Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 20 (14.5.1937)
- Date
- 1937-05-14
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bei die eigentlichen Voraussetzungen jeglicher sportlichen Leistung: Charakter und Körperbau, wobei unter Körperbau hier wieder Organ-, und Muskelkraft in erster Linie ver- ' ständen werden sollen. Organkraft gewinnen, das ist Aufgabe der Vorsaison, der Zeit ohne Platz und Gerät. -Otgankraft gewinnen wir aber nur im wechselnden Gelände, dasin den Lauf Tempowechsel, Steigung, Gefälle, Sprünge und Klettern einschaltet, wo der Waldboden unseren Fuß Tastgefühl lehrt. Wechselnder, auf dem Prinzip der Steigerung aufgebauter SchneH-Lauf; 200 m, 400 m, 300 m, dazwischen Pausen mit betontem Schreit-Gehen, einer zweckbestimmten Körperschule (Schnellkraft- Uebungen), so arbeitet der Sprinter, um dann nahe der Hochform an den Start zu gehen. Der Werfer wird Steine und Aeste genug finden, Wenn ihm nicht Schlag- und Vollball zur .^Verfügung stehen, um seinen Körper so in Schwung zu bringen, daß später die Vertrautheit mit dem Gerät in wenigen Uebungstagen dann erworben wird. Es ist m. E. gtrade für den Springer und Werfer eine große Gefahr, daß sie zu, früh ans Gerät kommen., schon auf Leistung .trainieren, wenn der Körper mit dem Bewegungslauf der technischen , Uebung noch garnicht genügend vertraut ge- Die „Ecke" im Fußball Gleich, ob es sich um Spiele erster oder unterer Mannschaften der Senioren oder Jugendlichen handelt, überall kann man die Beobachtung machen, daß Ecken mangelhaft getreten werden und die betreffenden Mannschaften so von selbst schon beste Chancen zum Toreschießen vergeben- Oft geht der Eckball hinter das Tor, zu weit ins Feld oder er wird genau auf den Torwart geschossen, zu kurz, oder zu flach. Die wenigsten jedoch gelangen dahin, wo die Möglichkeit seiner erfolgreichen Auswertung am größten ist. Wie s_o 11 ein Eckball nun getreten werden’ Zunächst keineswegs zu kurz, weil der -Torwart, der =i:h zumeist in die lange Ecke plaziert hat. ien zu kurz hereinkommenden Ball natürlich leichter entgegenlaufen kann, alsdaß er ihn, wenn er hinter ihm zur Erde fällt, erreicht. Desgleichen ist es auch für die angreifende Partei besser, wenn der Ball etwa in Höhe des hinteren Torpfostens herunterkommt, sie also in übersichtlicher Lage alle Kräfte aufs Tor hin einzusetzen vermag. Ein Beispiel: der Eckball kommt in Höhe des hinteren Torpfostens, dann ist der dort stehende Stürmer in der Lage, ihn regelrecht — mit Kopf oder Fuß — in Richtung Tor zu „stoßen“, während er den zu kurz getretenen Ball, mit dem Rücken zum Tor stehend nur „ziehen“ kann, was normalerweise zumindest fünfzigprozentige Einbuße an Sicherheit und Schärfe bedeutet. Die angreifende Partei muß verhindern, daß der gegnerische-Torwart die Möglichkeit findet, den Eckball direkt, abzuwehren. Denn bietet pich dem die Gelegenheit, einzugreifen, wird er ■ . naturgemäß mit seinen Händen immer höher kommen, als selbst der längste Stürmer mit dem Kopf. Der den Eckball airsführende Stürmer schießt zumeist mit dem Innenspann, er läuft dabei etwas von der Seite an und trifft den Ball je nachdem so, daß .tr mit mehr oder minder starkem Effet; hereinkommt. Am zweckmäßigsten ist es däbei, wenn der rechte Stürmer mit dem linken und der linke _ Stürmer mit dem rechten Fuß schießt. Die Ballkufven werden in diesen Fällen immer . auf das Tor zuführen