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Der Schild · 1936-12-04 · 49 (4.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
49 (4.12.1936)
Date
1936-12-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. Sr. 49 Mi / 15. Iahegarg den offiziellen Mitteilungen der Kriegsopfer-Abteilung , / Mit der illustrierten Sport- und Jugindbeilage „DIE KRAFT". S|hrift eltiflig und Ver ag: Berlin W15, Kurfürstendamm 200 (Reichsbuad jüdmcher Fonts »Idaten E. V ).! amm.-Nr. J1 —8571. Postscheck!; Berlin 76142. Telegramm- •Bichrft: Schildkamerid. Redaktionsschluß: jeden Dienstag vor Erscheinen. Für Aufnalme und RQckseidung unverlangt eingehender Manuskripte wird keine Gewähr i bernomment Be Nichtlieferung ohne Verschulden kein Vergütungsansprucb. Preis 20 Pfennig Bezugspreis: RM 0,55 im Monat, spaltene Millimeter-Zeile RM 0,16 RM 0,10. Anzeigenschluß: jeden Anzeigentarif! Anzeigenverw' Regensburger Straße 21. Fernspii zuzügl. Postbestellgeld. Anzeigenpreis: Die 12 gestehen angebote u. -Gesuche, Familienanzeigen Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen pa* Verlag Bcnski & Pakuscher, Berlin W_ 50, B4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin 32 529. B- Erfcheint wöchentlich Berlin. 4. Dez. 1936 ln dem wtenMÖNrntAii Jüdiscße Kriegsopfer — Jüdischer Heroismus i. Begriff Heroi >inus fd»eidet jict> im tMItcrliim beutlid) dar Hellenisch-Heidnische und das jüdisch-monoth« istische Denken. Der ,neckische „Heros" ist ralbgott: sein heldischer 2 inn, tetn gestei jerter Einsatz, seine iiderrageiben Kräfte werben gebeutet aus Seiner ob:r feiner Ahnet Abkunft von ben olympisch n Göttern, bie >u ben Irdischen herabge-iiege t. Das Volk errichtet ihm Statuen und Allä e, Epen unb 3ramen besingen ihn. deren un erbliche Kunst bie Kunbe von ben Heryen (»riechenlands b r auf unsere Tage lebendig rhielt. Anders der Heroismus, von dem uns« e Bibel kündet. Menschen, und auch die Grötz en unter ihnen können nicht unter die -lern unter die ®i tter versetzt werben. In Temi t empfangen s e von bem unsichtbaren Hetrn der W«<1 ihr» Gaben als Gnade. Als Werl eug diese« höh reu Willens haben sie sie zu gebrauchen: treiben sie Mitzbrauch. freveln sie gegen die ihnen geworbene Mission, io ist ihr Urteil gesprochen. „Simson, Phi- Siter übe: Dir!" . Aus di, er religiösen Haltung ist jüdischer veioismuzu beuten, u ib wahrhaftig, ein Blick in dis Buch der Tücher zeigt die un- Üderlroffei e Fülle und Z raft dieses Heroismus. die Srötze der heroi chen Tradition des Judentum-. deren wir u >s jedes Jahr gerade zum Weihefest, zu llhanukkah, mit gesteigerter Bewuhtheit innern. Denn bie Pokkabäer bie Stifter bi [es zweitausendjähützen Feste >, waren geschik itliche Gestalten, in denen sich Heroentum jül ischer Ausprägung desiivielhaft verkörperte. Ebne ihr n Heroismus, der sich der syrischen Utdermacht siegreich und [todesmutig entgegenwarf un» den jüdischen Monotheismus vor des Einebn mg durch den Hellenismus be- »qbrte, hä te etwa 2 3, hrhunderte später bot Ehriste itum seinen L egeslauf nicht beginnen köni en. 3m christ ichen, abentzlän »ischen Mittelalter wurzelt alle heroische Halt, ng denn auch im Ae igiöfen. Das Idealbild de» „frommen Heldcii" beherrs ht die heroische Vorstellung langer öabrhunderl t. Für Gott zi streiten, Schützer des' Glaubet s zu sein, ist ' er religiöse Auftrag. der ü Zchsten Einsatzes wert. Gott, der Jungfrau. I en Heiligen b x Kirche weihen k«1 Grotzen der Epoche ihre Waffen. Mittel- «llcirliche H Iden-Berehrungl die Legenden nid Heldenli der. die sich uni sie ranken, gehen »on dieser eligiös-christtichen Grundhaltung «s. die den heroischen Menschen niemals zum Halbgott weiden lieh, sondert ihn als Diener »ud -treiter des Höchsten bewunderte. 3n unserer [Epoche hat der Begriff und das »ilb des Heroischen roieben m eine Umformung erfahre». In den Haup: städten der Welt tniditfte man nach dem Groben Kriege nicht wie einst den Heroen der An ike, den Fürsten «nd Rittern des Mittelalters Statuen, — man 'nichlete die Hrabmale des 1 n bekannten »oidaten. Im Massenkrng. in der Makrialschlacht u »rde dar Heide ntuml namenlos. Ade» dieses t tue Heldentum, der Heroismus kr Millionen unbekannter S,Idaten, die ihr Herzblut in ,iner bis ,um modernen Krieg Für unt ere Kriegsopfer JWt Sekt «ichseegieüwG kWioiie», Me neun. Da wir diese Breffe entnehmet, Sortlonte» de» Mrückko inmen. tere Knßc Jom 1. DejembeJ I ^Rittenratca bet Ha l. 3«um( am Rachricht bei i, werden wir Gesetze, auf die Red»! 