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Der Schild · 1938-01-07 · 1 (7.1.1938) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
17 (1938)
Issue
1 (7.1.1938)
Date
1938-01-07
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ZUR GROSSEN ARMEE Hindenburg O.-S. Am 28. Dezember wurde unser Kamera«! Siegmund S o'r k i, der plötzlirh im Alter vnn 65 Jahren starb, zu Grabe ge: tragen.! Er h|it aktiv beim Gren.-Regt. 11 gr«)ientL und'de» ganzen Weltkrieg als Sanitäts- I ntoffiz. miig< mac ht: als solcher wurde er auch verwundet. Er besaß das EK. II nnd das Oldenburgisehe F-riedr.-Aug.-Kreuz. Unserer Ortsgr. gehörte er sowie seine beiden Sohne seit Gründung i. *und hat gern an ihrer Arbeit teilgenommen. Wir werden ihm ein treue» Andenken bewahr rn. Essen. I)w*j hiesige Ortsgruppe beklagt dep Ti»d der beide*! Kameraden Emil Homberg uiul Heinrich Müller. di» in vergangener Woche unter großer Beteiligung zu Grabe getragen wurden.* Kam. Emil | Homberg, der Mitbegründer der hiesigen Ortsgruppe war, starb im 62. Leben*»- jah r. Er war Inhaber des Frontkreuzes. EK. II und erhielt fijr «eine Mitwirkung hei der Niederschlagung kommunistischer Inruhen im Mi T7 1920 vdn der Essener Bürgerwehr die Silberne Kalkfei-Auszeichnung. Kam. Heinrich Müller, der mir ein Alter von 4t) Jahren erijcichr hat, ging 20jahrig an die Front, avancierte sehr schnell nnd wurde wegen seines tapferen \ erhaltens 1916 zum Leutnant befördert. I Gailingen. Im Jüdischen Krankenhaus Gailingrn verschied im Alter von 61 Jahren Kam. Berthold S i ♦ g b e r t aus Waldshut. Kam. Sirgbert war ihn Felje bei einer fliegenden Division und trug eine schwere Verwundung 'davon, an deren Folgen er nun gestorhen ist. Den Angehörigen iin«cr herzlichstes Beileid. Dresden. Die Ortsgruppe betrauert das Hinscheiden ihres Kam. Max Stahl, dem sie ein ehrendes Andenken bewahren wird. EHRENTAFEL JÜDISCHER FAMILIEN Arnstadt. Frau Bertha Ehrlich beging am 1. Januar 19. 8 in'voller körperlicher und geistiger Frische ihren 78. Geburtstag. Im Weltkriege hatte iie fünf Söhne an der F r o n t. Einer hiervon i-t im Oktober 1916 an der Somme gefallen. lialdenburgj (Greitzm.). Frau Dorothea Michaelis feiert am 12. Jan. d. J. ihren 8(f. Geburtstak. Sie ist Mutter von vier Söhnen, die alle vjier Frontkämpfer waren. Einer von ihtien ist lOOprbi. kriegsbeschädigt. Für ihre \endienste besitzt sie selbst die Rote- Kreuz-Medaille- Wir wün«r?hen ibr einen gesegneten Lebensabend. l-eer. ln i der Neujahrsnacht verschied in Oldersum die Mutter unseres Kameraden Polak im beinahe vollendeten. 89. Lebensjahre. Von ityren vier Söhnen, die alle aktiv gedient hattenmachten drei den Krieg an der Front milrKam. Jacob P. diente bei Kriegsausbruch von 1912—1911 aktiv und war somit sechs Jahre Soldat, wurde mehrere Male verwundet-und verschüttet? und besitzt das EK H. Isaak und U illy P. waren euch von Anfang an Fehle, an der We*»t- und Ostfront. Hier1 feierte unlängst Frau Mina i e r g e r Ww. ihren 78. Geburtstag. Sie ist 'iohl die einzige jüdische Frau, die während de« Weltkrieges d r-e » Söhne in 0> t a f r i k a hei der Truppe des Lettow-Vorbeck hatte: es sind Brüder Theodor. Alfred und Josef n*r. Wie uns mitgeteilt wird, waren Mannheim. Freuden! _D.e ii t s c h Geiferals dies die drei Frendenberg alle drei veiwundet and erhielten das EK II. Den 90. Geburtstag feierte am 6. Januar der All veterin Samuel Brav mann, Unteraltertheim (I layern). in körperlicher und geieti- Drei Söhne, von denen einer und ein Schwiegerger Frische. 