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Der Schild · 1937-07-30 · 31 (30.7.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
31 (30.7.1937)
Date
1937-07-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 3t / 16. Jahrg. Berlin, 30. Juli 1937 Preis 10 Pfennig H E RAUSGEBER: REICHS BUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENT Beiblatt LICH * „DIB KRA DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG Offizielles Organ des Schild, Sportbjund d«i Reicksbundes jüdischer Frontsoldaten Sdnift]eftttog and VcrUgi Redaktion»*«. Atixeigeaadihifi BengspreUt RM 0,40 Aasdgentarif dordi dla lelchibtmd j&disdier Jaden Dienstag vor tätlich »zflglidi Poi Adaeigenrerwaltnng» Enc tiakfa 'r6n«old,ten E. V. Berlin W15. Knrlflfatendanim 300. F&r namUngt eingehend« Manna krlpt« wird kain« d. AnidacnprcUi Dia 9 gaapaltana MillinieMr - Verlas. Bcnskl * Paknadier, Berlin W 50, Oewt ir Zel 91 6$ 71. Postschecki Berlin 76142. TeBgiiiiiinainiliilfl i Schlldkamerad. Übernommen. Bei Nlditlleforang ohne Venchaldra kein Vergfltnngsansprhdi. RM 0,16, Stellenangebote and 'Oeaache, FafnUlenanseigen RM 0,10. Strake. 21. Femaprtcfaer, 24 66 97. Poetscheck i Berlin 325 29. Jüdißie Selbfier. Ziehung / Bemerkungen zum Jahrestag des Weltkriegsbeginns In diesen Tagen um brechen wohl in jedem erregende Erinnerung^ auf jener einzigartige Hai dungstage des Jahres aufwühlendes Erlebnis, hätte erziehen können, rückschauende Blick < sich in jenem Erleben Wendepunkt ging all das in den letzten 23 Welt veränderte, Kräfte und Strömung jedes Einzelleben irgendwie eingriff und zutiefst auch in das Schicksal der Judenheit. den 1. August Herum von uns Jahr fir Jahr War d imaI5 ijch, der die Ei ttschei- 1914 durchglühtel ein dem kein Einzig er sich so erkennt heute der e Weltwende ■J die nkündigte. Von diesem las Schicksalhaft | aus, Jahren das Antltz der n< ue geschichtsbi Icjende :n auslösen sol te, in Ja, Vir wissen heute, < aß die Kriegserl nicht allein das Signal; 1 Krieges aller ZeitAi w 11 Zugleich das Stichwoit fiel für das furchtbaren Zuckungen Lebensordnung, eines einsetzende End Fundamentes, au bunde so fest zusamtlenhält; fester as es irgendein gemeinsamer möchte! Und wem si zehnten und mehr — Sinn jüdischen Opfert* aufdrängen sollte, den reits tritt dem eben C esagten gegeben. Sinn des Opfers enthüll vor Welt und Weltg« schichte, in dem wußtsein der flecke das Vermächtnis unser :r Gefallenen ist. dieses Vermächtnis sc 1 lebendiges Ehrenmal di: raden zu einer Ge Wollen der tiefe un des jüdischen Blutopfe-s sichtbar wird. deren Sinn Eine Erüirierungsgemeinschafjt, die eine ruhmlvolle Erinnerung pflegt, indem sie dem Judeitum jenes große, heilige Vermächtnis vo|*nträgt. um Beginn des sondern daß larung roßten tit ihr unter einer ' dem Dieses Vermächtnis bestimmt unsere Auf- > gaben. Es lenkt unsere tätige Kamerad- > schaft hin zu denen, die unsere G< fallenen ’ uns zurückgelassen — den Vätern und Müttern den Witwen und Waisen —, zu d :nen in unseren Reihen, denen die Front Ge.undheit und Erwerbsfähigkeit nahm. Dieses re ne Vermächtnis fleckenloser Ehre erlegt aber auch jedem Juden im Sinne unserer Gefallt nen die Pflicht auf, für sein Judentum mit Leben in jedem Augenblick Ehre einjeujegen, wie sie es mit ihrem Tode getan. Mehr sein als scheinen —: wer sdlbst ein mal Soldat war, der weiß, wie sehr di: jene Haltung formt und prägt, zu Schule des Soldatentums erziehen mal an der Front, wo der Soldat s Wort der die v ill. Zu sich ja eigentlich erst in seinem wahren We enskem auch unser Dasein übp ein Jahrhundert fest gestanden. Darum beschäftigt und erregt uns der Gedanke an den Weltkrii gsbeginn, der diH Entwicklung unserer Epcx he überschattet, ^innerlich immer von Neuem je wird heute in uns Fronterleben allein, däs on uns Schein irkliche Firnis für ihn Feld* e trug, t*. uuvwvirativt, Und lebendig wie nur nicht das persönliche damals auf 4 Jahre seinen Anfang nahm, Standern die Erinnerung an die schaurige Größe des Schlachtentodes, an die geopferten Hekatomben blühender, stumm ihre PFI schenleben — darunter Stammes und Glaubens heilige Erinnern Frontsoldaten von dama licht erfüllender