Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 27 (2.7.1937)
- Date
- 1937-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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was, wir werden .abgeholt?? — ein Choral erljönt zu unserer Begrüßung... und mir — und manchem anderen — kamen die Tränen. Und dann erwarteten uns in Fouquifcres die Kajmeräden, die Zivilbevölkerung stand grüßehd vor den Türen und _die folgende Verlesung des Dankes und der Anerkennung des Diy.-Kommandeurs, an den wir „verpumpt“ gewesen, ließ alles Durchgemachte vergessen. ,.. Und wenige Tage darauf ging’s wieder in di* vorderste Linie. i - Kam. E 111 ing e r Leutn. d. L. a. D. , Zugs. u. Stoßtruppführer 4 118. Künstlicher Nebel als Waffe Wir alle erinnern uns: je stärker sich die Waffen Wirkung steigerte, je besser die optischen Geräte wurden und je größer der praktische Fliegereinsatz wurde, desto wichtiger würde im Laufe des Krieges die Tarnung, die sich zunächst auf recht primitive Maßnahmen beschränkte. Man wählte die feldgriaue Uniform: man strich Geschütze und Wahren erdbodenfarbig an; man maskierte Geschütze und Beobachtungsstellen mit Strätichern u. a. Aber je mehr sich das Flugwesen und die Flieger-Photographie entwickelte, desto problematischer wurden naturgemäß alle Tarnungen dieser Art. Auch die schützende Dunkelheit der, Nacht konnte: nicht immer füj taktische Maßnahmen schwieriger Art abgewartet werden. So wurde der künstliche Nebel ein nicht unerwünschtes Hilfsmittel. In der Kriegswi-scnschaft unterscheidet man ..Feind-Vernebelung" und „Selbstvernebelung“. ZitF= .. F e i n d - V e r n e b e I u n g “ dient das Nebelschießen. Eerfordert eine ziemlich große Feuergeschwindigkeit, wird al-o hauptsächlich v<(n leichten Feldgeschützen durchgeführt werden können, und erfordert weiterhin einen verhältfli-nt.ttlig großen Munitionsaufwand. Es ist an'und für sich von der Windrichtung ziemlich unabhängig und kann von der Befejilsstelle aus leicht danach dirigiert werden. w|e die Nebelwolkcn an der Einschlagstelle nh/iehen. Je stärker der Wind ist, dSSto schwieriger, ist e> natürlich, mit den Nebelgeschossen cin.en nachhaltigen Erfolg zu erzielen. d. h. dem Gegner für längere Zeit die Orientierungsmöglichkeit zu rauben. Zur Selbst-Vernebelung gebraucht man die sogenannten N-Zerstäuber und N- Kerzen. Je nach der Lage der Windrichtung und der Absicht breite: man eine Nebeldecke über den ganzen Bewegungsraum der Truppe aus oder verbirgt sie durch Nebelwände, hinter denen man sich in klarer Luft bewegen kann, vor feindlichen Erdbewegungen. Diese Abblas.- Gprätc können nur im eigenen Bereich eingesetzt werden. Obgleich sie nun ökonomisch am besten sind ur^d auch am leichtesten ge- „handhabt werden können, eignen sie sich zur Vernebelung des Feindes nur dann, wenn" dieser sehr nahe liegt und wenn die Windrichtung günstig ist, d. h. also aus dtem Rücken der eigenen Truppe zum Feind hinüber weht. Daß dies nun keineswegs häufig per Fall ist und zumindest niemals sicher in wie eigenen Berechnungen eingesetzt werden kann, haben wir selbst an unseren Gas versuchen 1915 gesehen, die uns selbst manchen Schapen zugefügt haben, was auf der Gegenseite ebensooft passiert sein dürfte. I In den ausländischen Heeren führenneuerdings alle Truppen Nebelmittel mit. Der Umfang der Nebelwaffen und der Nebelmunition kann naturgemäß im Verhältnis zu Öen Kampfwaffen und zur Kampfmunition nur 1 gering sein. Denn solange es Kriege gibt, irird das oberste Streben immer dahin gehen, (den Gegner lieber