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Der Schild · 1937-08-13 · 33 (13.8.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
33 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 33 / 16. Jahrg. Berlin, 13. Aug. 1937 Preis 10 Pfennig H E RAUSGEBE R: REICHS BUND DU Dl SCH ER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH Beiblatt i „DIE MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN D KRAFT". Offizielle* Organ des Schild, Sportbund d£* Reichsbunde* Jüdischer Frontsoldaten HR KRIEGSOPFER-ABTEILUNG Sdtrl Ftletttmi und Verlag i Relchsbtm< Red«! itlOBftvl Anxelgeoichhiä Jeden Dfi Besnleprclei RM 0.40 monatlich nu Ogi Anzeigentarif durch die Anseigetrrer n Fli JQdUcber Frontsoldat g ror Erscheinen, [lieh Postbestellgeld altsngi Bepa - Ver E. V. Berlin W IS. Kurfftrsteodamm 200. Fernruf 91 SS x unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Gewähr übern Anzeigenpreisi Die 9 gespaltene Millimeter-Zeile RM jag. Benskl * Pakuscbef, Berlin W SO. Regensburger Postsd»e<hi Berlin 76142. Telegrammanschrift i Schildkamerad, w immen. Bei Nichtlieferung ohne Verschulden kein Vergütungsanspruch. (,16. Stellenangebote und - Gesuche». Familienanseigen RM 0,10. Sb ahe 21. Fernsprecher * 24 66 97. Postscheck,! Berlin 325 29. Erzieh ung zur Leistung! V( n Sportkamerad Dr Walter Laaser Für Sonntag, den 22. jüdischer Frontsoldaten“ die alljährlich den Höhep n viele unserer Berliner Kami August ruft der ,.SCHILD, Sportbund des Relchsbunfr seinen leichtathletischen Reichsmeisterschaften nkt seiner Arbeit bilden. Wir möchten, daß dem Ruf n eraden folgen! es Juf, e:ht Der nachstehende Beiti 1933, Berlin, soll unseren unser Bund seit je zu fö^ sondern mehr denn je ag eines Sp^rtkameraden aus der Jüdischen Sport-Gemeinsct Lesern erneut ins Bewußtsein rufen, daß der Sport, wie dern als Pflicht ansah, heute kein Luxus und keine Spiele vordringliches Gebot jüdischer Selbstbehauptung ist. D. ein aft hn ei, d. R- Je schwerer die Zeiten sinq, Kampf ums Dasein wird, um ist für den Einzelnen Leb k e i t, um allen Schicksalen , je härter der! so notwendiger enstüchtijggegenüber ge- 3net zu sein. Für die Erzie mng der heransenden Jugend lautet un er diesem Gesichtspunkt die schwierige Hauptfrage nicht allein: „Was soll der junge Mensch für eiiken Beruf erlernen?“ sonders, überdies auch „Was kann getan werden, tflehiig und leistungsfähig zu gleiche Frage ist auch für die . L e n Um ihn lebensmachen?“. .Die ältere Genese eiche en. nit ration aktuell, für die Umschichtler, für die „es“ noch vor sich hab :n und endlich auch für die, die die Verändern igen der letzten fahre im Kern ihres Wesens |«etroffen hat en. In der jüdischen Schick: aisgemeinschart in Deutschland findet sich sehr v eie Menschen — alte und junge die sich denj veränderten Leben nicht ge\ achsen füh en, die rückwärts träumen, statt vorwärts zi schauen. Die Erinnerung an ve-gangene Zeilen, Verantwortung, Mühe und A beit, an ernin gene Stellungen, Erfolge und Ehren, darf nch: zur Resignation gegenüber der Gegenwart ind Hoffnungslosigkeit gegenüber ier Zukunft lühären; es müssen Mittel und Wege gefunden werden, jedem etwas zu vermitteln, was ihm neuen Antrieb und neue Stoßkraft verleih Lj Der Ausgangspunkt des V'eges.zu neuer Kraft für die Alten und zur Lebenstüchtigkeit für die Jungen ist die Lebensfreude. Und wer in einer Zeit lebt, in der d-s Schicksal unJ immer mehr auf uns selbst verweist, der mu versuchen, m i t dem Wind d ts Schicksals segeln und das Maß von f reude, das Spendet unferen Kriegsopfern / UBerte eijungen erßeten auf PoftfcßecBBonto, Be.’Cin 14o2o$ ReicBsBund jüdiscBer 7 rontfofdatett (KriegsopferaBte, lutig) zii der jy-. Mensch zum Leben braucht, dem eigen Selbst zu entnehmen. Immer noch bldibt uns als Lebensgrundlage die Freude am eige nen Geist und am eigenen Körper. Di Freuden entstehen nicht etwa durch irgend eine Art von Selbstbetrachtung, sie sind v mehr Reaktionen von Körper und Geist, wir erfahrungsgemäß hervorrufen könr Der Geist reagiert auf schöne Dinge Freude. Schöne Musik, ein gutes Buch, eine angeregte Unterhaltung, ein Abend im The. oder Kino, ein anregender Vortrag, sind > on größerem Nutzen, als alles Zureden, daß man sich aufraffen müsse, da es die Vertu nft und Notwendigkeit gebiete. Es wird hier keiner Weise dem Leichtsinn das Wort geredet, dazu ist die Zeit viel zu ernst und die Not in j den weitesten Kreisen viel