Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 34 (21.8.1936)
- Date
- 1936-08-21
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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IM* 1»*. HERAUMEBKfft MMM8UNO DerSMlL «BUND jOoZeHER FRONTSOLDATEN E.V. St. 34 - S«tt« 5 IE K ian dM Sportbundes Beiblaff des „Schild" für '( Sport und Jugenderfüchtigung Berlin, den 21. August 1836 des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten SSxtWfU 9 ,*K.-Grunewald it unsere beste Tennismafrnsdiaft S i - i $.\Veß Leipzig scBfägt knapp Sdtifd Hamburg in der Vorscbfußrunde - %K. Grunewafd siegt über Leipzig\in nnendem Kampf — Kurt Wo!ff wieder bester Spiefer. \ i h M. Berlin, 16 August 36. Zwei prächt Tage rfes weilten Sports erlebte man 1 vergangenen Sonnabend und Sonntag bei richem Wetter auf der schönen Anlage . Tennii-Klubs Grunewald bei den End- JtJtn um den Wolfgang Kauffmannloliil. Vor einem zahlreichen und inter- Vatem Publikum wurden spannende Kämpfe «getragen und die knappen Ergebnisse beasen, daß die Breitenentwicklung im Tennisgute Fortschritte gemacht hat. ' kr Vorscbfußrunde siebt Leipzig rs Sieger |Ao Sonnabend spielten zunächst die jschaf'- des Tennis-Klub Rot-Weißleipzig und die Tennisabteilung von fdiild-11 i m bu r g gegeneinander. Der Vc Kampf des Tages brachte das Zusamttfreffen des Tages, der beiden Spit/en- Etifr Mann Mannheim, der als auswärtiges E-tfUed für Leipzig spielte, und Katzenstein Stoburg. Trotz des knappen Resultats von (iimd 111siegte Mann doch ohne Satzelaif, imd letzten Endes leichter, als man «artet ■ hatte. Goldstaub Leipzig gewann >eSchwierigkeiten gegen Kallmes Hamburg, rihrendl Hepner Leipzig bei Aufhäuser 11, aaburgj luftigeren Widerstand nur im Satz fand, den er mit 8:10 abgab, uni -nim[l Satz mit 6:2 leicht zu gewinnen. Iibrendl also die drei ersten Einzelpunkte Leipzig gingen, wurden die drei letzten izelpunkte von den Hamburgern Hartig, rrersbacli und'Wassermann gegen die Lcipijtr M. Fuchs, Fischer und Jollowicz gelaaen. Bemerkenswert ist der schwer erhoffte Sieg des Juniors Wassermann Hamp; über den wenig trainierten, aber dafür trierfahreiuh Jollowicz Leipzig. |$o_ konnten sich die beiden Mannschaften Sonnabend Abend mit 3:3 Punkten trene, sodaß die Entscheidung in den loppelspielen herbeigeführt werden Lite. Die Doppelspiele, z. T. noch am Sonnabend iesd begonnen, mußten jedoch wegen Dunkelt abgebrochen werden, und konnten erst Sonntag früh zu Ende gespielt werden ich-it sicherte sich Leipzig durch den I der Mannschaft Mann-Fischer gegen Auf- «er li-Kaltmes einen weiteren wichtigen inmgspimkt (6:3, 7:51. Das Leipziger i’resdoppel Heppner-Goldstaub stellte dann i» Hariuig-Reyersbach de* Sieg der Lciptr Mannschaft sicher. Während sich die ’-ea Mukinschaften noch am Vortage mit 3:6 unentschieden getrennt hatten, ge- Kea Goldstaub-Hepner den entscheidenden »atz unangefochten mit 6dl. Damit führte frig mb 5:3 Punkten. Es gelang dann iburg, nbch den letzten ausstehenden Punkt ch das Ikippel Katzenstein-Wassermann gei die Liipziger L. Fuchs und M. Fuchs fgwinnei :1b End 5:4 Pi; M«. ab ‘jeglicher imte FI .'rgebnis gewann Leipzig iktt-n, 11:10 Sätzen und 112:110 überaus knapp gegen die sehr und gut aufeinander abgeinburger Mannschaft. ' ewafd gewinnt den Pobaf ach einer einstündigen Spielpause begandie Endspiele gegen den Tennis- '. Qrunei,ald. Das erste Einzel des Tages ttMe den glatten Sieg des „Altmeisters“ Gum pel Grunewald, gegen Fischer- - fug mit 6:0, 6:1. Nach hartem und sehr geglichen cm Kampfe stellte Goldstaub- 4>zig, du, b seinen Sieg über A. Meyer- •jcuald, mit 6:0, 5:7, 6:4 den Gleichstand rp "er. Dieser Punkt sollte trotz aller ‘>rengung der Leipziger der einzige sein, m den Einzelspielen erringen konnten. 'Kblug!