Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 29 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I 29 | 16. n, J6. Ju Jahrg. Juli 1937 Preis ^0 Pfennig H ERAUSGEBER: REICHSBUND DUDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH . MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG Beiblatt: „DIE KRAFTf, Offizielles Organ des Schild, Sportbnnd des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Sdutftleftonf tmd Verlags Rel. Redaktion»^ n. Ansei gen» cfalnk J Bengaprelat RM 0,40 nonatt« Anseigentarif durch die < babttnd jüdischer Frontsoldaten E.V. Berlin W15. KnrfOrstendamm 200. Fernruf 91 Dienstag vor Erscheinen. Für unverlangt eingehende Manuskripte wird keine Oew&hr fll ich ruzQglich PoetbeLtellgeld. Ansei gen preis > Die 9 gespaltene Millimeter* Zelle R Anleihen Verwaltung t ' Bepa - Verlag, Benskl £ Pakoscher, Berlin V 50. Regensburger 71. Postscheck i Berlin 76142. Telegrammsnschriftji Schlldkamerad. b^rnommen/ Bei Nichtlieferung ohne Verschulden kein Ve gQtungsansproch. 0.16. Stellenangebote und »Gesuche, Fsmilienarseigen RM 0.10. Strafe jn. Fernsprecher i 24 66 97. Postscheck i Berlin 325 29. Kommt ein jiidifiher Staat. . .? Oer englische Teilungsplan für Palästina, vom Standpunkt jüdischer Frontsoldaten gesehen Die gegenwärtige Die englische Regie: vorigen Nummer bereits Bericht über Pal lichkeit übergeben und eigen gemacht; die da Lage entsprechen skizzierten: dem, was Beendigung; ing hat, wie in der mitgeteilt, den eeiist i n a der L eff entsteh dessen Inhalt zu enthaltenen Var- \|rir vorige Woc des Mandat _ w Cll j V schlage für die Neuordnung in Palästina ich: .es, e hier Aufteilung des Mandatsgebi :ts in einen (kleineren) selbständigen jüdischen Staat, dem das. Küstenfebiet zufällt, einen selbständigen arabischen taat, der mit Trans jo: danien vereinigt wird; Jerusalem und Bethleh« m bleiben untejenglischer Mandatsverwaltu ig; ein Korridor nach Jaffa sichert dem arabischen Staat Verbindung ans Mittelmeer. Bis zur Durch: ührung des : Planes sollen Boden-Transakt onen, die. im Widerspruch zu seinen Grenzziehungen stehen, verhindert werden; die ge amte jüdische E|i:: - [[.Wanderung wird von August 1937 i bis * einschl. März 1938 mit höchstens 80pO (festgesetzt. | | j Weitere der sehr 'ielfältigen Einzelheiten aus dem über 400 Sei en starken Bericht herauszugreifen, gestattet „ uns der Rauch! nicht. Festzustellen ist, daß dieser Teilungsvöj-schlag; sowohl auf arabischer Seite wie ich allen’ zionistischen Grupper nachdrücklichen Einwänden begegnet, die sich bis zu] seiner völligen Ablehnung steigern. Weichen Einfluß diese auf das weitere Schicksal des Planes gewinnen werden, blejibt abzuwarten. Er wird nunmehr zur j Debatte vor das englische Pailament gelangen, wo er mit Kritik zu rechnet hat; er bedarf] sodann der Zustimmung des Völkerbundes bzw. seiner Mandatskommission, da England ja das Mandat über Pa ästina vom Völkerbund erhalten hat; und in iiesetn sind Staaten vertreten, die einer Verkleinerung der jüdischen Elnwanderungsmöglicl ikeiten in Palästina ablehnend gegenüberstehen. Endlich ist zu erwähnen, daß auch die Vereinigte!) Staaten, obwohl nicht Mitglied des Völkerbundes, auf Grund eines Son lerabkommens mit England über Palästina in den weiteren Gang der Dinge eingeschaltet sind. Die lejtzte Entscheidung jedoch Lief t bei den jüdischen und arabischen Instanzen selbst; denn oh [ne deren Zustimmung wäre d:r Teilungsplan [ als' g e - scheitert anzusel en. Fraglos rujht damit insbesondere auf dein bevorstehenden Zionistenkongreß eine ui gewöhnliche Verantwortung. Der ganze Teil ungsVorschlag beruht auf einer Voraussetzunj, nämlich äuf der Unvereinbarkeit der englischen Verrichtungen einerseits den Arabern, ander :rseit$> den Juden gegenüber; kann diese Um ereinbarkeit, wie es die Peel-Kommission brhauptet, wirklich als erwiesen angesehen werden? Soll also auf das Mandat als die völke rechtliche Grundlage des jüdischen Palästira-Aufbaus verzichtet werden zugunsten dischen Kleinstaates mit so engen keilen, unter Verlust einer Rerhe Siedlungen, unter völligem Verzicht äul salem und auf die einer Erschließung harrenden Gebiete ...? e:n es ju- M iglichjü: lisch er Jerunoch Eine schwerwiegende Entscheidung