Mannheim
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Der Schild · 1937-11-05 · 45 (5.11.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
45 (5.11.1937)
Date
1937-11-05
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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I Prhr Uafoahme. regen. Zwei Tage später hatte Hin der Tod aaningerafft... .... . Kam. Oötzl nahm auch in d:r jüdischen Gemeinde seiner Vaterstadt eine angesehene Stellung ein, und als Mitglied der Gemeindevertretung war er von großem Einfluß auf die Entschließungen .der Gemeinde, der er mit dergleichen Hingebung diente, wie dem geliebten „Frontbund“. Alle Kameraden stehen in! Banne und unter dem starken Eindruck der Unglücksnachricht und können nicht begreifen, daß Kamerad Dr. Oötzl, der für uns einen Teil des Bundes verkörperte, und der durch sein Amt als Mitglied des Führerrates die erforderliche enge Verbindung zu Berlin herstellte, nicht mehr sein soll. Auf den Mannheimer Kameraden liegt es wie eine Lähmung und fiir den Vorstand, der durch Auswanderung so stark dezimiert ist, bedeutet sein Tod einen nahezu nicht wieder gutzumachender Verlust. Wir Mannheimer Kameraden wo len den Mut nicht sinken lassen und im Sinne des verewigten Kameraden Götzl geloben, daß alle unsere Kräfte nach seinem beispielgebenden Vorbild dem uneigennützigen Dienste der Kameradschaft gewidmet sein sollen. Kam. Dr. Friedrich Glaser, Vorsitzender der Ortsg-. Mannheim Unter außergewöhnlich starker Beteiligung fand auf dem jüdischen Friedhof in Mannheim am Montag die Beisetzung der sterblichen Ueberreste Kam. Dr. (loetzls statt. Nach der Orabrede des Gemeinderabbiners nahmen die Vertreter verschiede ier Organisationen und jüdischer Körperschaften das Wort zum letzten Abschied. Kam. Dr. Glaser, der Vorsitzende der Mannheimer Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, fand besonders eindrucksvolle, von Herzen kommende Worte des Gedenkens. Die Bundesleitung war durch Kam. Dr. He ner Meyer- Frankfurt a. M. vertreten, den stellv. Vorsitzenden des Landesverbandes Südwestdeutschland, der zugleich für der Sportbund „Schild“ und für die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Tum- und Sportvereine Südwestdeufsch- Iands die letzten Grüße überbraclite. Königsberg. Die Ortsgruppe betrauert; den Tod des Kam. Otto Sandelowsky. j Ortsgr. Rhön. Unser Kam. Isidor Jüngster in Tann (Rhön) ist unerwartet einem Schlaganfall erlegen. Bis zu seinem Tode; bekleidete er das Amt des Kulturvorstande^ in seiner Oemeinde und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit und Schätzung. Auch unserer Ortsgruppe hat er .stets seine Treue bewiesen. Berlin. Kam. Leopold Kaplan, Mitgl. der Ortsgr. Stegfr., ist z. Gr. Armee gerufen worden. Leipzig. Vor einigen Tagen starb unser Kam. Siegmund Vogel, einer der Mitbegründer der hiesigen Ortsgruppe. Wir be trauern den Heimgang dieses vorbildlichen Kameraden der auch im Vorstand verschiedene Aemter bekleidete und ersj vor kurzer Zeit sich .gezwungen sah, wegen seines Gesundheitszustandes sein Amt im Vorstand ni sderzulegen. Kam. Vogel war ein Kamerad im wahrsten Sinne des Wortes, er wird uns unvergessen sein. JOdbcht Wlntcrhl'ft Berlin. Die Ausgabe jxnde-Pakete beginnt ab 11. Nov. in den Zweifelten der JQdiachen Winterhilfe Berlh Magister-Kirsch &0ir gata Unk Ehrentafel Jfldlfcber Ru Soest L W. Am 1. Nov. vollendete die Mutter des Kam. Leopold Löwen st ein das 80. Lebensjahr. Von ihren sechs Söhnen waren fünf Söhne von Anfang bis zuml Ende des Krieges an der Front Wir wünschen der Jubilarin noch einen gesegneten Lebensabend. Eisenach. Am 12. Nov. begeht Frau Johanna Dreyfuß, geb. Epstein in seltener Rüstigkeit ihren 83. Geburtstag. Ihr imi März 1915 verstorbener Gatte war Frontkämpfer von 1870/71 beim Inf .