Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 19 (8.5.1937)
- Date
- 1937-05-08
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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aber ein Erzieher sich nicht begnügen. „Wer die Fähigkeiten und Techniken beherrscht, findet die wenigen Worte, die er zum Lehrenbraucht. Vormachen ... bedeutet hier nahezu alles, wo es sich um das Können und nicht um ein Wissen handelt". „Weite des Bewußtseins1' braucht, der Erzieher, er muß sich zugleich des Lehrgutes und der Schülerpersönlichkeit bewußt sein. Nehmen wir noch ein paar weitere Forderungen K.’s hinzu, wie. F r ö h 1 ic h k e i t des Fferzens, Heiterkeit des inneren Wesens", die uns gerade für einen Sportlehrer unerläßlich erscheinen, weil Sport ohne den Begriff der Freude uns undenkbar erscheint. „Werterfülltheit", d. h. ein ^völliges Erfülltsein von den moralischen, sozialen, politischen oder ästhetischen Werten, der Güter“. Gerade diese Forderung K.’s erscheint uns für den jüdischen Sportlehrer von größter Bedeutung. Die „soziale und moralische“ Bedeutung des jüdischen Sports muß ihm geistige Bestimmung seiner Arbeit sein. Der Trainer aber hat demgegenüber eine fachlichfixierte Aufgabe zu leisten; Fußball kann für ihn so immer nur in e i n e r. objektiv-richtigen Methode gelehrt werden, Ohne Unterschied für dessen soziale und moralische Bedeutung. Die soziale Situation: Arbeitsstätte, Arbeitszeit- und cntgclt des Jugendlichen müssen anderereeit; denn a uch charakterlich sportlicher Erzieher ni bestimmten! beit geschiftl Faktoren des Fußbad liehe Erz» niutg des Wir erkch schäften also dort, objektiven dort, wo allgemeine „moralisch^ den, der muß der nehmen, v die pädagi sollte Wir bralt Trainer un Stelle, der mannschaft Jugendabte I dürfen ein :i serer sport li läge, Aufgii schieden. zieh AL in <s aber dem Erzieher bekannt sein, von ihnen wird die körperliche und he Entwicklung als Voraussetzung Leistung bestimmt. So ist für den icht die objektive Darstellung eines Stiles wichtig, sondern seine Arht „um moralischer und sozialer11 Rillen, er lehrt nicht Fußball um willens, sondern ihm ist sportung ein Weg zur Vervollkommenschen. nnen, daß unsere Wettkampfmannerster Linie Trainer brauchen, «ro die sportliche Arbeit von einer Leistung bestimmt wird; daß aber um Jugend geht, oder um eine Pflege der Leibesübungen aus n, sozialen und ästetischen“ Grünfirzieher seinen Einsatz findet. Oft Sportlehrer beide Funktionen über- ,' obei wir allerdings meinen, daß i »gische Aufgabe bestimmend sein eben im jüdischen Sport beide: d Erzieher, nur jeden an seiner Erzieher nicht für die Kampf¬ und den Trainer nicht für die ung. Trainer und Erzieher bes verschiedenen Einsatzes in unichen Arbeit, sie sind durch Anbengebiet und Arbeitsmethode ver- Pauf Y. Mayer. V orturner- Lehrbriefe Verhütung von Unfällen auf dem Turnsaal. (Fortsetzung). > B. Der subjektiv bedingte Unfall kann durch unzureichende Griffestigkeit,;durch ungenügende- Stützfähigkeit, durch Ungeschicklichkeit (Ungeübtheit), durch Furcht (z. B. beim Bockspringen), und schließlich durch Unaufmerksamkeit (Bewegung nach der falschen Seite) bedingt werden. Gegen diese subjektiven Gefahren tritt die „Hilfsteilung" des Vorturners in Aktion. 