Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 44 (29.10.1937)
- Date
- 1937-10-29
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4911661-5448596-5449719--256-4916374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
nach Vor zwanzig Jahren Der BurdiDrodi Del FlHsdi-Tolmeln Erinnerungen an die Isonzo - Schlacht am 24. und 25. Oktober 1917 Nach schweren tnid verlustreichen Känjplen am Winterberg und Chemin des Dames kamen wir Mitte August jl9i7 in Ruhe auf dem Truppenübungsplatz Signy I'Abbaye. Mahn und Pferd hatten diel Ruhe in guten Quartierten nach den überaus Schweren Strapazen uohl verdient. In unser bpächauliches Dasein sickerte Anfang September Idas Gerücht durch, d>ß unser Regiment für eine besondere Verwendung ausersehen spi und als tatsächlich Oebirgsausrüstungen Und Wollsachen empfangen wurden, begann daf große Rätselraten...! Die Fahrt ging über Metz, Straßburg, Baden, Württemberg. Bayerr. am Chiemsee entlang pdurch das Sal/kauanJ< rgut über Villach, Laibath nach Krainburg. wfoj wir Erew Jom Kippur ausgeladen -wurden^, Jetzt begann der sehr beschwerliche Marsei) an die Front. Wir marschierten nur nachts, kamen nur langsam vorwärt', da wir sehr stirke Steigungen zu überwinden hatten und; wir alle den Marsch im Gebirge auf den ‘stei en und steinigen Straßen ungewohnt waren. Endlich erreichten wir die Paßhdhe . $04 auf cem Pachmannsattel und der Anstieg war nocl beschw erlicher, der Weg ’ ktir\ erweich und st«il abfallend, sodaß wir Mühe hatten, die Geschütze und Fahrzeuge zu halten und . vor dem Ueberschlagen zu bewal'iyn. Naeh ln tägigem Marsch durch die hertdJL'he Ge$irgsweit erreichten wir die Front Jn Tolmeijn a tu Isonzo. Hier sind wir "nur 7fKi Meitjr vom Feinde weg, der alle Geblrg-hohen im Umkr :i5e besetzt hält und das .gan/fc Tal dinseheri! kann. Unsere Offensive _muß geheim i bleiben,, daher muß jede Bewegung nachts gesehenen, wir können uns im Freien nur $ehr vorsichtig bewegen, dürfen weder rauchfen nochl laut sprechen. 'Wir erhalten östirreicJiische Uniformen Und Mützen.1 strenge Postsperre erhöht die Ungewißheit, keinerlei Nachrichten dürfen abgesandt werden, nun eine in neun Sprachen 'vorgedruckte Karte: i,,Ich bin gesund und es geht mir gut|‘ ist erlaubt. Wir sind die ersten deutschen Truppen dort und ‘erregen bei den ö üerreichiscHen Kameraden Aufsehen. Da bei ihnen das ,Rauchmaterial noch knapper war als bei uns, setzte ein lebhafter Tauschhandel gegen Eßwären ein.. So tauschte ich "einmal drei 'Zigaretten gegen eine große Büchse Oelsardinen. Wir bauen die Geschütze in einem Schulhause ein, Schußrichtung durch das Fenster auf den Mpnte Mätajur- Beim Einschießen gibt es in dim leicht gebauten Gebäude einen solchen Krach, daß eine Wand einstürzt und der Regen überall idurchkommt. Allmählich kommen immer mejjr deutsche Truppen an und die Lage spitzt Isich immer mehr zu. Die- Italiener merken etvfas, streuen das Gelände ab, Flieger -werfen Bomben und £s gibt eine Anzahl Tote und Verwundete. Wir sind im Keller unseres Schulnauees, das einige Treffer erhält, nicht mehr sicher .und ziehen in das daneben liegende Gefängnis ins Quartier, in dem wir es unS gemütlich machen. Ich muß als Befehlsempfänger täglich vier mal und elfter zur Gruppe von Aigner, die auf dem Wolfato 800 Meter hoch liegt, jenseits des Isonzo, [den ich mit einer Fähre überquere. Der dreistündige Weg ist überaus steil,, beschwerlich und gefahrvoll, da" nur ein ganz, schmaler S^uinpfad hinaufführte und Jedes Abkommen von der ausgetretenen Spur den sicheren Absturz zur Folge hätte. Ich sah z. B. eines Mbrgens etwa 300 Meter tief einen unentwirrbarer» Knäuel von toten Menschen, Pferden, Murjitionswagen, Munition und Bagage liegen. Des Nachts war hier eine Munitionskolonne abgestürzt. Ein schrecklicher, nie zu vergessender Anblick. Es regnete unaufhörlich und der Isonzo war so reißend und gefährlich, daß der Fährmann mich eines Tages nicht übersetzen wollte. Da ich wichtige Be- I. ,.