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Der Schild · 1936-12-04 · 49 (4.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
49 (4.12.1936)
Date
1936-12-04
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Zu all oder Fügung: Die Poesie der Juden beginnt mit einem : -chlachtgesang. + Auch sonst ballen die Bücher der fjibd a ider von Kriegslärm und Heldentaten. Kein Wunder: War d >ch das Volk, über >em die Richter richteten, die stönige von Israel und Judr herrschten, dessen Leben das ,übliche Gesetz zu regeln untrrnahm. ein Volk kriegerischer Kauern. Aus der Lanowirlfckaft und dem Kriege sind die Sleichm ke entlehnt: „Der Hi t. der Ackerbauer, der Jäger, ber Kri ger sind seine velder". >iUi< - diesich alle« gew indelt hat. wie nicht eigener innerer Drang die Juden den Pflug, dem Hirtenstad, der Maurer eile und dem Schwert: entfremdete und die in dem jüdischen Stamm nie erlöschen!« Poesie sich anderen Stätten ptge wandt hat. lehrt dii Weltgeschichte... '.'Ille n. wenn auch tcheinbr r verschüttet und im Inneren verborgea. blieb die Quelle »och lebendig. Als der Druck genomm n war. brach ie mä chtig wieder hervor, und als de, (,toi H Krieg der L leltgef dichte die Welt in zwei Teile . ritz und aut beiden Sei en jül ische Männer zu den Waffen s Mn. g isfen sie auch t nieder zur Feder. Einet solche» jüdisäen K iegsdichters sei jetzt gedacht. I ntcht ein s Mannes, bei in dem ruhigen Zimmer der vom stri i oe schonten Heima seine Gedichte schrieb, sondern eines Mchines, der Sänger und H'ld zugleich. Dichter und ba , seine Treue mit dem Tode besiegelte: Walther <mann der grobe Dicht:r. der am 8. Januar 1915 näck tlichen Sturman >riff ayf Soissons allen fernen Kameu oo ranstürmend. fi< l. er 11 o 6 e Dichter — Äst es nicht nur die liebevolle rlreimng die sich n Gelenkworten so leicht einstellt. >m m Kreise seiner Freun >e und bei den Gedenkfeiern.!,ln tewidmel wurdet, dieses Prädikat verliehen? Rein! die nüchterne Betrachtunz in dem Abstand, den wir tturt'iebr zu jenen Ereignissen und auch. zum Wirken von ffal der Heymann gewonnen »aben, bestätigt dies Urteil: ie fi anzösische Kugel rafftes nicht nur einen treuen Lolmil,k< risch Laufbahn unl der Landwehr würde Jurist, „altnungslosl', wie er selbst in einer biouraphischen Skiz e schreibt. Als Student wollte er uristi ixi schon „schneiden', blieb aber aus Zureden fern beim Studium Er ururve Referendar. Die Ge attch.eine Hoffnutig deri Poesie dahm. as Wort. dab. we: den Dichter verstehen wolle. 5olt4t geschrieben hat. sibd nur! unter dem Blickwinkel seiner inn n Verbundenheit nsit desn ostpreuhischen Lande zu veicisien. ein äuherer Lebenklaus st bald erzählt: Im Jahr wuqde er in der Haupftagt Qstvreubens geboren. ..m rs tande gehen" solle, ward in ihm zur tiefsten Wahr Seist dichterisches S Haffen im Frieden, aber auch seine die -oenigen Gedichte, die er als angi sehene Familie, der uuch der Erbauer der Eisen von Königsberg ai [gehör :e, jbie die Verbindung des 2 hienenjtrangs z oifchen Deutschland und Ruhland lt. Dein Vater: Frontkämpfer von 1870. Premier- .1;(, F schbaufen. Inste bürg, De Erfolg war, t ab er rndflultig iie Juristerei a > den!