Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 38 (16.9.1936)
- Date
- 1936-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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!•» St. 38 - Eti- 5 DrrSMlü M88UND JÜDISCHER F RONT «dl DATEN E.V HERAUSGEBER] REIC Betblaff des „Schild" für Sport und Jugenderfüchtigung Berlin, den 16. Sjeptember 1936 ichsbundei jüdischer Frontsoldaten Körperschule der Völker AU * wiiirren in im^-rer i 'ib*r lU'.bsihtrn und (rfAhrnn^rtt Ixt «I«. 1 fiivhiii spu-ltii. .wi H- Ujt/mh \\ i lulc der Dii O I v m p i s c li c 1, S p i e 1 e ga Gelegenheit. die ein/oltien. im l’rtigra T : n v o r f111, r 11,1g «■ ,1 hezeiclmc Tur Kam. Hugo Nathtn Organisatoren des jüdischen Sports Wilche um Woche berichtet die jüdisch« Sportzeitung von den Kämpft n ■ und Siegen der Leichtathleten, der Schwim ncr, der Boxer der Fußballer. Schlagzeilen nei nen die neuen Mrist|er, nennen Namen in Verbindung mil neuert Sportbundbestleistmige 1, zahlreiche Bildei berichten von Kämpfen oti Siegen der Eioze nen und der Mannschaften. Demgegen- | jiber tritt aber der Mann, dei diese Veranstiltutg aufbaute, der in wochenlanger Arbeit sie in grollen vorbereitete, oft in den Hinter) grünt:, und zuweilen bleibt sogar sein Name tineru ahnt. iie E> i»t daher für uns nicht gendrt. sondern eine äußerst e Ijabe. jetzt bei dem Abklinger Saison in einer besonderen Re’ Bilder der „Organisatore sehen Sports unseren Lescjr ton Männern zu berichten, die nächtelanger Arbeit sich für unsere» Sportbundes eingesetzt Sicht nur um sie zu ehren, s< da» Vertrauen unserer aktive ihrer Führung zu stärken, seien veröffentlicht. , Wir beginnen mit Landes Sportjeiter voij Württemberg. Kam. Hugo Nafhan:/ Hugo Nathan, der Landcssportleiter von Württemberg l> galt für den Sportbund i 1 W 11 r 11 e m I eit uns um mit Körnen zu g der in Be iiustikr. teil» ,'e nach Norvv e- I leutschlicdentman in keneine berichti- Ifreuliche Auf« der Sommerdie Lehens« des j ü di« 11 aufzuzeigert, in Tage- und den Aufbau haben. nderti um auclj Sportler, zü diese BerichtJ perschuleti verschiedener Nationen ke lerne 1 Man sah hier die Auswirkut haup 'sachlichsten (irmnUv »teme u .1 zug auf die Brcitcnarheit der ( iv Systeme, die man teils durch Buch, duref Schulen erlernte Der Reihenfol brachen Vorführungen: Dänemark, gen. Finnland, Ungarn, Schweden, land, und anstelle Jügoslavien«. versc lieh ' ersdioben. China. Bedaiierlk'li, nicht das amerikanisch-englische Svst nen lernen konnte China Ls ist vielleicht Schicksal, dal! 1 ist not least jdie Vorführungen Chinas leider außerhalb des Olympia-Stadions auf der Dietrich- Eckart Buhne durchgeführt wurden. Icli möchte sie an den Anfang meiner Betrachtungen stellen. da die chinesische Gymnastik e ne der ältesten uns überlieferten ist Lin Budphisten- Imönch Tamo so» um das Jahr 500 Zeitrechnung ein Heil- und (iesu ldheits- V v urnen aufgezeichnet haben, das in 2698 v. u. Z. von Kaiser lloang Ti he worden sein soll I tieses System I at den Namen Kong’Fu In den Werken, dir ulieses System behandeln, wird ausschließlich on dem Heilzweck gesprochen Daraus hem rgegangen i$t das heutige chinesische Nationa System, das dem General Yo Tei (1102 III. u. zugeschrieben wird Dieses System beruht auf 8 Hebungen, die mit einem gereimte l Liede begleitet werden, das zugleich Uebi ngszahl und Rythmus angibt Alle diese LI bungen werden mit großer Muskelspannung durchgeführt. was uns auch bei den Vorfii innigen in Berlin auffiel. lieber dieses grüne legende System hinaus ist aber heute in Chi la noch ein viel lebendigeres Programm ei (wickelt worden, das eine Art boxerischen Scheinkampfes darstellt (im Programm war die s ch e » np Vorführung auch als „c h i n e s.»».» T , ,, ... Boxen“ bezeichnet). Ls mutete sei on sonderbar an, als vor der Vorführung feit säuberlich ausgerichtet Schwerter, Lanzen Dreizacke auf der Erde ausgebreitet wui den Es wurden sodahn die reinen Korperubuni en ohne Geräte gezeigt, die Stilisierten Kam ift.ui/en ähneln Boxstöße, Angriffs-Trittbew egungeii lösen entsprechende Paraden aus. Ls viril ein lebensvolles Gefecht vorgeführt, ohne daß die Partner sich berühren Dabei treten Iie Körper, anscheinend tun größere Siche heit zu erlangen auf ganzer Sohle auf Wildi Schreie erfüllen die Luft, die wie das ze tvveilige -Aufstainpfen, Händeklatschen oder Anschlägen an die Gliedmaßen wohl dazu dienen, den Rhythmus festzulegen Da alle Bewegungen in verkrampfter Haltung des ganten Körpers ausgeführt werden, ist es erstaunlich, mit welcher ungeheuren Beweglichkeit die hintereinander folgenden Griffe,! Stoße, Schläge, Bemstöße und Beinstellen purchgcführt werden. Lockerungsübungen, will wir sie so dringend empfehlen und man sie allgemein in der europäischen Körperkultur bevorzugt, fehlen hier ganz. Es wird wlohl hier das Hauptaugenmerk auf die Kräftigung. Dehn- und Bewegungsfähigkeit der i Gliedmaßen; dann auf Ausdauer, Schmerzjäänempfindlichkeit und auf ein rasches Auge gelegt Eine Steigerung geschieht durch die Anwendung der vorher erwähnten Waffen, die mit berg l‘)jj keine Frage nac}i dem Mann i ren sollte. Mi der dort den Sportbund aufba der Persönlichkeit von Hugo N a t h a n war der richtige Mann sofort gegeben. In kurzer Zeit gelang es ihm, einen kleinen, aber vorzughellen Landessportverband zu errichten^ der nicht nur in diesem Jahr den Reichs Meister im Fußball stellte, sondern auch be den Reichsmeisterschaften in Leichtathletik Schwimmen, Fechten usw. brwies, daß er sportlich zu den Besten des Sportbunds gehört^ Ihr Mann, dessen Initiative diese Ergeh Nisse zu verdanken sind, ist s;lbst seit Jahr zehnten begeisterter Sportsmann. Schon mit 8 Jahren begann er Sport zu t eiben. Fußball, Leichtathletik, Rudern und Schwimmen hatte« es ihm angetan. Viele Jahre spielte er in der ersten Liga-Männschaft des Ulmer Fußrucksichtsloser Bewegungsfolg festgelegt und den Eindruck, ganzer Leidende rausch, aufeina a ule’ Schweden l ange -Zeit v des schwedisch: »ein Sv stein dem ein auf .anatomische und physiologische Erkenntnis beruhendes System ähnelt in der lat sehr dein . hi lesischen Grundsvstem Aber betrachtet ma t allgemein Körperschulen, so findet mau bei a len Aehnlichkeiten. die eben ui der Beweg iingsniöglichkeit und Art des menschlichen I örpers bedingt sind Auch die alten Griechen hatten ein ganzes Svstem, dem man den Gru idktein unserer heutigen Körpererziehung , uschreiben könnte , Und tatsächlich sind j; auch die beiden Worte Gern nastik und Athletik dein Griechischen ent nominell In ei l fluß von Herr» ilyos entstandenen Schrift vCrtrdeu Hebungen aüsgefiihrt, die wir heutg mit vorbereitender ovler Zweckgymnastik bezeichnen, wahrend ovvohl Plato wie auch Aristo- Jahre rundet leies das Wo t Sinne gebrauch .,!» Ausgleichs;: I >ie Sch vv 't I2UU Tumerinn|e eine wunderen Massenaufgcbo daß ihr Systen hcvveguitg zu i ist, zur Gcstup Kraft des gan wenn wir dun wie bei den M sehen Frciubun balle ihren At, er n;. bei trat reins. Die jugendabteilur g hatte in ihm zielbewußten Leiter. Der Dank des der goldenen /ICIUCWUUtCU L.CIICI. LJ Vereins kam in der Verleihern Ehr,-rinadel zum Ausdruck. 