Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 28 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 28 / 16. Jahrg. Berlin, 9. Juli 1937 Preia 19 Pfennig H E RAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖC! 1 Beiblatt i LICH * MIT DIE KRAFT" EN DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNG , Offizielles Organ des Schild, Sportbi SchrtitlaHoatf tmd VtrUf d Redaktion* a. Axu«ltf«f>adJnfc Jaden Dienstag tot Gracht Inen. Fflr nnrcrlangt eingehende Manuskripte wird keine Gew&fc r Berngepretoi RM 0,40 iionatllch «oxOgUd» Poetbea tellgeld. AnxHgenpreUi Dia 9 gespaltene Millimeter* ZcU AaMtgenteri/ durch die ^nxeigenen ualtnng t Bei a - Verlag, ßenaki ä. Paktucfaer, Berlin W 50, Regenabta {er DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG nd des Relditbtmdes jüdischer Frontsoldaten n 85 71. Postscheck i Berlin 76142. Telegrammanschrift i Schildkamerad, fibernommen. Bel Nichtlieferung ohne Verschulden kein Vergütungsanspruch. RM 0,16. Stellenangebote und - Gesuche, Familienanzelgen RM 0,10. Strebe 21. Fernsprecher ■ 24 66 97. Postscheck i Berlin 325 29. Für du? älfereti erwerbstojen Ein Schritt un >erer Kameraden in der Berliner Repräsentanten ngeu. ist in jüesem Frontsoldaten In immer steigetjdem Maße inehren sich auch aus dem Krei e unserer Kameraden die Hilferufe derjen gen älter gewordenen jüdischen Menschen, die nach eitern langen Leben ehrlicher, fleißiger Arbeit durch die allgemeinen Verhältnisse in jbhwere wirtschaftliche Bedrängnis getafen sind. Die sogenannten älteren er wertslosen Angestellten haben seit lan jem unermüdlich alle Anstrengungen gemai nt, sich mit, ihrer meist noch unverbraucht n Kraft und;' ihren dem allgemeinen Wohl sehr dienlichen Erfahrungen und Fähigkeiten in den Arbeitsprozeß Wieder einzuschalten. Die Schwierigkeiten, dH sich diesem selbstvenst indlichen Verlangen entgegenstellen, sind so allgemein gekannt! auch den Betroffenen selbst, daß sie hier! nicht noch einmal vorge iihrt zu werden brauchen. Trbtzdem bat unser Frontbund unermüdlich versucht, insbeson dere seine erwerbslosen Kameraden, die ja fast alle zu den „Aelteren“ zählen, wieder in Stellung unterzubf Im „Schild“ vom 1 Juni 1937 Sinne unter dv Rubrik „Wir sind der Meinung“ ein kameradschaftlicher Appell zugunstc n der älteren Angestellten an die Inhaber und Leiter jüdischer Firmen gerichtet worden. I Aus diesem Grinde haben auch die Vertreter des Frontbandes in der Sitzung der ReprSsentantenversammlung der Jüdischen Gemeint e Berlin vom 30. Juni 1937 den Goneindevort fand wegen seiner Stellung zu diesem Problem interpelliert. Die Anfrage wurde von dem früheren Vorsitzenden der damaligen Ortsgru ope Berlin, Kam- Dr. London, eingehend begründet unld durch die Ausführungen des jetzigen Vorsitzenden des Landesverbandes llerlin und Mark, des Kam. Walter C a 11 m a 11 n , und des Mitgliedes unseres Führerrates, des Kam. Dr. Fritz Aron, wertvoll ergänzt. Die drei Kameraden zeigten Möglichkeiten au , um den unleugbar vorhandenen großen Schwierigkeiten zu begegnen und regten insbesondere an, trotz aller bisher im wesentlichen erfolglos verlaufenen Versuche durch i inner wiederholte unmittelbare Einwirkung auf jüdische! Geschäfts in- |aber die Einstellung auch älterer jüdischer ngestellter in jüdische Geschäftsbetriebe zu erreichen.; ' Der Gemeinlevorsitzende und die Vertreter des 1 De m e in d e \jo rs t a ndes agten unter Hirn reis auf die bisherigen starten Bemühungen der Gemeindeverwaltung zu, rjach dieser Rieftung hin alle Kräfte mfzuwenden, und auch ,1m Sinne der Von unseren Kamjeraden gegebenen Anregunm dem „Gemeindeblatt" c.e rade in letzter Zeit' die Gemein schichjtungskurse für Männfc 35 Jahre als Schmelz-Schweißer, Bs und Mährer eingerichtet habe. Um die baldmöglichste Verwirklich serer Anregungen zu garantieren, , wi viergliedrige Kommission aus sentanteh-Versammlung gewählt, zu gliedern; u. aunsere Kameraden Ca und Lojuis Wo I f f bestimmt wurcjei Wir Rollen hoffen und wünschen di r de Ängefielltenl Versammlung Umr über uarbeitcr ung unijrde eine Reprären Mit- I m a n n n. daß es dieser Kommission gelingen möge, das ungemein schwierige