Menjene, die unseres waren. Es ist diese n g, die uns jüdische ls in unserem Rfeichs- Zweck-Gedanke verh — nach 2 Jahrdie Frage nach dem ödes im Weltl riege ist die Antwort hegten g _ :n für alle Z nlosen Ehre Der eit, Bedie Um aaren sich wie ein jüdischen Frontkjame neinschaft, in unvergängliche bewähren sollte, war — wie jeder \ sich entsinnen kann — der äußere nichts und das Sein alles. Nur der v Wert des Mannes nicht der äußere hatte dort Geltung, wo kein anderer eintrat Die schlichte, zerschlissene bluse war das Ehrenkleid. Und der s war jener „Unbekannte Soldat“, deit man in den Hauptstädten der Welt Ehrentt ale errichtet hat und dem Monarchen, Minis'er und Generäle ihre Huldigung darbringen. An diese Gesinnung, die uns als ehemaligen Frontsoldaten zu einem Lebenswert geworden ist, sollten wir die Gemeinschaft, d :r wir entstammen, immer wieder erinnern. Abs jener Gesinnung erwuchs die Erziehungsaufgabe, die sich unser Bund seit seiner Gründung gestellt. Jüdische Selbsterziehungduich unser eigenes Vorbild und unsere Einw rkung. Und heute gilt dies wohl mehr <knn je! Heute hat sich von selbst vieles verfli ichtigt, was einmal glänzender Schein 'War. Sehr vieles, was früher Geltung hatte od«r Ziel des Strebens schien, ist im Sturme des Schicksals zerflattert. Die Ueberreste, denet man hier und dort begegnen mag, muten um selbst anachronistisch an. Unser Geschick, unsere Lage selbst mahnt uns, mehr zu se Jt, als wir scheinen. Den äußeren Schein, die Beleuchtung, in die wir gesetzt werdet, sind wir selbst zu bestimmen nicht im Stande,' aber was wir sind und wer wir sind, wissen wir selbst und bestimmen nur wir. Unser jüdisches Sein soll über allem Schein 1 tehen! An leitender Stelle des Israelitischen Familienblatts (Nr. 29) lasen wir jüngst einige Bemerkungen, die gerade uns ansprache 1, weil sie sich mit unserer eigenen Haltunj, wie sie im Frontbund seit je lebendig ist, begegnen. So etwa den Satz: ..Woher käme es sonst, daß man immer wieder beschämt und beleidigt jüdische Frauen sieht, die aller Würde vergessen sich auftakeln, mit übertriebener Eleganz und bis zur Lächerlichkeit geschminkt in Kaffeehäusern und an Ausflugsorten herumsitzen, die auf Reisen dieses Vergessen und Sichvergessen zu einer überlauten, ja kreischenden Demonstration werden lassen, einer Demonstration freilich nicht für, sondern gegen das Judentum“. Oder die folgende Bemerkung: „... Wir sind die letzten, die unter jüdischer Haltung ein 5ichducken und Sich-. verbergen verstehen. Darum sind wir aber auch die letzten, die sich der Aufgabe entziehen, für die richtige Haltung innerhalb unserer Gemeinschaft zu sorgen, die Jugendlichen unter uns zurechtzuweisen, die mit lautem Gerede ihrem Geltungsbedürfnis frönen, und den Frauen und den vordringlichen Männern, die sich in. Haltung und * Erscheinung Vergessen, eindringlich ins Gewissen zu reden“. Wir freuen uns, daß von anderer Seite hier einmal auf Dinge hingewiesen wird, die unsere Kameraden seit je sehr ernst beschäftigen und die von unserem Bunde in Wort und Schrift schon des Mehrfachen mahnend zur Sprache gebracht wurden. Jede Verallgemeinerung liegt uns fern; aber leider wissen wir alle aus Erfahrung, daß e i n unerquicklicher Einzelfall der Gesamtheit mehr schadet, als die. würdige und einwandfreie Haltung der großen Mehrheit — gut zu machen vermag. Eben hier handelt es sich um jene typischen Fälle, wo auf unser wirkliches Sein der falsche Schein fällt. Und diesen falschen Schein wollen wir nicht! Nicht' weil wir etwa nur ängstlich auf andere schielen, auf den Eindruck bei -Dritten, sondern einfach aus Selbstachtung! ’ Vor uns selbst wollen wir, die Gemeinschaft der Juden in Deutschland, im Bewußtsein finer Haltung dastehen, die unserem Sein entspricht und auf Schein zu verzichten weiß. Und wenn in der oben zitierten Stelle jene Jugendlichen erwähnt Werden, die „mit lautem Gerede ihrem Geltungsbedürfnis frönen“, so weisen wir stolz auf den vom Frontbund als Erziehungsinstrument geschaffenen Sportbund „Schild*4 hin, der eine jüdische Jugend abseits von Debattierbetrieb und Wichtigtuerei in Disziplin, Karne-

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