niederzukämpfen als ihn nur zu blenden. Aktuelles aus der jüdischen Welt Die HICE ciation) hielt lung ab, an Ländern teil keiten konnte rung — mit derung — g' In 25 Ländert schlosserte M (Hias-Ica Emigration Asson London ihre Generalversammt er Delegierte aus verschiedenen nphmen. Trotz aller Schwierig- 1936 die überseeische Wande- . Ausnahme der Palästina-Wan- •e genüber 1935 verstärkt werden, haben 41 an die HICEM ange- Ifskomitees im Interesse der Hi Infolgedessei . ist man wohl in den letzten Jahren fast i berall zu dem Ergebnis gekommen, daß Vernebelungen von mehr als rein örtlicher Bedeutung nur von speziellen Nebeltruppen lurchgeführt werden können. Da darüber hinan; die richtige Handhabung des Nebels'keinesivegs einfach ist und diese genau-so gelernt und geübt sein muß wie ein zweckentsprecnendes Schießen, kam man in den meisten Ländern im Laufe der letzten Jahre zur Auf: tellung besonderer Nebeltruppen, die überwiegend motorisiert sein werden und denen die N-Munition durch besondere Kraftwagenkolonnen zugeführt wird. In erster Lii lie setzt man offenbar im Kriege der Zukunft Nebelbatterien ein, die mit 10 bis 11 cm Geschossen pro Geschütz etwa 5 Schuß in d«r Minute verfeuern können. Die größte Schuß'veite der amerikanischen Nebelgeschütze be ragt 2250 m, der japanischen 3300 m. Neben den blas-Abte verschiedener Nebelbatterien setzt man A b - i 1 u n g e n mit Nebelzerstäubern Größe ein. Die kleineren Geräte hierfür werde > als Tornistergeräte gebaut und können wäh end der Bewegung auf dem Rücken des T'ägers Nebel entwickeln. Größere Geräte werde i auf Handkarren, noch größere auf Nebelkraf wagen in Stellung gebracht. Torjiistergeräte arbeiten nach den bisherigen Erfahrungen höi hstens 10 Minuten, bis eine neue Füllung notv endig ist, schwere Zerstäuber 30—40 Minuten, N-Kraftwagen 60—90 Minuten. Also auch hi<:r ist der zeitliche Aktionsradius vom Beginn der Vernebelung bis zur notwendigen Auffüll mg des Gerätes bis heute noch nicht übermä Sig groß. Während die Sowjetrussen sich schon ganz auf Nebelkr: ftwagen festgelegt haben, weil diese-nach hrer Auffassung Vernebelungen in größter B eite und größter Tiefe erzeugen und dies nai h ihrer Ansicht das Wichtigste -ist, haben di« anderen Armeen bisher offenbar eine Festlegung so starrer Art noch nicht getroffen. Den: so wichtig es dann und wann einmal sein dann, daß man sich durch Nebel deckt oder dem Gegner die Sicht durch Nebel erschwert, überschätzen darf man naturgemäß auch heute den Nebel als Tammittel nicht. Am sichersten wird er wahrscheinlich als Schutz angebracht werden können, .wenn man einmal ein Gefecht im deckungsarmen Gelände bei T age möglichst ohne Verluste abbrechen wil , oder wenn man im deckungsarmen Gelände am Tage plötzlich hervorzubrechen beabsichtigt. Ihn als Verteidigungsmittel zu verwenden, wi d im ernsthaften Kampf im allgemeinen nur schwer möglich sein. Denn zunächst stört er ohne Frage stark die eigene Sjcht, was die Wirkung des eigenen Abwehrfeuers verrihgern muß. Darüber hinaus kann eine Verteidigungsvernebelung die Gefahr mit sich bringe«, daß man durch sie die feindliche Aufmerksamkeit geradedorthin lenkt, wo man am liebsten etwas verbergen möchte. Infolgedessen wird vielleicht im Kriege der Zukunft die Schein Vernebelung eine nicht geringe Rolle spielen, nämlich das Nebelabblasen ait Stellen, an denen garnichts verborgen werden soll, um die Aufmerksamkeit - von wichtigen Vorgängen an anderer Stelle abzuziehen. Das heißt also, um den Feind irre zu führen und um die