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Der Schild · 1937-05-14 · 20 (14.5.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
20 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ORGAN DES „SCHILD", 0SPORTBUND UNDES JÜDISCHER FRONTSOLDATEN REICHS« Wirb für uns! Betrachten wir e resignationslos die Jugend in Deutschiah ihre Teilnahme an Leben, so scheint stallende Begeisternd gelassen, der Meint n liehe Dinge sei schv schiedensten Ursache! einander- Faktoren, politische Lage Pil grenzung der Al meine Arbeitsbeschi die Zahl der jüdiscjhen Jugendbünden ange ist ein OroBteil Deutschland heute mehr zieht sich die private Sphäre rück, ist wieder der in mal völlig illusions* und Situa ion der jüdis chen d, die Arbeit ihrer Biinde, allgemeinen jüdischen um, als habe die ge* dep letzten Jahre i lächelt um weitaus« hange worden. Die äfen verstärkend veraufgssti e ächei n tn wie qie inner- und aijßenästin .ah-M«J_ i|änkungen ua. m. traben den r as pören, J.ü Wieder ein eines; inonyih * Jugendlichen, die stark vermindert. So lischen Jugend unorganisiert, ii imer reine Jugendlicle in kleinen Kreise* zugeworden Betrachtet man die Si Jugend, so erkenrt map Sportbewegung v« i di her noch verschont wurd|e Wettkämpfe, Train ngs abende, kurzum d:r 45 000 jüdischen ensch$ halt ihrer Freizeit; restal immer wieder wur«Jen die Ab- und Auswande ung kleinen Sportgrupp«: der Lücke zu füllen, we Mannschaft zu stellen. Gewiß gelingt et noch Aktive für unserer Kamd aber das ist ja ni:ht da« stimmend für uns ist de - jüdische junge M«nsch, hinaus in die Welt wandert, durch bessere Ber ifsbildu ren Bildungssland, ird du ri Oft werden gerade geisji Niveau, berufliche und den ersten Monat« n der eingesetzt werden könn die man dem jiunjen Ein in der Bewältigung liehen Arbeit. Dor sehen nicht gelang gehärteten Körper stige, kulturelle schaffen, da wird forderungen des geschlossen jüdische Jug zum Sport auf in Härte erzi die Orundlag Lebenskampf eingesetzt : n d Wir haben oft deirtung der spo allgemeine Erzieh sichtspunkt einer Wir sind immer die charakterliche hung innerhalb i der wesentlichsten die Bilanz des Ju weist. Stellt man ca. 45 000 Sporttrei Deutschland lebe muß sje, bei all;'« einer wo mit das i|nd b« sie U! .arides rufe hen für sehe a|n dies:: r Hieben ing, auch . tuswai ii' «per Mfi und serer Aktivä «fentum: aber bendej» :n|den uns allen Stolz, die starke öglichkeiten, Beillgeitsuation der jüdischen , daß die jücische r Erscheinung bis- Noch vermochten ind Kanteradsc laftse me ine Sport!» (trieb n Aufgabe un i Intjing zu sein. Aber Mannschaften furch geschwächt, fehlte der «Jachwuchs, um diese weiter eine kampfstarke «n immer wieder neue fsport zu gewinnen; Entscheidende. Be- Gedanke, da 1 der ler aus Deutschland sich nicht allein ing und einen höhecnzusetzen ve rmag. iges und. kulturelles Fachliche Bildu ig in Einwanderung nicht und die Ciiance, Wanderer gibt, liegt oft nur rein k5rper- <:s dem jungen Men- «inem geformte i und Gefäß für sein ( geirufliche Bilduig Zu ipter den neuen Anverrinnen, el e sie erden konnte. D i e n Deutschland i, ihren Körper das heißt, ihr ihren späteren n ke n. c ie fi dem Stelle auf Erziehung unter derung hingeiv inung gewesei auch geistige Sportsgruppe i darateltt, die in Deutschlaii« nun die den ca. 370 Jjjuden gegenüpei der uns hin Vergleichen mit anderen Gemeinschaften erwächst, uns immer wieder die Forderung erheben lassen: Wirb für uns! I Viele Formen der Werbung stehen iun dem Sportverein zur Verfügung. Die Verbände sind mit Broschüren, Filmen, Sondcmumnierh der Zeitungen an die jüdische Gemeinschaft herangetreten, um auch den Letzten fü( unsere Sportbewegung zu gewinnen. Plakate und Rundschreiben, Inserate und vor allem die Werbung von Mann zu Manni wurden immer wieder eingesetzt. Und dochj gelang es nur eilten sehr kleinen Teil für unsere Sache zu begeistern. j Wöchentlich berichtete die Sportbeijage der jüdjschent Zeitung von den Kämpfen und Siegen jüdischer Jugend. Wöchentlich warb der „Schild“ in seiner Sport beilag«! „Die Kraft" neue Anhänger für unserp Bewegung. Und doch ist erst ein kleiner Teil der Arbeit g«j leistet, noch hat nicht jedes {Mitglied des Spoiitbundes wöchentlich „Die Kraft“ in seinen Händen, die er nicht nur zur allgemeinen Werbung, sondern auch zuj seiner eigenen Fortbildung braucht. Gerade j jetzt ist „Die Kraft“ für den Zusammenhalt des Sportbundes von größter Bedeutung. Nachjwie vor hat datier der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Idem Sportbund „Schild“ zwei Seiten