Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 19 (8.5.1937)
- Date
- 1937-05-08
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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>FFIZIELLES >ES REICHSB ORGAN DES „SCHILD", PSPOft INDES JÜDISCHER FRONTSO TBUND IlDATEN Trainer oner Erzieher? Als wir 1933 in vie en Städten Deutsch neu|e jüdische Sportvereine schufen, da stapd in den ersten Monaten eine Diskre zwischen der Begeisterung der stetig wach' den Mitgliederzahl urd der Zahl des zu Ausbildung zur Verlügung stehenden Kräfte. Den jüdischer Schulen und Ans trgijng es ähnlich. Sa war es dringend wendig, daß bald Schulungskurse für teilungs- und Jugendleiter eingericht:t\vu Später, 1935, wurdet in einem „Spo ' gogischen Lehrgang“, der staatlich kenpung fand, die eruten jüdischen furn Sportlehrer für Schtle und Vereir; g 1036 dann die jüdische Sportschule Bloä! Stuttgart zu einer Ausbildungsstätt i fui dische Turn- und Sjortlchrer ausgi baut jetzt mit der 3. Gruppe, Kursus C, Dje praktische Arbeit während der drei; Jahre hat aber immer wiede I ge daß; die Vielseitigke t dieser jung m lehrer in völlig and« rer Weise in i Sportbetrieb ihren E insatz finden muß das Spezialkönnen eines Abteiluigsl eines Trainers für «ine bestimmte Sp Oft wird dieses Spezialkönnen d;s V deS jungen Sportlehrers überragenJ *wi ihm an Erfahrimg nangeln, um einen Techniker z. B. ratet zu können, Hann wieder ein Jugendlicher nach einigen ningsabenden sich vorn Sport abwenden niemand da war, der ihn packen unc geistern konnte. Solange unsere Sport vereine nun aber erkennen, daß für ihre Arbeit zwei; ver4 dene Typen von Lehrern erforderlich der-Trainer und der Erzieher, an ihre Sportlehrer falsche Anfoj-denjni Stellen, werden die I Klagen ihrer nicht aufhören. Das Sportlehrers muß vor und Jugendlichen gabengebiet eines herein bestimmt, de, sein. Ich glaube nc begi unse wird s e AI ti weniger bei den Spezialisten seines Vejre als in der allgemeinen Breitenarbeit 1 limHUIMIIHIMINimUllllllllllllMlltlllll Jüdische Weltmeister im Schach Schwerpunkt festj d, daß seine Auf* a IltHHHIHIMUlMHIttlHIIHHHMIIlHIHIHII ands belanz senihrer 1 ehrtjalten not- Abden. rt| ädaj^ner- und e|[rüft, h in jüdie nnt. letzten ^,eigt. Sjportrem als lefitcrs, o rtart. ttis sen es alten aber Traiweil be- Der Sportlehrer soll in erster Linie Erzieher sein,—wobei natürlich nicht ges.gt werden soll, daß die individuelle Verschie lenheit Sen einen mehr zu einer al!geinein-päc agogischen, den anderen zu einer speziell-fach! chen Arbeit bestimmt. Es ist unmöglich, daß ein Lehrer allen in allen Sportarten gleich > iel sachlich raten kann. Hier treten besondere Fachkräfte ihm ergänzend zur Seite. So u iterscheiden sich Trainer und- Erzieher in persönlicher Anlage, j sodann aber in Aufgabengebiet und Arbeitsmethode.; r Geörg Kerschensteiner hit in einem Buch] „Die Seele des Erzi hers und das Problem der Erwachsenenbildung“ (Teubner-Verlag) herausgestellt, die typis :hen Lebensformen des Erziehers überprüft, bestimmte unerläßliche Merkmale für seine gestalt,-autgezcichnet. Uebertragen wir nun K.’s Forderungen, erweitern und schränken wir sie auf das Bild des Sportlehrers ein, so wird uns aus dem Gegensatz hierzu auch die Gestalt des Trainers sich abheben, der Unterschied zwischen beiden sich ergeben Die „reine Neigung zum werdenden, unmündigen Menschen, als einem < igenartigen, zukünftigen Träger zeitloser Wer e“ sieht X als wesentlichstes Merkmal jeder echten , Erziehernatur an. „Die echte Erziel ernatur hält es nicht aus, ohne den Umgang mit der Jugend“. Mit Halle und Sportplatz, Sonne, Luft, Wasser und Schnee, mit Jungen [und Mädel, ihren! Eifer und ihrer Freude mu 3 der Sportlehrer, wenn er Erzieher sein wil, verbunden und verwachsen sein. Der Junj e ist kein yon eigener ßballspielen ernen wird, nicht cfiiesind: so gen ven Aufvorn legt Iren ins, egen. „kleiner Erwachsener“, sondern Art, ein Mensch, der z. B. F> auf Line völlig andere Weise er! als der achtzehn- oder neanzehnj ihrige Sportler. Das Kind lernt spielend, aterim Spiel erlernt es die Beherrschung der Dinge, das Spiel ist „Selbsterziehung, Selbs -Einübung“. (Groos). Jenes spielende Erlernen lu&zuriehten, zu bestimmen, das vermag nur di r, der wirk- Das Jahr 1936 ist für die gesamte Schachwelt und besonders für uns jüdische Spieler ein Erinnerungsjahr ersten Ranges. , Am 18. Mai 183t, also vor 100 Jihren, wurde in Prag Wilhelm Steinitz geboren. Stefnitz war Jude ind konnte zum ersten Mal die Schach-W« Itmeisterschaft erringen. 