1 Besonders am Reck muß der Vorturner auf die Griffestigkeit achten. Er sichert beim --Schwingen des Anfängers den Griff, indem er mit seiner Hand die des Turners anpreßt, oder auch indem er den Arm dicht über dem Handgelenk festhält. Niemals darf dem Schwung am Reck nachgeholfen werden. Die Gefahr des Abfliegens _wird durch solches „Schwunggeben" sehr nahe gerückt. Wichtig ist auch das Beachten des rechtzeitigen Grifflösens zum Niedersprung aus dem Schwingen. Der Niedersprung aus dem Vorschwung sollte für den Anfänger überhaupt vermieden werden! Der Vorturner muß wissen, daß beim Schwingen ristgriffs das Abgleiten meist beim Rückschwung erfolgt, dagegen beim Kammgriff beim Vor- und Rückschwingen eintreten kann. Alle Ueberschwünge am Reck (Flanke, Hocke, Grätsche) sind zunächst, bis zur vollkommenen Beherrschung, am Stützreck zu üben. Schwierig ist die Hilfstellung bei den Riesenfelgen. Am besten gelingt sie, wenn beiden ersten Versuchen 2 Helfer (jederseits einer), erhöht stehend, mit je einer Hand die Hände des Turners, wie beim gewöhnlichen Schwingen des Anfängers, an die Stange pressen und mit der anderen Hand die Unterarme fassen. Die Schlaufen, welche, um die ' Handgelenke gelegt, an der Reckstange befestigt werden und so den Turner sichern sollen, halte ich für riskant, da sie meines Erachtens bei einem wirklichen Loslassen im Riesenschwung leicht eine Verletzung der Handgelenke herbeiführen können. Wird die Riesenfelge von einem noch nicht ganz sicheren Turner ohne diese Hilfen ausgeführt, so muß der Vorturner wissen, daß bei der Sturzwelle das Abfliegen hinten, während der intensivsten Griffbeanspruchung, erfolgt, daß dagegen bei der Riesenfelge rückwärts gelegentlich ein kritischer Moment eintritt, wenn Sei unzureichendem Schwung der volle Umschwung nicht gelingt und der Turner aus dem fast erreichten flüchtigen Handstehen nach vorn zuru Geistesgeg durch ein heit zu bringen Bei der gegen Ende und dement; zu stehen von Reiihsobmann Dr. R. Tridberg ckfällt, ohne die Fähigkeit, bzw. wart des Geübteren zu haben, schnelles Abhocken sich in Sicher- Schwungstemme ist ein Abfliegen des Ruckschwunges zu befürchtet! sprechend zur Hilfsteilung bereit Kehl s- 2- Barren. Anfänger verlieren beim Schwinz mangels genügender Stützfähigden Halt, und zwar fällt dann der m Vorschwung nach hinten, beim nach vorn. Dementsprechend Vjorturner beim Wendeschwung vor, ichwung hinter dem Turner zur bereit stehen, oder auch die Schulen bzw. den Rücken von hinten :r Gefahr des Durchfallens beim Pid oder bei der Rolle muß durch des Rumpfes von unten, u n - der Holme, begegnet werden. Hat hierbei seine Hqnde oberhalb der gefährdet er sich selbst durch .seines Armes zwischen Holm und Turners. Beim Ellhangschwingen pe) ist auf die Möglichkeit des beim -Anfänger zu achten. gen im Stift keit leicht Körper bei Rückschw muß der beim Hilfstellung ter von stützen. D Oberar mst, Unterstützen terh alb der Helfer Holme, sc Abknicken Körper (Ellhangkib] Abgleitens 3. Pfert gen und Vorturner zipiell solje . oder der dem stets sicheres natürlich Hocke wendet, der Schwchn Doch ist der Hocke des Oberhohen Bcfcl zweiten dem Spruhg bei zu ki \ Turners z|i am besten mit Fasseh eventuelle» n Fa! i v und b< i und Bock. Bei allen Ueberschwün- Uebersprüngen muß natürlich der zum Zugreifen bereit stehen. Prinn aber hierbei niemals die Hand Unterarm allein gefaßt werden, sonder Oberarm, weil nur so ein lten möglich ist. Der Helfer muß ,• o r dem Gerät stehen, bei der Grätsche dem Turnenden zugs- Flanke, Wende und Kehre an der grichtung entgegengesetzten Seite, bei ängstlichen Turnern auch bei die Hilfe von der Seite mit Fassen und Unterarmes zu empfehlen. Bei ksprüngen ist es ratsam, einen fer hinter dem Bock, also neben _brett, bereitsfehen zu lassen, um appem Sprung ein Rückfallen des verhüten. Beim Ueberschlag wird von 2 Helfern unterstützt, und zwar der Ober- und Unterarme und Stützen der Schultern. 