauen, das behauptet, die Besten seien die, von denen man am wenigsten spräche: Wie schlecht es um die jüdische Gemeinde steht, zeigt sich daran, wieviel von ihr und in ihr geredet werden muh.. Tenn dann nur sind die Tiinimcn gut, v "iiieim Tchweigsainkeiten sie begleiten, Wenn hinter dem Gespräch der Tailen Geräusche bleiben wie von Blut. Und bang und sinnlos sind die Zeiten, Wenn hinter ihren Eitelkeiten Nicht etwas waltet, welches ruht ... (Rilke). Es bleibt die Frage: Erfüllt heute die Gemeinde ihre Ans gäbe? £ber sind über all dem Gerede die Zeiten „bang und linnlos" geworden? DelegiertentagderdeutschenflgudasIsroel. Leipzig, Tonntag, den li>; und Montag, den Mai wurde' in Leipzig der Telegiertentag der deutschen Agndas Jisroel nuler Borsitz von Oberrabbincr Tr. Tpitzer Hambnrg abgehalien. Tem Prä>idiuin gehörten, anher dem Borjitzeuden der L rganijatiö», die Herren Gcmeinderabbincr Tr. H o s f m a n n - B r e S l a n und JüliusLöwenthal-Eschwege an. "Nach den Begrüßungsansprachen wurden nacheinander Berichte seitens der Leitung der Landesorganijation, der Paläjtinazcntrale, der Jugendorgani salivn und des Kricgswaisenfonds der Agndas Jisroel erstattet, während der deutsche Keren Hathora seinen Bericht gedruckt vorlcgte. Tie Einnahmen und Ausgaben der verschiedenen Jvnds wahrend des Jahres WW belaufen sich aus annähernd L7>»n»»>, Mk. "Namens des Geschäftssührenden Ansschusses der Weliorgani jaliou der Agndas Jisroel sprach Tr. Pinchas Kohn Wien. In der auhervrdentlichcn lebhaften Generaldebatte,' die sich an die Belichte anschloß, bildere, den Mittelpunkt die Tislnsjion über den tz -l der Agndas Satzungen. Tiefer Paragraph schlicht ans den zentralen Organen der Gesamt Agnda Angehörige solcher Organisationen aus, die im „prinzipiellen Gegensatz" zur Agndas Jisroel stehen. Ter Paragraph wurde von der erste» tckenessio Gedaulo auf Antrag der Tlvvakci Telcgalion geschussen und rich tet sich gegeit den Misrachi. Tie Berhandlungen auf dem Tele giertcntag endeten mit der Annahme folgender Nesvlntion: Ter Leipziger Telegiertentag der deutschen Landesorganija tion der Agndas Jisroel ist der Ueberzelignug, das; eine :>>e Vision der Satzungen der Weltorganisation zu den wesentlichen Ausgaben der komnleltdell Kenessio Gedaulo gehört. Tie Bestimmungen des S I über die Wählbarkeit in die zen traten Bertvaltnngsorgane der A. I. entsprechen in der Ans legnng, die sie gefnnden haben, weder dem Wesen noch dem Zwecke einer Go(ns Organisation, im Tienste der Gesamtheit des thoratreue» jüdischet» Bolkes. Tie Beseitigung dieser Be stimmnngen durch die .ttenessio Gedaulo erscheint dem . Tele girrlrntag als Lebensnolwendigkeil für die Erhaltung und die Erweiterung der gesamten Aguda, insbesondere aber der deul lchen Landesorganisation. jüdisches Altersheim Dremen. (Ans dem Jahresbericht der Israelitischen «Gemeinde für I'.tW.) Tic..Administration des Jüdischen Allersheims Hai im Be richlsjahrc l iveiblichc und Ö »lännliche Personen ldarnnter -'"ans Bremen) neu aufgenomnien: ansgeschieden sind: durch Tod und eine durch Abreise nach Amerika, so das; das Heim Ende t'.i.’s 13 Jnsasfc» anfzuweiscn hatte. Tas Jüdische Altersheim arbeitet seit dem l. Januar Hi.'* vollkommen selbständig, ohne aus einen Jnschnß der Gemeinde an gewiesen zu s^in. Tic Bcfürchlnngen, das Altersheim könnte »» screr Gemeinde eine teure Last iverde». haben sich dank der vor trefflichen Arbeit der Mitglieder der Adminislralioii nnd des Berivallungsrals nicht nur nicht beivahrbeiiel, sondern geradezu ins Gegenteil verkehrt: obivohl die Gründung des Heims 'erst r»e> Jahre znrnckliegl, war der Berivalinngsral imstande, der Ge nieinde sorlgesetzi Nnckzahlnngen" snr das durch den derzeitigen Ankauf von Gartenland investierte alapilal zu leisten, und es ge reicht »ns zur besonderen Jrende, bekannlgeben zu .können, das; diese Jnveslrernngen mit Beginn des Jahres lvollständig aüs geglichen worden sind, so das; jetzt nur noch die beim Ankauf des Grundstücks übernommene Hnpoihek im Betrage von '•non Mgrk nbrimzeblieben ist. Auch diese Hypothek Hai die Adminisiralion des Jüdischen Altersheims als eigene Tchnld anerkannt rmd^jich . der Gemeinde gegenüber