19» hat die lheaspoeschriften 1937 in «rast ttionsschlub der uif Grund des kinzelheiten noch . _ tmt . . spritzten, ist nicht geringer, ist wohl noch ergreifender denn je zuvor. „Da» Grabmal des Unbekannten Soldaten": wessen Gebeine birgt es? Die Frage nach Nam' unb; Art ist mützig. Allen, unterschiedslos. gelten die Ehrenmale, die dem Heroismus dieses unsere« Jahrhunderts in Ehrfurcht un) Bewunderung errichtet würden, allen der namenlosen, unbekannten Frontsoldaten. Aüw den 12 000 Juden, die im deutschen. . det 10000, die im französischen, den 10 000, die im ungarischen, den 3000. die im amet.lam scheu, den cd. 2500, die im britischen Heer: Unsere Vergangenheit. und unsere Zukunft r Oben» Im Dezember. 1916fiel Chanubkah mit dem Weihnachtsfest seitlich zusammen, Des Inj. Rgt. 119 war damals, nach den aufreibenden Kämpfen an der Somme. südlich Arros an alnam ruhigeren Abschnitt, bol Blolrvlllt. eingesetzt. Bai dtr 9. Komp, war Kam. Hugo Davldst) in, Stuttgart, Zugführer. Das ''Photo stigt Im Vordergrund tlnt Konservenbüchse mit 8 Lichtern, dit jls Chanukbah-Lsudittr dltnr. Im Hintergrund dtn Weihnachtsbaum, am dtn d!t dtrlstHdisn Kamen den versammelt waren. Unten» Front idmpJer-Klnder bei dtr Chanukkahjeier 1935 (Ortsgrl Zoo). Bua.Ka».H*ni gefallen Und. und den ^Abertausende,! judr scher Gefallener der alten russischen und östew reichislben. der belgischen, serbischen, bulgar:^ scheu und der anderen Armeen, die bisher leine Statistik festgestellt hat. Ader sie nicht allein, die im ewigen Frieden ruhen, sind die Zeugen de; Heroismus, die Opfer des Krieges, die das Judentum unserer Epoche gebracht. Die Fügung allein bestimmte, ob der eine drauhrn bleiben, der andere heimlehren sollt«. Kriegsopfer sind namenlose Tausende zerschossener Leiber, siecher Körper, verstümmelter^ Glieder der Heimgekehrten. Opfer des Krieger sind die Mütter, die Väter. die Witwen, die Waisen, die den Sohn, den Gatten, den Vater hingen geben: lie. deren Geschick Walther Henmann. der gefallene Dichter, in seinen ergreiiendn Versen, die die Einleitung unseres Geiallenen- Gedenlduches bilden, herauibelchwört: M u 11 e r — er kommt nicht nach Haus. Den Du geboren — i: Frau ' von allen Männern ist 'Deiner geigllen Kinder Für habt Eur'en Vater verloren. Eine grobe Mutter Fit unier Land. Heldentod bat eine sanite Hand. Kinder — Werdet wie er. Macht ihm nicht Schand! „Macht jhm nicht Scbandk": wenn einil. .m Altertum. auf den Altären der Heroen die Flammen der Brandopfer zum Götter-. Himmel emporlohten, so ist e; uns heute hei lige Pflicht, die Opfer de; Krieges , deneädie sie dargebracht, durch Ooier zu vergelten: OHie kann und wird unser O gier freilich to grob sein wie das ihre!» D-ns ist die reimte und höchste Ehrung für den Unbekannten. Soldaten, den der grobe Krieg vertchlang. Das ist unsere Hobe Tradition, zu der wir Ueberlebenden jüdischen 'Frontsoldaten uns bekennen, und die wir! nachwachienden Ge schlechtern weitergeben:-- „Macht ib», nicht Schand!" Und „Werdet wie er!" ru'l den tti.-.dern des . unbekannten Toten , die -tininie .des Dichters noch aus dem Grade bei ^oi'ton; zu: wie-der namenlose jüdische - "Idar, d-'r im Grauen der ^tahlgewitter treu :e,nc Pflicht erfüllt und mit seinem^ Blute bci:cgelt, — wie der unbekannte Feontlampu-r. dem die Ehrenmale unseres-Jahrhunderts ge. len. Zu jüdischem Heroismus ruft.bicte -stimm« unsere Jugend auf? Iu einem (*>ci!t. uralte» krbgut, der nicht verloren gehen dort, her mehr denn je zu heller Glut entfacht werden nult. Von ihm will das Buch Ieugnis ad egen, dar der Reichsbund jüditcher Front lolbaten durch den Verlag Erwin "owe in i liefen Tagen zu Ehanukkah aut k" i“*1"11 Gabentisch legen lätzt. Rur eine kleM« «u; it enthält es von den „veronchen^ Ge^ en jüdischen Stammes", die m drei oanr enden durch die Welt- und Kulturgeschichte!ritten sind. Möge es. na menst,» '» d.c i«n unserer Jugend, den «mer werfen wiedie Kerzen desi-hanukrad hier«: den Glänz jüdischen »"msmus - linder - werdet wie er. mackst chm -E . inb!" - das Vermächtnis Jrub^f," gsdichters — das Vermächtnis Mal er. durch zwei Jahrtausende ' a, gleiche. E, heitzt: Jüdischer verowmu».

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