# ahrt se ne Biographie fort. , au» nur ' dichter sein zu vollen der Stadt'. Und Dichter wurde 5a!,r in! lom und Flormz als tfltern j Harpen. — Die nx stpreu! tische Malerin Maria Perl wurde seine in köstlichen sLiedery verherrlichte Liebe, seine 1 2(1 weit sein äutzerts L Ei« unbeheures inneres 5-ihreZEinest kennzeichnet sein Reizloseste. Kälteste dünkt: der Freund Ernst Bischof-Eulm. folgte, hat „Walter Hey- Gedicht galt ihr. und die ischaft, die anderen nichts Er ringt, er such! Beutzisch« La idschaft: Königsberg sollten ihn aus nach groben inneren Krisen Nagel hmg. „Zwanghaft", wurde mir die Idee, durch in London beim Anbi.ck er. als er .ein dreiviertel Schriftsteller lebte. Die den bis zum Kriege. Erleben bannt er in wenige Dick len. Die Liebe zur Heimat, nat, und gerade zu jenem Ui seiner o,stp reu bische st Hei Teil, der »manchem das Rehrung. f Der Maler Cftpreufeensl sein ber ihm 1917 in den Held, ntod mann auf der Düne" gemalt — >in bleibender Beweis, wie ehr die zeitgenössische Kunst die Nehrung und ihren Dichter «I» zusammengehörig empfaib. (:>as Gemälde ist in städtischem Berliner Besitz). Sein erster ~ -rrachd der kargen, herber Lan> lagt klang Mächtig in seine: See t Der karsten Landschaft! Und da ist kein grüne» Hälmc|hc-n, nicht» als schierer weißer Sand, börN bei Korn, Hügel stei Hügel, nichts als schierer weißer Sand. I riih vo«i Anfang bis ^um testeten Strahle starrt der Sonnenbrand. i'rallt auf lange Dünen^ugel, weißen Sand, Fähit der Wind von Nojrden, I übers Land, Wandert nordwärts, ostwärts, | mit der weiße Sa id”. In dem ,Q>stvreubischen Liedetbuch" "»n Adolf Petrenz i»nd er sein« Eingang in I ie lit trarische Welt. Nicht alle «erstandejn ib«. — Nur zwei ©ebid te, „Gasse zur Ruh und * köstliche Ballade „Die goldene Kugel" wurden mit Recht l» einem aut > im Felde oft wiederholten Deklamattonsstuck. dichten, schieren Osten, Süden, Westen südwärts, westwärts er sucht. Wied<r schlügt ihn in Bann die oft- ,.Heroisch| arm, von epiieher Kraft, langer, grauer klare Me rlu’ft, Sturzacke' schwillt auf in Weite, groß:steh! der Mensch vor dem Horizont, dem die Em amkeit gegen qie Stfrn drückt“. Italiens üppig« sonne-durchglüht« N< iur. der Formenreich tum der Renaissance versinkt vor di« «m Heimatgesühl Di« ..Nehrungsbilder" entstanden. - w ■ . öuk Landschaft, zur deutschen der Wald. Auch zur ostpreubischen: die T„..^ ... „ fc*r^u o^rrvrm doden gedteih«nd« D< um. der der oll K'tr vreuhischen Landschaft das Gepräge gibt buch". Ein Zug durch die Jahrtausende,' um den Tannenbaum. „Versinke 7anne und wühle di :h ein Und fahre' unter den Wellen Und die Nornen walten - Volker singt „... Das wilde Heer der Hunnen stürmt drrch den Tann. Der predigende Mönch wandert gen Norde a in den Tanne» Re. 48 — Seit« 5 Landschaft gehört anne ist es. der Ein artiges Buch entstand: „Die Tanne — Ei!, "deutsthes' Vo/ks nmee sich rankend hfcr“. fein Abschiedslied. wald. Aber auch Ahasver die Lande wandernd. durchschreitet d Die gan^ Kultur des Millelalters über 'J ittertuin. 'lHonditum. Tannhäuser, die Humanisten, die w tndernden Scho laren. die Schrecknisse des „He^enbrandes", „Johannisfeuer" ..Ui» der Vernichter allen Leben» den kalte» l eib ln den Schrägen von Tannenholz schligt". Am Gleichnis der „Schonung" taucht die soziale Frage auf. ,ahnungsvoll streifend klingt sie aus in n Wald, durch v:e Perle „Ls äch/t der Tann: Kot ist an Mann. Wir wachsen zu dicht. Kaum stbtlt an Kaum. Fallt. Was die Wege verstellt Zersägt, was zwischen uns legi! Schlagt, was überragt, Und nehbit das Alte. Dürre und Kalte“. W>!>s den Leser immer und immer wieder n wenn er die oft gelesenen Gedichte abermals Auge-. neu erstehen labt, ist die zu Herzen lichkeit des Dichters, das Schlichte, das immer und immer wieder läbt es sich nur Qstpreubische! j klingt I Bann schlägt, vor Qhr oder gehende E b r - öerbe, das — ieberbolen .r Das jüdische minder wider. Geltsientlich freilich — so in der wundervollen „Un sane taukeffFantasie" von der Hirtenweise: „Wt-nn am Jom Kippur der Kantor sii >jngt. Wenn die silberne Forah-Tafel blinkt^ Hin ich schon kein Mensch mehr" In dieses ringende und gärende dichteriloe Erleben, ^n dieses Familienleben von seltener Harmonie b ach der Kr!eg ein! Gewaltig griff dies auch an seine Dichlerseele und abermals war es der Qstpreube, dem es erfabte: ..Ostpreußen, einsames Land, Hart in dein armes Schicksal gehärmt ' Mußt du stumm halten (Jegen Sturmes- und Meeres-tiewa tcp. l Du kämpfst am schwersten". „Wann immer es deine Freiheit gil | Wir blutwund, wie durch Schmerz gm tillt. Wir Menschen todgewiilt: Sturm auf, mein Land, Wir sind die Ersten!