Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 24 (11.6.1937)
- Date
- 1937-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ülrwiWUlVi * Jüdisches Soldaten! an in der Antik4 Der 1. Band des IX des jüdischen Volkes“, in drei Bänden, „Die in der Geschichte des jüdischen Volkes“ Simon D u b n o w ist erkes „Weltgescl ichte kurzgefaßte Aus gäbe orientalische Pe -tode Verlag, Berlin 1937 enchienen. Die Aurgjabe ist in Verbindung mit dem Verfasser von Dr. A. Steinberg bearbeitet worden. Wrs in dem zehnbändigen Gesrhichtswerk des Autors dargestellt ist, wird auch in dem dreibändigen Werk behandelt. Viele Einzelheiten unc der wissenschaftliche Apparat (z. B. quelle nkritische Untersuchungen) wurden in dem jetzt erschienenen Werk w:ggelassen. Trotz der Kürzungen weist das dreibändige Wer) die Vorzüge der großen Ausgabe auf. Hier ist vor allem die Klarhcii der Darstellung und die äußerst lebendige and anschauliche Wie- . dergabe der Ereignisse zu nennen. Sehr anschaulich sei ildert Dubnow z. B.. wie jüdisches Heldentum in ganz grandioser Weise sich bewährte, als im Kühling des Jahres 67 n. c. gew. Zeitrechng. der römische Feldherr Flav us Vespasian mit einer starken Heeresmacht gegen Galiläa, gegen die befestigte Stadt Jotapata anrückte, einen in militärischer Beziehung sehr wichtiger Ort, weil die Eroberung d:r Festung den Weg nach Jerusalem freimaihte. „Ein Hagel von Pfeilen, Steinen und brennenden Holzscheiten prasselte auf die Stad: herab. Doch ließen sich die jüdischen Kries er nicht einschücl itern. Immer wieder unternalmen sie Ausfälle und vernichteten einzelne fsindlkhe Tniopeiiteile. Als auf Befehl des Vespasian Sturmböcl e an die Festungsmauern li erangebracht wtrden, ließen die Belagerten Strohsäcke herab, die die Stoßkraft der Maue brecher auffinge! i, und gossen zugleich Schwe el und siedendes Gel auf die Feinde“. (S. )32). Bemerkenswert ist auch Dubnows Sonderung der K I m p fe a tr Genezarethsee, als nach dem Fall von Jotapata bei den Römern die Nachricht eintraf, daß der Auf- . stand in Galiläa von net em ausgebrochen war. „Vespasian führte sein: Legionen unverzüglich an den Genezarei hsee und zwang die Zeloten, die sich in Tib« rias festgesetzt hatten, >zum Rückzug nach T irichea, an der Südspitze des Sees. Die Römer drängten unter em Befehl des Titus nach. Das Wasser des ees rötete sich vom Blut der jüdischen Kämpfer, die nach dem Verlust von Ta ichea dem Feind von Kähnen aus verzweifelten Widerstand leisteten (September 67). Der Rest der galiläischen Patrioten verschanzte! siet auf dem gegenüberliegender Ufer, in dem schwer zugänglichen Bergnest Gamala. Mehrmals wurden die anstürmend in römischen1 Sol daten von den tapferen Verteil igem zurück gew >rfen, und auch nachdem es jenen gelungen war, in die Stadt einzudrin( en, kamen hie unter schweren Verlusten nur Schritt für Schritt vorwärts. Sogar das bä te, in den Schlachten gestählte Herz des Vespasian erzitterte angesichts der Unmenge on Opfern. Ah j die Helden von Gamala, ruf einem schmalen Bergkamm zusammenge Irängt, schließlich jede Hoffnung auf Rettung schwinden sahen, stürzten sie sich in die Tiefe und fanden in dem gähnenden Abgrund den Tod (Pkt. 67).“ Auch jene erschüttern le Darstellung möchte ich hervorheben, welcfe die entscheid ungsvollen Kämpfe vor den Toreti J : r u - salems schildert, als die römischen Heere unter dem Oberbefehl d«; Titus die Hauptstadt belagern. „Zunächst versuchte Titusi die Belagerten zur freiwilligen Uebergabe Ider Stadt zu bewegen. Sein Angebot wurde jddocli von den Zeloten schroff l urückgewies :n. Bald sollte Titus-sich davon überzeugen, daß er es mit einem in Vereidigung uni Angriff gleich tüchtigen Gegner zu tun hatte. Als er sich einmal frei einem Erkundung«ritt allzuiiüMtiai soeben im Jüdischen von Damals - 1914/18 Io de Rubrik J)cr unbekannte ISchaclte äoldit" veröffentlichten wir bi Nr. tt unter der Uebcr- •chrin „Wofür er den Hohen zollern bekwU" die Erlebnlwe de* Kam. Ooldaaaan, Magdeburg, am 2t. Auguit ISIS ala KoapatfaiefBkrer betet In.