zu groß. A ier es; muß deutlich gesagt werden, daß Freude allein den Ring von Dumpfheit und Gleichgültigkeit, den die Sorge um die Herzen gelegt hat, sprengen kann. Der Mensch reagiert nun nicht nur mf Peistige oder gefühlsmäßige Eindrücke nit reude, sondern auch auf gesunde körperli :he Ausarbeitung und Entspannung. Diese Erkenntnis hat den Sport geschaffen und ihm der Jugenderziehung und Freizeitgestaltung seiner Bedeutung verholten. Am frühesten sich die Erkenntnis von der Wichtigkeit des Sportes in den angelsächsischen Ländern duichgesetzt, in denen von jeher das gepflegt worden ist, was wir heute erst mühsam erlerien müssen, Erziehung zur Lebenstüchtigkeit anstelle von einseitiger Vorbereitung für fen Beruf, Lebenskenntils und Lebensfreude als LeLtungsgrundlage anstelle von totem Wissen. Die ausschlaggebende Bedeutung, die grade in unserer Zeit der Sport für die .Jugenderziehung und Freizeitgestaltung hat, ist von den maßgebenden jüdischen Stellen, ist vornehmlich vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten richtig erkannt worden. Es wird vieles getan, um jedem Lebensalter zu seiilern Rechte zu verhelfen und den beschränkten und beschränktesten Mitteln aller in Fiage kommenden Schichten Rechnung getragen In Schulen und Vereinen wird für ständige Erweiterung der erfaßten Kreise gesorgt. Um so verwunderlicher ist es, daß in einer I leit, in der die Freuden des Daseins nicht in beliebiger Zahl vom Himmel zu fallen pfligen in zu hat und in der jedem klar geworden sein sollte, daß körperliche und geistige Lebenstüchtigkeit das Einzige ist, was als bleibend einem jungen Menschen mitgegeben werden kann, weite Kreise der jüdischen Elternschaft, sei es aus falsch verstandener „Geistigkeit“ oder aus Aengstlichkeit, ihre Kinder dem Sport fernhalten. Eine gute Sache spricht für sich selbst. Es ist unnötig, für sie viele Worte zu machen. Eine Sportbewegung, deren Ziel die "Schaffung von Lebensfreude und Lebenstüchigkeit Ist, wird sich von allein gegen Voruiffiile und Aengstlichkeit durchsetzen und gelegentlich auffallende Mißstände in der Lebensha tung und Erscheinung Einzelner beseitigen. Bei der Notlage, in der sich heute weite Kreise der jüdischen Bevölkerung befinden, ist für den größten Teil der zu erfassenden Menschen der jüngeren und älteren Generation der Sport die einzige Lebensgrundlage in dem oben gezeigten Sinne. Der Geldbeutel isi gewöhnlich so schmal, daß er eine anderweitige Beteiligung an den Freuden des Daseins nicht zuläßt. Wer Gelegenheit hat, in der Verwaltung der Sport-Organisationen mitzuarbeiien, kennt den erschreckend hohen Prozentsatz von arbeitslosen und mittellosen Mitgliedern, die nicht nur vom Beitrag befreit > sind, denen der Verein sogar teilweise das Fahrgeld zu und von der Trainingsstätte zahlen muß, um ihnen überhaupt die Teilnahme am sportlichen Betrieb zu ermöglichen. Die ungeheure soziale und psychologische ‘ Wichtigkeit des Sportes scheint in weiten Kreisen leider noch nicht recht erkannt zu sein. Für diejenigen, die in der Lage und gevylllt sind, die wi-tschaftliche und geistige Not zu lindern, gibt es hier eine neue soziale Aufgabe, die — rein sozial und von der Menge der Menschen aus gesehen, auf die sich Arbeit ubd Wirkung erstreckt — mindestens ebenso wichtig ist, wie die kulturelle Arbeit. Es ist zu hoffen, daß diese Erkenntnis sich auch bis zu den privaten Kreisen verbreitet, die in der Lage sind, die Mittel aufzubringen, die eine derartige Aufgabe erfordert. Die bisherige finanzielle Schwäche der-Sportbewegung, die ihr die erforderliche Tiefen-- und Breitenarbeit erschwerte wird mit einem Schlag behoben sein, wenn die Erkenntnis Gemeingut geworden ist, daß es sich nicht nur um die Leibesertüchtigung Einzelner, sondern um eine neue soziale Lebens-« grundlage für Alle handelt. Wenn Erziehung zur Lebenstüchtigkeit und zur Leistung als neues Prinzip über der kulturellen und sozialen Arbeit steht, die in unserem Sektor geleistet wird, erhalten viele Dinge, die bisher besonders drückend erschienen, ein anderes Gesicht, darunter auch die Frage der Berufsausbildung Jugendlicher, die ja immer schwieriger geworden ist. Es ist viel wert, einen Beruf richtig erlernt zu haben und nach allen Seiten zu beherrschen. Damit ist aber — schon abgesehen von der äußeren Seite, die sich aus Zulassungs- und Arbeitserlaubnisschwierigkei-

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