Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 50 (11.12.1936)
- Date
- 1936-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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93t HERAUSGEBER: REICHSBUND 3ÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. M t den offiziellen Mitteilungen der Kriegsopfer-Abteilung / Mit der illustrierten Sport- und Jugendbeilage „DIE KRAFT' Verl Schriftlettung und Frontsoldaten E. V.). ansch^ift: Schildkam Aufnahme und Rüc agt Berlin W 15, Kurfürsteftdamm 200 (Reichsbund jüdischer Samm.-Nr. J l —8571. Postscheck: Berlin 76142. Telegrammefrad. Redaktionsschluß: jeden Dienstag vor. Erscheinen. Für ksendung unverlangt eingehender Manuskripte wird keine Gewähr'übernommen. Bjei Nichtlieferung ohne Verschulden kein VcrgütiAgsanspracb. Nr.Sst IS.Iohrgong Preis 20 Pfennig Bezugspreis: RM 0,55 im Monat spaltene Millimeter-Zeile RM 0, RM 0,10. Anzeigenschluß: jeder Anzeigentarif! Atizeigenvcrw. Regensburger Straße 2,1. Fernsp zuzügl. Postbestellgeld. Anzeigenpreis: Die 12 ge- . Stellenangebote u. -Gesuche, Familienanzcigen Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen iepa - Verlag Beuski & Faktischer, Berlin W 50, r.: B 4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin 32 529. - Erscheint wöchentlich Perlin. 11. Dez. 1938 luöifdi ifiDißhen e fcomftdmpfDchindDC auf ffiDiphlen höhnen Schulen in Deutrdilnnö Zweidritiel •iiorbemerfuna: Das Problem der Itiohoreiii Sck ule ist ii rt Flusse. 2o wirb |in her oröfeten ftetteinbe des Reiches, litt Berlin, die Errichlt ng einer höheren jü viichen schule für Osterp 1937 mitgeteilt. Auf!t> jtn der Kulturarbeit des;lanb eine besonders ■u. Die jolgeyden Hali Material beruhenden Iher von grötzlem Jnker den Hall kommt der irdischen höheren schule Zudenlums in Deutschwichtige Stellung lisdien. aus amtlichem Feststellungen sind da- He. ohr Ergebnis, datz jtbei Drittel der reich» deutschen schüler an schulenFrontkämp ■ i - l en höheren jüdischen er>Kinder sind, isl |u*cn per j io e; f u qi e r Hinsichf bemerkenswert- Denn chen höheren schulen enn schon in den jüdi der Anteil der Front! impser-Kinder so bedeutend ist. obwohl doh diese (Kruppe von hem gerade ihr erleichte rten Besuch der all lenteinen höheren S<zulen Gebrauch macht. so liegen die Rückschlüsse 'gung des jüdischen Beo Ukerungsteils auf der iöanb. Auherdem ober u ird durch diese Zahlen tzie Berechtigung unseres l r ü n d e t der durch scher Frontsoldaten reprsäsentierten Frontgenetalion einen dementsprskchenden Einslntz auf Gestaltung dr» jühie' innere und äutzere »iichen Schulwesens einjnränmen An denjenigen z e n stellen, die schulpolitisch ausschlaggebend >snd und die Gesamtrich ung bestimmen, kommt lsisher wenigstens der .^rontkämpferkinder in :(>esentlichen höheren : Gehend errechnet ist. n der reichsdeutschen Schüler sind Frontdämpfer-Kinder! Legenden und Leistungen ■Juim. Dr. Von Egon TIiUdid- Berlin. Für bit jüdischen Höheren schulen ergibt sich nunmehr folgendes Bild: I. Deffentliche höhere Schulen 1. Oeffeatlich« höhere schale» kör die männlich« Zagsad: Oe» dovoo -leroon fchmt« RetL»« Front» zinhl deutsche kämpser i Nnder > Aus dielen Ziffern ergibt s:ch folgende stellung: Unter 2189 reichsdeut chen im weiser für dar höhere Schulwesen de: Dcullchen Reiches" aufgesUhrte» jüdiichen Schülern