und dazu durch die starke Täuschung die gegnerische Abwehr ' noch in Verwirrung setzen. Wie verhält sich die verteidigende Partei? Die wichtigste Person in der Abwehr ist - sicherlich der Torwart. Findet er wie gesagt macht worden. ist. — Aber auch der Fußballer, der Handballer werden im Trippeln um Baume Gewandtheit gewinnen, in Boden- Übung 3i der Turner sich schulen. Zur Organkraft tritt als zweite Voraussetzun x der sportlichen Leistung die Muskelk r a f :. Eine gleichförmige, sogen, statische Bewegung wird nie einen Muskelzuwachs zur Folge haben, den die dynamische, die wechselnde Leistung erzielt. Eine Leistung unter erschwerten Muskelbedingungen vollbringen, heißt auf den Muskel einen neuen Wachstumsre z ausüben. Darum wirf mit Steinen, die sciwerer sind, als die Kugel, laufe in Bergstiefeln, mache Deine Zweckgymnastik unter erschwerten Bedingungen (Hochreißen des Beines bei Widerstand durch. Druck oder Last), laufe mit einem- Sandsack auf dem Rücker, oder den Partner auf den Armen uam. Der Stuhl, die Treppe (Spurt zum 4. Stock, bei betontem Federn der Fußgelenke), del- Weg z ir Arbeit, in Feld und Wald, sie geben unendli:h viele Arbeitsmöglichkeiten, die den Aktiver so in Form bringen, daß er bald den Leistun ^Standard des Vorjahres erreicht, ihn überbietet. „Wo ein Wille ist, ist ein Weg“. Darum suche die rechten Wege zu sportlichen Leistun gen auch ohne Platz und Gerät. Pym. die Möglichkeit, direkt einzugreifen und hat er nicht wirklich ganz sichere Freiheit zum Fangen, muß er den Ball fausten. Und zwar nicht in die Mitte des Spielfeldes zurück, wo eventue 1 der gegnerische Mittelläufer steht und zum stets gefährlichen Nachschuß ansetzen kann, sondern entweder hinten über das To zur neuen Ecke oder mit weitem Stoß über den wahrscheinlich nach innen gerannten Außenstürmer hinweg zur Seite. Ehe sich dai n der betreffende Außenstürmer umdreht und dem Ball nachläuft, ist zumeist auch scion der Deckungsspieler zur Abwehr bereit. Gefaustet wird am besten mit beiden, aneinanc ergepreßten Fäusten. - Während der Torstehe* also bei der Ausführung des Eckballes seinen Platz am hinteren Torpfosten einnimmt, stehen auch die beiden Verteidiger grundsätzlich an den Pfosten; denn postieren sie sich einige Meter vom Pf< sten entfernt im Spielfeld und müssen sie jei einem nach innen kurvenden Ball zur Abwjehr zurücklaufen, besteht immer die ins Tor gedrückt und somit ungeraacht zu werden. Die zurückge- Läufer decken indes den Angriff des M.-d Gefahr, schädlich zogenen Gegners. Der Starter (Vergl- V Wettkampfbestimmungen Seite 35, §21). Bald werden die ersten Startschüsse knallen, die Läuf:r über die Bahnen sausen. Oder im Startloch sitzen bleiben? .., Wer ist schuld daran? -- Was verlangen die Wettkampfbestimmungen? Besondx schuß v der beirr Schuld Aber es Er hat treffen, unanfech' gen nich: das Recht falsch o« <n ot n fi e rs für den Sprinter ist der Startgroßer Bedeutung und mancher, -Start sitzengeblieben ist, wird die auf den Starter geschoben haben, ist nicht so leicht, Starter zu sein. allen Fragen, die den Start be- -ie Hand; „seine Entscheidungen sind bar, wenn die wettkampfbestimmuneingehalten wurden. Er allein hat zu entscheiden, ob ein Teilnehmer er richtig gestartet hat“. (Pause), Fertig“, und nach einer Pause 2 Sekunden erfolgt der Startschuß, emerkt: „Es gibt keine Bestimmung, ei Sekunden sein müssen“! Der Starter