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Der Schild · 1937-10-15 · 42 (15.10.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
42 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 42 / 16. Jahrg. Berlin, 15. Okt. 1937 Preis lt Pfennig H ERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH Beiblatts „DIE * MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN DER JCRIEGS I RAFT“, Offizielles Organ des Schild, Sportbnnd des Reldisbanli Sdirlftkttaatf aaS VarUgs BXdaband Redaktion.- n. AnaeMeaadünt Jadan Dtaaat) ( BtnMnbi RH 0,4t moaatUdi suCf Anzeigentarif dank dla A Frontaoldaten B. V. Berlin W15. Knrfflntcndamm 300. vor Bradtafneii. Pflr aneertanft «ksgebanda Nuublpa wird kein« < ijlck floiltiaal'illgeld. Aasddaopnlai Dio 9 geepalteoe Millimeter-ä s Bepa - Vertag. Banakl * Paknukar, Berlin W 50, Keiner < er mg Eine schlichte Feier in Prinzregentenstraße, bei der, edler Musik, der Präsident tretung Rabbiner Dr. Leo Baeck liner Oemeindevorsitzende Direk Stahl das Wort nahmen, gab am tag vormittag den Auftakt zur Winterhilfe 1937/38. Der in der vorigen Nummer u»j: blattes veröffentlichte Aufruf t Schriften sämtlicher jüdischer aller Schattierungen: der religiA berufsständischen, der weltanscli, der kulturellen, der jüdischen Fr; dischen Jugend wie der jüdis; Soldaten. So wurde er zu einem Sinnbild dafür, daß die Fügung allesamt vor die gleichen realen stellt hat; und daß angesichts der Schwierigkeit dessen, was und nur aus vereinten Kräften gell kann, die Unterschiede, die siep aus Weltanschauung, Beruf, relig ergaben, verblassen und unw worden sind. Mancher unserer Ka|i heute an die Zeiten der Front wo ganz ähnlich' die Vergangenh fast bis in die Vergessenheit „draußen“ spielte nicht mehr di« Stellung oder Berufstätigkeit des Rolle, sondern nur noch seine Reih und Glied. der Synagoge i imrahmt von Reichjver- und der Bertor Heinrich letzten Sonn- J üdischen dti Berlin; AS 71. Poatadiccki rflbcraoflnMn. Bel Nie RM 0.16. StoJWnanfeb^t« Strafe 21. Pi lefelfa farvftg iß ausgenommen! Wir hoffen, daß diese jetzt einen guter vorwärts kommen, gerade auf Wege, der in diesem Blatt seit langjem wiesen und propagiert worden ist. rung. Schrat Wir iseres Bundesdie Unter- Organisationen sen und der aulichen und auen, der jüehen Fronteindeutigen uns Juden Aufgab«i ger Größe und zu leisten1 ist eistet werden sonst etwa ^öser Richtung esentlich jgemeraden mag; urückdengen, des „Civil“ zurücksank; frühere Ein- Mannes eine Bewährung in alle ausnahmslos müssen uns r darüber klar sein, daß ein Höchstmaß Jan Gemeinschaftssinn, an Bereitschaft zur Mitarbeit und an Opferfähigkeit unerläßlich ist] Diese Forderung tr.tt an jeden einzelner! heran, sie läßt keinen aus! Mit gutgemeinten Worten, selbst mit gelegentlichen Akten der Nächstenliebe ist es nicht mehr getan; die Ka me rad - Schaft der Tat muß im Judentum Deutschlands verwirklicht werden, wie wir [es im „Schild“ seit Jahren vorausgesagt und verlangt haben. Heute ist die Situation wom eindeutig genug, um einem jeden begreiflich zu! machen, daß auch er sich ihr nicit entziehen kann. Auch die Winterhilfe soll Prüfstein wahrer jüdischer Schicksalska sefjaft sein. ein - nerad- <it Ehrung indischer Krlegsgelalfe^er Wir dürfen feststellen, daß Gemeinschaftsgedanke, Reichsbund jüdischer Frontsoldat': seine Fahne geschrieben hat, du geschehen selbst in das volle Bedeutung gerückt worden ist. S... bewähren, gibt die Jüdische^ Wint: Gelegenheit. Unsere Kameraden Frontbund-Geist im reinsten Wortes* wenn sie sich, wie in den Jahren, mit voller Bereitschaft da Gewiß, das nun beginnende .. dischen Winterhilfe 1937/38enthi 1 der unübersehbaren Arbeit, die durch jüdischen Gemeinschaftssiu. werden will. Die Jüdische Winterlii eine dringende zusätzliche . jeder Einzelne von sich zu fort} bleiben nichtsdestoweniger alle und materiellen Pflichten, die zu ren jüdischen zentralen und einz«! sationen und Körperschaften oblie zuletzt dem Reichsbund jüdisch daten. Heute mehr denn je! Wir i nicht allein an das, was unsere Pflicht, die Betreuung der Kriegst tagein von uns erwarten darf. Wir allein an die Ansprüche, die die aber auch das Alter an uns zu ri tigt ist Wir haben im Auge die n ier jüdische den der n seit je aut ch das Zeit- Licht seiner h an ihm zu rhilfe erneut dienen dem Sinne dieses vergangenen ür einsetzen. M^erk der Jübt uns nicht überdies n bewältigt ilfe bedeutet .eistung, die em hat. Es ene ideellen Erfüllen unseren Organi- :, und nicht er Frontsoldenken dabei vornehmste tagaus denken nicht Jugend, — iqhten berech- Lösungen! i j-iegsn der Die Abteilung Edge Hill der Br tish Legion in Liverpool veranstalt:te in der Neuen Synagoge der Greenbankdrive-Gemeinde einen Gedenkgottesdienst für diej jüdischen Kriegsgefallenen. 