und Tä rinnen auf höheren jüdischen Schul».» des Deut Reiches waren im vergangenen schuljabr 1453 §«^>»1» timpftrtiabn, da« sind 66 vom Handeln 3Ö3 auf die Kriegsbeleili- Anspruchs voll b e den Reichsbund jüdi- 346 226 177 143 104 Philanthropin-Frankfurt a M Resormrealgymnasium Samson Raphael Hirsch-schule Franlfurt a. M. Realschule _ 570 489 330 2. veffentliche höher, Lchatea für die »eidlich« Zagead: Philanthropin Lyzeum 3s1 279 182 Samson Raphael Hirsch-schule > Lyzeum 1P8 153 91 F«'tegulechen jtzie eingangs erwähnt, hande'.t «s sich bei der vorstehenden Statistik um die Auswertung »es letzten zur Verfügung steh«,iden von de: Rci- - ftelle für Schulwesen herausgegebencn Material und' beziehen sich die Angaben auf d.ts vorige Schuljahr, sowie mir das Material für las lausend« Schuljahr 1933 37 zur Verfügt ng stedt. werde ich gern Gelegenheit nehmen, an Hand einer festzpstellen neuen. Darstellung die Beranderunen I fr. Ergebnis I (Gesamtzahl 499 uon 1 1069 432 and 921 273 2). 603 Hermann Vl'jril, Frankfurt a Philatitpropin ralen jüdischen aksächlichc Anteil der den kulturpolitisch so hulen, wie er nachi ch t zum Ausdruck! Bf Mänftifl aber werden tie Frontkämpfer aas - Grund h«» nachstehend inlerbreitettn Zahlenmaterial» auch den entsprechenden Einfluß aus de« Geist, die Haltung s und Gestaltung der Schulen, denen sie in sö hohem Masze ihre Binder auoertrauen. ouszuüben wünschen. Dl* Sdiriftltltung i<or kurzem erschien bei „2BeanKi|tr für das höhere Schulwesen des Der Ischen Reiches" für das o!« r g a n g e n « Schuljahr, bearbeitet im Aufträge des Reich», und Preußisch«! Ministers für Mffrnichaft, Erziehung und Bolks lildung von der Reichsstelle für Schulwesen, Bern n. Zn diesem umfangreichen Nachschlagewerk Hai die Reichsstelle «Ine Bestandaufnahme des gesam en höheren Schulwesens dfs Deutschen Reiches gelicferl. Da die statistischen Anga ten sich auf da» letzte Schuljahr beziehen, «ntsprecken gewisse Teil«, wie 1 B. die Zählung der n ch t a r i s ch e n Front, tänipserkinder, nicht mehr »er neuesten Gesetzgeb»ng. Da» Schema der Nie tarier mit feinen Untergliederungen wird im ko nmenden „Wegweiser" mr das schuljahr 1936 laut Mitteilung, der Reich», stelle für Schulwesen Berlin an dieser Stelle geändert werden. Jnfolgedejlen will ich mich hier auf di« Veröffentlichung dis Spezialfalle» beschränken, in dem 'die nichtcirischen Frontkämpfefkiader mit den< indischen Frontkämpfer. Rin dem (bis auf verschwindend i «ringe unb daher hier zu vernachlässigend« Au snahmefälle) ident sch sind: e» handelt sich um die Frontkämpferkinder auf jüdischen höheren S hulen de« Deutschen Reiche». Auch dieser Teilau schnitt liefert lates» rssaml» Teiler,ebaiss« für d«e Froattöwpferbeteill. gaa, de» Aadeata», 1a Dtutschlaab. Tie vors liegenden Untersuchungen we dm dann für da» laasende Schuljahr erweitert > »erden, und e» wird dann die Ausgabe sein, die Zahl der jüdischen ^rvntkämvferkinder auf allcn höheren Schulm Deutsch« Reiche» zu ern iNeln. II. Private höhere schulen 1. Berlin: Reformrealgymnasiums und Lyzeum der Adas» Israel: j Angabe fehlt ifn Wegweiser 2. Breslau: Jüdisches Reform-! Realgymnasium 3 SO 303 189 3. Köln: Zawne, Reform- Realgymnasium - und Lyzeum 333 223 174 4 Fürth: (Bayemf Zsraelitische Realschule 2Öp 178 94 5. Leipzig: Hoher« Zsraelitilch« schule 6. Hamburg: Talmud Tora (berrealschule 239 214 132 7. Hamburg: Mädchenschule der Deutsch-Zsraelitischen Gemeinde 249 198 122 80 Ergebnis llt««mme oon 1—7) 183? 