-Regt. 71 und hht die Gefechte bei Metz, Noiseville und St. Quentin mitgemaebt, während der Großvater Combattant v’on 1813 gewesen ist. Als nächste Generation hat ihr Sohn, unser Kam. j Julius Dreyfuß, als Frontsoldat am Weltkrieg teilgenommen. Wir wünschen der Jubilarin noch einen gesegneten Lebensabend.; Gruppe Schaumburg. Am morgigen & Nov. begeht unser Kam. Moses Kleeberlg in Bösingfeld mit seiner Oattin, geb. Ka<z den Tag der Diamantenetf Hochzeit) Kam. Kleeberg ist Altveteran des Feldzuges von 1870/71 und steht im 90. Lebensjahr.; Dem altbewährten Kameraden gelten unsere herzlichsten Wünsche. I Heilbronn. Am 17. Okt. 1937 begiijig die Lehrerswitwe Therese Krämer, z. <Zt. in Stuttgart wohnhaft, im engsten Familienkreise Ihren 85. Geburtstag. Als Mutter von 10 Kindern hatte sie während des Weltkrieges ihre acht Söhne im Felde. Sämtliche wurden befördert, die meisten erhielten Frontauszeichnungen. | Berlin und Marti Berlin. In dieser Woche hat unser! Kam. Dr. S. London Berlin verlassen, er |begibt sich nach den Vereinigten Staaten, um si^h dort eine neue Heimat zu gründen. Mit ihm verläßt uns einer unserer ältesten und' nicht minder einer unserer verdientesten Kameraden, der dem Bund seit Gründung 1919 angehört und ihm seine Arbeitskraft, «ein Aktives Interesse stets voll Hingabe zur Verfügung gestellt hat: erst jahrelang als Vorsitzender des damaligen Bezirks Qetzt Ortsgruppe) Nord und gleichzeitig 2. Vorsitzender der Ortsgruppe Berlin; sodann über 7 Jahlre bis 1933 als Vorsitzender der Ortsgruppe! (jetzt Landesverband) Berlin; in den letzten Jahren endlich als Mitglied des Führerrates des Reichsbundes, nachdem er hn jüdischen Gemeindeleben Berlins als unser Kamera« eine sehr wesentliche Stellung ak stellvertretender “Vorsitzender der Repräsentantenversammlung eingenommen hatte. 1 Der Wertschätzung, Beliebtheit und dem Vertrauen, dessen Kam. Dr. London sich in unserem Bunde erfreute, gab der B mdesvorsrtzende durch Verleihung der Go denen Bundesnadel Ausdruck. Nicht unerwähnt soll hier die außerordentliche soziale Täigkeit bleiben, die seine Oattin beispielhaft in jüdischen Leben Berlins, insbesonder« der Künstlerhilfe, entfaltet hat. Sie wird ihrem Gatten in Bälde nachfolgen- Wir aber, seine alten Kameraden, nehmen von ihm Abschied mit den besten Wünschen für seine Z ikunft und in der festen Ueberzeugung, daß d e alte Verbundenheit Bestand haben wird. ' Pommern Stolp L P. Am Sonntag, den 24. konnten wir die Kameraden Ober! ferichtsrat a. D. Dr. Rosenthal vc undesleitung, Berlin, u. den Landes-Verl i, sitzenden Dr. Mosbach, Stettin, hier begjn Wenn es schon für die Stolper Kam ein besonderes Ereignis ist, einen fühj'i Berliner Kameraden bei sich zu sehen, der Vortrag, den der Kam. Dr. Rosentty der gesamten Mitgliedschaft hielt, ein ders eindrucksvolles Erlebnis. Viele Tati die der Kam. Dr. Rosenthal an Hand Materials mitzuteilen wußte, waren den . raden neu und führten innen eindrui 1 vor Augen, welche segensreiche Tätigkci Bund und seine Kriegsopfer-Abteilunj; vielen Gebieten ausübt. Jeder Karner; das Bewußtsein mit nach Hause geno Okt. I andesn der -Vorüßen.. raden enden So war al vor besonachen, seines Karne-" ks voll it der auf hat nmen, i d daß die Ausführungen des Kam. Dr. Rosenthal belebend auf ihn eingewirkt haben und er sich stärker als je verpflichtet fühlen müsse, die segensreiche Arbeit des Bundes auch weiterhin