1915 den Hrldentod fand, aohn waren im F eitle. KAMERADSCHAFT! Der jeder verban I, Ortsgi e 1 den erwagi •chaft i s t Ofen auch Ein Mgknwort von Kam, Dr* Fa Ortsgruppen Vorsitzen der and landewportleiler Mi Die häufigen Beric *te im „Schild4* über unsere Kriegsopfervera istaltungen im ganzeu Reiche sind ein Anlaß cu rechter Freude: Ein rege* Leben i*t e*, das da in den Ortsgruppen erblüht. E» ist hier wi« mit dem Gedenken an unsere' gefallenen Kamiraden: das Ende des Großen Kriege» jahrt * ch bald zum 20. Male, nnd statt daß die Erinnerung an sie nach so langer Zeit zu verblassen beginnt, vertieft und verinnerlicht *ie »ich v< n Jahr zu Jahr. — So ist es mit dem Kameradschaftsgedanken in den Kriegsopfergruppen des Bundes: Gemeinsames, unvergeßlich?» Erleben Jamals draußen, und der Ernst der Zeit und gleiches Erleben jetzt hinden uns Kameraden) immer fester aneinander! So ist es. und so sol es »ein! Der Fronthund ist Krin „Geselligkeitsverein’N zu dem man gehen ocer von dem man wegbleiben, kann, wie es eiircm beliebt! Die Kameraden gehören zusamm *n, und der wäre kein rechter Kamerad, der glaubt, seiner Pflicht genügt zu haften, wenn er seinen Beitrag zahlt: ein Kamerad, der 'nickt zahlt, Veil er nicht zahlen kann, aber zu u^s kommt und Anteil an unserer Arbeit nimmt, ist wertvoller als ein solcher, der zwar, zahlt, aber beharrlich fernbleibt und dadurch seipen Mangel an Interesse bekundet. I Und „obere Zehntausend*4, eine „haute volee4*, gesellschaftliche Unterschiede irgendwelcher Art hat es hei uns im i Frontbund nie gegeben und darf es nie gebjen: Ein jedej* ist Jtamerad, mag er Dun Kaufmann, Handwerker, „Studierter44 oaer — gar nichts sein. Wohlverstandene Kameradschaft läßt alle Kameraden im Bunde gleich gelten, ebenso wie draußen der Dienst alle gleich machte und es cl enheim, Halle a. S. itt Identochlaiid im Sportbnnd Bundesvorsitzende führt den Bund, 1 .andesverbandsvorsitzende seinen Landesjeder Ortsgruppenvorsitzende seine rippe aus reinem Idealismus, aus tloien Pflicht- und Kamerat f ü h I. Die einfachste Kameradschaftsi tig lehrt, daß dagegen die ganze Kameradin treuer Anhänglichkeit gesehlosinter ihn gehört, insbesondere Anteil seiner Kriegsopferarbeit nimmt und d a renn er ruft. Daheim hinterm warmen u sitzen, ist für j e d en bequemer — f ir den Ortsgruppenvorsitzenden! Dafi der s t e kamer i heiten sehen Ortsgr ii seiner Oh« den. nicht Vereint einzig i schaft nicht 4 nur darauf ankam. obj unter dem Waffenrock ein gu|es Kaföeradenhgrx schlug. Das Kriegsopferrech!; Verbesserungen f^r Renlenbezieber. Nach den bisherigen Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung 1$ 1274) ruht die Invalidenrente neben Beschädigtenrente nach dem Reichsversorgungsaesetz bis zur Höhe der letzteren, soweit sie Jin 25,— monatlich übersteigt. Das Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung vom M. Dezember 1937 bestimmt nunmehr, daß das Ruhen der Invalidenrente nur eintritt, «oweit die Kriegsrente JMf 50,— monatlich übersteigt. Damit tritt also Augu >t Heim beim 'Schild* ist ein rechter Ortsgruppenvorsitsenf|ir seine Kameraden und Kriegsopfer d a mit warmem Herzen und gutem dschaftlichen Rat in allen Angelegendes täglichen Lehens — vier Augen mehr als zwei, und