Soviel zu den Problemen des Augenblicks, der unverkennbar ein geschichtlicher Augenblick für aas Ju lentum ist, das nach zweitausend Jahren nui voraussichtlich vor die Frage gestellt ist, sich an einem nicht unwichtigen Punkte di s Erdballs zum ersten Male politisch, in eig instaatlicher Form zu organis:eren. So darf lie britische Regierung zu der von ihr vqrj;eschlagenen Lösung aussprechen: sie -„würde das jüdische Nationalheim in einen Judenstaat mit voller Einwanderungskontrolle verwandeln, seine Angehörigen würden einen Status erlangen, der dem gleicht, den die Angehörigen anderer Länder besitzen; die Juden würden endlich aufhören, das „Leben einer Minderheit“ zu führen und das Hauptziel des Zionismus würde somit erreicht sein“. In der Tat: Der eigentliche Tragpfeiler des Herzischen Gedankengebäudes z l einer Gesamtlösung der Judenfrage ist die Errichtung des „Judenstaates“, getragen v< n einer jüdischen Mehrheit als dem Staatsvo k. Man spricht kein Geheimnis aus, wenn mal daran erinnert, daß der wachsenden Zahl 3er Anhänger dieser zionistischen Lösung in der Welt auch viele Hunderttausende von jüdischen Gegnern gegenüberstanden, die ihr aus Ueberzeugungsgründen des Gefühls ivie des Verstandes nicht vertrauten, weil sie vbn der Propagierung dieses Lösungsversuct es eher eine Verschärfung der Judenfrage, eine Förderung der auf Entheimatung der . uden in ihren bisherigen Wohnländem gt richteten Strömungen erwarteten. Der von der britischen Regierung gebilligte Peel-Bericht (und dies ist wohl sein wichtigstes stück) den Gedanken des jüdischen und kennzeichnet ihn einwandfrei eigentliche Ziel des Palästina-Manda Tatsache ist zu würdigen, wie nHan sonst dem vorliegenden Teilun; bejaht s Kerntaates als das es. Diese auch egenden reilungspian #n ganzen oder in Einzelheiten gegenüberstel: en "mag. gsplan jberstel Aufgabe der jüdisch-politischen Faktoren wird es sein, sich mk dieser Tatsache auseinanderzusetzen, über Annahme oder Ablehnung zu entscheiden, ihre Forderungen dazu geltend zu machen, und alle erkennbaren- Entwicklungsmöglichkeiten zu fördern; eine i höchst verantwortungsvolle Aufgabe, weil Ihre Auswirkungen unterschiedslos das Judentum der ganzen Welt erreichen werden und seine Lage überall beeinflussen können. Unsere Aufgabe jedoch beschränkt sich darauf, zu der neugeschaffenen Lage heute lediglich das zu sagen, was vom besonderen Standpunkt jüdischer Frontsoldaten dazu zu bemerken ist. Da dieser Standpunkt nur der überparteiliche und nicht-politische des Reichsbundes sein kann, kommt ihm vielleicht um so mehr Beachtung zu. Strategische Gesichtspunkte Vom soldatischen Blickpunkt betrachtet, läßt der Teilungsvorschlag die militärischen Interessen Englands deutlich erkennen. Dieses will zwar das Mandat über Palästina an den Völkerbund rfrückgeben, sich wesentliche strategische Vorteile jedoch pach wie vor sichern. Hta i f a, dem jüdischen Staat zugeschlagen, soll als wichtiger Flottenstützpunkt unter britischer Kontrolle Stehen und vorerst unter Mandatsverwaltung bleibe«; ebenso Akko, Tiberias und Safed und desgleichen das Gebiet bei Akaba am Roteü Meer, eine (wie man noch aus dem Weltkriege weiß) sehr wichtige strategische Schlüsselstellung. Seestrategisch und damit weltpolitisch gesehen, würde von den beiden neuen Staatswesen das jüdische, obwohl das kleinere, mit selber Küstenläge am Mittelmeer das wichtigere sein. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt auf einen Teil seiner Souveränität verzichten,[ sich dem .englischen Commonwealth als Do m i n i o n eingliedern würde, bliebe abzuvifarten. Zunächst würde England sich verpflichten, die Zulassung sowohl des jüdischen wie des arabischen Staates zum Völkerbund.zu unterstützen. Völker- und staatsrechtlich pöhlägt der Peel- Bericht die Errichtung der beiden neuen um abhängigen Staaten in der Form vor, daß England einerseits mit der Regierung von Trans Jordanien und Vertreter« Palästinas, andererseits mit der Zionistischen Organisation Verträge schließt, deren Inhalt die neuen Staatsgründungen bilden. Hierbei wird vorgesehen, daß Militärkonv.entionen diesen Verträgen angeschlossenj werden. Zunächst soll freilich die militärische Sicherung in englischen Hänjfen bleiben. Ins-