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Der Schild · 1936-09-16 · 38 (16.9.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
38 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seit» 2 — Sr 38 le- 3'Ptmi« HERAMOEBBIi PEICHSBUND jOOMCHER FRONTSOLDAT! N E. V twingen zu vollen: der gemeinsame Bezirk ist hierfür zu eng, die Mittel sind gemng, dze Geiadrm grob, die positiven Aufgaben aber sind gewaltig und ergeben sich zwangsläu'i-i aus der -ituStson. Innerjüdische z<>igensüne und Machtproben binden lediglich eine» Teil der Klärte. die unsere Schicklalsg.-mrinschaft in vollstem Umfange für die noiwindige und allen gemeinsam« 'flz* b *' i 1 braucht. Und zu den Aufgaben, die von uns b i e r, in Deutschland selbst, zu lösen sinv^ treten immer vordringlicher jene Aufgaben, die aus Dcutichland heraus in dl« Weile führen. Tie den jüdischen Eiisten^ Möglichkeiten gezogenen Grenzen sind mcht allein eng. sondern verengern »ich weiter. Der jüdisch« Beoölkerüngsteil ist nach den letzten statistischen Ermittlungen bereits auf ca. 400.0-->j Seelen in ^Deutschland herunlergegangen: aber die Tendenz, die Notwendigkeit zu weiterem Adstrom wirkt fort.' Die Organisation und Durchführung einer planvollen Auswanderung beansoruchl mehr und mehr höchste Aufmerksamkeit und' Tatkraft. Einseitige ideologische Prinzipien mutz man auch hier, an schalten lernen. Diese Auswan- "derung in auf der -einen Seite weder ein Matzstab »ür das veimatbewutzisein der Juden in Deutschland, noch kann sie auf der anderen Seite nach vorgefatzlen jüdisch-politischen Parteidoktrinen dirigiert werden. Ihr« planmötzige Fortentwicklung wird in steigendem Mas i erschwert durch di« wachsende Absperrung an sich aufnahmefähiger Länderzum Schutz des eigenen Arbeiirmarkles: sie wird uöerdie; erschwett durch die anormal« und starre Gestaltung des internationalen Geldverkehrs. Mit dem Auswanderungsproblem eng und oran-'sch verbunden ist Berui'splanung und Iugeuderziehrmg: denn »de Auswanderung mit Erfglgsaussichi setzt als eherne Bedmgung eine Ausrichtung der zur Auswanderung bestimmten Menschen auf di« Erfordernisse eines Lebens und einer IukunilSgestaltung in einer anderen Welt, unter grundlegend neuen Llerl.almiven voraus. Eine Erziehung zu welrofienem. in jüdischer Grundhaltung verankertem Selbslbehauorungswilien. «ine Beru.fsv o l i ti k, die sich den in der Welt ge gebenen Voraussetzungen zur Selbstbehauptung anoatzt.'sind ebenso schwierige wie unerl.rtzliche Aufgaben, die mit vereinten Kräften bewältigt sein wollen. * Lenkt schon das Auswanderungsvroblem zwanasläu'ig unsere Blicke in die Welt hinaus, >o versteht sich überdies, datz «me Betrachtung zum jüdischen Neujahr nicht den - jüdischen Schicksalsfragen nt Deutschland allem, sondern der jüdi'chen Situation.in der Welt gilt. Gewitz, .einerseits erblickt man Menschen jüdischen Stammes oder Glau dens in den verschiedensten Ländern, in den verschiedensten Positionen und für die verschiedensten Aufgaben und Ideen miträkig: man trirft auf sie in der konservativen Regierung Englands als Hobe Beamte, im i demokratischen Amerika als Regierungsmittzlieder. als Staats gouverneure: im republikanischen » Frankreich ist z. .st. der jüdische Sozialist Blum Ministerpräsident: im faichistiichen Italien gibt es Iuden in hoben Würden des Staates und der Partei. Allein, wenn man nur auf jene jüdischen Männer Hinweisen wollte, die da und