für sein offizielles Organ zur Verfügung gestellt. Dais Format ist Kleiner geworden, aber der Inhalt hat an Konzentration. gewonnen, vor alleip ist aber der vierteljährliche Bezugspreis) so gesenkt worden (75 Pfennig frei Haus!), «faß die einzelne Nummjer nur noch ca. 5 Pfennige kostet; „Die Kraft“ wirbt für Euch! An. dieser Stelle rufen wir daher allen zu, die bis jetzt treue Leser der „Kraft“ waren: Hjelft uns mit, neu* Sportkameraden als Leser zu gewinnen. Hetzt Euch für die Verbreitung unserer sportlichen Anschauungen ein! Erkennt, daß diese' Form der Propaganda eine wichtige Grundlage unserer sportlichen Arbeit kt! Helft mit: Spörtkamerad, wirb für uns! Pym. Btldi Rothschild Dank an Gretel Bergmann Vor Jahresfrist brachten wir an dieser Stelle die Meldung: „Gretel. Bergmann erreicht deutschen Rekord“. Bei den allgemeinen Württembergschen Meisterschaften gelang es ihr, den Deutschen Rekord im Frauen-Hochsprung mit 1.60 m zu egalisieren. Das war wenige , Wochen vor den XI Olympischen Spielen zu Berlin. — « ■ Vor einigen Monatent brachte der „Leichtathlet“ eine Rangliste der Weltbesten der Frauen, in der Gretel Bergmann im Hochsprung an 3- Stelle einzureihen wäre. Ueberblickt man andererseits die Liste der Bestl leistüngen des Sporthundes „Schild“, so findet nkan sie außerdem im Hochsprung, im 100 m liauf, im Dreikampf und im Diskuswerfen als unsere Beste. Und nun schreibt sie uns, daß sje in diesen Tagen Deutschland verläßt, um iitf den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika sich nicht nur eine Existenz aufzubauen, sondern auch Heue KampfmögTSchkeiten zu finden. Wir sagen Dir, Gretel, nun an dieser Stelle: „Leb Wohl“. Mit Deinem Weggang ist dicht trpr unsere Frauen-Kampfmannschaft stark geschwächt worden, sondern auch viele verlieren mit Dir ein sportliches «Vorbild- Ja, das warst Du, vielen sportliches Vorbild, nicht nur in der Leistung, in der beständigen, harten und sauberen Arbeit für sie, sondern auch in Deiner bescheidenen, kameradschaftlichen und herzlichen Art. Wir wissen, Gretel, daß mit Dir unser bester jüdischer Sportler - geht. Wir wünschen Dir Erfüllung Dein er eignen Wünsche- Und wenn wrir dann von „driiben“-voii Deinen Kämpfen und Siegen hören, an die wir fest' glauben, dann werden wir stolz sagen: „das ist unsere Gretel, eine von uns!“. Training ohne Platz jund Gerät Bcr die Gelesen. daß Erzieeine heute d aufder 000 in x, so r aus „Kamps ist der Vater aller Dinde“ und „Training ist schwerer als Wettkampf“, in diesen beiden Sätzen hat der Geschäftsführer unseres Sßortbundes, Kam. Walter Bepk, eine Erkenntnis ausgesprochen, die seit; Jahren schon unsere sportliche Arbeit bestimmte. Alle unsere Bemühungen, durch imijier neue Kampfmöglichkeiten unseren Leistungdstandard zu heben, waren begrenzt. Einmal fehlten die Mittel, um unsere Athleten immer ufieder in neuen Kämpfen zusammenzubringen,! sodann aber auch die Gegner. Oft war sp schon ein Rennen mit dem Startschuß entschieden. Und da diese beiden Faktoren sich auch durch intensivste. Arbeit wohl kaum weraen ausmerzen lassen, auch in Zukunft nuC selten gute Bahnen uns zur Verfügung stehen, so ist schop von außen her der Leistfuigsstandard der jüdischen Sportbewegung in [Deutschland begrenzt. Wer aber kennt nun diese Orenzle? Wer darf vor Beginn einer Saison Voraussagen, daß unspre Bestleistungen auch unters den bestehende» Umständen nicht überbietbpr seien? Wir sollten von den großen Fhmeij gelernt habet», daß Olympiasieg und Weltrekord auch vpn Sportlern geschaffen werden können, die nur eine einzige Laufbahn in ihrem Lande hjaben. Der Wald war die große Schale Nurmis, Ritolas, Salminens, Lethinens, Höckerts u. a. m., Järvinen warf, in seiner Jugend und zu Beginn der Saison immer wieder Steine, selbstverfertigte Speere (— Stecken würden wir sie nennen —) bis er eines Tages zum Gerät griff und seine überragenden Weltrekorde schuf. Jedem kann es geschehen, daß er einmal il» eine kleine Stadt versetzt wird, wo ihm Nein Platz und kein Gerät zur Verfügung stehen, oder, daß «ler Sportplatz wegen Bauarbeiten oder anderer1 Gründe für eine bestimmte Zeit ihm gesperrt wird. Training ohne Platz, ohne Gerät, ohne Gemeinschaft, ja, das ist schwerer als Wettkampf, das verlangt einen harten, zielstrebigen Willen, Opfer und. ja, und auch Freude, unbändige Freude an sportlichem Tun. — Wir gehen m. E. viel zu früh auf die Aschenbahn, ans Gerät, wir trainieren viel zu sehr auf Technik und Leistung und vergessen da- . vJ .. ■ ■ . 5

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