- RegL «3. Hierauf erhielten wir rorn Kam. Guitir Samuel, Rodelben (Pfalz), eine Schilderung •einer Erlebnisse kn glekhm Front-Abschnitt und In den gleichen Tagen Dberaandt Sekte' rungen *ckeinen uns Interessant genug, i wiedergegeben zu werden. Es handelt sich ifn den Bruder lenes Landw. Offiziers, dessen Erlebnisse betet gleichen Regt In der Flanderntchtacht ln Nr. 22 wiedergegeben waren. Ich war Offz.-Stellv. beim 5. bayr. Res, Inf.- Regt., 3. M.O.K. und führte einen Masc linerigewehrzug. Das Regt, kam als Armee-Reserve am 19. 8. hinter diesen Frontabschnitt, am 20,8. morgens um 7 Uhr wurden wir alarmiert. Der Engländer war mit starken Kräften und Tanks über den Logastwald bis an dem Bahndamm von Achiet le Grand vorgedrungen. Wir lagen in der Linie der Fesselballone und marschierten in Gefechtsformation ungefähr 2 Kilometer vor. Dort bildete mein Regiment eine Linie, um einem evtl, weiteren V orstoB der Engländer Einhalt zu gebieten. Es entwickelten sich im Laufe des Tages viele Luftkämpfe, engl. Flieger griffet marschierende Abteilungen und Kolonnen , tn und ' fügten uns viele Verluste zu; eine engl Flugstaffel schoß einen Fesselballon ab, e n einzelner engl. Flieger versuchte einen Fesselballon in der Nähe abzuschießen, wurce aber selbst von meinem Maschinengewehrzi g heruntergeschossen, ehe es ihm glückte. Gegen Abend rückten wir vor in di< Nähe". von Achiet le Grand und nachts gegen 2 Uhr erhielten wir den Befehl, sofort aufzul uechen und an dem Bahndamm bei Achiet le Grand in Stellung zu gehen, um bei Tages; nbruch nach einer kurzen Artillerievorbereitü ig das Gelände jenseits des Bahndammes bis an den Logastwald zurückzuerobern. Um 4 Uhr sollte, der Angriff beginnen, mein Bataillon in vorderer Linie. Wir klebten an diesem Bahndamm bei der Artillerievorbereitung, Gräben waren keine vorhanden, und als unsere Artillerie ihr Feuer weiter verlegte, so daß der Angriff beginnen konnte, legte uns der Engländer ein derartiges Sperrfeuer ruf den Bahndamm, daß ein Vordringen unnöglich war. Die Beschießung war derartig stark, daß wir schwere Verluste erlitten. Vormittags gegen 7 Uhr am 22. 8. rückten wir etwas nach rechts, wo der Balndamm in einen Bahneinschnitt überging, und verschanzten uns etwas. Vor dem Balndamm lagen zwei ausgebrannte Tanks mit een verkohlten Leichen der Besatzung. Am bfachmittag gegen 3 Uhr wurde mein Lataillon zum Angnff ohne Artillerievorbereitung befohlen, uP aus der Mulde vor uns die Eng? länder zu vertreiben. Der Angriff wu de von einem Maschinengewehr, . das von A ihiet le Petit in die Flanke feuerte, aufgehalten. Mein Bataillonsrührer, der meinen M-G.-Zig gern zu seiner Verfügung bei sich hatte, gab mir den Befehl, das engl. MG. zu vertreiben und die engl. Besatzung am geger überliegenden Höhenrand niederzuhalten, Kompagn en das Vorgehen zu erl lichtem. („Samuel ich schon! öfters von ihm gehört, arjn und in Flandern). Ich sprang voräu~. —■ ein günstiges Schußfeld zu finden, ind ließ meine G«wehre Nachkommen. Es geling mir, im den Sie schaffen'«“, diese Wor e hatte kemmel us, um nah an die Stadtmauer heranwagte, er von Irerbeistürzenden jüdischen umringt, und nur sein schnelles Ro£ ihn vor der Gefangennahme. Die 10. die auf dem Oelberg, östlich von J ein Lager bezog, wurde durch warteten Ueberfall in die Flucht Ueberraschubg folgte auf Ueberraschi schneller ans Ziel zu kommen, gab Befehl, zum Sturmangriff zu rüste schon so oft in der Geschichte der prüften Htadt, richtete sich der Angrp einen ged den Engländer zum Schweigen zu bringen und die gegenüberliegende-Grabenbesatzung der Engländer niederzuhalten, sodaß es meinem Bataillon möglich war, ohne bedeutende Verluste die Nester der Engländer in diesem Feld auszuholen und 70 Gefangene zu machen. Ich bekam von meinem Bataillonsführer, Herrn Hauptmann von H ein Lob für die Leitung meiner M.