'r auch die Stuttgarter ch seiner Liebersiedlung ‘ ehrten seine verdient» Deutschland Im (legensä land mit ein Turnerinnen unll Leistungsturnen steht man heute und die (iv mit also bewußt die W 'licht gebraucht werden Die müssen hier sehr genau i igeiibt sein, denn man hatte aß di.e Hebenden sich mit l)aft, mit einer Art Kampf- T losstur/ten Formungsturnen zjtm Ausdruck. Es heißt deshalb: „Formungsturnen will den Körper erziehen zur Gesundheit und Kraft und Schönheit in Gestalt, .Haltung und Bewegung. Leistungsturnen äeigt der bunte Rasen der Jugend, das Turnl-n an den Geraten als Ausschtfitt aus dem 1 Alltagsbetrieb Lei» ui de behauptet, daß der Vater Turnens’Peltr Henrik Ling chinesischen entlehnt härte S um 100 v. unter demi Ei Gymnastik in erweitertem wie wir sie heute etwa vjnnastik" benennen. den hatten ein Aufgebot lor n und Turnern mitgebracht.dk Schule zeigten. Mit diesem sollten die Schweden zeigen. Tiner freiwilligen Gymnastik hier Volksbewegung geworden lllcit. Schönheit, Freude und eti schwedischen Volkes. Und die Schlanken, ebenmäßigen hoch aufgevvac lsenen. im Sport so leistungs fälligen Schweden sahen, so mußte es einem zur Gewißheit werden, daß hier die Körper schule zur’GrU idlagc eines in seiner-Gesundheit gesunden Volkes geworden ist! Die Vorführungen der Frauen erfolgten mit Musikbegleitung. w.i irend die Männer' vollkommen frei übten, ela bei aber eine ausgezeichnete Gleichmäßigkeit in der Bewegung an der “ i is nicht allein in einem Dril für diese Verunstaltung zu suchen ist, son dem bei dieser Masse v«t 600 Turnern it dem gesunden Körpergefühl durch eine all gemeine (irund schule. Sowohl bei den Frauet Innern wurden keine akrobati *en gezeigt, sondern eine Sie gerung von dtfn einfachsten bis zu den höhe reu Anforderungen genügenden Hebungen di gleichmäßig, hirmonisch den Körper durch bilden schiQtt ai rtöVen m tierischen macht dei Arbeit im besonderen im schlossenheit und stungseigentlichen *üin der tu» us. Sein Betätigungsfeld liegt Willensleben. Mut und.Lnt- Kiihnheit und Härte finden im LeistutigsturneJi ihr Uebungsfeld Leistlingsturnen bringt Fr-tude und damit immer" erneuten Anreiz zur weiteren Betätigung Der Tanz ist Ausdn cksmittel der Seele mit ihrem Fuhlen, Wollen und Streben. Das F o r-m ungsturnen wendet sich in erster Linie an das Wissen, das Leistungsluriieii an das Wollen, und der Tanz an das Fühlen." Diesen Worf Min! 5000 m in 16.2 Am III >, a,. W i tn s k g m i t / liehen Ztitnchmcr und über Xu** m, der >porthundhotk'Mun}' cinvr l.ci>funkr von 1 Mrinem kiubkamcradvn erhalten hatte. ihrer Vielfalt eit das Gesamtgebiet und in seinen Fr t J'hti-Tr.ii’< .) uc.tv malt i klauter dr k'Gf.tf - dei erirder- Kiinden/oh!. > , u.e f, kvi. 'ilf.er»u(h .iber/eii^rnd Die b»«h. ri.. »n Jti.»o.S. Mm untvrbdt er mil 2t Mm, im unttrMuf/t >--t l>)nibrouvrde. o > ui V'-r^abe* ten des Reichsm;Werturnwartes Schneider ist nichts hinzuzufiig :n, wenn man die deutschen Vorführungen besprechen vvi» Sie gaben in .i en guten- Ueberblick über des auf den Turnvater Jahn ■iiihungen auf Adolph ispieli zurückgehenden Deutschen Turnens, aus dem eine Reihe von j Völkern ihre Körperschulegeschöpft haben Norwegen und, Ungarn __ J)as kam zum) Ausdruck sowohl hei i, ung norwegischen, ungarischen wie nischen Körpers« Während Nor der auch der finhule wegen in der Hauptsache nur mit seinen Frauen gefallen konnte, und die Männer in ’ ihrer Mischung zwischen deutschem Turnen und schwedischer Gvnvnastik etwas , tm leholfen erschienen, zeigte» die Ungarn eile exakte Uebungsfolge. die aus den deutsch schweizerischen, .schwedischdänischen unll e iglisch amerikanischen Systemen das wert-ollste entnahm Professor Johann Kmetykc System entwick - hat hieraus ein besonderes .'Itrdas aber -der heutigen deutschen Körpe schule sehr nahe kommt ‘Finnland t|zf. hierzu zeigte Deutsch;m Massenaufgebot von 4001 Turnern Formungstumen unt Unter» Formungsturnen ver die Körperschule der Männe ,)>tik der Frauen. Man trenn Körperdurchbilduhg des Man lies von der rau schon durch das Wort Während man malische Schul.füg des Körpers zu seiner Dänemark irleistung erziehen will, such iv Ziel bei der Frau durcl '.und Spiel, die dem Frauen körper mehr dn(sprechen, zu . erreichen. Dii ~ ig ii*t fie.. späteren. Körp« man da;? gleic i Rlfvthmik. Tan Zielsetzung ii*t Kickers, denen nach Stuttgart volle Tätigkeit "'"im, viirici» j»cii*c vviuiuwnvuv < durch! die Verleihung der silbernen und go deneif Ehrennadel. —! Ehrennadel. VoJdem Krie. widmete r sich haupf- >« . Ulmer Ruderroßen Achter!