“ „(beliebte Heimat", so ruft er ihr zu. „t)i nur weitzk., wie sonst kein Land, was Leiden heibt" „Du unerkanntes Heldenland, — Es sei zum letztenmal — Halt st^nd!" Aber es duldete ihn nicht in der Heimat. „Wo steht geschrieben" so fragt er — „Daß von allen Ich übrigbleiben »oll, Ein anderer kür mich fallen? Wer immer von euch fällt. Der stirbt gewiß für mich. Und ich soll übrigbleiben? Warum denn Und sein Schreiben entsprach seinem Tust^ sich, der nicht mehr Jugendliche, körperlich niö ck Kräftige. Er drängte ihn an die Front. Als Kriegsfreu stkltger, trat er beim Leibgrenadier-Regiment Nr. 8 tu Franl furt an der Oder ein. „Glücklich bin ick" - so schreibt er m einem seiner Briefe — „dem Deutschland etwas adzu chtten, dessen Landschaft dauernde Wonne für mich war". / Eine Aufsatz-Folge üiiiimiütiiiimiiiititimmmiiimimiiiiiiiiiiiiyinni 3n einem Brief an seine Frau rechtfertigt er sich vor Familie, äui Frau ihr selbst, dasz er, alle Rücksicht auf und Kind beiseite lassend, dies tat: „Wie ch dazu kam, beim .Freiwillig», vor' doch vorzutreten» trotz Deine und Evachen? Ich mutz versuchen, da» zu' erlsaren. Man sieht ganz unterm Sesühl. «der ich hatte dochinnere Klarheit dabei. Man ist — sagen viele' töricht, wenn man -sein Leben nicht so lange al» irgend mdglich schont. Ta» öt kaum im Frieden rirttig. E» ist praktisch, aber nicht be-limmend Neben dem Erhat ungstrieb stehr^der' Lebenswille, der doch den Tod . einschlietzt »dd iimerlich überwunden Hot". Auf Mm Transport nach Frankreich, zur 4vf>i7ront. schreibt er am 12 Oktober 1914 von Soest au» an seine Gattin: „Ich bin i iücklich. weil ich yiiltun kann, mit richiigem^Hai» dein, wie onst mit Feder und Gedanken...“ Das war die Haltung, nit der er 4ns Feld ging. Die?eldvostbriete an seine Frau, seine Kr!ogsgedichte lind mit >as Reifste und Schönste, was die Kr.egspoeste heroorgerulen hat. Ein auf der Hobe des Daseins itehenä»** reifer Ma m von höchster menschlicher Kultur wird Soldat, ganz Sold it, nur Soldat. Und wie er dies schildert in Briefen und in di n spärlichen Gedichten, die knappe Freizeit und Rlutze ihm liciicn! Wie sr seine Feldwache schlldert: ..Stil e dann, reglo-v Leere. schl eßt das l.id -»ich dir. das - hlummer liwert Kutte dich und gih nicht naili. Schl f 'nicht' ein. I)enl;e. du hier nanz allein, Kist für alle wach. Schilfer, die nur deine 'Augen Ii.Hhii. Traumen um dich her im Sihiiizengr.it.-u' Wenn I er schildert, itjets nicht mehr qin uitgehe In dein band „Dii ist „Denen, in anderen ttZedrchten seine KriegseriedN'sse bleibt er der ehrliche^ schlichte Menkch, . der sein wollte als die andere» >kD dem doch alles rres inneres Erleben war! von Ern-t Junger herausgegebenen Sammel ilnoergeiienen" .iBerltzi. 1928t. der gewidmet . die für DeMichlands Zukunft siegten und starben", befindet iid uftter den vieruitdv:eri:g mit einem Kapitel be dachten Mimnern unter Namen wie Bolcke, Jmmelmann. v. Richthoil n. Löiis, Dehmgl, "tvalter Fier. Wteddigen. «'Jorch Fock au h Waltlvr Heirmann. thotz Otto Stoffregen, au» -dessen Fedi r auch der Ludwig Franl gewidmete Abschnitt stammt, sch Idert in seinem packenden-Lebens und Eharatter bild Henmqnns den Frontsoldaten' abei stand ti mit seiner GZu-idbest nickst zu-'i besten. Hm und wieder packle ihn der Rbeumaiis u... »der er lietz sich niot untertriege.i. . C »t war er e-.