in freundschaftlicher Atissp ache kommt Licht in Dunkel und manch -» schwere Los trägt sich leichter. Der ppenvorsitzende als getreuer Eckart Kameraden — das ist die Idealfigur Ortsgruppen Vorsitzenden! alle Ueberheblichkeit, darf gesagt weraß dem Fronthund im Judentum sich an die Seite stellen kann, weil sonst keine gung über eine solche, durch gleiches, rtiges Erleben geschmiedete Gemeinverfügt, die in schöner Selbstlosigkeit weiter erstrebt als Andenken der gefallenen Kameraden pflegen, unsere Kriegsopfer nach besten I räften zu betreuen und ein Bund von 1 ameraden in des Wortes bester Bedeutung sein. t er, und das soll er bleiben! . Levy und Adolph Kornberg. Hesse nnd dienten heim 77., Levy und Silhermann Inf.-Regt. eine Verbesserung für Kriegsrenten ein, die Spruch auf Invalidenrente haben. Betr. Aerzte-Kameraden Die Kassenarztlfche Verband der Angestell neuen Vertrag ahgesch vereinbart worden ist,- im Sinne der Aerzte diejenigen Bezieher von gleichzeitig einen An- Vereinigung Deutschlands hat bekanntgegelien, daß sie mit dem en-Krankenkassen einen ossen habe, in dem u. a. daß die Zulassung der Nümbe 'ger "Gesetze jüdischen der Ersatzkassenzur Ausübung Praxis mit dem 1. Januar 1938 erlösche, gleich viel oh diese Aerzte ku den Pflichtkrankenkassen zugelassen sindj oder nicht. Wir weisen hierauf in dieser Stelle hin, weil -sich diene Regelung im wesentlichen auf solche jüdischen Aerzte bezieht, die die Zulassung zur Ka«senpraxis auf Gruhd ihrer Frontkämpfer- Eigenschaft behalten haben. Harburg-W hg. Herr Prediger Alfred Gordon konnte hei Durchsicht 'alter Gemeindeakten die Feststellungen des damaligen Gemeinde-Vorstandes über die Kriegpteilnahme jüdischer Sol* daten am Feldzug 1870/71 aus der Gemeinde Harburg finden und uns übermitteln. Es standen aas der damals 150 Seelen zählenden Gemeinde fünf Söhne unter den Waffen, und swar David Hesse, Julius Heine, Adolph Silhermann, Gedenkfeier in Oranienburg O »anienburg. In . der festlich geschmückten Syna;oge fand am 2. Januar 1938 die Ge* denkfeier aui Anlaß de* 100jährigen Bestehe as der Synagoge statt. Das Gotteshaus konn :e die zahlreich erschienenen Mitglieder nah und fern nicht fasten. Mit dem Ma vorgetragen vom Chor der Hermsdorfer foge, wurde die Feier eingeleitet. Nach Minchagebet sprach vom Berliner Gemeit devorstand Herr Morita Rosenthal. 1 am. Dr. Max Baerwald, erster Vore ider der Synagoge Oranienburg, gedachte der Gefallenen des Besirks Oranien- Die Gedenktafel war festlich* geschn ückt. I err David Heimann, Frohnau, Vor sitzryider des Religionsvereins der nördlichen rte, richtete herzliche Worte an die Ver-* leiten. Die Festpredigt hielt Herr Rah- Dr. van der Zyl. Unter den sahlen Gästen befand sieh unser Kamerad Dr. L e s s e r , Vors, der Ortsgr. Prenslauer vom Reiehsbund jüdischer ntsoldaten. Mit dem Adaun Aulom die Weihefeier ihren Abschluß, ormittags 11 Uhr fanden sich die Mitglie< er zu einem Gedenken der Verstorbenen dem Friedhof ein, wo Kam. Erich ■ h * a s Worte des Gedenkens und das Kad iischgehet sprach. von tauw^i. Syn dem burp Vo sami hin reic( Frit Berj F fanc auf M a C lefredakteur und verantwortlich für den Inhalt: D . Hans W o II eü berg, Berlin-Wilmersdorf; ft r den Anzeigenteil: Dr. Martin Isniki, Berlin W 50. — D.-A. IV. Quartal 1937: U 762. Druck: M. LoBmann, Berlin-Hamburg. 1

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