-O. bei dieser Aktion. Inzwischen hatte der Engländer meine M.-G.- Stellungen herausbekommen, und ich suchte diese schnell zu wechseln. Aber zu spät: ich wurde mit meinem Zug mit einem Hagel von Schrapnell und leichten Granaten überschüttet, so daß wir schnell Verluste zu beklagen hatten, Leicht- und Schwerverwundete. Meine Leute suchten die nächsten Deckungen, die sie finden konnten, und ich hielt noch im Freien in dem Beschuß aus, um zu beobachten, ob dieser Beschießung nicht ein Angriff folgen sollte. Ich lag flach hinter einem niedrigen Erdhügel. Später stellte ich meinen Zug wieder zusammen und traf neue Einteilung; denn für die fehlenden Besatzungen hatte ich keinen Ersatz. . Die kommende Nacht zum 23. August hatten wir Ruhe, es rührte sich in unserem Frontabschnitt nicht viel. Morgens am 23. Aug. begannen die Engländer rechts von uns einen Flankenangriff .mit Tanks und Fliegern. Ich sah vier Tanks über den Höhenrand kommen, die zum Teil plötzlich wieder zurückwichen, einen Tank ließen die Engländer am Hang stehen und die Besatzung floh. Es war dann wieder ruhig, bis gegen 1 Uhr ohne jede weitere Artillerie-Vorbereitung ein Tankangriff der Tommies einsetzte^ unter Fliegerbekleidung, wie ich ihn noch nicht erlebte- Im Laufe einer Stunde war mein Regiment bis in die rückwärtigste Staffelung aufgerieben, zahlreiche Tote, viele Schwerverwundete. Was übrigblieb, wurde gefangen. Ich hatte nach Beendigung der ersten Kampfhandlung meinen Zug noch in Ordnung beisammen, Tanks und engl. Kolonnen waren schon 1000 m hinter mir. Vor mir und auf der Seite eqgl. Trupps im Vormarsch. Ich zog mich zum Bahneinschnitt zurück, ging in Stellung und ließ meine M G. feuern. Man hatte mich aber schnell entdeckt und ich bekam wahnsinniges Schrapnellfeuer, von meinen Leuten wurde einer nach dem andern weggeschossen, ich selbst ging an ein Gewehr und schoß 200 Schuß heraus. Jetzt sah idh, daß jeder Widerstand zwecklos war. Von links kamen engl. Trupps auf Rufweite heran. Ich sah, wie Kameraden abschnallten und sich ergaben. Hierzu war ich noch nicht bereit. Ich nahm meine 10 Mann, die ich noch hatte, zusammen und sprang zurück, aus dem Bahneinschnitt heraus, nahm ein M.G.-Oberteil mit und eine Kiste Munition und wollte von oben den Kampf noch einmal aufnehmen. Es war aber picht möglich, ich hätte in unsere eigenen Leute hineinschießen müssen. So kommandierte ich weiter: kehrt marsch und ging meinen Leuten nach. Eine Granate, die in meiner Nähe einschlug, zerschlug mir den rechten Oberschenkel. Meine Ordonnanz wollte bei mir bleiben, ich schickte ihn zurück, er kam noch durch und brachte meinem Bruder beim Regimentsstab 30 Minuten später“ meine Papiere. — — e -usal wurde Kriegern rettete Legion, lern, uner- :h lagen. '.Um itus den n. Wie vielgeff auch tng. In diesmal gegen die nur künstlich geschützte Nordfront. Dieser gegenüber wurden Wälle aufgeworfen und riesengroße Wurfmaschinen aufgestellt, die zentnerschwere Steine in die Stadt schleuderten. Die Stadtmauern erzitterten unter den wuchtigen Schlägen der römischen Sturmböcke, allein die Herzen der Verteidiger von Jerusalem blieben unerschüttert. Die Belagerungskunst des Feindes tat indessen das ihre, und am fünfzehnten Kampftag bemächtigten sich die Soldaten des Titus der äußeren Mauer an der Nordfront von Jerusalem. Nun-