Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 30 (23.7.1937)
- Date
- 1937-07-23
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Leopold Loewenherz „Löwenherz-Gewinde“ ist ei Fürther I Überall beliebt Damals - 1914/IS allgemein bekannte- und feststehender Begn Der Mann, nach 1 essen Namen es benannt ist, wäre am 31. Juli 1937 neunzig Jahre alt geworden: Es war der bekannte Physiker und Direktor der technischen Abt. der Physi kaiisch-Technischen Reichsanstalt Rejierungs rat Dr. Leopold Loewenheif ihm, der am 30. Oktober 1892 heim: war, sagte bei d r Besprechung des Etats für die Phys.-Technische Reichsanstalt in der Reichstagssitzung lom 24. Februar 893 der Abgeordnete Dr. Witte u. a.: „.. .Ein Mann von seltener theoretischer Ausbildung und einer noch viel selteneren Durchdringing und Beherrschung _ aller Gebiete des pr; ktischen Lebens, soweit sie mit den Arbeiten dieser Anstalt irgendwie m Zusammenhang stehen. Gerade diese Verbindung ist das, was nansehr selten findet.... “ Jnd Hermann vor Helmholtz, der Präsident der Phys.-Techn. Rciclisanstalt, nannte Lot wenherz unersetzl ch und sprach im Nachruf von seiner rastlosen Energie, seiner au ^gebreiteten Sachkenntnis, seiner Treue und H ngabe. Die Berufskollegen ehrten seinen Namen, indem sie dt m von Loewenherz entwickelten Schraubenj;ewindc eben .den Namen „Loewenherz-Gt winde“ gaben. Wir Juden dürfen auf diese Ehrung eines der Unseren s tolz sein und wol en uns seiner heute erinnert. In Czarnikau (Prcv. Posen) gehöret, hatte Leopold Loewenher;, der sich die Mittel zum Studium selbst verdienen mußte, in Berlin Mathematik, Physik und Astronomie studiert und sich tereits mit einer mathematischen Arbeit eil len Preis errungen. Am Tage seines Dokl or-Examens wurde er 1870 in die Normal- Aichungs-Kommisscon als wissenschaftlicher Hi fsarbeiter eingestellt und machte sich durch erfolgreiche Arbeiten in der Fachwelt rasch bekannt. Schon lt!74 er-; hielt er die Zulassu ng als Privatdoz :nt an der Kgl. Gewerbe; kademie, der späteren Technischen Hochschule. 1881 wurde er, als erster Jude in Deutschland, Kaiserlicher Regierungsrat und 1887 b:i Gründung der Physikalisch-Technischen Ueichsanstalt, für deren Zustandekommen er sich lebhaft ein jesetzt hatte, wurde er Direktor der techi ischen 1 Abteilung; bis zu seinem Ableben war Loewenherz auch 1. Vorsitzender der unter seiner tatkräftigen Ä litwirkung gegründeten Gesellschaft für Mechanik und Optik. Seine wissenschaftlichen Ar »eiten erstreckten! sich; auf sehr zahlreiche Ciebiete, vor allen) Prä- 1 zisionsmechanik, Me linstrumente, Thermometer; auch seine Veröffentlichungen zur Geschichte der Mech; nik verdienen genannt zu werden.! Seine Arbeiten wart n, was uns vor allem interessiert, teilweise azeh von großer militärischer Bedeutu ng. „Die gew; Itigen Neubildungen in Heer und Marine“ s elften nach den Kriegsjahren 1866 und 1870/71, wie in der für Loewenhi rz veranstalteten Gedächtnisfeier hervorgehoben wurde, „die höchsten "Anforderungen ai die Leistungei der nräzis ionsmechanischen Industrie De itschlands nicht nur der Menge, sondere vor allem der Genauigkeit nach“. Deshalb waren gerade auch die militä ischen Stellen an der Phys.