28 Jahre, von 1866 lis 1894 konnte er diese mit Erfolg verteidig« n, bis er im Jahr« 1894 von Dr. Emanuel l.asker im Wettkampf um den Weltmeistertitel geschlagen wurde. Steinitz, der durch seine große Begabung im Schachspiel eine Grundlage schuf, um die Schachtheorie aufzubpuen, förderte damit dieses Spiel zu einer jBlütezeit. Er war [nicht nur der ernte Weltmeister, sondern auch der Begründer des modernen Schachwissenp und Schachdenkens. [ Vielen von uns ist der Name L ajs k e r noch in bester Erinnerung, und viele denken dabei noch um den scharfen* Kampf u n die Welt-Meisterschaft im fahre 1921, in dem Lasker nach langem widerstand unterlag Auch er konnte, wie Steinitz, seinen Erfol, j im Schachspiel über 20 Jahre ununterbrochen behaupten- Diese beiden Namen, Laskjer, bleiben in der Geschieht sten! aller Brettspiele, dem Schpc unvergängliches Ruhmesblatt :butd nur wenige und diesem „Schild“ . die Schachi^ammenfaßte. Mühe, die des Schach- . nterstützung Leider gibt es in Deutschland organisierte jüdische Schachklubs Uebölstand wollte jetzt der Sportb abhdfen, als er vor einiger Zeit Abteilungen seiner Vereine zus Es ist nun unsere Pflicht, di« sich der Sportbund zur Förderung Spiels gibt, durch tatkräftige l zu löhnen. Wenn jetzt von dem nei ernannten Reichs-Obmann für Schach der Versuch gemacht wird, den Schac «betrieb allgemein zu organisieren, so dür fe es keine Sporjtgruppe geben, die nicht in‘der Lage ist. mindestens eine kleine Schach-Abteilung auf die Füße zu bringen. Jeder jüditche Schachspieler helfe mit, die Tradition innerer beiden Weltmeister weiter zu führen, mit uns zu arbeiten. M-s Steinitz und des schönhspiel, ein Wirb für den', „Schild" P.abatk'tp) /ßr ein hranfüurter Fechtturnier lieh die kindliche Seele [u umfassen vermag, wo zur „reinen Neigung“! 'auch wirkliche Befähigung, Eignung sH.h fügt. Zum Beruf des. Erziehers muß man] vielleicht mehr, als zu jedem anderen „berjulen“ sein. ' Der Trainer aber wen Jet sich nicht an den „unmündigen Menschen“, sondern seine Arbeit geschieht für den gereiften, erwachsenen Sportler, den er durch sachlic i qualifizierte Weise zur objektiven Höchst!« istung anleiten will. Der Un.erschieJ zum Eizieher wird an dem vergleich K.’s zwischen Fochschul- und Volksschullehrer deutlich: dieser habe „die sachliche Einstellung auf ein Lehrgut und seiner objektiv wirksamsten Da; Stellung“, jener aber die persönliche „Einstellung auf ein Erziehungsobjekt und der subjektiv wirksamen Uebermittlung des Lehrgi ts“ als Aufgabe. Auf das sportliche Gebiet ü jertragen heißt das: ein Trainer sucht die rein sachlichen Vorgänge z B. eines Hoch.prungs darzustellen, Anlauf, Stemmwirkung, I. und 2. Streckung u. a. m. Die objektiv wiiksarriste Darstellung, sachlichste Vermittlung seines Lehrguts ist seine Aufgabe. S o muß ein sauberer Laufstil ausseken, s o die objektiv richtige Drehung beim Diskuswurf. Dem |Erzieher aber ist es weniger um die objektiv; richtige Darstellung z. B. des Wurfes zu tim, als um die subjektive Erfassung und Forderung des Jugendlichen. Seine Aufgabe ist es,'den Jungen anzusehen, den Weg zu suchen, auf dem er" i h n dazu bringt, daß er Freude an der sportlichen Betätigung bekommt, e r körperlich und seelisch wächst, so allmählich die Grundlagen entstehen, auf deren sich dann später* c!ie wirkliche sportliche Leistung aufbaut. Die Hinführung zum Erlebnjis, soweit, daß der Junge allein, selbständig den letzten Schritt bis zum Erlebnis z. B. eines Tempo-Parallelschwung beim Skilauf v dlzieht, das ist seine Aufgabe: er muß erkeinen, ob aus Nachahmung oder eigenem 1£örpergefühl dieses Können erwächst. Als ein weiteres Merkmal verlangt K vom Erzieher eine „dauernde Bestimmheit“ des Willens, eine kontinuierliche Handlungsweise, eine Geschlossen leit der persönlichen Form, die dem Jungen vorausleuchten muß. Wer selber schwankt und unstet hin und her eilt, kann anderen nicht Halt und Vorbild sein. 4ungen und Mädel abei verlangen Vorleben, ’ormachen. Ein Trainer aber braucht seinem Aktiven z. B. keinen nuerbach-Salto vorzuz«springen, er kann zun Trainingsabend'im Straßenanzug erscheine t,. seine objektiven, sachlichen Anweisungen geben. Hiermit darr Dresden. Unsere einen schweren Ver den tödlichen Unfall _ rigen . Sportkam. Frank f e 1 s Er fuhr mit so unglücklich mit sammen, daß er Krankenhaus überfül Sportgruppe hat ust erlitten durch unseres erst 18jäh- Freudenseinem Motorrad, einem Auto zuichwerverletzt ins rt werden mußte. Dort ist er nach wenigen Stunden seinen Verletzungen erlegen^ Mit seinem Vater trauert die ganze Spörtgruppe. —