die Pause nach „auf die Plätze“ lusdehnen, bis alle Läufer ruhig in ihren Startlöchern sitzen- Dann erat erfolgt das Kommando „Fertig“. Die Läufer erheb«, sich langsam, schieben sich vor, und erst, wenn sie völlig ruhig sind, kracht der Startschuß.! " „Berührt irgend ein Körperteil eines Teilnehmers deti Boden vor der Mal-Linie, b*- vor der Schuß gefallen ist, so ist dies stets . als Fehlstart zu bezeichnen“. Da der Körp« (.beim Abfeuern der Pistole vollständig ruhig zu sein hat! sind Pendelstarts verboten. Ein Fehlstart wird sofort zurückgeschossen, und es ist zweckmäßig, dem betreffenden Sünder ruhig und Sachlich aufzuklären, daß ein erneuter Fehlstart den Ausschluß zur Folge hat. Der Starter sollte durch eigene Ruhe und Gelassenheit {beruhigend auf die Läufer wirken. Hat er eifern Teilnehmer eine Anweisung zu geben, ^o muß er sofort die anderen Teilnehmer auffordern, sich zu erheben, damit diese nicht unnötig lange in der ermüdenden Startstellung j verharren. — Wer bei einem Fehlstart sitzjenblieb, erhebe sich sofort um dehne seinen Körper. Wichtig ist! außerdem, daß der Starter sich einen Platz wählt, von dem aus er einerseits alle Läufer einwandfrei übersehen, andererseits er selbst abdr von den Zeitnehmern leicht gesehen werden kann. Nur so sind richtige Starts und richtige Zeiten gewährleistet. Vor dem Wettkampf soll er seine Pistole stets prüfen, aie eine fremde gebrauchen; sich über die Lage der einzelnen Startplätze genau informieren, damit er sie nicht im letzten Augenblick zu suchen braucht. So sorge er für Pünktlichkeit, Ordnung und Ritterlichkeit bei den Kämpfen; des Tages. Sportkam. Sportlehrer Jacobsohn. Kurze Sportmeldungen Was heißt „Bezeichnet“? Der Leichtathlet Nr. 18 bringt einen sehr wichtigen Aufsatz über die Frage, wann der Aktive den Kreis beim Stoß oder Wurf verlassen dürfe. Als ungültig ist ein Wurf zu bezeichnen, wenn der Aktive aus dem Kreis heraustritt, bevor seine Leistung durch die Kampfrichter bezeichnet wurde. Untzi „bezeichnet“ ist die Markierung der Ein wurfstelle durch die Kampfrichter zu verstehen, die möglichst sofort zu erfolgen hat. Der Werfer oder Stoßer kann dann in diesem Augenblick dyn Kreis nach rückwärts verlassen und braucht nicht die Verkündigung der Wurfweite durch den Kampfrichter abzuwarten. Neuer Kurs tin Stuttgart Die von der Reichsvertretung der Jaden in Deutschland und dem Reichsausschuß jüdischer Sportverbände an der Sportschule Bloch in Stuttgart eingerichteten Lehrgänge zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern für Schule und Verein wurden in diesen Tagen mit einem Kurs C fortgesetzt, an dem ca. 15 Sportler teilnehmen. Reichsbahn-Geselfechaftsfahrten ermäßigt Die Reichsbahn gewährt für Gesellschaftsfahrten jetzt schon ab 6 Teilnehmern 33°/o, ab 30 Teilnehmern 50°/« Fahrpreisermäßigung. Bei 12 bis 19 Teilnehmern wird eine Person, bei 20 bis 39, eine weitere Person auf Freikarte befördert, so daß sich der Fahrpreis durch Umlage noch weiter ermäßigt. Sportfest der jüdischen Schulen Nachdem im Vorjahre die Schulabteilung der Jüdischen Gemeinde Berlin ein Sportfest für die Jüdischen Schulen durchführte, an dem tausende Kinder teilnahmen, wird es in diesem Jahr nicht nur am 23 August wiederholt werden, sondern die Sieger aus diesen Berliner Kämpfen treffen am 25. August die besten 26 Sieger aus den Kämpfen im Reich. f i :■ TEPPICHHAUS ZENTRUM an dnr KAnlgttriM