dort in der Welt ihrem Barerlande in Ehren und nach besten Kräften dienen dürfen, so wäre der Rundblick sehr unvollständig: denn andererseits gibt es in vielen und gro>;»n Teilen der Welt jüdische Massen, deren physisches und leeükches Elend grotz und deren Dasein schwer bedroht ist. Auch hierfür dürfen gerade wir. deutschen Iuden, auch wenn uns »eldst vieles bedrückt, den Blick nicht verlieren. Das jüdische Iah'r. das hinter »ns liegt, har die jüdische Eeamlsi'.uaridn nickt erieichlerk, >onf Lc schwei seine dern bedrohlich etM wert. Mali denke nur an Iolen, aber auch 0» Rumänien und andere änder des Ost«». Man denk« an das ume Ringen des Palästina-Judentum» um ne Lebensrecht« s»d kt« Heimstätte. Rur wenn wir » rieten Blick «uf* ®anje richten, können wir i iqeren eigenen Problemen näher kommen. In mer deutlich« »ird er» kannt. datz ein Kri stespiel verschiedenartiger Bewegungen die M mschen und Völker mehr und mehr ergreift, datz .die Dynamik bestimmter Ideen über den Erdball gewitterhast aus strahlt, und datz das Judentum — ob es selbst wil oder nicht in diese Spannungen, in diese Erschütterungen, in diese geladene Atmusphäre «nbezogen wird. Und um so mehr haben wir Anlatz, uns zu erinnern — unser Hoher Feiertag heitzt ja Jaum Hasikoraun Tag des. Erinnern«, — datz es eine Haitu lg, «ine Richtung, «ine Bewegung, in d« Welt gibt, in allen Ländern, die an dm groben Ringen des Weltkrieges leilgenon men haben, getragen von denen, die vor fast wanzig Jahren von der groben Ernte des T »des heimkehren durften: die Frontkämp er-Bewegung. der von keiner Seite! lerhetzungsod« Zersetzungswillen nachge agt wird. — bk Frontsoldatenbewegung, b t im Gegenteil tmmer wieder und wieder d e Welt zu einem «hrenvollen, friedlichen und gerechten Zusammenleben ruft und mahnt. Und in diesen Reihen stehen Schulter an Schulter, wie einst an der Front, auch die Hunderltausende jüdischer M ä n n »r. die in Erfüllung schwerster Pflicht dan als der Vernichtung ins Antlitz gesehen. Tag de» Erinnern«: Mag er uns xrade rechtzeitig an d n Schwelle eines neuen Jahres, den« MnereWwzstrecke durch dunkle. oerderbenschwangere Folien verhäng^^an Aus Jd«llscti«r V*rfan««nh«lt war flr mn» Juden _schwan da» gemahnen, wu j« «■_*— Wesensinkakt. GesckichLauftraa und El-mbensziel ist. Ueber allem sGewölk wissen wir. wie durch die Jahrlaus«»«, so auch fürderhin, den Schöpf«, der die Schicksale d« Welt lenkt, der Wett, die « geschaffen, und h» Menschen, die er in seinem Ebinbtkde geformt, Wir wiss« um den böchsteii Richter, d« nicht auf d« Menschen Aeutzere». auf Leib und Blut, sondern m die H«zenlsteht. Wir wissen um den Ewigen, der den Menschen hieb «Recht zu tun, Liebe zu ßben und in, Demut ja wandeln vor seinem Gotte'"'. Wir wissen um Ihn. von dem best schwergeprüfte Stob sagte: „34 weitz. datz mein Erlöser lebf . Und m Zeiten schwerer Prüfung, deren Dernichtunarsturm üb« uns hinwegbraust, wollen wir offen vor der Wett bekennen, datz es für den Juden, der Äd« ist und sein will, kern höheres Gebot, keine heiligere Verpflichtung und keine ttefere Wahrheit gibt als die mit der wir auch übser des Jahres 5697 Schwelle tteten: irrt „&irt J»r«el, der E»i, ist »inzigl Du sollst lh, > mtt >»Wz»r Seele uud Wert» sollen stet« in dei st« dein«, Kinder» einprä > reden, »en« d» iß deine,! d» deine» Weg« gehst, d i niedeelegst, »nd de« Moe, e je, nnsee Heer, der Ewige iiede» mit gnnzem H«t«, gnuzee