zu fördern. Baden - Mannheim. Die Ortsgruppe hatte, anstelle einer im Sommer Ausgefallenen großen Autobusfahrt, die Mitglieder der Kriegsopfer-Abteilung für den 27. Okt. in den großen Saal des Kulturbundes zu einem gemütlichen Abend eingeladen. Nach der herzlich gehaltenen Begrüßungsansprache des Obmannes, Kam. Dipl. Ing. He r z s t ein , mit der auch das Qe- . denken an die i Gefallenen des Weltkrieges verbunden war, | erfolgte bei großer Beteiligung ein gemeinsames Abendessen. Der gute Pfälzer Wein ließ bald dde Herzen höher schlagen, und nachdem Kam. Ad. Spanier noch einige humoristische Vorträge in gewohnter schneidiger Weise zum Besten gegeben hatte, herrschte fröhliche Stimmung. ln seinem Refefat „Zum Kriegsopferrecht“ behandelte Kam. Justizrat a. D. Dr. Appel zunächst die für Kriegsbeschädigte bestehenden Vergünstigungen, insbesondere_ Vergünstigungen!im Steuerrecht, bei Eisenbahnfahrten, Dahrlehep usw. Eingehend verweilte er bei den erstgenannten und insbesondere beim Einkommep-Steuerrecht. Der 2. Teil des Referates» behandelte dre Rentenzahlung bei Auslandsaufenthalt, wobei die Bestimmungen über Transferierlmg der Rente nach Palästina besondere Beachtung fanden. Im Schlußwort betonte er die Pflicht der jüdischen Gemeinschaft ziir materiellen und ideellen. Unterstützung dler bedürftigen Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, da unsere Gefallenen und Verwundeten mit ihrem Opfer für den Namen I der jüdischen Gemeinschaft Ehre eingelegt hätten. Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Kam. Dr. Glaser richtete an die Teilnehmer"des schön verlaufenden Abends mahnende Worte zür treuen Kameradschaft und festesten Zusammenschlusses; aller. Der Leiter der Sport- - gruppe „Schild“ Kam.. Carl Wolff wies in dringenden Worien auf die Notwendigkeit der Sportbetätigung hin. Gleichzeitig teilte er mit, daß die SportgrUppe zu Chanukka einen groß angelegten bunten Abend veranstalten werde; dessen Erträgnis der Kasse der Kriegsöpferabt. zufließen werde. Drknnderarrrelkorpskfimpfer Wir haben mehrfach in unserer Bundeszeitschrift auf die Ljrkunde aufmerksam gemacht, die ehemaligen IFreikorpskämpfem als Anerkennung für ihre Leistung ausgestellt wird (vergl. „Schild“ 1936, Nr. 9, Seite 5, Nr. 21, Sejte 3 und Nrj 28 Seite 2). Aus Pressenacnrichten ergibt sich, daß Anträge auf Ausstellung dieser Urkunde von den ehemaligen Freikorpskämpfern nurnoch bis zum 31. Dezlember 1937 gestellt werden können, und daß später eingehende Anträge der Ablehnung verfallen müssen. Die Anträge sollen jan die Kreisverbände oder Landesgebietsführungen des Deutschen Reichskriegerbundes, nach Möglichkeit nicht an die Bundesführung des Deutschen Reichskriegerbundes, Berlin W30, Geisbergsti1. 2, gerichtet werden. Den Anträgen sind amtliche Urkunden im Original oder in beglaubigten Abschriften (auch Fotokopie), aus denen die Teilnahme an Kampfhandlungen in einem Freikorps bzw. die Qauer der Freikorps-Dienstzeit einwandfreihervorgeht, beizufügen. Als amtliche Unterlagen gelten z. B. Militärpaß, Kriegsrangliste bzw. Stämmrollenauszug, Dienstleistungszeugnis jund ähnliche Papiere. Ebenso genügt eine MilitärdienstzeiF-Bescheinigung, die vom Zentralnachweiseamt für Kriegsververluste und Kriegergräber in Berlin SW 68, Lindenstr. 37, ausgestellt ist. Für die bayerischen Formationen kommt das Zentralnachweiseamt, Zweigstelle München, für sächsische Formationen das Reichsarchiv, Zweigstelle Dresden, für wüfttembergische Formationen das Reichsarchiv, Zweigstelle Stuttgart in Frage. 3

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