Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 46 (12.11.1937)
- Date
- 1937-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 / 16. Jaftrg. Berlin, 12. Nov. 1937 Preis 1# Pfennig H E RAUSGEBER' REICHS BUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH Beiblatt i „DIE I * MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGE KRAFT“, Offizielles Organ des Schild, Sportbt 1 * DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG md des Reftdisbandes jüdischer Frontsoldaten SchrlMcitoad und Verladt Rdcfaebtmd Redaktion»^ n. Anseldeaedtlai |edea Diem Betadepretor RM 0,40 mooMtUth *uxt Aiueidcstarlf derdi die AnieHtawi Odlechar Frontsoldaten B. V. Berlin W 15. Knrfflrstendamm 200. Fernruf laf tot Ertcheinen. Fflr an verlangt eingehende Mannakrlpte wird keine Oewtt glich Portbestallgeld. Anzeigenpreis > Die 9 gespaltene MllUmeter-Zeö ■kmgi Bepa - Verlag. Benikl e Paktischer, Barlin W 50, Ragenaba i . ■ [kl 85 71. Poetschack ■ Berlin 76142, Telegtammenechrifti Sddldkamerad. r abemommen. Bei Nichtlieferung ohneVerschnlden kelnVergfitungsanspruch. i RM 046. Stellenangebote and J Oesache, Femllienanreigen RM 0,10. ger Strebe 21. Femepeecher ■ 24 66 97. Poetscheck ■ Berlin 325 29. | f! i - •»« * «« /- I Aufruf zur Chanukka-Spend für unsere Kriegsopfer! ,Nicht durch die Größe de» iieg im' Kampfe, sondern vom Starke Verliehen44. Mak. 1,3,19 Heeres komiqt der Himmet wird die Däs herannahende Chanukka-Fest erinnert uns an eine der denkwürdigsi en kriegerischen ‘ Leistungen der1 Antike: untur Führung des Hasmonäer-Hauses wurde gegen eine ungeheure Uebermacht die Unabhängigkeit des jüdischen Staatswesens wieder hergestellt, das Heiligtum neu geweiht, der Cilaube der Väter gesichert. Furchtbar waren diesem heldischen Beginnen die Opfer, die' gebracht werden mußten, allen voran der Helc entod Judas des Makkabäers bei Adasa (160 r.). Das Wunder aber, das sich damals mit Hi fe des Höchsten vollzog, war der Sieg der moralischen Stärke über die ziffemm ißige und technische Ueberlegenheit. An diese moralische Kraft appellieren heute wir jüdischen Frontsoldaten bei den Nach-: fahren der alten Makkabäer Es geht um ein schweres Schicksal, um eine harte Gegenwart, in welcher uns n tr die Besinnung auf die eigene moralische Stärke bestehen lasseii wird. Sie erneut zu bewähren, rufen wir tjie Leser dieses Blattes auf, unsere Karnerädert und Sportkameraden, d ie Mitglieder des '■ Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, des Sportbundes „Schild“ und all« Freunde unserer Sachi st in den dunkelsten Geschichte erstrahlten ichter der Menora, und lie Ennnerung an den < Makkabäertaten immer leben Glan? der “Lichter schuf Sto üdischen Herzen, er hi zum Chanukka-Fest e dieses ein Fest des Gebens. Im Geben, im Opfi Bewahrung; moralischer Kräfii Und [eben zu solcher Tat ru annajhendeit Chanukka-Fest opfer auf! den Glüci wur Zeiten der jüdizu Chanukka ihr stiller Glanz Glanz leuchtender dig bleiben. Der z und Freude in te, Freude und :u verbreiten. So Schenkens, des1 aber liegt die e durch die Tat! [en wir zum her-' unsere Kriegs* em 2100 Jahrei mit die Namen der Wenn wir uns noch nach Stolz dessen erinnern, daß .Makkabäer als Helden für immer in die Welt' geschichte I eingegangen sind, so gemahnt uns dies j an jene Sonne des Judentums, die erst vor j20 Jahren, im furchtbarsten Ringen der Weltgeschichte, dem jüdjscnen Namen Ehre gemacht haben durch das: h jehste Opfer, das der [Mensch bringen kann. Opfer des Krieges: Wenn wir uns zu Chanukka in feierlicher Stinde des Helden¬ IBr todes eines Juda Makkabi, eines Elejisar und der vielen unbekannten Helden erinttem, die dem Judentum unsterblichen Ruhm schufen, so wollen wir nicht vergessen jener noch unter uns weilenden jüdischen Männer; die ihre Kraft Und Gesundheit, ihre Erwejrbsfähigkeit an den Fronten des Großen Krieges, hin-, gaben; vor allem aber erinnern wir | uns der Litern, der Frauen, der Kinder unserer erst vor zwei Jahrzehnten auf dem Felde der Ehre Gebliebenen! Rufen wir uns ins Bewußtsein, wie die Schwere unseres jüdischen Schicksals, die jeder Einzelne zu tragen hat, [gar erst auf einen Vater, eine jüdische Mutter einwirken muß, die damals ihr eigen Fleisch