Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 45 (6.11.1936)
- Date
- 1936-11-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jl HERAUSGEBER: REICHSBUND 3ÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. Mit den offiziellen Mittelungen der Kriegsopfer-Abteilung / Mit der ÜU strikten Sport- und Jugen IfckUtleltmg und Verlags Berlin W15, Kurfürst I Frontioldaten E. V). Samm.-Nr. Jl —8571.j Inschrift: Schildkamerad. Redaktionsschluß; I Aufnahme und Rücksendung unverlangt eingeh I»Ihr übernommen. Bei Nichtlieferung ohne V, ‘endamm 200 (Reichsbund jüdischer Postscheck: Berlin 76142. Telegrammjjsden Dienstag vor Erscheinen. Für tender Manuskripte wird keine Oerschulden kein Vergütungsanspruch. Knlttt, 6. Noo. 1936 fiobelpteisicfigec (31911 Stockholm, 30. Oktober Das Prof I leserenkollegium des Narolinischen Instituts zh >:wckd°lm. bot am Donnerstag, den 29. Oktober, Irtmhs U'd)'o|itn, de, Nobelpreis für Physiologie In» Medizin für das Jahr 1938 gemeinsam an I Me beiden Professoren Otto Loewi in Graz und I =ir $tnrn Hollett Dole in London zu nergeben, und Iper wegen ihrer Entdeckungen auf dem Gebiet I Mr' djrni'djfn Ueberführung der Nervenwirkung *! Hofrat Pros. Dr. Otto Loewi wurde 1873 in! ^rantfurt a. M geboren, wo sein Pater Laus» m«, und prominenter Berkreter des gesetzestreueit Judentums war. Er wurde 1900 Prioatdozent, IM Prüfe sor in Marburg, 1909 Professor iit Siez. Seme ersten Arbeiten behandelten Eiweiß» H-Ibese, Diurese, Diabetes, Jonenwirkung, oege- Aiues Newenjystem. Völlig neue Bahnen wie» | kt Versuch Loewis zum Nachweis der chemischen btur der Uebertragung nervöser Erregung aus »v Erfolgsorgan. Diese Untersuchungen verschasf- A ihm Weltruf. 1921 entdeckte er den „Vagus uff" im Herzen und baute diese Entdeckung grund ujrnd^ms. Er fand auch die fermentative Aretyl hö.in Spaltung im Blute und ihr» Hemmung dun! ' -hytoftigmin. Otto Loewi gilt als einer der erste! Pharmakologen und-Physiologen. Prof. Loewi nimmt an dem jüdischen Leb " ibraz lebhaft Anteil. Seine Gattin ist ei», lochtet des verstorbenen Ordinarius für Themi au der Wiener Universität, Professor Dr. Guidrf Solbschmidt. Durch die Zuerkennung des Nobelpreises an Professor Loewi ist der Preis zurrt fünften Mal an einen österreichischen Gelehrten gefallen. Drei von den österreichischest slodelpreisträgern sind Juden: der kürzlich ver Irdene Professor der Ohrenheilkunde Dr. Nober Laranyi, der als Jude an der Wiener Uni »ersitat leine Professur «rlqngen konnte und da hr an die Universität Upsala in Schweden ging: Prof. Dr. L a n g st e i n e r, der den Nobelpreis für, hme Blutgruppenforschung erhielt und von Wien nach umervta ausgewandert ist: schließlich Professor roew i in Graz. Ein weiterer österreichischer Jude, cksied, erhielt seinerzeit den Friedensnobelpreis. Der zweit« Preisträger, Prof. Sir Henry vellett D a 1 e, gegenwärtig der originellste und effolgreichste in der großen Zahl der Physiolögen engliicher Zunge, baute seine Untersuchungen auf den Entdeckungen Otto Loewi» auf. » -Die prozentuale Beteiligung der Juden am Nobelpreis (12 <><,) ist bedeutend größer als ihre verhaltniszahl