-Techn. Reichsandalt interessiert. So seien hier die Zusammenarbeit mit denn Chef der Kgl. Preuß. Landesaufnahme bei der Wie Leutnant Seiler fielj Im „Schild“ Nr. 28 vom 9. Juli 937 veröffentlichten wir in der Rubrik „Damals 1914 18“ eine Zuschrift des Kam. Emst Schloß, Würzburg, der darin als damaliger \rtillerie- Verbindungsoffizier seine Erinnerungei an eine Begegnung mit Kam. Ludwig Samue I, damals Nachrichtenoffizier beim Bayr. 5. R J.R. mitteilte. Von Kam. Ludwig Samuel erhalten wir daraufhin das folgende Schreiben: Sehr geehrter Herr Kamerad! Es ist doch ein sonderliches Gefühl, wenn aus dem Dunkel längst vergangener Tage ein Mann hervortritt, die Hand kameradschaftlich entgegenstreckt und sagt: ich war auch bei Dir gewesen, als es galt, alles für d is Vaterland einzusetzen. Ich erinnere mich sehr gut an Flandern 1918, es war nicht nui einmal, wo wir aus' unsern Löchern herausgi schossen worden sind* es geschah vor dem Kemmelsturm, dann vor Locre, und im unh imlichen Merrisbogen. Kam. Schloß, dem ich für diese Erinnerung vielen Dank sage, var einer der vielen Art.-Verb.-Offiziere, die. uns abwechselnd bei Kampfhandlungen zugetsilt wurden, die eine unendliche Stütze der I ifanterie waren, — aber man grüßte sich, un< vergaß im Tempo der Ereignisse. Drei jüdische Offiziere unseres R :giments sind meines Wissens auf dem Felde cer Ehre geblieben* Ltnt. d. R. Moritz, desse > Frontleben ich in Ihrer ersten Flandemnumn er schilderte, Ltnt. d. R. L e w i h, von dem K am. Dr. Feilchenfeld sprach, dann Ltnt. d. R. S e 1.1 er, von dem ich heute, einer unbedingter Kaineradschaftspflicht folgend, sprechen will. (Lt. die — wieftichloscs ler die von aß der jewicht eingefeinsten hatte Ifhrwerk serliche Prüfung geodaetischer Instrumente unt für militärische Zwecke natürlich sehr tigen — Untersuchungen über ra Pulver erwähnt. An' dem Bericht, letzten beiden Jahre der Tätigke t Loewenherz umfaßt, wird betont, < Kgl. Generalstab der Armee großes L auf die von der technischen Abteikini: leiteten Arbeiten zur Herstellung von f Teilungen bei Meßgeräten legt. Ferner die Abteilung es übernommen, das l eines Rotationszählers für die Ka Marine auf seine sichere Wirkungsweise zu prüfen. Schließlich hatte die Abteilung, ebenfalls auf Wunsch der Kaiserlichen Marine, begonnen, feine Gele, die zum Sc unteren von Chronometerwerken dienten, auf ihre Haltbarkeit zu prüfen und neue Gele aufzufinden, die durch die Einflüsse der Atmosphäre nicht ungünstig beeinflußt werd :n. Die ungeheure Bedeutung einheitlicher Sch aubengewinde für Armee und Marine liegt uf der Hand; deshalb haben die militärischen Stellen alle Normungsbestrebungen von jeher unterstützt. Dipl. Ing. F. W. Rldrillnlen rar die Slelloid der Gefallenen-Gedenkbuch geb.. 25. 11 1890 in Gunzenhausen, gef. 24. 6. 1915 bei der 10. Komp. Bayr. R.J.R. 5 Die Schriftleitung). Unser Regiment hatte in den Kämpfen des Jahres 1914 fast sämtliche Offiziere bis hinauf zum Regimentskommandeur verloren. Im Frühjahr 1915 wurden uns aus_ anderen Regimentern Offiziere zugeteilt, darunter auch Lt. d. R. Oskar Seiler, ich glaube aus der Nürnberger Gegend gebürtig. — Ein blonder Hüne — ein wagemutiger Soldat, so lebt er in meiner Erinnerung. Im Sommer 1915 erhielt das Regiment den Auftrag, vor Messines den Gegner festzustellen. Lt. Seiler meldete sich freiwillig, und in einer Abendstunde ging er mit 8 Mann überden