Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 34 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 34 / 16. Jahrg. Berlin, 20. Aug. 1937 Preis 10 Pfennig H ERAUSGEBER: REICHSBUND OÜDISCHER FRONTSOLDATEN WÖCHENTL CH * MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN Beiblatt: „DI I KRAFT”, Offizielles Organ des Schild, Sportbund dei Reidisbondes jüdischer Frontsoldaten KRIEGSOPFER - ABTEILUNG Mdabi ud ScfuiltlettaBg nnd Verlegt Ri Radihtou. n. AnsdgensdtluS jeden Bselsnlii RM 0,40 monatlich AudtnUiilf durch dl* AmUtnnri JOdiadter Frontsoldaten E. V. Berlin W15, Khrfdntandamin 200. Fernruf 91 85 71 l lanatag toi Ererheinen. För unverlangt ein sehende MaauakrlpM wird keine Gewähr übemo msttglich Poetbeateilgeld. Anzeigenpreis Die 9 geepalteae Millimeter-Zelle RM 0,18 ettimd i Bepa. Verlad. Beneid e Pakaecber, Berlin W 50, Regensburger Strei e Postediedi, Berlin 76142. Tclegrammansdirift i Scfalldkemerad. men. Bel Nichtlieferung ohne Verschulden kein VergOtungsanapruch. Stellenangebote und - Gesuche, PemUiananaetgen RM 0,10. 21. Fernsptedter ■ 24 66 97. , Postscheck, Berlin 325 29.!! I Zu den Reichsmeisferscha) rrontkdincriMlcn Zu den Reichsmeisferschafien am Sonntag, den 22. August 1957: \ - Sporfkamer aden! Der Reiihsbund jüdischer Frontsoldaten und der Sportbund „Schild“ Das große spoi Stelle über das innki bunJ zu sprechen, dt fliehe Ereignis am kommenden Sonntag gibt uns Anlaß, an dieser •re und äußere Verhältnis zwischen dem Reichsbund und dem Sport- 'iren beider Organ unser Blaff ist. Die Redaktion. i des Reichsitsoldaten“, großen jüdischen ^Schild — Sportbun hundes jüdischer Fro so lautet der volle Name des Sportbundes, der am 22. August 1937 zum dritten Male antritt, um als (roßte Leistungsschau des Jahres seine leichtathletischen Refi'hsmeisterschaften auf de n Sportplatz der Berliner jüdischen Gemeinde im Orunewald abzphalten. Hier erwartet er in großer Zahl als Zuschauer die Berliner Ks meraden, Kriegsopfer und Frontkämpfer mit ihren Angehörigen. um durch ihre Anwesen leit ein Bekenntnis | der Verbundenheit zwis :hen Reichsbuiid und] Sportbund abzulegen. Der Name des Sportbunces „Schild“, den wir an den Beginn dieser Ausführungen setzten, hat programmatische Bedeutung. Der Sch Ul ist. seit Bestehen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten dessen Wahrzeichen; den Sch Id tragen wir jüdischen -rontkämpfer als Bur desnadel, „Schild“ ist d;r Titel unseres Bundesblattes. An diese Tratition knüpft der Spo-tbund symbolisch an. t Lew iß: Reichsbund jüdischer Frontsoldaten e. V. und „Schild, Sportbund des Reichsbundes jiidiieh^r Frontsoldaten“ sind selbständige Organisationen. Jede führt organisatorisch inr Eigen leben; dies muß <Iar festgestellt werden. Mitglied des Reichsbundes kann nur sein der ehemalige jüdische Frontsoldat der alten deutschen Wehrmacht und der ihm gleichgestellte Nachkriegs-Känipfer (Freikorps- Kän pfer usw.) sowie in den Kriegsopfer-Abteilungen überdies die Hinterbliebenen unserer jüdischen Gefallenen, Schon hieraus ergibt sich der Unterschied der Aufgaben gegenüber dem Sportbund sc h ie dep h ei t in der und; Struktur beider Bünde. (Sportbundes ist die Erfassung weitester jüdischer Kreise in Deutschland zu körperlicher Ertüchtigung; daß in Sportbundes, seiner Vereine ur c auclh zahlreiche Frontkameraden'Schulter an Schulter mit den nach wachsenden Generationen sich [sportlich betätigen, erscheint uns als eine Selbstverständlichkeit. und die Ver- Zusammensetzung Aufgabe des Ja, es wprde von einem So je a s Selbstverständlichkeit für ifeibesertüchtigun daten-Bund seit empfunden, sich und die damit verbundenen moralischen Werte einzusetzen Schon in den ersten Jahren nach seinei Gründung 1919 wurde im Reichsbund jüdi scher Frontsoldaten der Gedanke sportliche! und turnerischer Betätigung lebendig und grif bald .