zur NulturbeoölkerPirg der Weit (tVon jüdischen Nobelpreisträgern lind ui a. P nennen: die Themiker Richard Millstätter, drdj Haber und A. o. Baeyer (Putter Jüdin), Physiker Albert A. Michelson, Gabriai rwomann, Albert Einstein, Niels Bohr und dames Franck (bis zu seiner Berufung nach Kopenhagen, Kam. unseres Bundes), die Me»iitner Paul Ehrlich, Robert Barany, Otto «eyerhof und der Halbjude Elias Metschnikof IRutter Jüdin), der Philosoph Henri Bergion, Dichter Paul Heyse (Mutter Jüdin). Den Friedenspreis erhielt Rar! «sser und Alfred Fried. Die meisten mit dem Nobelpreis gekrönten Juden Mmineg aus Deujschland und Oesterreich. 150 000 Glaubensjudea in Berlin.! Der Direktor des Statistischen Amtes der Stadt! «<uin, Dr. Büchner, machte nach Meldung der --««chtausgabe" Angaben über den gegenwärtigen aiun» der jüdischen Bevölkerung in Berlin. Bet! J“ letzten Volkszählung von 1933 wurden , in?|[‘m,jas8efomt 161000 Glaubensjuden feftjge- -Wir. --je bildeten 3,8 »/« der Gesamtewwohnerschast. »om 1. August 1935 ab führt da- Stattstisch« »mt der Stadt Berlin eine laufende. Statistik ><r zu. und fortziehenden Juden durch. Er wurde sestgeftellt, daß seitdem bi, Ende Juli 1936. N m einem Jahr, 4500 Juden mehr aus Berlin i"lgezogeu als jugemanbert sind. Die» bedeutet am monatliche Abnahme von 375 Glaubensjuden, ^-ach den Berechnungen des. Berliner Statisti. dürsten 150 000 Glaubestsjuden etwa nicht der mosaischen ReligioU angehörsge naiseoolljuden und 60000 MischlMge gegenüber. Es würden sich also für Berlin iimgesamt «»000 Judenftämmlinge (190000 Rasseodlljuhen »nd 600000 Mischlinge) ergeben. Preis 20 Pfennig d beilüge „DIE KRAFT“ ■gsprels: RM 0,55 im Monat zu spatene Millimeter-Zeile RM 0,16. RM^ O.IO.1 Anzeigenschluß: jeden Anzeigentarif! Anzelgenverw.: Bep. 1 Regensburger Straße 27. Femspr.: Sie De (£rfd)elnt wöchentlich Wett und Gottas ist dar~ Orient, Gottas ist dar Oktidtnt Mlenn wir in die Weite hmauslchau •väber die (Entroidhina der Weltpol; ügl. Postbestellgeld. Anzeigenpreisr-DTe IZgellensngebote u. -Oesuchej Familienanzeigen nstag vor Erscheinen. Man verlange genauen' -Vejrlag Benski L Pakuscher, Berlin W 50, B4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin 32 529. Nr. 45 / 15. Jahrgang . uen, uns über die Entwidlung der Weltpolitik und der Weltwirtschaft ein einigermaßen klares öild zu schaffen suchen, so geschieht!S bei ins — das muß bemerkt werden — nicht us irgendeiner politischen Ambition. Aber ls in Deutschland lebende Juden weist unser los uns darauf hin. auf dem Erdball, so ut und gewissenhaft wir können, Umschau u halten. Mit der Sorge um die bereits Ilusgewanderlen aus unseren Reihen, mit der Planung für die, die ihnen werden folgen üssen, ist un» West und Ost nähergerüdl. lanung aber erheischt Ueberprüfung, Klang der Voraussetzungen. 