Ke«ft. Dies« Kerzen sei». Du sollst I« ab sollst »on ihnen Hense sitzest »nd »en« »i» Adend». »en» d» dich n» »en« dn eufftehft!" liam. 1 r. Hans Wollenberg. cIhier Geserawairt Aus jüdU; Die Jüdisch« Gemei» »e zn Berlin gründet mit Beginn des Wintrrbalb ahr« im Anschluh an ihr« Handelsschule eine S p: achenschuie . Sie soll «ine Bildungsstätte fü solch« jung« Menschen werden, die in einem einjährigen Kursus «ine gründlich« Lederest >ung des Englischen und des Spanische» erwerben wollen, um so im. Ausland« leichter «i it Eristenz zu finden. Di« Schulederen Begründur j auf den Auswanderungs- «rfahrungen der letzten Jahre beruht, ist «ine Tagesschule und umfatzl wöchentlich ca. 25 Wochenstunken. täglich soll 2 Stunden Englisch und 2 Stunt« Spanisch gelehrt werden. Ls soll feiner eine gründlich« Kenntnü der Kurzschrift und zwar zunächst der deuts jen, darauf der englischen und lchlirtzlich der span schen Kurzschrift erworben weiden. Hinzu kommt Maschineschreiben. Auch in diesen Stunde, wird der Unterricht in der entsprechenden Frer ldlprach« erteilt werden. Nach Absolvierung des Lehrgang» werden di« Schüler neben der Be «rrschung der Sprachen eine eingehend« Kennt» s auch »on Land und Ueu:en besitzen (Wirts<>afts- und Kulturkundej. Ausgenommen w«rden jung« Menschen, dieein« Auswanderung beahssthli >en und di« Obers« kunda. reife, die Mürlkre Reist oder entsprechende englische Sprachkenntnifse b, itzen. Das Schulgeld beträgt monatlich RM. 25.—. der Leiter der Handetskeanke bestimmte Kueanstgl Patienten zu angemessenen t nimmt auch Peioat- Bedingungen auf." Gedenifeiee. Der Verbund jüdischer Heimatvekein« oeeanstallet zue Eernneeung an seinen verftoebenrn Vorsitzenden Rechtsanwalt De. Feitz Wolfs am 20. Sept. 1936 ooem. II Uhe im Logenhaus Berlin, Kleists e. 10 eine Gedenkfeier. I» Ruhme» her Lehe r den Heebftfeeien ein? in praktischer Hau s roll Das Zi«l dieses Kurse» technischen Lehrerinnen di« im Rahmen der Bolksschl ll lichen Unterricht zu erteilet praktisch« Tätigkeit, Hospfri Unterweisung umfatzl, Haushaltungsschul« der meinde, Auguststr. 14/15, Kurse» beträgt 6 Monat« beitrag von RM. 5.— nehmeezahl ist beschränkt, hischen Landesverband jüdisch Kaulfte. 158. finl >r Bei fottbUhnug wird nach ortbildungskue» r t s ch a f t stattfinden. 'oll sein, Profan- und Möglichkeit zu geben, »n den Hauswirtschaft- Der Kur», der «in« ieeen und methodisch« i in der Koch- «nd elinee Jüdischen Gestatt. Di« Dauer des Es ist ein Monatsi entrichten. Di« Teileldungen an den Peeu- «e Gemeinden, Chael. 2, Juh» Weireee Auslünfie eeleitl schule der Jüdischen G« neind« zu Berlin, ~ Dipl. Hdl. Pergee, Beetin-Lhielottenbueg, Joachimslhalerftrahe 13 IV. Die <Sef»ndh«it»»ee»«ft meinde zu- Berlin teilt Die Kuranstalt für Js im Taunus, bei der Schwierigkeiten bezüglich ten der Reichrversicheruch, nunmehr wieder als Berfv Versicherung für lassen. Einweisungen gleichen Weis« wie ftüher Drt i Erzählungen Mur Samter: Das Erdbeben. Abenteuer einer Liebe. Ein« Erza:- u -g. Berlin. 1933, Bortrupp- Berlag. , Etaro Michellvbn: Jüdliches Kind «ns dem Osten. Berlin I Istliio-Verlag. «Philoducherei Rr. 4) Aron Duoid Bernnein r Mendel Gibbor. Eine Novelle. Berlin, 1^35, acken Verlag. <Bücherei des Schacken-Bei^age- 44» Es i>, iin-.-er ein rrntig verdächtig, wenn ein junge- T ich.ee «ich einen Stoff wäblt, der durch ln ,i grau igc Eindringlichkeit auch den Slumpfesten zu r-i:-m x'^egk. Glücklicherweise hat es Mar Samter vc.standen, das Erdbeben in seiner ^lilchiia.