über unseren eigenen Kameradenkreh hinaus. So konnte in unserem Bundesorgan -das damals bereits dem Sport eine besonder« . Nummer widmete, unser Bundesvorsitzendei Kam. Dr. Leo Löwenstein am 22. März 192t feststellen: „... Das andere schlagkräftige Zeugnis für die Wirkung unserer ständigen Mahnung an die jüdische Jugend zu körper lieber und damit zu sittlicher Ertüchtigung ist die Tatsache, daß die in unserem Bund im ganzen Reiche angegliederten Sportgruppen verschiedener Art an Gruppenwie an Gesamt-Mitgliederzahl heute schon die größte jüdische Sportorganisation In Deutschland bilden“. Und als Erziehungsziel stellte , er auf, „unsere junge Generation in jeder Beziehung körperlich und damit auch sittlich zu ertüchtigen, zu Menschen zu erziehen, die äußerlich und damit auch innerlich disziplinierte, aber auch selbstbewußte stahlharte Haltung als etwas Selbstverständliches besitzen“. Und so stößt man, blättert man in unseren alten Jahrgängen zurück, immer wieder und wieder auf den starken, geradezu leidenschaftlichen Einsatz des Reichsbundes für. den jüdischen Sport. In welchem Geiste dies geschah, dafür mögen heute — nach siebzehn langen, ereignisreichen Jahren — einige Worte unseres unvergeßlichen Kameraden und Sportkameraden Dr. Erich Lindemann, Glogau, zeugen, die wir im „Schild“ vom 1. April 1925 finden; Sätze wie diese: „Wir wollen nicht weiter tatenlos zusehen, wie Juden und Juden einander ohne jede Disziplin und ohne Sinn für die eigenste Gemeinschaft bekämpfen“. Oder wie der folgende: „Zwingen uns schon die politischen Verhältnisse in der Welt, uns auf uns selbst zu besinnen mehr denn je, so müssen wir auch für die körperliche Wiedergeburt eines starken einigen Geschlechts sorgen, das fähig und mutig genug ist, die schweren Aufgaben eines erneuerten Judentums zu übernehmen“. -Wo war damals, als diese mahnenden Worte vom Zweck und Sinn einer jüdischen Turn- und! Sportbewegung im „Schild“ gedruckt, wurden, manch einer, der heute erst seinen Sinn für die „eigenste Gemeinschaft^ entdeckt hat, manch einer, der h e u F2 über jüdische Selbstbesinnung und Selbsterneuerung tönen zu dürfen glaubt...? . Entsinnt man sich dieser Vorgeschichte, so 'sind damals allerdings in unseren Reihen auch Stimmen laut geworden, die vor einer „Absonderung“ in einer eigenen jüdischen Sportbewegung warnen zu sollen glaubteij; " um so interessanter und kennzeichnender für , die b e w u ß t - j ü d i s c h e Gesinnung in unserem Bund ist es, daß sich demgegenüber ■ ganz eindeutig der j ii d i s c h e Sportgedanke durchsetzte. Entgegen jenen Bedenken entschied sichder Reichsbuiid nicht für-ein Untertauch^n des jüdischen Sportlers i in anderen Sportvereinen, sondern für j ii d is c h eil Sport unter offenem Bekenntnis zu eigener Art, eigenem Stamm, eigener Religion, jiidih scher Leistung: j | „Die - körpvJrliche Ertüchtigung der deutschen Juden, . insbesondere unserer jüdischen Jugend, ist von solche! überragender Bedeutung für den Fortbestand des jdcutschc i Judentums, daß kein jüdischer Verband sie als „quantit' negligcablc" behandeln darf. Am wenigsten wir. die wi die ' üruodbcdjngunLteu des Sports. Kameradichaftllchkel 1 und Disziplin, auf ‘unsere Fahne geschrieben haben." „Wir wöllcti alle diejenigen Kreise der jüdischen Jugend erfassen, denen das Bewußtsein' von der Wichtigkeit de 1 'Sports noch nicht aufgrgangen ist und die immer noch einer einsaitig geistigen Ausbildung »ich zuneigen." Aber :zunächst heißt es. alle Kreise zu gewinnen und sollten wir, die wir uns aus dem Kriege den wahret Frantgeist, -den Geist der Kameradschaftlichkeit und pi* ziplin mitgenommen haben, nicht ' die gegebene Stelk sein, die jüdische Jugend für den Sport zu begeistert und auszühtlddn?" (Kam. Dr. Elkeles, Berlin, „Schild" vom 26. 4. li)26). „Darüber -* denke ich — waren wir uns schon längst völlig eklig, daß uns ein jüdischer Turnverein mehr bedeutet, namtich eine Gelegenheit, der sich nur wenige mit stichhaltigem Grund entziehen werden, endlich wieder jüdisch zu denken und zu fäh'en!" „Und deshalb, Kameraden, macht die jüdischen Jungen zu bewußten Jungen Juden durch und im Kampf, wie wir cs aus uns haben machen lassen müssen." (Kam. t)r Lindemann im „Schild" v. 17. 5. 1926). ' t ,;Qcrade wir Juden brauchen den Sport, er ' soll da« durch Generationen gestörte Gleichgewicht zwischen Geist und Körper wieder hersteilen helfen, und gerade den Juden - brächte es nach größeren Nutzen, sich auf allen Sportgebieten allen anderen ebenbürtig zu zeigen.“ (Dr. Willy Meisl, „Schild" v. I. 11. 1926). ■ Aus der unendlichen Fülle der Aeußerungen (denen die Taten folgten) haben wir nur diese kleine Auslese getroffen, um die Impulse aufzuzeigen, die vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten für eine breite jüdische Sportbewegimg ausgegangen sind. Zugleich wollten