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Der Schild · 1937-12-10 · 50 (10.12.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
50 (10.12.1937)
Date
1937-12-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 50 / 16. Jahrg. Berlin, 10. Dez. 1937 Preis 10 Pfennig H ERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH Beiblatt t „DIE KRAPT ScbrlftMtaog und VcrUgi Reldiabttod JQdUcfae r Fron Redaktion»” a. An*ei$«tt»Alo6 Jeden DteneUg tot l ^rtcfael^i DenigBpreUi RH 0,40 monatlich nuflgUcfa P> >»tbe»i Anselgentaril dnrdi die Aneeigeovei waltxmg i Bepi Iden offiziellen Mitteilungen Offizielles Organ des Schild, Spotthund it^oldaten E. V. Berlin W IS. Kmfflntendemm 200. Fernruf 91 ,en. Fflr unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr übernommen it^llgeld. Anzeigen preis, DU 9 gespaltene Millimeter. ZeOe Verlag. Benski ä Pakascher, Berlin W SO. Regensbnrge^ ", :h iii es (9fJV0**e J** Zeichnung Adam Unser Kam. Carl Anker, Hamburg, üjbfcrläßt uns freundlicherweise seine 1 i.ere s; fiten Erinne-ungen aus der großen Dur hbruchs-Schlacht bei Cambrai I >17 nqcii seinen Krlegstagebuch-Aufzeichm ngen. In der Nacht vom 16. zum 17. November <amen wir, die 8. Komp. I. R. 84, von Noy:I I lach vorne auf Wache. Ich hatte ein :n Ui t :riffizier-Posten, also mit 6 Mann eii e W. c lie 11 ür mich. Um 8 Uhr abends Karner wir im 1 Uhr zog ich mit meinen 6 Mann rt; ’o'rne in die Feldwache. Drei Löclicr, je inr 2 Mann, in Abständen von c;. 30-1-110 ' chritt, nahmen; uns auf. Ich, als Wapl t- I ahender, hatte beständig von Loch zu Ljo:h vu patrouillieren; dieses Vergnügen dautzite i is früh um 7*/* Uhr. Dann wurde e: so ht II, taß man von hinten Uebersicht über das .ges imte Gelände hatte, und wir zogen uns ä if «in anderes größeres Loch, das „Qruppmi; est“ ca. 20 Schritte weiter hintei i zurl'r k md blieben dort von früh um 7>,g bs aben 1s < Uhr; — dann wurde es wieder s< dunk I, taß die Posten besetzt werden muß en. Vom (iruppenuest wurde durch einen Man i Post » gestanden; von hier aus ging auch ein Virindungsgraben nach hinten, — ca. 6! 0 nw ir F eidwache —, wo ein tiefer Unters and n it cein Wachthabenden und der Ablös mg lar. V on abends 6 Uhr lagen wir wied :r von e :nif Posten, ca. 48 Schritte vom englischen Graben entferrt. •* iach Einsetzen der Dunkelheit erhie Iten w ir Verpflegung. Um 1 Uhr Nachts kan unse e Ablösung von der Feldwache, nachi em w ir nlso 24 Stunden vorne gewesen. Zwei mal 7 Stunden hintereinan 1er a if ' osten, ohne Bewegung, lautlos, in denkb; r jachster Nähe des Gegners, am Tige ein lager auf hartem Brett, in freier Luft, nur e n Stück Wellblech gegen Regen üb x de n Förper! Nicht rauchen, tagsüber der Qualn, nachts der Feuerschein! In der Nacht vom 17. zum 18. wirde icii a Iso abgelöst, kam kurz nach 1 Uhr in d« r F eidwache an und konnte bis früh un 6 Ut r s rhlafen. Da wurde alles alarmiert. E ne 0< - j altspatrouille kam zur Durchführur g. L regermann, Lt. Störzel, am Tage votier bifi irdert, und noch einige andere (iffiziei e li iteten die Sache. Artillerie, Minenui d Grs - n itwerfer riegelten das betreffende et glisch: Erinnerungen an die Tankschladit bei DER fcfelEOSO des Re chsbundes PM 046. SttaSa 21. T FER - ABTEILUNG jüdischer Frontsoldaten SS 7tv Poat» btcki Berlin 16142, Ttktfrtmmanecfarift» Schildkamemd. 1 idNtdwlkiinuii ohaeVendralden kelnVergOtiiogMaspnidL Sft ilenantfebot« nid -Oe^ndsa, FemlHmanw.tgeq RM 0,10. F«tMpffdwr i 24 66 97. Poatsdwck i Berlin 325 29. ■ambrai Grabenstück ab, die Patrouille drang vor, sprengte den Draht und brachte einen Vizefeldwebel und 6 Mann als Gefangene zurück. Wir selbst verloren Lt. Störzel als Totin und mehrere Verwundete. Der Gegner erwiderte unser Feuer sehr lebhaft, und auf einms 1 kam von vorne der Befehl: „Verstärkun j nach vorne, der Feind macht einen Gegenargriff“. Ich mußte mit meinen 6 Mann vor, stürmte los, traf aber unterwegs schon die zurückkehrende Patrouille mit den Gefangenen — die Verstärkung sei nicht mehr nö.ig. Also wieder zurück. Hpt. Soltau verhörte die Gefangenen, die bald nach hinten abgeschoben wurden, und nach einer weiteren Stunde Alarmbereitschaft hatten wir den Tag über wieder Ruhe. ln der Nacht vom 18. zum 19. Noveirfber mußte ich um I Uhr nach vorne zur Ablösung. Die. Nacht war ruhig, es fiel fast