700 Krieg teilnehmer aller Bekenntnisse nahmen :n Gefallenenehrung teil Vor dem Gottesdienst fand ein Aufmarsch in den Straßen von [Liverpool statt. An der Spitze des Zuges wurden liej Fahnen von 24 Ortsgruppen der ßritish iter Leeds, jwaren diej Fahnen von 24 Orts; Legion auep solche aus London ejt, si »pfer, ach sgruppen Viele Teilnehmer, und zu [Fuß zu der Feier marschiert. Die Gedenkpredigt hielt Rev. Michael Adler, der im Kriege Oberfeldrabbiner] war. Er'wies darauf hin, daß Juden und Christen Schulter an Schultet* für das Vaterland gefachten haben und für es gefallen sindl Daß Kameraden aller Bekenntnisse an dieser Feier teilnehmen, sei der Beweis dafür, daß) auch zwanzig Jahre nach dem Krieg der j Geist, der Kameradschaft lebendig geblieben isi.'Zunr Schluß des Gottesdienstes sprach Rev. [Adler das Dankgebet der Legionäre. Die vdr der Toralade aufgestellten Fahnen wurden gejsenkt. Es erklang die Reveiile und die Nationalhymne. Nach dem Gottesdienst nahm Major ltaville Blond aus Manchester den Vorbeimarsch der Legionäre ab. Auf ein Huldigungstelegrämm war von König Oeorg VI. aus Schloß Balmoral ein Telegramm eingetroffen, hf dem den Mitgliedern der Abteilung Edge Hjll der British Legion und allen in der Greenbankdrivc-Synagoge versammelten Kriegsteilnehmern d< i die Hulqi; Majestät 'sprachen Ein K Schluß jenem geitloe OPFER-ABTEILUNG [es jüdischer Frontsoldaten 76142. Tdninnanndirift i Scfatidkamerad. oho«Vendroldca kafaV«ftütaa6Ma«pn>di. and -Otsudie, F*mili*ii*nttigen RM 0,10. ri 24 66 97. Po«*<fecki Berlin 32529. r aufrichtige Dank des Königs für gung und Glückwünsche, die Seine noch zu schätzen wisse, ausgewird. »meradschaftstreffen bildete den Ab- Feier. der Jüdisches Heldendenkmal in der Bukowina Rah Im in Zastajn Ueberresf lenen, von Zas den neu statt. Difc rtsten Dr. Oski Kraus, bäum, d< Honved-I von frühfe die men einer großen Feierlichkeit fand na die Überführung der sterblichen e von fünf jüdischen Kriegsgefalauf den Feldern in der Umgebung avna bestattet gewesen waren, auf beschaffenen jüdischen Heldenfricdhof Särge mit den sterblichen Ueberr Kriegsgefallenen, des Fähnrichs r Donath, des Kadettaspiranten Karl Landsturmkorporals Moses Birn- Gefreiten Isaac Bertfeld und des Infanteristen Salomon Weiss wurden ren Reserveoffizieren und Unteroffi- '^tragävi- Auf dem jüdischen Helden- Ehrenmal errichtet 's c es i<S zieren gi friedhof iji Zastavne soll werden. b/u? sind du ffleütuHQ-.. In Lot don wurde dieser Tage zum dritten Male die „Empire-Wanderungs- und Entwicklungskonf :renz“ abgehalten. Das hierbei erörterte Thema findet unsere Aufmerksamkeit unter den Gesichtspunkt jüdischer Auswanderungs- und Siedlungsmöglichkeiten. Es wurde be der Konferenz darauf hingewiesen, daß England selbst 469 Einwohner auf die Quadratmüle zähle, Australien dagegen nur zwei, Kanada nur drei, Südafrika nur zehn und Neuseelan 1 nur fünfzehn. Während vor dem Kriege jährlich rd. 200 000 Engländer nach Uebersee gegangen seien, wandere heute fast niemand mehr aus; in einigen Dominions. 6ei sogar eine rückläufige Bewegung eingetreten. Die Konferenz befaßte sich nun mit der Frage, wie durch eine verstärkte englische Einwanderung das Britische Empire britisch - erhalten werden könne, wobei auch wehrpolitisclie Gesichtspunkte herausgestellt wurden. Wir Juden in Deutschland, und darunter nicht zuletzt wir jüdischen Frontsoldaten, die wir auswandern, siedeln, uns in friedlicher Arbeit neue Heimat und Existenz schaffen wollen, wir frage l immer wieder, warum solche weiten, an Möglichkeiten reicheiv Gebiete unserer Einwanderung mehr oder minder verschlossen sind! Da liegen riesige, ganz dünn besiedelte Teile des Erdballs, für die das englische Mu terland die erforderlichen und benötigten Auswanderer^einfach nicht hat; es ist für uns schwer zu 'verstehen, daß sie auswanderungs- und arbeitswilligen Menschen künstlich \ erschlossen werden, denen in hohem Maße geholfen werden könnte-

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