Möglichkeit zu Ueberraschungen des Gegners zu erhöhen. Kam. Eh-. O. G. Einwanderer (unter ihnen 5500 Auswanderer, die von jüdischen Organisationen aus Deutschland abgefertigx worden waren) gearbeitet. Die Arbeit der HICEM umfaßte insgesamt 7600 aus Osteuropa und 2400 aus Deutschland eingewanderte Juden. Die Gesamtzahl der Auswanderer aus Deutschland, die Unter Aufsicht der HICEM bis zum 31. Mai 1^37 Weiter befördert wurden, beträgt 16 462. » Im King David-Hotel in Jerusalem hat! unter dem Vorsitz des Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte in Palästina, General lohn Dill, eine Beratung sämtlicher .Militärkommandanten Palästinas stattgefundeii, die mehrere Stunden dauerte. In Cheltenhara ist der Bürgermeister Daniel L. Lipson als Kandidat der Unabhängigen Konservativen ins Unterhaus gewählt worden. Er bekleidet die Würde des Bürgermeisters bereits während der zwei en Amtsperiode und ist der erste Jude, der zum Bürgermeister von Cheltenham gewählt wurde. j In einer Versammlung der rumänischen Nationalen Bauernpartei in Kischineikr äußerte sich deren stellvertretender Vorsitzender auch zur Judenfrage. Die cuzistische Propaganda sei eine große Gefahr. „Wir haben Arbeit für alle und haben es nicht nötig, Chauvinisten zu sein, am wenigsten gegenüber den Jjuden. Die Juden sind die den Rumänen am nächsten stehende Minderheit und bedeuten für uns keinerlei Gefahr“. Die jüdische Bevölkerung Griechenlands nimmt an der Aktion für den Aufbau einer starken griechischen Luftflotte aktiven Anteil. Alle jüdischen Unternehmen haben größere Spenden überwiesen; die jüdischen Arbeiter und Angestellten stellen den Lohn eines vollen Arbeitstages zur Verfügung. Im Tagesbefehl der Obersten Heeresleitung,| wird der jüdische Soldat Elijahu Schern Tow! Nacfimias der den Sold mehrerer Monate für die Aktion der Luftflotte gespendet hat, .besonders lobend erwähnt. Die jüdische Tabakfirma Hermann Spirer hat der Regierung eine Million Drachmen zur Verfügung gestellt. Premierminister General Metaxas hat a0 den Generaldirektor ein persönliches Dankschreiben gerichtet. Die Statuten einer in Bulgarien gegründeten neuen judenfeindlichen Organisation sind vom Innenministerium nicht genehmigt Wörden. Ferner wurde die von einer anderen judengegnerischen Vereinigung herausgegebene Propagandabroschüre auf Grund einer Regierungsverordnung beschlagnahmt. Einer Abordnung des Zentralkonsistoriums der Juden Bulgariens gab der Innenminister die Erklärung ab, die Regierung würde es nicht dulden, daß Organisationen einen Teil der Bevölkerung gegen einen anderen aufreizen. Das Gesetz werde mit aller Strenge angewandt werden. Die jüdische Bevölkerung Bulgariens könne ruhig sein: die Regierung wache über die Sicherheit der gesamten Bevölkerung ohne Unterschied der Rasse und der Religion. » In Uebereinstimmung mit der kürzlich von Rom aus gemachten amtlichen Feststellung hat nunmejir auch der italienische Botschafter in Washington, angesichts der in der amerikanischen Oeffentlichkeit zum Ausdruck gebrachten Besorgnisse erklärt, daß in der Haltung der italienischen Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung keine A ende rung eingetreten sei. Die Juden Italiens nähmen in ihrem Vaterland einen hervorragenden Platz ein; ihre Stellung werde gesichert und ungestört bleiben. Der Verein blinder Musiker in Wien, der auf einer Generalversammlung beschlossen hatte, den Arierparagraphen einzuführen, hat diesen Beschluß aufgehoben, nachdem der Gesamtverband der Blindenvereine eingeschritten war- 4