* den Mann durch eine svste gleiche: körperliche Durch 'bildung nach ollen Richtungen hin zur Er reichung der (örperlichen Höchstleistungs fähigkeit. Diese« Zi,el kommt durch das Wor 0 sächlich dem Rudersport. 4 jahre lang fuhr *r alle wesentlichen Rennen d klubs] mit, u. a. auch den „grouen Acmer- ■n Mlinchen, den Ulm 1911 [gewann. Noch als fast 40jähriger ging er für die Stuttgarter Rudergesellschaft später an den Start. Seine Kriegsverletzung’ hinderte ihn später bei der Ausübung seines' Sports, und nur noch Kanu und Tennis zeigten ihn aktiv. Jedoch auch dort vermochte er Außerordentliches zu leiste», und der größte Teil aller europäischen Fluss«, vor allem die bekannten' österreichisch Gebirgsflüsse wurden von ihm befahret). Als Artillerieleutnant machte er den Krieg von Anfang bis zu Ende mit, erhielt drei Verwundungen, das E. K-, die silberne und goldene Verdienstmedaille. Troß seines Verwundungen errang er noch vor wAiijfen Jahren das silberne und goldene Sportabzeichen. -I Dieäer Mann kann unseren Sportlern in jeder Beziehung Vorbild sein. Aus jahrzehntelanger eigener sportlicher Tätigkeit vermochte er sepie Erfahrung zu sammeln, die er heule als Landeasportlener in den Dienst unserer jüdischen Jugend stellt. H. S. Körperschule isf Vorbereitung für jeden ■ Weffkampfsporf Dia JSG.-l iädals bat alnam Sdiutifngsiurs Photo Dnho« I >ie F i n n V ly aufgehot Von F Diese ist haupts. c entlehnt und Mentalität ange[ es vielleicht auef führte ngen der wickelt wurden hatten ihre Auge beobachten, dal! gäbe bei der tänzerisch war genden Volkstä körperlichen Er land der Volkstaln Schade, daß die gezeigt wurden. zeigten in einem Massentjatten nur Frauen-Gymnastik blich dem deutschen System— schwerfälligeren finnischen Dem Finnen entspricht dal! die gymnastischen Vorranen von innen her ent- Die meisten der , Frauen geschlossen und man konnte sie ganz mit innerer Hinache waren Schwunghaft, fas ganze und die nachfole bewiesen, dal! bei der iehung der Frau in Finnz eine wichtige Rolle spielt Vorführungen nur von Frauen faßt! . 117 Ich möchte :n den Schluß meiner Betrachtungen die Dänemark repräsentierende Schule vny Niels Buhh stellen Was man hier zäh. -war Kötperbeherrschung irr der Vollendung. .Aber man konnte sich des Eindruckes nichff erwehren, daß hier eine kleine Schar ausgesuchtester Lehrer nach jahrelanger auf diese Vorführung hin/iclcnder Vorbereitung -eiie artistische r^chau einer Körperschule zelten Man lernte die Niels Bukhsehen Grundsätze der fortlaufenden Bewegung bei derf Gymnastik mit dem Ziele der schwitzenden Arbeit kennen Es mag hier dahingestellt hltäben. ob der Grundsatz des längeren pausenlosen gymnastischen Arbeiten richtig ist und bb es überhaupt mit einem Wert verkündet« ist, längere Zeit ununterbrochen gymnastisch zu arbeiten und das_ Herz zu belasten. Jedenfalls waren die Bukbschen Vorführungen als solche unübertrefflich und ein Glanzpunkt in den gesamten Turnvorführungert der Völker hei der XI Olympiade in Blerlin. Kam. Edwin Halle, Sportlehrer.’ IW*’’ ALLICATORN^' dnt li n a (juft* Itrderworen UNSERE Bailla. Ti Hiabati KAU ■.Hl. «•••■ V VERKAUFSGESCHAFTE. Bimi, Am Haa^bchahdlf Bochta, Bafanti <7 Pnmkfext lM, Rotenmfct U Zmwi». OIU«fcÄcfc«.M Hm»o