1196 788 Berechtigte höhere jüdische Schulen: '2902 2117 1391 Richtbere ch t igte höhere Schulen: Herrlingen (Württemberg) Landschulheim (Obenealschule i. (k ): 79 72 62 Höher« jüdisch« Schal« insgesamt: 2981 2189 1453 Refcrm-Realgismnisiut» der Berliner Jüdischen Gemeinde. Dl« schuloenraltltng der Berliner Züdif.hen ineindc eröffnet Cit«rn nach dem Lehrplan ein:' Reform -Realgymnasium» ei.-e schu e Fürschüler, die bisher Anftaltc.i eines anderen Schultyps be'ucht 'haben, werden Uedergangskui eingerichtet werden. 'Jldtiere*. insbesondere d Zahl der ein,urichre»dcn^>ila f-n, die Einrichtui von' Mädchenklasse»:, für welche von VI dis 0 I ein den Lyceen angeglichener Lehrplan eingefüh wird und die-Einführuig wahlfreier Facher, Ian!n erst nach Abschlutz der Anmeldu ig delthnml wezdeu. Die schule ist in der Slahe^ des „>111!«»^ Eharlottenburg belegen uad oeciua! über eia u„ fangbeiches Gartengelände. Anmeldungen schriftlich an die schulverwaltunst der Züdischen Gesneind«, Ber i 1 E 2. Rosenür. unter Angabe, welche schule und welche RIais zur Zeit besucht wird, ob der Vater die Front kämpsereigenschafl desistl und welche: Staatsangehörigkeit der angemeldel« Schüler ii! Für unsere Kriegsopfer WahrhiittiiU'r Shunt h-' .ti'ht rwiij 'i.S, aber Jitf W/.Vi/iv Zun.;e b,?ti'ht mJit lam/r. _ ' - r "ipr Salnmo 12.19) Die ernste Aufgabe un'ctT Zn.lb.i'r w. Arch v für das. historische Gebier „Dl;üd sch»-Front-.- loldat". über die vor kurzem an dieser stelle ge iprochen wurde, vcrlan.u. Alles, was die: an Material zusammenarteagen wird, der Stempel Itilücher Wahrsta'tigteil >,:,S stienger Dt-.ektrvitat tragt. Zn jeder 2vfs-y!hait -ist stets alle; ii:=. Flufz: was Heu!« noch als Wahrheit gilt, lannmorgen durch neu gerundet« Datstrchen alk unrichtig ertannt sein Dicgilt aych für geschichtliche Arbeiten. H-«r haben name-tllich Ze>,. langen, die als Quelle dienten, viel Unheil astgerichtet, indem sie Ir.-tillos Sensationen -in ihrespalten ausnahmen, die, aus »lasten der stistoriichen Wahrheit entstanden, al» Letkerbissen für eine ebenso kritillose. Lescrichaft dientet Aus die'en etwas ftubcst 'Duellen öt dann so Manches in die ernsthafte Literatur gedrungen und wird immer von Neuem zitiert, al schimmernder Tand weitergeschleppt. D:es ist umso betruol.cher, als das betannte Rbrnchen , Wahrheit, der unechte» Flitter entledigt, häufig im Rechte der histori'chen 'tvahrdeit in Ghten bestehen kann. Da bekanntlich der Hieb die beste Verteidigung' ist, scheint mir gut zu len, tr-.»:-: ^Der Schild" hier von sich ^ru-, eint.ze Legenden zerstört, die!ich um jud.sche Soldaten gebildet Halen Anläßlich des sedan Tage-: I ii i wurde hier von einigen zudUche» Frontsoldaten aus dem Zlriege 1370 berichtet >1, darictter auch über den Helden tod des Fuäliers Siegfried t f u n 111 stein vom tiönigin Elisabeth >e>atd> Grenadier Regt. 'Rr 3 den Le Bourgel. tllach dem „Heide — buch" Hans 0 Bulow's wurde geschildert, rate >1arfun!e!stein, als er lich in einem Torweg it dett Franzo'en berümschofz, nachdem er bereits d.-:.a «inen Mauersplilter verwundet worden war, r>- >1 - einer >>u.:el auf die spitze dr zhm 2 Tage vcr her verliehenen Eüernen >1reu;e. getrof'en, ei- .. 