kein Schuß. Am 19. früh 9 Uhr, während wir im Gruppennest standen, bemerkte ich 2 Eng- * länder an ihrem Drahtverhau. Am hellen Tage gingen sie aufrecht herum — für un; unfaßbar. Ich beobachtete sie eine Zeitlang und vertrieb sie dann durch ein paar Schlüsse. Mittags um 12. Ich war unruhig geworden, verließ mich nicht auf meinen Posten, st ndern paßte selbst auf und sah wieder 5 Mar n am Draht herumlaufen. Ob sie die von uiserer Patrouille gesprengte Lücke besichtigen oder ausbessern wollten oder was sonstf ich vußte es nicht. Ich alarmierte meine Leute, und wir gaben eine ruhig gezielte Salve ab, worauf sie verschwanden. Ich meldete den Vorfall »ofort nach hinten. Um 6 Uhr abends am 19. zogen wir wieder auf Posten. Bald kam der Feldwachhat ende, Vizef. Sörcnsen und meldete mir, hinter sei alles in allerhöchster Alarmbereitschaft. Beobachtungen und die Aussagen der Gefangenen ließen vermuten, daß für den körn menden Morgen ein großer Angriff bevor stände. Die Gräben seien voll, alle Res:rvan seien herangezogen, auch alle höheren Stäbe etc. seien weit nach vorne geschoben. Dabei j gab er mir gleich Instruktion, bei einen in- < fanterie-Angriff unbedingt zu halten, bei Artil- , leric-Feuer mich langsam zurückzuziehen Na.'y dachte ich, denn man los! Aber die Nacht auf den 20. verlief wieder absolut ruhig. Um 1 UW wurde ich abgelöst und fand die Feldvach dicht an dicht oesetzt. Hptm. Christiansen unsere Kompagnie übernehmen sollte Simon und viele Leute hatten jeden Winkel dicht besetzt. So gut es ging, hockte ich mich! mit meinen Leuten irgendwo hin zum Schafen.4 Am 20. früh 6 Uhr alles raus, gefechtsbereit, Handgranaten, Munition etc. .. Ich arbeitete Schützenstände aus, damit für griffs jeder Mann Licht- und Es blieb alles ruhig. Um < die Alarmbereitschaft sei zu -1 den Fall euies Schußfeld / habe 7 Uhr hieß es,, Ende, die Leute" können zur Ruhe gehen. Ich Sprach aiit Vizef. Sörcnsen, na, nun sei cs hell, uni es sei nichts mehr zu befürchten, es sei wieder jnal blinder Alarm gewesen. Da, mitt< n im Satze — das werde ich wohl nie vergessen — wie ein einziger dauernder riesiger lllitzschlag in allernächster Nähe ein achlagartl ger Angriff riesiger Artilleriemassen. Alle Schi sse sausten über uns hinweg,,’ gingen in unser« vorderste Linie und weiter nach hinten zu unseren Reserven und zur Artillerie. Ich sah nach hinten. Es war, als sei Weltuntergang, ein furchtbares Krachen und Sausen; der ganze Horizont war, trotzdem Cs Schon he I war, blutig rot von den platzenden (Granaten, berstenden Schrapnells. Im Nu wurde durch diesen schlagartigen Angriff hinten alles 2usammei geschossen, — es feuerte eine Unzahl Gest hütze gleichzeitig und so andauernd, Nvie ich nie vorher gehört. „Aha“, sagt (Sörensen, „das ist die Vergeltung“. „Nein“, sage ich, „das ist viel mehr, das ist der n g r i f “1 > Unsere'.Leute waren von selbst alle heraus Kind auf ihren Ständen. Das riesige, nicht zu Uberbietepde Trommelfeuer hielt an; aber auf uns, die Wir so «weit vorne lagen, fiel nicht ein Schuß. Plötzlich liefen von vorn auf uns Leute zu./Unsere1 M.G.’s setzten mit rasender Schnelligkeit ein. „Halt, halt“, brüllte ich, „das sind ja unsere!“ Unsere Wachtposten von vorne ka/nen an, Sörensen stoppte uns^r M.G.- Feuer und die Leute kamen richtig zu uns in den Graben. Wir st tnden und warteten. Nichts als das andauernde ungeheure, fürchterliche Bombardement nach hinten. Ich bereitete mich auf mein Ende vor; denn , daß nach dieser kolossalen Vorbereitung ein gewaltiger Stoß erfolgen würde,, war mir gewiß. Die 3 Jahre Krieg zogen! blitzschnell in Gedanken vorbei, — na, und (dann stand ich da: schußbereit, totbereit. Alles war ruhige Entschlossenheit, kalte Vernunft, zielbewußte Energie. Das Feuer ließ nicht nach, es lag dauernd in unerhörter Stärke hinter uns. Der Engländer mußte hunderte Geschütze aufgefahren haben, die ohne Pause das entsetzlichste Trommelfeuer unterhielten: Da tauchte vor uns*1 aus Nebel und Rauch v etwas Dunkles auf. Ick Sah etwas Großes, Schwarzes. „Das ist ein Tank“ s: gt Sörensen so ruhig wie nur w^s.Wahrhaft g, jetzt erkenne ich es auch. Langsam aber sicher schiebt sich das Ungeheuer feuernd und krachend auf uns zu, entsetzlich wie e|n unabwendbares Verhängnis. -w I

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