'er 3. November in USA. at der Tag, dem ein Millionenvoll enttfieberte und di« Welt mit Hochspannung tgegensah^ Ein Tag weitreichender j Entscheidung: Präsidentenwahl. Be daktionsschluß liegt die Meldung vor, Redaß alle Berichte i us den einzelnen Staaken einen überwältigenden Sieg RooZevelis künden. Das war die ungeheure' Wahlbeteiltstuna, die größte, die jen als in den Vereinigten Staaten aufgewiesen wird«, in manchen. Städten um über das Di ppelle. höher als vor vier Jahren. Die anerikanilche Ration — und mit ihr auch wir - ist sich also der'geschichtlichen Traz wette ihrer Enksäteidung de wußt gewesin. Roosevelt h< t in den Vereinigten Staaten das vollzogen, was man in Deutschland mit Umbruch vezeihnet: und darum kommt der außerordentlich n Verträuenskundgebung. die diese Wahl fir ihn (und damit auch für seine Mitarbe ter) barftellt, ihre besondere Bedeutung zu. Vom jüdischen Standpunkt darf noch erwähnt werden, daß an der ehrlichen Loyalität Roo ivtlts gegenüber dem jüdischen Bevölkerungste l, der mit 4.5 Millionen etwa 3,5. o H. de Gssamtbaoölkerung darstellt, kein Zweifel 1 täglich. Al» Rooseoe t 1932 sein Amt antrat, fand er da» Land in schwerster ttrise vor: die iieroislye tieftaljten jfiDlfdie i Stammes f efunden hat. Verschiedentngt, dem bleibenden Wert assung in Buchform vor- 1 qie „Heroischen Gestalten" fiel 11 betör eine Aufsatzreibe des „Schild“, dlje besondere Beachtung lieh ist aus unserem Kameradenkreis die Anregunfi an uns fi< dieser Aufsitze entsprechend ein! geschlossene Zusammen zunehmen. Diesen Anregungen folgebd, beabsichtigen wir, m chmmlchah als SmmnAdonb herauszubringen. Geplant Ist ein gediegenes, schmuckes i lustriertes' Buch in bester Ausstattung, das In jeden Bücherschrank gebürt -und sieb bi sonders zu Geschenkzwecken für die j üdlsche Jujgend eignet i Der Inhalt: Vorwort von {Kam. Dr. Leo Lüwenstei n In! Einzeldarstellungen: Josua / Isaak Abraban^l / Berek Josielewicz / Emin Pascha David Schwarz / Emil Lask / Robert von Lie Jen / Max Levy- Dorn / General Monash / Josef Trumpeldor / 1 Val ter Heymann Für die Durchführung dieser wichtigem jüdischen Buchend: ei freudige Unterstützung unserer Kameraden und Leser. zur SUBSKRIPTION bis 1». Novembckauf. Subskrlptl6nsprela: RM 1.4# je ' Wir machen darauf aufmerksam, da6 sich der Preis des Subskrlpdonsfrist erheblich teurer stellen Wird, und bitten beim Reichsband Jfld. Frontsoldaten, Verlags sh tellung. Bin. Mfl: Inung erwarten wir die Wir legen das Buch 193# Stück. Juches nach Ablauf der um baldige Bestellungen 5, Kurfürstendamm 2## wid fl Ermöglichen Sie die Herßellung diefes Sichern [Sie fidi das wertvolle ChanukkaI L diefem günftigen Angebotf igen Werkest - Gefihenk zu An Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ver agsabteilung, Berlin Vli.t KnrMrsrend amm 3##. Da tun . Hiermit bestelle ich den Sammelband ..Heroische Gestalten j idisdien Stammes" zum Subskriptionspreis von RM 1.4# In Exemplaren. Wirkung der wirtschaftlichen Deoresffon ging um so tiefer, als fie jäh auf eine Jeit höchster Prosperität gefolgt war. Wie aber lieht es heute aus?! „Das Arbeitstempo oerstärst sich nehmend, die Schai'enslust des ' gesamten Landes scheint wieder hervorgebrochen in ihrer großartigen Unbefangenheit. Noch eilt der Stimmungsforlschrin dem slalisttschen Nieder-' schlag der Besserung voran. Aber gewiß befördern die Bahnen bedeutend mehr Güter. Diese' Zahlenreihe ist einer der beliebtesten Nonjunkturmesser. Die