Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 23 (4.6.1937)
- Date
- 1937-06-04
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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Vorschläge auch von jenen Kritikern, ja besonders von ihnen, auf ihre Durchführbarkeit hin immer wieder geprüft werden, und es wohl kaum eine neue Sache geben wird, : der nicht immer wieder eine Menge „Aber“ entgegen gehalten werden. Aber das wird überwunden werden, wenn das Neue die Kraft dazu hat. Die „Kraft" soll der Spiegel der Arbeit des Sportbundes „Schild“ sein. Ein - Spiegel kann aber nur das wiedergeben, was vor ihn hintritt, in ihn hineinschaut. Wer nicht mitarbeitet und siclJTiicht selbst um die Gestaltung der „Kraft“ bemüht, der enthebt sich auch < es Rechts zu werten, zu kritisieren. Wir wollen aber immer wieder erneute Kritik zur praktischen Arbeit und ihrer künftigen Gestaliung. Wir verzichten aber auf alle program ir atischen Erörterungen, weil sie mehr der Fieude der Schreiber dienen, als unsere Arbeit wirklich fördern. Wir aber werden unerm idlich alles tun, um Hemmnisse zu beseitige i und die sachliche Arbeit auch sachlich zu fördern. Helft uns dabei durch Beiträge,] die in diesem Sinne geschrieben sind. Sportgeräte erzählen ihr^ Geschichte //. Sfein, Kugel und Hammer Die Kugel ist Spielzeug des Menschen seit Jahrtausenden. Inaltaegyptischen Kindergräbern fand'man-farbige Spielkugeln ebenso wie in Kindergräbern aus deutscher Vorzeit. Die Helenen kannten die „Cropa“, die Römer die „Ocelleta"; die Naturvölker Afrikas und Asiens finden heute noch in der Kugel ihr wichtigstes Spielgerät (früher „Mai-ka“ auf Hawai). Altdeutsche Kinderlieder und mittelalterliche Reime zeigen, daß die Kugel die ' wichtigste form jener Spielphase des Kindes darstellt, in der es sich die Beherrschung des Objekts bemüht. Brueghels Holzschnitt (um 1560). „Spielende Kinder" zeigt schon Spiele „mit der Kugel. In den verschiedensten Formen hat die Kugel ihren Eingang in das menschliche Spiel gefunden: als Höhl- und Vollkugel, aus Holz oder Metall, als Ball, verschieden in Farbe, Grolle und Werkstoff. Unzählig sind die Spiele, in denen die Kugel, der Ball im Mittelpunkt stillt. Und jedes .dieser Spiele hat wieder seine Geschichte, die im Einzelnen zu erzahlen wäre. '' \\ ir wollen heute nur die Geschichteder Mei.uki.gcl erzählen, die heute in der Leichtathletik verwandt wird. Erst die neuzeitliche Sportbewegung hat die Hohlkugel aus Metall als Sportgerät aufgegriffen. Vorbild wardas S t e i n s 11!l c ii . wobei ddr Stein schon bei Homer erwähnt wird, dessen Kämpfer Feldstein gegeneinander schleudern. Aus der Watte im Kampf wurde bald ein sportliches Ucbuiig.-ger.it. -In olynjpia wurde ein ca. ihn Fiel, schwerer Steinblock gefunden, der nicht' nur da» Interesse, unserer Schwerathleten erweckt, sondern auch den Leichtathleten staunend aufhorchen läßt, wenn er vernimmt, daß die Inschrift de» Steines besagt, (6. Jahrh.) daß er mit einer Hand über den Kopf geworfen wurde. Ein 4S0 kg schwerer Steinbidck, de:} man auf Thera fand, soll ebenfalls zur gleichen Zeit gehoben worden sein. Der eigentliche Steinstoß wurde aber wenig gepflegt und die sogenannte „Würzburger Vase“ (griech.) zeigt ein Bild eines Jünglings, der mit zwei Steinen gleichzeitig wohl zum Vi urf rücklings an»holt oder jongliert. Das eigentliche Steinstoßeil spielt aber, wie schon erwähnt, iin Mittelalter eine große Rolle, so auch in dem bekannten Dreikampf im Nibelungenlied. Die Turniere des Mittelalters 1472 Zürich, 1509 Augsburg, berichteten ebenfalls vom Steinstoßen. - Aijch