—,— fehle, bei mir-hatte, zwinge ich ihn mit Drohungen, mieh zu fahren, aber ich bereute die Fahrt. Der i schwache Kahn wurde hin und her geworfen und drohte jeden Moment umzukippen. Nie in der ganzen Kriegszeit habe ich solche Todesangst ausgestanden, wie in den 20 Minuten Ueberfahrt, die bei ruhigem Wasserstande kaum 5 Minuten dauerte. Nach dieser Erfahrung benutzte ich die Fähre nie wieder, sondern machte lieber einen Umweg von I Stunde bis zur "nächsten Brücke, an deren Pfosten zerschellt ich am Abend ,des selben Tages den Kahn fand. Der Weg, der von den Italienern eingesehen wurde, lag ständig unter heftigem Feuer. So wurde dicht, vor mir eine Gruppe von drei Mann getötet. Nur durch blitzschnelles Hinwerfen entkam ich dem gleichen Schicksal, und es gehörte schon viel Mut dazu, diesen Weg zu benutzen- Da ich aber wußte, wie wichtig für den bevorstehenden Angriff meine Befehle waren und es keinen anderen Weg gab, so mußte ich eben sehen durchzukommen. Der Ort Tblmein lag ebenfalls unter schwerdas von Fliegern geleitet wurde, Iah iaaU am i«nrl /Irtiiln^L am stem Feuer, sodaß bei vielen österreichischen und deutschen Formationen große Verluste eintraten. Der" Tag des Angriffs rückte immer näher. Am 2B. Oktober brachte ich den Befehl mit, daß unser Regiment einen Trupp von 10 Mann zu| stellen habe, der unter Führung eines Offiziers den Sturm mit der Infanterie jnitmachen, italienische Geschütze erobern unq diese umdrehen und auf die - Italiener schießen soll, da eine wirksame Artillerieunterstüfzung durch die schlechten Wege unmöglich \^ar- Ich werde mit zwei Kameraden meiner Batterie diesem Trupp zugeteilt. Das Unternehmen war nicht einfach, besonders schwierig für uns Artilleristen, die noch nie mit der Infanterie gestürmt sind. Wir gehen um 7 Uhr labends in die «Infanteriesteliung in einem Weinberg, in der wir den Befehl zum Sturm erwarten. Die Zeit vertreiben wir uns mit dem Genuß herrlichster Trauben, die uns fast in den Mund hineinhängen. Von nachts 2 Uhr bis morgens 6 Uhr dauerte die Feuervorbereitung. Tausende deutsche und österreichische Geschütze aller Kaliberarten schossen mit Gelb- und Grünkreuzgranaten die feindlichen Stellungen, in denen sich der Feind bei diesem Feuer* nicht halten konnte, $turmreif. * Als es hell wurde, waren die Berge vor Rauchwolken nicht zu sehen. Es war ,ein furchtbares Donnern und Blitzen, tausendfach durch das Echo der Berge verstärkt und ein schaurig schöner Anblick, als die heulenden Granaten als feurige Meteore über uns hinwegsausten. Um 8 Uhr früh kommt der Sturmbefehl. Wir kommen gut vorwärts, finden fast keinen Widerstand, da in den vorderen Linien alle Gräben fast leer sind. Was von den Italienern, die ob dieses gewaltigen Trommelfeuers, das sie noch nie erlebt haben, vollständig kopflos waren, noch lebte, wurde gefangen. Wir dringen tiefer in die ganz wunderbar ausgebauten Stellungen ein, und es gelang uns, ohne von der Waffe Gebrauch zu machen, zwei Geschütze, deren Bedienung noch lebte, zu nehmen, sie umzudrehen und mit Hilfe der Italiener zu richten und 48 Schuß auf die fliehenden Italiener hinaus zu jagen. Dann merkten wir, daß unsere Infanterie bereits so weit vorgedrungen wär, daß wir sie selbst (in Gefahr brachten und hörten zu schießen auf. Unsere Aufgabe war erfüllt. Wir sahen uns in den Stellungen um und fanden allerlei Gutes. In einem Offiziersunterstand