Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 49 (3.12.1937)
- Date
- 1937-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 49 / 16. Jahrg. Berlin, 3. Dez. 1937 Prell II Pfennig H E RAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH * Beiblatt: „DIE KRAFT MH! |)EN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN tiRTM! Offizielles Organ des Schild. Sportbui DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG id des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten ScbrlAkttnoS oad Verlag: Rdcfaabtmd J Redaktion*' n. AnxalgansdilnS |ad«a Dienstag tot Besagefreta: RM 0,40 monatlldi miflglldi Anseigäitartf durch die Antalgenrerwalhing« 9* B. V. Berlin W IS, KurfOntandamm 300. Fernml För nnrerlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewihrjo Anzeigenprelei Die 9 gespaltene Millimeter. Zelle t Verlag, Beneid g Peknsdier, Berlin V SO, Degemhiwglta SS 71. Postscheck, Berlin 76143. Telegrsmmsnsthrlftt Schlldksmered. bemommen. Bel Nldtillefcrnng ohne Vcrecfaolden kein VergQtnngzenspmch. RM 046. Stellenangebote and - Oeeache, Fsmlllensnzelgen RM 0,10. Strebe 31. Fernsprecher i 34 66 97. Postscheck ■ Berlin 33S 39. Eine le fOr rrontbund Gruppen Von Kam. Pr. Leo T Jt Lj. „ „ /r.i- Bundesvorflfzindir dis Rtid i LOwenj Tein, Vorfltzmder dis Sportbundei Als Frontsoldaten haben wir einst gehörnt, in jeder Lage den Tatsachen nüc item |und entschlossen ins Auge zu blicken. IJnsei dische Jugend zu hartem Tatsache isinn und fester Entschlußkraft heranzubilden, war und ist Erziehungsgrundsatz im Sportbunil „Sc lild“. So wollen wir — Frontkameraden i.nd Sportkameraden — auch heute die Situition klar ins Auge fassen, die Tatsachen, wie sie li :gen, erkennen und unsere Entschlüsse darauf einstellen! Das dringlichste Gebot der S unde ist mit dem Wort „Auswanderung“ Umrissen. Auf diese Notwendigkeit I aben wir uns eingestellt. Die Zahl der in die verschiedensten 'Weltteile ausgewanderten oder jn Auswand« rung begriffenen Kameraden und Sportkamei aden -ist groß und wächst weiter. Auf den Gebiete der Einzelauswanderung, um de es sich hierbei handelt, ist durch den lilfsverein der luden in Deutschland außerordentlich viel geschehen. Man kann sagen, daß wohl alle personellen und materiellen Kräfte unter Führung des Hilfsvereins so weitgehei d in den Dienst dieser Sache gestellt wurden, als es nur möglich ist. Die Bewältigung der Aufgabe ist nun so ungemein schwierig, dait ma l die restlose Anerkennung des auf diesem Ge siete Geleisteten sich nicht dadurch trüben kssen darf, daß vielleicht hier und da Einzelne init der Förderung ihrer Auswanderungs ingele genheiten nicht vollauf zufrieden sein sollten. Wer die Dinge von der Leitung einer grsflen Organisation aus zu übersehen vermag, wird bezeugen müssen, daß das denkt ar Möglichste zur Förderung der Einzelausvande‘ilng geschieht und daß (lauernd an der roch möglichen Verbesserung gearbeitet wird, \frir schulden dem Hilfsverein aufrichtigen Dank für das, was er zahlreichen Mitgli :dem unseres Bundes und Sportbundes an! :örde ung hat zuteil werden lassen. Und Dank schulden wir den jüdiserhen Frontkämpf erb ünder in England und seinen Dominions sowie in c en Vereinigten Staaten für das, was sie an kameradschaftlicher Hilfe für unsere Au;wände'er getan haben und tun.‘Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten selbst hat in zahlreichen Fällen auswandernden Kameraden auch I zu seinem Teil mit Rat und, soweit es sfeine bescheidenen Mittel gestatten, mit der 11 at geholfen. Ein anderer wichtiger Zweig der A uswände rung führt nach. Pa 1 ä s t i n a . Hier hat (las Halastina-Amt eine umfassende Arpei't ent wickelt. Gerade jetzt denken wir an so tm derang / a iina Ölö d SportDund Rundesvorfitztndsr dis Rtid sbandts jüdifihtr Frontfotdatsn, „Schild“ dis Rtidtsbundis jödlfdier Frontjoldatm <ler eben Kameraden im Heiligen Lande, mit im Ringen um diese besondere Position stent. Bei der Palästina-Wajid konnte unser Bund Hand in Hand Palästina-Amt und der Paltreu für eine sehnliche Zahl von Kriegsopfern, d e Palästina gingen, tätig werden. Der Einzelauswanderung und der Pjd Wanderung gegenüber bildet die n stinensische Gruppenwanderun die Zahl anlangt, bisher nur einen ( Teil der Gesamtauswanderung. Ta' aber scheint mir die Gruppen