das Judentum hat das Steinstoßen zu jeder Zeit gekannt. So berichtet: der Kirchenvater Hieronymus Ende des vierten Jahrh., daß-in den Städten Palästinas üblich sei, ein alter Brauch in Judäa, daß man sehr schwere Steine aufstelle, an denen die jüdische .Jugend trainiere und sie zur körperlichen Ertüchtigung stemme. Auch an dem -schon erwähnten Augsburger, wie auch am Weißenfelser Turnier (1386) nahmen Juden im Steinstoßcn teil. Ursprünglich betrug das -Gewicht der Kugel 17 kg, nach dem Kriege äber setzte sich die 7,257 kg. die 15 Pfd. Kugel durch; die aus einem Kreis 2,135 m gestoßen wurde, zwei Maße, die wohl aus dem Englischen übernommen wurde, und zwar von dem Schottischen Hammerwerfen, das ebenfalls aus einem Kreis von 2,135 m Durchmesser erfolgt. Der Hammerwurf spielte,’ Stil jetzt in lieh mit s geln. Schon Stude Holzs der der starki länge wicht S t e i Kuge n gerät liebigb h; wenn auch in anderer Form, eine große Rolle in de ■ nordischen Mythenwelt und war bis dey 30jährigen Krieg als Waffe gebräuch- In Schottland warf inan ursprünglich ihweren Schmiedehämmern, später Kudie an einer Stange befestigt waren. 1876 erreichte der riesige Cambridger lt Haies mit einer Bleikugel -mit einem il eine Weite von 42,05 Meter. 1900 wurde übliche Draht als Stiel eingeführt, ute aus 3 mm dickem Stahl oder 2,5 mm n Klaviersaiten besteht. Die Gesamtdarf 1,22 m nicht übersteigen. Das Gemuß mindestens 7,257 kg betragen. Das n s t o ß e n wird heute nicht mehr mit , sondern mit einem achteckigen Wurfdas 15 kg schwer ist und aus bem Material besteht, durchgeführt. Scfiadi dem König Kampfeswillen, Ausdauer, vor allem aber Konz mtration muß der Schachspieler besitzer. Nur durch Training kann man alle diese Eigenschaften in sich vereinen. In den Gedaiken „Training“ habe ich mich nun verbisset. Auch ich möchte ein guter „Schachspielt r“ werden und werde daheT einer Schachgruppe beitreten. Dit Verbindung mit einer dem „Schild“ Sport bund angeschlossenen „Schach-Abteilung1 habe ich nun bald aufgenommen und bin i un das jüngste Mitglied. Durch eifrigen Besuch der von guten Lehrern geleiteten . Schadikurse am Demonstrationsbrett erlerne ich tun das königliche „Schachspiel“. Zug um Zug sind mir bald die Bewegungen der einze nen Figuren auf dem Kampffeld bekannt. Mit diesen Errungenschaften geistig ausgebilde:, beherrscht von dem Willen, ein anerkann er „Geistessportler“ zu werden, fordere ich nun einen Schachspieler mit fortgeschrUtenem Können zu einem freien Spiel heraus. In Gedanken — wie wundervoll die Figuren in Reih und Glied dastehen, die „Schwarzen“ und die „Weißen“ — beginne ich den Kampf. Der Gegner hält je e.ne Figur in der geschlissenen. Siegesgewiß rate ich „weiß“ in der linken. Glück muß man haben. Wie ein TeuFelchen lacht mir das erratene „Weiß“ entj egen. Welch eine Lust, wie gehen, laufen und springen die .Figuren. Ja, mein Partnercheu hat’s mit ’nem Könner zu tun. Die Stir i in sorgenvollen Falten, mit beiden Händen das schwere Haupt gestützt, pariert er Zu; um Zug. Jetzt nehme ich seinen Läufer, nur bedacht, durch Vernichtung seiner höchsten Offiziere ihm, dem „Strategen“, seinen Sie;eswillen zu rauben. Schon fällt der erste, dar n auch der zweite Turm. „Schach dem Köiig“, ein Schritt noch, und er wäre gefallen. Da stellt sich herausfordernd die Königin vor ihn. Ich muß parieren, ja, hier und da einen Rückzug machen. Die Ausdauer me n« Gegners ist bewundernswert. Ich nehme eine Figur nach der anderen. Er muß ja verlieren. Nun wird er sogar leichtsimig! Ein Siegestaumel erfaßt mich. Schnell ma cht er noch einen „Zug“ und.... ich bir -geschlagen! — Ich traue meinen Augen nidht, die Figuren wirbeln mir durch den Kopf. Ja, « ist nichts mehr zu machen, ich bin geschlagen im offenen Kampf. Mit allen Finessen hatte ich versucht, ihn zu täuschen — und nun di«« Ende! — Bescheiden, aufmunternd drückt er mir die heiße Hand. „Ja“, sagt er, „mit Kampfe», willen, Ausdauer und Konzentration ist .