Douvegrund vor. — Das Regiment hielt den Atem an, eine bange, halbe Stunde verstrich, da gingen plötzlich Leuchtkugeln hoch, Maschinengewehre bellten — — und zurück kamen 8 Mann mit der Meldung, daß der Feind die Patrouille erwartet hätte, daß es Ltnt. Seiler allein gelungen wäre, durch den Stacheldraht in den feindlichen Graben zu springen —' weiter nichts. Einige Wochen später kam an das Regiment über das Rote Kreuz von dem englischen Kommandeur, der uns gegenüber lag, die Mitteilung, daß Ltnt. Seiler im Nahkampf gefallen sei, daß seine Soldaten diesen tapferen deutschen Offizier gerne geschont hätten, daß er aber bis zum letzten gekämpft habe. Vielleicht haben seine Angehörigen noch diesen Bericht, wir waren damals nicht wenig stolz äuf diesen tapferen jüdischen Kameraden. Mit kameradschaftlichen Grüßen! Ludwig Samuel. i" Inden im Sdiolwese Die Bestimmungen für Frontkämpferkinder bleiben 'Mit Erlaß vom 2. Juli 1937 hat der?eichserziehungsministerr eine Zusamme ifassung der Richtlinien über die Rechtsstelhing der Juden im deutschen Schulwesen gegeben, nach denen bis zu einer späteren reiems gesetzlichen Regelung der Schulerziehung jü iischer Kinder zu verfahren ist. Hinsichtlich der Zulassung zum Schul »esuch ist zu unterscheiden zwischen den Pflichtschulen (Volks- und Berufsschulen) und den Wahl schulen (mittlere, höhere und Fachschulen). Die Zulassung der Juden zun Besuch der Pflicht schulen regelt sich nadh den allgemeinen gesetzlichen ßestimrr ungen über die Schulpflicht. Soweit keine jüdischen Privatschulen vorhanden sind, oder voi den Unterhaltsträgem der öffentlichen Schulen besondere öffentliche Schulen für Juden errichtet werden, nehmen die jüdischen Schüler an dem Pflichtunterricht der allgemeinen öffentlichen Schulen teil. Den Unterhaltsträgem der öffentlichen Pflichtschulen wird nahegelegt, mit schulaufsichtlicher Genehmigung besondere Schulen oder Sammelklassen für jüdische .Schüler zu errichten. Für die Zulassung der Juden zum Besuch der Wahl schulen bleiben die Bestimmungen des Gesetzes gegen die Ueberfüllung deutscher Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 (RGBL I S. 225) und die dazu ergangenen Ausführungsvorschriften maßgebend. Hiernach können jüdische Schüler in Höhe von 1,5 Prozent der gesamten Neuaufnahmen zugelassen werden. Die Kinder von jüdischen Frontkämpfern sind in die Anteilzahl nicht einzurechnen. An Orten an denen ausschließlich für den Besuch jüdischer Schüler bestimmte Wahlschulen bestehen, wird die Zahl der zulässigen Neuaufnahmen jüdischer Schüler von der Schulaufsichtsbehörde festgesetzt. Die an den jüdischen Wahlschulen aufgenommenen jüdischen Schüler sind auf die Anteilszahl der allgemeinen Wahlschulen anzurechnen. Gegen den Uebergang eines jüdischen Schülers von einer allgemeinen mittleren oder höheren Schule auf eine jüdische Schule bestehen keine Bedenken. Ein derartiger Uebergang ist zur Herbeiführung einer möglichst vollständigen Rassentrennung durchaus erwünscht Hut/ZU i Wf ALLIGATORS dai sind g u I i> Ledcrworen UNSERE VERKAUFSOESCHÄFTE. B«rllo. Ttiitnfilanirrtlt 16 Hambarf, Ju|bnutlcg 43 Kftla a. Rh.. Kohntrik 115 Esten, Umbe&ttnbe 10 Beten, Am Haaptbahnhof 10 Bochern, Kortanutrik 67 Frankfurt a. M, Rolnukt 15 Zentrale. Offenbach a. M. Weppartal'EIberfeld. Hersoft trabe 96 7