-ugen Novell« trog aller Realistik der Schlioerung uns nickt als Unnlolen Zufall, sondern al, Tnmaol für di« allgemeine „Gebrechlichkeit" der Welt erlch-lnen zu la'len — um mit Heinrich von Kleist zu sprechen, der ja ln seinem „Erdbeben von Ehlli" einen verwandten Stoff gestaltet hat. Samter lieht das Erdbeben durch das Temperament zweier halbwüchsiger Menschen, die dieses furchtbar« Erlebnis zur Hiebe reifen lähl und sie „jenen Gewalten untenan" macht, „denen di« Beständigtelt altes Lebendigen anoertraut ist": er lchlldert uns kiele Menschen ohne viel Reflektlon, lm Wesentlichen vielmehr durch die AN, in der sie das Leid übernehmen, das ihnen widerfahren ist: er sagt es uns nicht, er lätzt uns ahnen, datz in dieser Nacht au; Kindern ein Mann und ein« Frau geworden sind, obwohl die Andern wehmütig lächelnd in ihnen nur ein teagikomisches Paar sehen: er versteht sich auf die Kunst dort zu schweigen, wo das Schweigen dem Geschehen eher gemätz ist als das Wort — diese Tatsache vor allem lätzt uns das Erscheinen diese» kleinen '— vom Verlag übrigen» recht geschmackvoll ausgeftattet«, — Bändchen, trotz einiger Stellen, die Uns nicht . restlos gelungen zu sä» scheinen, freudig begrützen. In die jüdische Welt „Aifil Ormermanns erste »ng der Jüdischen Geijtlt: aeliten in Lad Soden n den letzten Monaten >er Aufnahme von Vatiengsanstait bestanden, ist agsanstalt der Reichs- Angestellte zugekönnen daher in der «rjoigrn. Di« für Lungen- Prof. Jestro» 80 wurde der ehemalig« Prost Berlin Dr. Ignaz Jastroc Jaftrow war ursprünglich tiert« sich 1385 an der Ber bis zu seiner Emeritierung hat. In den achtziger Frage Veranlassung dafür, Nationalblonomi« waren Jastrows Arbeiten des Arbeilsmarktes. Neben schäfligte sich Jostrow doi wallungswissenst Arierpurogruph bei »e« Reichs- und Pieutzisch« Laut angeordnet, datz als Buchr t gehilfen auf den Rennbahnet l oder artverwandten Blutess dürfen. des Ostens führt uns Am 13. September '^sior an der Universität 80 Jahre alt. Prof. Historiker und hadiii» iner Universität, wo er dm Jahr« 1924 gelehrt Jsihren war di« sozial« datz Jaftrow sich der uwandtr. Bahnbrechend über di« Erforschung der Sozialpolitik be> allem mit der Ver- Bnchwucher». Der chwirlschastsmmister hat acher und Buchmachernur Personen deutschen zugelassen werden Ei»e Synagoge im FachwerkU Er ist eine interessant^ Beobachtung, Synagogenbauten alter bodenständiger tze!reli, sich dem architektonischen Stil der Um«» passen. Wir zeigen hier da, Bild der 3qruo Bünde/Westf„ die auch im Fachwerkiiil ba' liegenden Bürgerhäuser gehalten ist. Li. ZuIchI wurde der Bau im Jahre 1316 — als« «o, f» Jahren — (23. Nissan 5575) errich'.el utb, J die Inschrift besagt, im Jahre 1635 i,0. (£Hi15-3 „verbessert". Dieses Datum jährte sich am 7. ds. I». zum hundertsten Mate. RuncO&llIck Der ftanzöstsche Äolonienminift« beim Beünmdt „Ort". (ITA). Pari». In Pari» wurde in SittfrlJ Hunderter Delegierter au» den Vereinigten England, Frankreich, Polen, Sumiritn, 2haJ Lettland, Bulgarien und anderen Ländern dir 5q ralversammlung des Verbandes „Tri" zur gilt rung de» Handwerks^und der fandni,^ schaft unter den Juden erösfnel. Der AoisibeA des Ort in Amerika, B. C. Vladeck, gab rl Ueberbtjck über di« Lage der Juden in der M wobei er betonte datz die Judeniruge nicht «kä Berücksichtigung der wiftschaftlichen und lozir'^ Probleme der heutigen Zeit gelöst werden Kr Beruflicher Neuaufbau sei die den Zc gestellte dringendst« Aufgabe. Sie zu löten g«ii zu den Zielen des Verbandes Ort. Der französisch« Kolonienminister Äoutä ii^ ein« Begrützungsansprach«, in der er sich als Freund der Ort-Bewegung bekannte. Ter PrZ dent des Ort-Weltverbandes Dr. t'u ÜrcasJ berichtete über die Arbeit der Getewchaft lest! letzten Tagung. 