•» allein nicht gemacht. Training und immer Training und Sie sind bald ein gefürchteter „Schachkämpfer“. Jakob Sandei. Kurz» Sportmeldungen Neuer Stabhochsprung-Weltrekord Bei einem leichtathletischen Sportfest in Los Angeles gelang es, wie gemeldet wird, den beiden bisherigen Weltrekord-Inhabern Bill Sefton und Earl Meadows die Höhe von 4,54 in im Stabhochsprung zu überspringen. Sefton ist als Rekordhalter zu führen, da er beim ersten, Meadows erst beim dritten Spiu-g die neue Bestleistung erreichte. Wir bitten gleichzeitig mit dieser Aenderung in der Tabelle der leichtathletischen Weltrekorde (vergleiche Kraft Nr. 21) auch den Weltrekord des Druckfehlerteufels für die 4 x 200 m Staffel von 0,258, in 1,258 zu verbessern. Sport-Gruppen berichten s Darmstadt startet im TSV.-Schild Zwischen der Schild-Sportgruppe in Darmstadt und dem TSV. Schild- Frankfurt ist eine Vereinbarung zustandegekommen, nach der die Aktiven des Darmstädter Vereins von jetzt ab für den TSV. < Schild Frankfurt starten.; Die Darmstädter Sportgruppe ist vor vier , Jahren gegründet worden. Durch außergej wohnlich fleißig« Training ihrer Hand b a 11 e r und durch restlosen Einsatz war e j möglich, schon bald in die erste Reihe def jüdischen Sportvereine im Reiche zu dringen. Auch in der Leichtathletik führten di«) Darmstädter in Südwest. Durch die Vielseitigkeit der wenigen Aktiven des Vereins gelang « der Darmstädter Sportgrixppe, den Wanderpreis des Süd westdeutschen Land «verband« in dreimaliger Folge zu gewinnen. Die Fußball-Abteilung hat in den letzten Jahren ferner erfolgreich an den Verbandsrunden der J „Arbeitsgemeinschaft“ teilgenommen. \ Die Zeitverhältnisse sind an dem Vereinsge- , füge des Darmstädter „Schild“ nicht spurlos vorübergegangen. In den letzten 18 Monaten sind von seinen Mitgliedern nicht weniger als 120 Kameraden, unter denen sich vorwiegend Aktive befanden, ausgewandert. Der „Schild“ hat dadurch die Möglichkeiten verloren, selbst schlagkräftige^ Mannschaften im Rasensport zu stellen. Dieser , Umstand war mit ein Grund zu dem Ab- J kommen mit dem Frankfurter Großverein Durch die Ueberführung der Aktiven in den) TSV. Schild-Frankfurt erfährt der Frankfurter Verein eine bedeutende Verstärkung seiner Handball- und Fußball-Mannschaften, vor aller, aber auch seiner Leichtathleten. Der Leiter des Darmstädter Vereins betont, daß seim Sportgruppe hofft, mit dieser Maßnahme d» jüdischen Sport am besten gedient zu hab.i Sie wird sich mit besonderem Eifer nunme.. den ihr verbleibenden Jugend-Abteilungen widmen. 1w. Wir gratulieren Kam. Sachs-Hellmann Kam. Robert Sachs-Hellmann, der Revisionsamtsleiter und Fußballobmann des TSV. Schild. Frankfurt a. M„ der auch leitend bei Samolungen der jüdischen Winterhilfe und n» Jüdische Kriegsopfer sich auszeichnete, wird 50 Jahre. An seinem Ehrentage danken wir ihm für sein warmes Herz, seine offene Har und seine tätige Mitwirkung und hoffen, er noch sehr lange in gleichem Maße r bisher für unsere Sache uns weiter r Verfügung steht. Sportgruppe Gladbach-Rheydt: Uns» währt« und langjährig«, treu«, Mitglied « Löwenstein, M.-Gladbach„ feierte 1. Juni sein 25jähriges G«ctäftsjubilä"- wünschen unserem Frontuid Sportbun glied all« Gute. 9 6