1 neben ihm stehenden Ramerar-c-i sterbend in die Arme sank: Da» ausgezeichnete Verhalten dies soldaten wurde' dadurch geehrt, ba>z die schs derung seines- Heldentodes, genau w:e nntgeteilt, in die Regimcnlsgefchichte aufgenontmen wurde, von wo sie H 0. Bülow in sein Buch ubernab * Da dies eine weitere Ehrung bedeutet, wurde nuvt die Regiinentsgeschichle, sondern da^ Vulowfh. Vu.fi Neue Bestimmungen über das Ruhen der Dersorgunßsbezüge bei Einkommen aus öffentlichen Mittel«. Durch, ein Reichsgesetz oom 1.: Dezember 1936 (RGBl. I «eite 994) sind die bisherigen Bestimmungen des Reichsoersorgungsgesetzes über das Ruhen der Verforgungsa e b ü h r n i f f e bei einem Einkommen aus der Venoenduna tm öffentlichen Dienst gemildert iporden. Bisher ruhten die Derfsraungsgebührnifse in Höhe der Hälfte de» Betrages, um den das Einkommen eine« Bersorgungsserechtigten aus einer Berwendung im öffentichen Dienst RM. 170.— monatlich überstieg, ^ür Schwerbeschädigte galten mildere Betimmungen. indem immer mindestens drei oder >ier Zehmtel ihrer Verforgungsgebühtnisse auch >ei einem derartigen Nebeneinkomtnen austezahlt wurden. Nunmehr ist durch da» neue > besetz allgemein festgelegt worden, datz item Bersorgungsberechngten immer mmbestensj die Hälfte seiner Bersorgunasge^ bübrnisfe verbleibt. Ein Unterschied zw.schert Leichtteschädigten und den verschiedenen Graden der Schwerbeschädigten wird nicht mehr gemacht. Die gesetzlichen Bestimmungen sind auch für die jüdischen Versorgungsberechtigken von Be deutung. da als Einkommen aus einer tBer wenhung im öffentlichen Dienst z. B. auch das Einkommen aus einer Beschäftigung bei den öffentlich«ch1lichen Religionsgeseilschasttn. also auch den jüdischen Reltgionsgemetnden gilt. Ferner gilP auch als Einkommen Wartegelb. Ruhegehälter oder ruhegehaltsähnliche Verforgungrbezüge, sodatz z. B. diejenigen triegsbeschädigten Kameraden erfaßt werden, welche auf Grund de» Reichsbürgergesetzes aus ihren Amtsstellen unter Fortzahlung des bteherigen Gehalte» als Ruhegehalt ausgeschtzeden sind. Diese neue Bestimmung tritt am 1. Januar 1937 in Kraft. . X-m. Dr. Ro. von mtr at» Cu«II« angegeben 'So weit die aät sachen und sie sind .wirklich ehrenvo!! ,:eu:,g für den gefallenen jüdische». Soldaten Kur; n,.ä> de-» Krieg« 1370 71 erschien nun ein Ärttlelin der „Dberschies.schen Gruben-Zcrtung" au-t Karfunkel stein'» Geburtssiadt Beutbcn, in der folgende aänl derung seines Todes bei Le Bourgel gegeben wird: . Am 30. Dktob.r 1870, bei euptn: Aus fall, waren schon mehrere Fahnenträger des Bataillons gefallen, und war >s Kar unle stein, der die Fahne aufhob und als er-ter au> d-e Barrikade stürmte, jedoch ereilte ihn dort ba* tötlichc Blei. Au» den -Händen des sterbenden Kriegers empfing General Budritzky d:e „ahne und feuerte die Soldaten wieder an, indem er mit der Fahne ooranfchritt . Diese -.falsche Darstellung gebt auf -inen Artikel in Ider Kreuz-Zeitung vom II. Rov. 1« zurück, m dem zwar der Name Kart u n t - ft'eiu liricht vorkommt, wohl »bet i6tn v.' Budrihki in der gleichen licht, wird. In Wirklichkeit Hat Ezisöde bei der Lrstürnunz vor um die Fahne de» II. Bataillon abgespielt, mit der aber der *) „In memoriam 1870",. Nr. 35, b. 3 aber Weise verheereine ä h »Ti *4 L'e Bou get sich iit. Elisabether DioisionskoiUman-