wand eru^i, besondere in der Form der dort jüdische 'erung dem annach ästinaijrhtpaläwas eringen ächlich ig, inslandwirtschaftlichen Gruppens'edlu B; hervorragend geeignet, um einer stark ei fühlbaren Auswanderung verstärkte I711 ort>hf>n. IJphprHiec kann m fiir 11 uns ei c m Bi iträchtgroßen die se ich' Neuenzu geben. Ueberdies kann es für dische Gemeinschaft wichtige Vorteile sich bringen, wenn eine umfassende insbesondere für die Auswanderung ejer geren Generation gerade nach der landwirtschaftlicher Gruppensiedlung geführt wird. Voraussetzung für die pi Durchführung der überseeischen 1 schaftlichcn Gruppensiedlung ist die w a h 1' geeigneter Menschen und ihre b schaftliche Ausbildung. Auf diesi biete ist heute schon in Deutschland F lichcs geleistet worden. Neben den landwirtschaftlichen Ausbildungsstätte] auf Palästina ausgerichtet sind, verwtjj: auf Lehrgüter wie Ahlem, Lobitten, dorf, Groß-Beesen. Für das Gelingen * unserer Pläne ist a'ber auch die Unterstützung ausländii eher Kreise unbedingt erforderlich. In dieser Beziehung richten wir unseren Ruf um Hilfe in erster Linie an die jüdischen Frontsoldaten draußen, insbesondere an die jüdischen Frontkämpferorganisationen des britischen' Weltreiches. Ein hervorragender Engländer, Sir Arnold Wilson, kommt in seinem „Diar / of a member of Parliament“, London 1936, zu' folgendem Schluß: „Redistribution of population is in the present temper of the world it be accomplished without redistributi territory. Whether this can be effect the first time in history, without r< to war remains to be seen. A possibje Step towards a solution would Australia and South Africa and Gteat to offer facilities for the establishmi ppcnstcdlimü .0 n und m pulse re jümit Planung jün- Rjichtung durchriktische U ndwirt- Aus - lafridwirt- Geential: :annot on of :<d, for rqcekirse first for tritain nt of es: Jewish, German and Italian Chartered Companies in, for example, W$st Australia (Kimberley Division), Southwest Africa, Tanganyika, and for France, Portugal, Belgium, and Brazil to do likewise. I put ‘Jewish* first....“ (Neuverteilung der -Bevölkerung' ist wesentlich; bei der gegenwärtigen Stimmung Welt kann sie ohne Neuverteilung von Land nicht L erreicht werden. Ob dies zum ersten! Mal in der Oepchichte ohne Rückgriff auf Krieg zu erzielen ist, bleibt abzuwarten. Chi möglicher erster Schritt zur Lösung dieser frage hin wäre für Australien und Südafrika und Großbritannien, Erleichterungen zur Oründung von jüdischen, deutschen und italienischen privilegierten Niederlassungen io z. B. West- Australien (Kimberley Division), Südwest-Afrika, Tanganyika anzubieten, und daß Frankreich,. Portugal, Belgien und Brasilien das gleiche t|ten. Ich setze „}&dbchc*‘ zuerst) , Dem wäre ncjch hinzuzufügen, daß sich in den Dominien und Kolonien des britischen Weltreiches ~ne>ch riesige fruchtbare Gebiete befinden, die .noch fast menschenleer sind. Es sollte möglich und auch erwünscht erscheinen, in solchen Gebieten gutes Menschenmaterial zur Ansiedlung zu bringen. . Wenn unsere britischen Frontkameraden hier für uns eintreten, so würden sie uns-und der Sache überhaupt einen wichtigen Dienst erweisen. Als ein sehr wichtiger Fortschritt, ist es zu begrüßen, daß (die Jüdische Landarbeit GmbH. (ILA.) dadurch auf eine breitere und sichere Grundlage gestellt worden ist, daß nunmehr außer dem Frontbund und der Berliner jüdischen; Gemeinde auch die Reichsvertretung, der Hilfsverein und der Central- Verein sich hirtter sie gestellt haben. Unsere Kameraden und Sportkameraden stellen die Mehrheit derjenigen Auswanderer, die bisher aus Deutschland in jüdische Siedlungen in Uebersee (außerhalb Palästinas) gegangen sind. Daß sich sowohl die Generation der alten Frontsoldaten wie die jüngere Generation für landwirtschaftliche Siedlung eignet, zeigen Beispiele, die an anderer Stelle dieses Blattes veröffentlicht sind: Die Jüdische Landarbeit GmbH., die ihre höchst verantwortliche Arbeit als zentrale Planungsstelle für überseeische. Gruppensiedlung aufgenommen hat, ist ein Beweis für die Initiative und den Willen der Juden Deutschlands, die Gruppenwanderung aufzunehmen, zu fördern und sie zu einer starken und gesunden Wanderungsmöglichkeit auszubauen. Ich bin mir bewußt, daß die Schwierigkeiten!