standen noch unberührt auf dem Tisch die Speisen, über die wir uns mit großem Appetit hermachten. Wir finden Eßsachen und Ausrüstungsstücke, die wir sc lon lange nur noch dem Namen kannte^. Die sobald gegen Gefang|ei schon Italiener ergaben sich zu hunderten, sie merkten, daß sie deutschen Truppen Verstanden, und so stieg die Zah| der nen ins Unermeßliche. Der erste brachte 45 (WO Gefangene, unter zes, eben erst aus der Garnison nes Regiment. Nach Aussagen vo l Geein ga i getroff :i _ _ __ fangen n sollte einige Tage späler eii itälienisc . kam F er il von wußter. De r s a m der A: Ungehi Geschü t 200 000 Verwal t: pflegur stellt. Kriege! einmal Mein mitmai Abmari französ i: gar zu marsch marsch zeugen Gefang ei wärts Tagen auf de explod e: und zv wir nu ti nur we r erreichfi nach Tag hnen ein- Angriff erfolgen. Unsere Off nen völlig überraschend, da sie msive nichts <!er Anwesenheit deutscher Truppen Vormarsch geht unauflialteit er. Cividale und Udine fallen und rigriff wird bis zur Piave vorgetragen, uer war der Gewinn an Materi; 1 und zen jeder Art. Eine Menge voi fast Gefangenen hatte die österreichische ung nicht erwartet und daher di i Verg für solche Massen nicht sichi r ge- So haben die Italiener, die die Not des bisher nur sehr wenig kannten, auch gelernt, was Hunger ist. Regiment darf den Vormarsch nicht cfien. Wir erhalten schon am 27. Oktober chbefehl und müssen wieder in die sehe Hölle zurück. Wir wären! alle gern noch hier geblieben. Der Ilückwar noch beschwerlicher, als der Her- Die Straßen eng und steil, von Fahraller Art, marschierenden Truppen und men verstopft, sodaß wir schlecht vorkamen. In Flitsch, das vor drei noch von Italienern besetzt war, liegen Straße Tretminen, die beim Berihren ren und durch die wir zwei Pferde ei Kameraden verlieren. So marschieren sehr vorsichtig und schaffen täglich lige Kilometer. Nach 12tägigem Marsch* n wir am 12. 11. Kronau, wo wir ankreich verladen werden. Fr. Kam. Eduard Zeimann, Breslau ehemal. Gefr. 2. Battr. F. A. R. 500 Ak iuelles aus c er jüdischen Welt In b M. W Hambilri ausgeu sehe mit Fr jüdisch er Mitip Die Leben sonderi i erster nachd< Ameril ausgebi die So: ' dent Krie Distrib übergi präsid Rückgia Hilfe Den Bruder aufrich fü 1 e n Die F>eitet Marin efe Techni|c Fein-I werder drei J Der Agenc; begebe n schuler L e: ew York ist am 20. Oktober Felix arburg plötzlich gestorben. 1871 in rg geboren, war er 1894 nach Amerika ändert und erwarb 1900 die amerikani- S taatsangehörigkeit. Durch seine Heirat r eda Schiff, der Tochter des berühmten pn Philanthropen Jakob H. Schiff, wurde haber des Bankhauses Kuhn Loeb u. Co. rende Stellung, die er im öffentlichen nicht nur der amerikanischen Juden, der Gesamtjudenheit einnahm, war in Linie darauf zurückzuführen, daß er, das jüdische Wohlfahrtswesen in a durch ihn in großzügigster Weise ut und zusammengefaßt worden war, ialarbeit der Juden Amerikas als Präsizunächst zur Rettung der jüdischen sopfer Europas gegründeten Joint ition Committee über den Ozean hinließ. Der Joint, dessen Ehren- Warburg zuletzt war, ist heute das t der jüdischen Sozialfürsorge und die Juden in Ost- und Mitteleuropa. Hinterbliebenen und insbesondere seinem Max M. Warburg werdet sich unsere ige Teilnahme zu. d es r :ifen e nt isr Jüdische Meeresliga in Palästina areinen Plan zur Eröffnung von zwei chulen aus. Die eine soll dem jüdischen :um in Haifa, die zweite der Max chschule in Tel Awiw angegliedert . Die Ausbildungszeit soll in Haifa i hre, in Tel Awiw em Jahr betragen, iter der See-Abteilung der Jewish hat sich nach Italien und Fiolland , um dort die Einrichtung von Marinezu studieren. Fortsetzung auf Ste. 101 4