4. Bei Iden Schaukelringen ist bei hohem Schaukeln .eine wirksame Hilfsteilung schwer. Allzu hol es Schaukeln bei nicht erprobter Griff-Festi jkeit ist daher zu vermeiden. Auf das meist zu früh erfolgende Loslassen der Anfänger beim Niedersprung aus dem Schaukelschwung muß besondere Acht gegeben werden. Der Anfänger versteht meist picht den sogenannten toten Punkt der Bewegung abzupassen. Durch ^vorzeitiges Loslassen entsteht beim Vorschaukeln ein Sturz nach vorn, beim Rückschaukeln der noch unangenehmere Sturz nach hinten. Beim Schaukeln im Sturzhang rücklings liegt die Gefahr des Durchsackens und des mindestens sehr schmerzhaften unfreiwilligen Durchschultems mit unwillkürlichem Loslassen nahe. 5. Am Klettergerüst muß der Vorturner mit dem Höhenschwindel einzelner Turner rechnen. Vor schnellem Abwärtsgleiten am Klettertau ist zur Vermeidung einer Handflächenverletzung stets zu warnen.' 6. Auf Grund eigner Beobachtungen warne ich vor allzu hohem Springen, besonders Sturmspringen ermüdeter Turner und Turnerinnen. Knöchel- und Kniegelerikverletzungen habe ich hierbei nur gegen das Ende des Turnabends, also bei schon eingetretener Ermüdung, gesehen. Diese Tatsache führe ich auf die dann nicht mehr für einen sicheren Niedersprung ausreichende Muskelspannung zurück. , Alles Vorhergesagte bezieht sich auf die Uebungen in der geschlossenen Turnhalle. Die Verhütung der Unfälle, die den Turner im Freien, also bei den sogenannten leichtathletischen Uebungen, treffen können, ist weniger Aufgabe des einzelnen Vorturners, als des Gesamtleiters. Auch hier ist wieder auf die Gefahr der Verstauchungen und Knöchelverletzungen bei Springern mit ermüdeten Muskeln hinzuweisen. Muskelfaserrisse treten besonders leicht bei abgekühlter Hautoberfläche ein. Ueberziehen des Trainingsanzuges während der Pausen und eigenhändiges Massieren schützen davor. Bei allen Wurfubungen sind unaufmerksame Zuschauer und Teilnehmer gefährdet, besonders beim Kugelschockcn, Diskus- und Schleuderballwerfen, bei denen der Wurf nicht selten eine nicht beabsichtigte Richtung nimmt. Solche Verletzungen Unbeteiligter zu verhüten, ist Aufgabe der Gesamtleitung, die unter Umständen, wie ich selbst erlebt habe, haftpflichtig gemacht werden kann. Vor allem ist zu beachten, daß die in der Nähe des Werfers stehenden Teilnehmer diesem niemals den Rücken zukehren dürfen, sondern stets den Wurf beobachten müssen, um evtl, rechtzeitig ausweichen zu können. Binseitigkeit Es sind schon zwei selbständige, wenn auch verwandte Sportarten: Die Leichtathletik und das Handballspiel. Und es liegt wohl im Wesen des Verwandtschaftsverhaltnisses, daß es ab und zu einer Klärung bedarf. Was uns aber trotz dieser nicht abzuleugnenden Selbständigkeit unnötig erscheint, ist die absolute Einseitigkeit, mit der sich manche Anhänger dieser beiden Sportgebiete „ihrem“ Sport verschrieben haben. Der jüdische Sport hat kaum ein derartiges Reservoir von Könnern, um sich solche exklusiven Abschließungen erlauben zu können, auch scheint es an der Zeit, einmal mit dem Vorurteil, man könne nur in einer der beiden Sportarten Hervorragendes Meisten, aufzuräumen. Zutreffen mag das allenfalls auf den alles überragenden Könner, dessen Resultate ein so aut die Spitze getriebenes Sondertraining begreiflich machen. Aber - dieser erwählte Athlet fehlt im jüdischen Sport Deutschlands noch völlig. Alle anderen Aktiven — und die Praxis hat dies ja teilweise bewiesen — werden in der Wechselwirkung des Ausgleichssports, (der für den einen das Handballspiel, für den anderen die Leichtathletik sein mag) den elementaren Spielgedanken wiederfinden, der ja die eigentliche Grundauffassung des Sports darstellt und dessen wir neben dem ernsten, oft entsagungsvollen Training notwendig bedürfen. Den Nutzen wird der jüdische Sport haben, denn Sicherlich schlummern in beiden' Lagern, zu denen noch die Hockeyspieler treten, wertvolle Kräfte, die für das eine oder andere Gebiet eine wesentliche Verstärkung bedeuten könnten. . el. 6-