341 Tote, 23;) Millionen Sachschoba | «nd Verluste. (ITA.) Jetnsule«. Eine Bilanz der nun ü 21 Wochen andauernden Unruhen in PuliÄ ergibt folgendes Bild: Es-wurden in dieser " 34 Engländer, 32 Juden und 225 Araber g« Verwundet wurden 144 Engländer, Juden und 640 Araber/ ' 250 000 Bäum« wurden ausgervdel, in Fällen Brandstiftungen verübt, 43 Bristeii sprengt, in 300 Fällen Telephonleitunge» bii schnitten, 32 Zugentgleisungen herbeigefühN 130 Sabotageakt« anderer Art verübt. Die Verluste der Regierung werden aus 450b Pfund geschätzt. Die VersicherungsgesellschastU schätzen den Schaden, den di« Juden umnillelt-' und mittelbar durch di« Unruhen erlitten hei' auf ly* Millionen Pfund, den der Araber 300 000 Pfund. 130 Bomben sind zur Eiplosion gebracht wrt* 400, darunter die zum Versand nach Tel » bestimmten Höllenmaschinen, wurden beschlaznaf« Fenier sind bei Arabern 35 Tonnen Ser« Revolver, Munition und Sprengstoff geh»« worden. Clara M i ch« l s o n mi den m dem oben bezeichneten Bande verein, gten beiden Erzählungen Reise" und „Das Leben des Kindes Lhaim", vost denen u»s di« erst« den Kreis des Elends, „der ündarmhrrtig die Menschen nicht aus sich herauswachsen lägt", die zweite den Kreis de; „Lernen)", «„dessen Ahnung vom Göttlichen über das Empfinden der Masie hinausgehl", anschaulich machen, will. Während uns die knapp« Skizze aus -dem! Leben des Proletarierlindes Aisit vor allem ch, einem gewissen Mangel an psychologischer Molidierung zu leiben scheint (die Verfasserin fühlt sehr wohl, warum Aisil in der Ferienkolonie nicht gedeihen kann, sie hätte es aber unseres Erachtet» eindringlicher gestalten müsien!), hat di« zweit« Erzählung mehr poetisch« - Substanz, wenn auch wpyi manchmal ihr« Sprachkraft dem für Dichterseelen so verführerischen Milieu de» jüdischen Listen; nicht ganz gerecht wird. Immerhin bleibt einem der klein«, unverstandene Thaim, der der Versuch, di« Thora aus dem brennenden Cheder ,u retten, mit dem Leben bezahlen. matz,' im Gebt chtnis, und wohl gerade deshalb, weil er mit erst anlich geringer Sentimentalität geschildert ist. Erheblich höh« ab« ist der dichterisch« W«t der wirklich schlechthin > ollendeten Novelle Aron David Bernstein». Sicht nur Mendel Sibbor, der dem Gendarm, d« wn wegen Handelns ohne Hausi«sch«in verhaftet hptte, jn selbstverständsichern Opfermut zum Lckbensretter wird und da, durch die Hand d« hchmlich geliebten Händel« «wirbt, sondern all« Gestalte« diese» Büchlein», die chrwürdige Greisin Malko, di« selbst d« Fra» Landrätin imponiert, di« liebevoll«, schwatzhafte Genendel, der eitle Reh Abdel«, der nicht dazu kommt, seine Geistreich«!