verpslichiet, snr Abiragnng besorgt zu sein. ")Nil welch glücklicher Hand die Mitglieder der Adininisira tion arbeiten, beiveisl wohl am besten die Tatsache, das; dem Alters heim für unser Grundsluck Gröpelinger-Heeritrasze 1 *17 laut Be schluh eines Hoheit Senats vom Februar Ivöllige Be frciung von der Entrichtung der Gebäude und Mieisslener ge währt worden i;i: das; ferner die Tirckiio» der Tparkasie kürzlich einen Betrag von 11Mm* Marl neben vielen anderen Ttislnngen für gemeinnützige bremische Anstalten auch snr das Indische Alters heim zur Beringung gestellt hat . - In einem am i'ii. Jebrnar datierten, ap die Adminisiralorin, Iran Auguste M i ch e l, gerichteten schreiben hat der tgemeinde Vorstand den Tank der «Gemeinde mit folgenden Worten znm "Ans druck gebracht: .. Tiese Leistung ist um so anelkennensiveriei, als seit der Gründung unseres Heims noch nicht vier Jahre vergangen sind nnd sie zeigt so recht die nnermüdliche Arbei'tskrast. die insbchon dere Tie, sehr geehrte Fra» Michel, diesem Werke gewidmet haben, das der Tiolz npseret Geineinde ist. "Nachdem wir seit dem I. Januar l'-i-' begonnen hauen, die gesamte finanzielle Berivalinng des Altersheims ans der Ge »rcindeverwallung heransznnehmen und "Ihre.Adminisiralion bziv. den Berivaltnngsrar mit der selbständige)! Abivicklung sämtlicher sinanzielle» Angelegenheiten des Alierslieims zu be trauen, bat sich trotz der sich durch die allgemeine lönischasi ' liche "Not Ihnen entgegeniurmende» Tcknoierigteile» eine Aus ivärisentivicklung gezeigt, die geradezu in Etsiannen setzt und die Ihnen und Ihren Milarbeiierinne», speziell J-ranlein Rita I a c v b s o-,n und Iran Therese T ch r a g e n h e i m , alle Ehre macht »nd Ihre vorlressliche J-ahigkeu, im tgroszen;n wirken, nnd daneben die »nnst rationaler Wirlichastsinhrnng seitens "der Tanien des Perivallnngsrais deutlich vor Augen snhri. Wenn es »ns auch bekannt ist, das; Tie niid Ihre Miläibei teriuncn keinen Tank snr all Ihr Miihen ivollen, solchen viel mehr i» der Tatsache erblicken, das; unser Indisches" Allersheim sich trotz seines kurze» Bestehens iilu’ii der Anerkennung ineiier .Nreije erfreue» dar;, jo können wir es uns doch nicht verjagen. <, Ihnen, sehr geehrte Iran Blick,ei,;n de,» srolien Ereignis, das; der Betrieb des Altersheims gleichiani de» stinderschnhen oni-. wachsen nnd sich ans eigenen, gesicherten und selbitandigen "Boden gestellt hat, nnsere Anerkennnnng nnd unseren antr innigen , Tank sitl alles bisher Erreichte ansznipreckien J Mit Ihnen wünschen wir, das; Ihre Abürlnen hinsichtlich de-.-. Ausbaues »iid der Bergroszernng unsere ickume» Heinis iii iiickn allzuferner" Z>eil tu die Tai »mgeieni iverde» tonne» nnd das;.-es Ihnen allen vergönnt sei, im »'euerei, Ansbliilien de-- Heiligden schönsten Lohn snr alt .ihre Bemuhnngeu zu smde», den Tie in> Tiensl der jüdischen Alietegiirsorge "leisten. Tas walte lNou!" 'e —,_ DerichtdesHilfsvereins der Deutfchen^uden Abteilung Bremen über die Tätigkeit im y ^abre 1 §28 bis zum 1. 4. 1 §29. Anch ui dem Berichtsjahre -l'.t-' war die zn leistende Arbeit iviedernin sehr iuannigsack>e> Ari. Wiedernni galt e-.-, den Anivanderern bzw. denen, die Eivlas; in Amerita »irbi gesunden halten, beiznsiehen. Wie bisher, ivn.rde dieier Z.iveig der Jniiorg, nieislens auf Beranlannng der großen aurerilaniirlien National Eo'nneil vf Jeivish Wome» a»-:-^enbi Weiler galt nnsere J-uriorge den in den Llorwl,allei" in der Hemmslrasze nniergebrachle» jndinlien Ueberliegern, deren "Z,hl >n> Berichlsjahre von :l^ ^ini Ll geinnlen iii . T>e J-nriorae für die gestrandeten Emigianten, "die >r>i, al-.- lleberlieaer bezeirlr neu, bildet natnrlirh, rr»- rinnier, den tgegeniiand unserer beionde re» Aufluerksamkeit. Tie schnlp»l»"l>ligen aiindei beinckien lnenge FRANZ JÜRGENS Fernsprecher Domsheide 276 77 BREMEN Auf den Hafer» 71-74 Grofye Ausstellung modern eingerichteter Wohnräume * Klubmöbel * Einzelmöbel Meine Einrichtungen zeichnen sich aut durch Qualität und Pretswürdjgkei! Fachmännische Beratung . Besichtigung unverbindlich und gerne erbeten « Durchaus solide Arbeit » Langjährige Garantie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.