Problem der Wiedereinschaltung der älteren erwerbslosen Angestellten in den Arbeitsprozeß baldmöglichst, wenn nicht zu lösen, so doch in seinen tragischen Auswirkungen nach Möglichkeit abzuschwächen- Kam. Dr. Di. * Die Angestellten, um deren Schicksal es sich hier handelt, gehören zumeist der Frontgeneration an. Die meisten von fronlkümpierbesi lmiBDngen für Obersdilesien i Durch den Ablauf des Genfer Min lerhcitenabkommens vom 15. Mai 1922 tritt die deutsche Rpsscgesetzgebung auch in dem. ehe maligen! oberschlesischen Ab6timmu igsgebiet nunmehr am 15. Juli 1937 in Kraft. In einem Gesetz (iber Maßnahmen im ehemali gen oberschlesischen Abstimmungsgebiet vom 30 Juni 1937 (Reichsgesetzblatt Nr. 76 von 2. Juli 1937) sind eine Reihe von Bestimm uigen enthalten, idle durch die Aenderung de; Rechtszustandes zur Ueberleitung erforderlich* geworden sind. Von diesen Bestimmungen interessieren in unserem Kameradenkreise hauptsäc) lieh diejenigen, welche sich mit der Rech Isstellung der ehemaligen jüdischen Frontkan pfer befassen.; Zusammengefaßt ist zu sa;< en, daß die ehemaligen jüdischen Frontkämpfer im immungs- Iten wie ten einen Aufru f iu veröffentlichet. jemeindevorstanc Ins besonder darauf hinget iesen, daß gewurde vom ehemaligen oberschlesischen AbstJ gebiet dieselbe Rechtsstellung erh im sonstigen Reichsgebiet, d. h. alo z. B.: Die jüdischen Beamten treten in den Ruhestand und zwar mit Ablauf des 31. August 1937. Soweit sie im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder seine Verbündeten gekämpft haben, erhalten sie bis zur Erreichung der Altersgrenze als Ruhegehalt die vollen zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge. Im übrigen Reichsgebiete; war eine besondere Bestimm ung für Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienstes nicht getroffen worden; j für das oberschlesische Abstimmungsgebiet bestimmt 5 des Gesetzes vom 2. Juli 19371 daß auf nges teilte und Arbeiter des öffentlichen Dienstes, soweit sie Anspruch auf Ruhebezüge haben, die Bestimmungen des Gesetzes für Beiamte mit Ruhegehaltsansprü; hen sinngemäß; Anwendung finden, das sine die eben erwähnten Ruhegehaftsbestimmunge i Jüdische Notare werden mit dem 31. Aügust 1937 von ihrem Amt enthoben. Soweit sie Frontkämpfer gewesen sind, kann ihnen entsprechend den für die übrigen Notare des Reichs geltendest Vorschriften ein Unterhaltszuschuß gewährt' werden (vergl. „Schild“ 1936 Nr. 13 S. 9 und Nr. 21 S„3). Die Zulassung jüdischer Rechtsanwälte kann bis zum 31 l Dezember 1937 zurückgenommen werden. Dies gilt jedoch nicht für Rechtsanwälte, die bereits seit dem 1. August 1914 Anwälte gewesen sind, oder die im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder seine ""Verbündeten gekämpft haben, oder deren Väter oder Söhne im Weltkriege gefallen sind; ferner nicht für weibliche Rechtsanwälte, deren Ehemänner im Weltkrieg gefallen sind. Bei jüdischen Personen, denen die Erlaubnis zur Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten erteilt .ist, ist die Erlaubnis zu widerrufen. Entsprechend den Bestimmungen im sonstigen Reichsgebiet -besteht hier keine Frontkämpfer-Ausnahme. Jüdischen Kassenärzten, 'Kassenzahnärzten und l^assendentisten ist die Zulassung zur Kassenpraxis zu entziehen. Dies gilt jedoch nicht, wenn sie bereits seit dem I. August 1914 niedergelassen waren, oder wenn sie i im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder seinen Verbündeten gekämpft haben oder während eines nicht unerheblichen Zeitraumes an der Front oder in einem Seuihenlazarett als Aerzt^, tätig gewesen sind, oder wenin ihre Väter, Söhne oder Ehemänner im Weltkrieg gefallen sind. Auch die Bestimmungen über den Widerruf von Einbürgerungen aus der Zeit zwischen dem 9. November 1918 und dem 30. Januar 1933 treten nunmehr in Oberschlesien in Kraft. Auch hierbei ist die Sonderbestimmung der Verordnung vom 26. Juli 1933 aufrechterhalten, daß für den Widerruf der Einbürgerung insbesondere z. B. Ostjuden in Betracht kommen, es sei denn, daß sie auf deutscher Seite im Weltkrieg an der Front gekämpft oder sich um die deutschen .Belange besonders verdient gemacht haben- - Kam. Dr. Ro.