« vom Stapel zu lasten, der wehmütig-wottkarg« Seckm«, der hüpfend« Musik»» Jankele «nd last » t least — di« wahr- Haft liebenswert« Händel« - sie all« stehen dem Lef« durch di« hohe Kunst zumal d« nidiretten Tharatteristik, di« der Auto meistert, in so ursprünglicher Lebendigkeit vor Augen, datz di« Lektür« dieser Erzählung ein unvergetzliches Erlebnis wird. Ueberdies ist di« Novelle, di« in ihrem spannungsreichen, gleichsam szenischen Aufbau zum dramatischen Typus gehört, bis in alle Einzelheilen so geschickt lomponiect, datz nichts, garnicht» Entbehrliches stehen blieb, datz alles Einzelne sich beziehungsreich in ein Ganzes fügt, da» jenen wundersamen Schmelz trägt, der nur eine echte Dichtung auszeichnet. H. St. Stei»d«i-K»,z«rt. Als glanzvollen Anstatt der «aston brachte der neuverpflichtete Generalmusikdireltor Han» Wilhelm Strinberg ein gut ausgewogene, Programm zum Borttag. Er übernahm aus seinem Sonderkonzert wieder da» „Eoiqnto grosto" von Ernest Bloch, beffen Solopart er virtuos meistert« lieb« dieses nun schon bekannt« Stück ist dem b«eit» gesagte» nichts hinzuzufügen, wir würden jetzt g«ne «ine» der wenig« oft gespielten Werke d«, Komponisten hören. Die darauf folgende D-Dur Sinfonie von Mozart war sehr sauber «msgefeiit, vielleicht um eine Spur zu ttäfttg anarfatzt, erreicht, aber einen hohen Grad d« Vollkommenheit in d« Gestaltung. AI» besondere Leistung St«lnb«g» sei da» entzückend« Andante hervorgehoben, besten dewundernsw«t« Form zu überzeugend« Darstellung gelangte. Den Kernpuntt de» Programm«, bildete di« „Eroica" von B«thov«n, vo« jeher ein Prüfstein für Orchest« und Dttigenten. Mit Ehr« hat da» Orchest« de, Kulturbund«, dies« Prüfung bestauben. Di« neue» Mitglied« haben sich schnell de« Ensembl« ertzgefügt und sind »nt« o« zielbewutzten Leitung Zu «man homogenen Klangkörp« zusammengeschmolze». Di« Holzbläser, friher ein bedenklich« Kapttel in d« Geschichte diese» Orchester», blasen mit bemttkenswert« Reinhen. — Ru, «klingt Beethoven» Dritte. Oft und oft gehört, doch nie zu hänfig, besonder» in so nahezu vollendet« DckrsteNnng. Steinb«g dirigiert« beide Sinfonien a»»wendig, souo«än b«. hnrscht« er bas Orchest« «nd gestaltet ans Vollen. Er ist der geborene Theaieilapellm»« w«haib ihm di« grotzen Steigerungen m k Sinfonik besonder» gut aelingen. Da» feierte den berühmten Dirigenten lebhaft nach der „Groira" kannte der Jubel leine Er« Kam. K- ■ Schocktn-Almmmch fir da» Iahe 5697. M-e« und 2 Abbildungen. Broschürt RM. —.60. Wir blättern in diesem Almanach aus bas -I 5667: Er beginnt mit 5 geistlichen btbrti'rj Dichtungen in deutscher Umdichtung von ' Wolf.kehl. Zwei Midraschim In D-utschJ Kilt von Leo 8a«4,je)w einer ng der Einführnng z» Maimpnides „ Thora" vora»», übrrtragen von dkm Hera»f^°i dies« vorzüglich«, Almanach», Mqritz SprlZ«^ Andrr« folgt, wieder llingrn Btrse von »«^1 kehl auf: «in, zwei Aufsätze reiheii sich an, wteder drei Midraschim, di»mol von Man»» B » b «r in Deutsch milgeteilt, darunter j««» rühmte „Wächter, wie w«t in der Rächt?" (JsiVtz 21,11). — Und während wir weittr blätt«, möchte» «tt immer wied« »«halten, oft a>>m. ». a. m. . An» der jüdischen Literatur der letzte» ragt dies« kleine Sammelwerk, eia Almanach *■! das kommend« jüdische Jahr, weit hew»' ®| Tiefe de» Geiste», Form der Sprache, » avp-I stimmt« Answahl nnd starkem Empfinden s»r4»I Wünsch«, di, «tt einem Almanach auf da» 4^1 5697 entgegenbringen. Wieder «ndet der JI»W"**I so »i« der d« verflossenen Jahr«, mit edni^I statistischen Tabelle», gleichsam einer D-rbi»«! jener geistig« Sicht auf da» Jahr 5697 mck I R«Iftät unser« täglich« Leb«». Se>t«a ein Jahr so reichhaftig und b«d«tsam wie da» Komm«de mtt diesem Aimanech | Scheck«-Berlag».

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