-, wer schlugen! anderen iuntene / voll Mühe md Anstrengung, dem ein Aoend folgte, w:.nn' I sein ioll. Ir der Kirche de» Ruhedone», di.- einem: Trupp r> Henmann» Kompagnieäl-- Ouartier dient.-, berrichle Mu'-igi und Mitzltin kommen. Da Tornow, au neun Mann ganze Weile nachtdunllen stieg einige» k nmng und lnereizlbeit. ,E» wollte kem Gelang aut forderte mich mein ehemalige: Unteroffizier, Maurer doch etwa» vorzutragen. Au» unserer »'iruppe - kannten sie ja schon einige.-! Ifther hier lag der Zug, vielleicht sechzig -Menschen'. Und!o: in h. r Kirckie, wo nur ein paar Zigarettenspitzen glommeni aus der .Tanne' und andere if-- 'chle von ::»r _:ll:if ein dem Ttundenlang h-.ute ist un ' (•.-m, in biei.'i da da-» '.Tantenschweigen', der .Dürerritter'. .Minier' u '111! r Mitzstimmung war ton ein Azavo nach von Landjungen und Handwerkern, nachher wurden noch lustige Lieder gelungen, und allen der Tag etwa» heller So etwa» nutzte'm.! Zeit liebt de Dichter -endlich wieder im~4h>U" Walther Henmamts heldenhaftes Ende tinde! bot Siv'f regen folgende Darstellung: „Er fiel bei einem verlustreiche» 'Ungriri, der n: der Oirrh: vom 8. aut den 3. Januar 191ä unternommen wurde, »m g.: infolge Flanh nfeuers kaum haltbare Die.hmg ce- T.'iison» vor zizschieben. La sen wir einen- Regimentskameraden r>. er uni Bedeutung de Dichter» sprechen: .Henmann ül mit der Selbstve. standlichleit. d e, diese heroischen Kampfe gegen mehrfache lleb-r macht un» so g^otz erscheinen lätzt, in jene: Mitternacht nrit vo. gestürmt. Er :,ar einer der Wenigen, die her! br» zu- Graben gelangten. Don traf ihn die blöde Kugel in Wie et die chlimme Rächt bi» zum leichten ck-rde war bisher nid it möglich festzustellen. E? fand si^ no aus seiner ZS: uppe, der. Kund? geben - konnte' Ru: wird dazu im lande sein bereit» die Rachbarg::'.?, qtit -sich beschäftigt. Leute, die rechts von ihm stur-:.'. lebten trafen ihn am' anderen Morgen im rir: Graben, die t dliche Wunde in'- der -Tchadelbeck- ernsten Ausdru,! in den Zügen.. E» ist oiekl. i.h: n das Aeutzerlichl dieser letzten Stunden so -chw., r. Da» innere Er eben de» Tapsererr hegt aber o!: D ' Linie seines ui bändigen Tatendrang». Es war klang des bellin, harten Tone», der in den >’• - schend klingt, ^ch glaube, nichts, selbst da—ilwas einmal dreen Zeiler als Rachricht K->:: Stunden nachzrt erweitern könnet hinterlieh.' In einem viassengrad wurde er bestatt.t a-' der Kunschen Rehrung.'zu ruhen, blieb unertuckt. il . ■ „. u .^aieL-t" liebende Herzen „Wir und t ich?" Er meldete ragen wäre, wird je die die er uns ht den letzten de' -:!!!«. Blattdort einen Denkstein.grient" , Er steht noch heute, als schlichter Bfl!:m-k'. bei Nidden, irt Memelland. ' Uns aber st Walther Heysttanns Geiiali die körperung der was sie bewegte ihm zu Wortey .bleibenden We Wahrheit hat besiegelt. Das tödliche Kugel Stück Papier, l ie Worte: ü d i s ch e n F r o n t g e n e r a I:. t: t?-> was sie dachte, wollte und e.a,- zu Versen -zu gestalten gegeK.t. t der Dichtung besitzen. Ihre Echl-c. er mit seinem Leben mit setnetn letzte, was seine Dichterseder schr'eb, ihn traf. sind, hingekritzelt au> tt'-ii .ie» and Ted.' »oe d i,teilt kleinen ie Heimat — Du r ck > u g : I a » d ' Als Sanjmelband erscheinen HIHI Heroische Gestalten jüdischen Stammes zu Chanukka! im Verlag Erwin Löwe, Berlin. Ijjljj Sammelbestellungen durch die Verlags |||| — abteilung, Ber in W15, Kurfürstendamm 200 IllUr

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