Eisenbahnen, langjährige Sorge, werden wieder modern. Sie haben ihre Personentariie. dem Zug der n nntet. Wirlschaftsgefütnung folgend, stark herabgesetzt. Die Wirlung ist, daß heute aus großen und kleinen Strecken die Züge oft doppelt fahren müssen. Dies Phänomen ist nur ein Teil der allgemeinen Belebung: es ließe sich auch die Steigerung des Aktienindeies aufführenl, der Rückgang der Zahlungseinstellungen und vor allem die Zahl der neuen Jnvestionen in industrielle "Und andere Unternehmungen." , - ’ So leien wir es in der Wochenzeitung- „Deutsche Zukunft“. Was dieses Blatt fortfahrend über die Entwicklung i m W eil e n überhaupt schreibt, muß für jüdische Leser, die die Tendenz im Ausland kennen müssen und wollen, um' hiernach ihre Zukunsitsvläne .zu bestimmen, von Interesse sein. Wir lzitierrn 'weiter: . „Unabhängig von den brionderen Gründen, diein den UTA. die Wiederlehr der Pro' »critätstrelle mitbeitiinint haben mögen, ift1 C pt mismus über die allgemeine Entwicklung in einem Teil der westlichen Länder auch Europas erlaubt. Die amerilanische Lnospe oder gar schon Blüte nst kein^, Einzelerscheinung. Die Hebung des englischen Geschastslebens, - das in der Aufwtzrtsln wegung führt, drückt sich iogür durch lebhaft« Altienkäuse in den Bereinigten -tauten au;. Ader wir finden auch in der Schweiz eite plötz licht Zuversicht, Handel und Wandel geriten in immer sturlere Bewegung. Biel mag damit zu tun baden der endliche Niedergang der Lawine, die »rohend über den Häuptern hing — die Iranlenibwertung. Dieselbe Erscheinung in Holland, wo >er Tturz des Gulden merkwürdig wenig Eindruck ze macht hat.. . Diese anderen Westländer fühlen sich geborgen -lurch das Valutaädlommen zwischen den ängelsachsen und Frankreich. Die goldreichen Ilerteren Länder sekundieren ihns, ohne hervorzutreten. Imerika hat seine Goldsperre gegenüber den Läutern mit abgewerteter Valuta aufgehoben. Dies st gegenwärtig der wichtigste Punkt in der geamten westlichen Balutaregelung. Denn aus diese lveise bildet sich ein Kreis, in dem einheitliche Reielungen. möglich sind über ein riesiges und über- 1 us kapitalkräftiges Gebiet diesseits und jenseits ' es Atlantischen Ozeans. Eine große Macht ist eschaffen — entweder zum Guten einer fortchreitenden Gesundung der Welt oder zum Bösen i )re» Mißbrauches, der in der Bedrängung goldc rmer, mit regulierter Valuta behafteter Länder 1 egen könnte.. In diesem Zusammenhang, ift es s teilich auch notwendig zu bemerken, daß der Austrieb der einzelnen Wirtschaften, die wir genannt laben, noch nicht gleichbedeutend ist mit dem Aufs ieg des internationalen Handel». Vielleicht folgt e ’ nun. Es liegen da höchst verwickelt« Probleme v »r, die noch nicht. dadurch behoben sind, daß fi! — wie es m der Währungrerkkärung der 3 rei geschah — definiert werden. Die günstige Wirtschastrentwicklung im Westen, d e sich heute behaupten läßt, unter jenem Vorb halt für den internationalen Handel, übt chre 2 lirkung auf die ällgemeine Entwicklung in Europa Man darf hoffen, daß die zweit« W' b ntschast Roosevelt «in« Fortseß Wtbman Aaidiftft L 3: 6*^ßIt«A urpei pvdSnp’ pfip dfeftr