und Blut, die Hoffnung ihrer Zukunft, [geopfert haben. Dann erst wird jeder tjegreifen, was sich hinter dem Wort „Kriegsopfer“ in Wahrheit verbirgt! Kein Opfer Wahrlich, das wir den Hinterbliebenen unserer! Gefallenen, den Kriegsopfern bringen, um Ihre seelische und materielle Lage zu erleichtern, vermag annähernd das Opfer zu erreichen, das sie selber gebracht haben und fürl das wir ihnen unauslöschlichen Dank und wahrhafte Ehrfurcht schulden. Im tätigen Bekenntnis zu dieser Dankesschuld und heiligen Verpflichtung soll sich die! moralische Kraft bewähren, die uns innewohnt! Unser Appell an alle zum bevorstehenden Chanukka-Fest gilt den unserer Betreuung anvertrauten Kriegsopfern. Wir erwarten, daß niemaad beim Appell fehle! Jeder möge nach Können seinen Teil — groß oder klein — beitragen und sich zu diesem Zweck der dieser [Nummer anliegenden Zahlkarte bedienen. { Wenn wir Juden nächstens beim; Lichterschein wieder unserer Makkabäer-Halden gedenken werden, sollen die jüdischen! Kriegshinterbliebenen aus Gaben d e r j Liebe erkennen, daß auch die jüdischen Helden des Großen Krieges in ruhmvollem Gedächtnis fortleben! | Das Ergebnis dieses Aufrufs zu Cjhanukka sei ein neuer, ein friedlicher.Sieg der moralischen Stärke!; . Dieser Ausgabe des „Schild“ liejgt eine Z a h I k a r t e für die Chanukka-Spende der Kriegsopfer-Abteilung des Reichsbun<|es jüdischer Frontsoldaten bei. Bei einer dei letzten Kriegsopferveranstaltungen in unserpm Bunde fiel die Bemerkung, daß di^ Kriegsopferarbeit des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten der jüdischen ,[A 11 ge!m e i n hje i t zu wenig bekannt sei. Man wird dem beipflichten müssen! Die Kriegsopferbetrguung, diese vornehmste 'unserer Bundesaufgaben, wird vielfach noch nicht annähernd in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt. G e.w i ß entfaltet unsere Organr- ■ sation .— Bunaesleitung, Landesverbände so- , wie Ortsgruppen — ein gewaltiges und sich *'stets noch steigerndes Maß von Tätigkeit, die sich als eine stille sachliche und segen- - spendende Kleinarbeit darstellt. Gewiß, die laufend von den Ortsgruppen veranstalteten Kriegsopfer-Abende erfüllen, wie ihr Besuch und ihr Verlauf beweist, den so gewichtigen Zweck,1 die Kameraden als Träger der Kriegsöpfer-Bbtreuung zu aktivieren und sie auch*, mit den Kriegshinterbliebenen wie eine Ffmilie ^usammehzubringen. Es muß darüber hinaus .jedoch immer wieder gesagt und erkannt werden, daß die Pflicht gegenüber den Kriegsopfern eine gesamtjüdische Ver- . pflichtung darstellt. — Das Bewußtsein hierfür in der ganzen jüdischen1 Gemeinschaft immer wieder zu wecken,1, ist ein Teil der Aufgabe, die dem Reichsbund gestellt ist, denn die Verpflichtung des Judentums denjenigen seiner Söhne gegenüber, die ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit auf dem Felde der Ehre eingebüßt haben, die Verpflichtung all denen gegenüber, die den Sohn, denj Gatten, den Vater auf dem Felde der Ehre verloren haben, schließt in sich eine jüdische Gemeinschaftsaufgabe, die keiner, aber auch keiner anderen gegenüber nachstehen kann. Das heilige Ethos,! die sittliche Forderung, die hinter. der jüdischen Gemeinschaftspflicht an unseren Kriegsopfern, Kriegshinterbliebenen steht, wird jedem Juden mit ihrem ganzen Emst deutlich, [wenn er über den Sorgen des Heute und seinem grauen Alltag die Schicksale nicht vergißt, die vor zwei Jahrzehnten 12 000 fach in! unsere jüdischen Familien blutig eingegriffen haben. Wenn wir nun den _ „Unbekannten, [jüdischen Soldaten“ (in Fortführung dieser laufenden Rubrik des „Schild“) in zwei Beispielen auf Grund, von Unterlagen aus der Kriegs zeit aufleben lassen, so soll der Leser daran Renken, daß die unbekannten Soldaten Väter und Mütter, Frauen "oder Kinder zurückgelassen haben; er soll an das iO p f e r denken, das diese Kriegshinterbliebenen dargebracht, ein Opfer, größer, als wir ihnen je bringen könnten; er soll gedenken des unverjährbaren, Vermächtnisses unserer gefallenen Kameraden- „Sie könneri, stolz auf Erich seinf" ln der Heißen, blutigen Somme- Sch lacht d^ Sommers 1916 war auch das Inf. Regt, von jVinterfeldt (2. Oberschi.) Nr. 23 i I 9999999999999999999999999999999999999^