> Behrend, Grunewald den gegen ..;.or}aK - tark verbesserten Jollowicz Leip- Lc ’ * f ^er Simon. Grunewald, L. Fuchs- «nf b:3. Levin-Goldschmidt Gruaia gewann gegen Hepner/Leipzig 6:4,8:6. «deten cie Spiele am Vormittag mit 4:1 P“ für Grunewald. i^rtLdas Erste Spiel des Nachmittags, fVjPPe1 Gumpel-Simon, Grunewald gegrn >iw "chs, Leipzig, brachte den uruatdern mi: dem glatten Ergebnis von 6:0, , s‘eg bringenden 5. Punkt. Anschlie- «raten die beiden Spitzenspieler Kurt '/'-"'uneivald und Mann / Leipzig zum dte Obgleich Mann wesentlich besser e, als bei den Reichsmeisterschaften, i Vf fit den diesjährigen Rcichsmeiifrk-, n*^maf8 gefährden, der mit großer '«eit dem variierten Spiel seines ehrgeizigen Gegners wirksam zu begegnen wuihte. Ergebnis: 6:3, 6:4 für Wolff, Alsdann gewannen P. Behrendt-A. Me>!cr' Grunewald verhältnismäßig leicht mit 6:3, jb:2 gegen Fischer-Mann, Leipzig, da Mann durch der» vorhergehenden Kampf etwas ermü let war und von seinem Partner nicht genügend unterstützt wurde. Es stand nun 7:1 Punkte für Orunew: Id, als unter der Spannung der .vollbesetzten Tribünen die beiden Spitzendoppel Hepner-Gddstaub Leipzig, Lcwin-Goldschmidt-Wolff < iru newald zu den letzten Spielen des Tages nitraten. Es wurde ein harter, in flüssig:m Spiel durchführter, variationsreicher Kampf den reicher Beifall auszeichnete. Das vorzüglich eingespielte Leipziger Paar, j das unter der Anleitung eines tüchtigen Trainers große Fortschritte gemacht hatte, siegte Verdient in drei Sätzen mit 9:7, 3:6, 6:4. I Im Gesamtergebnis siegte der Tennis-Klub Grunewald in der Schlußrunde mit 7:2 Punkten, 16:5 Sätzen. 118:82 Spielen und sicherte sich damit den Besitz des schön :n Pokals für ein weiteres Jahr. Nach Beendigung der Kämpfe vurde der Wolfgang Kauffmann-Pokal vom Reichs ibmann für Tennis, Dr. Gidlon, d m Führer der siegreichen Mannschaft, Georg Giimpel, überreicht, die Spieler der Mannscl aft trugen sich namentlich in das zum Pokal gehörige Ehrenbuch ein. „Sdiild" Frankfurt wirbt! L. W. Frankfurt a M., 16. August. — Jedes Wort des Lobes wäre zu wenig über das Werbesportfest des TSV. Schild Frankfu rt, das am letzten Sonntag unter der Oberleitung von Walter Friedenstein und Erich Birkenstein auf dem'Schild- Sportplatz am Buchrainweiher stattfand und etwa 1000 Zuschauer angelockt hatte. Von neuem hat der TSV. Schild seinen Rpf als vielseitigster Verein des Sportbundes gerechtfertigt; wir sahen eine lebendig gestaltete Revue nahezu* sämtlicher Sportarten, und besonders die vielen, von keinem anderen Verein im Reiche gepflegten Gebiete wurden in einer Vielfalt und Formschönheit demonstriert, die als einzigartig bezeichnet werden muß. Es war unmöglich, nicht gefesselt zu sein.... Einige hundert Aktive marschierten in buntem Dreß hinter ihrer Fahne auf und gaben ein imposantes Bild geschlossener Einheit des Woliens, als Vereinsleiter Hans Grünebaum die Veranstaltung eröffnet!: und Lahdessportleiter Südwest Dr. Heiner Meiner Mayer über die Ziele des jüdischen : Sports sprach und dann zur traditionellen Gefallenenehrung überging. Schlag auf Schlag folgte dann mit minutöser Pünktlichkeit,, wie es das Programm vorgesehen hatte, eine sportliche Vorführung auf die andere; man kam aus dem Staunen nicht heraus, eine Ueberraschung löste die andere ab. Bei den Freiübungen und dlm Bar-l renturnen der Damen und Herren,, dem Bodenturnen der Jugendlichen wurde offenbar, welche zielbewußte Erziehungsarbeit hier geleistet wird. Allen wurde so recht bewußt, daß es nichts Schöneres gibt, als das rhythmische Spiel eines geformten Körpers, aber auch nichts Gewaltigeres als diesen erstaunlichen Gehorsam des Leibes auf den leisesten Befehl des hier die Herrschaft führenden Geistes, der die 1 höchsten Schwierigkeiten in gefälligem Schwünge meistert. Dann kam gleich etwas Neues: eias erste jüdische Radrennen auf der Aschen- Balin. Das rasende Tempo versetzte das Publikum gleich in die richtige Stimmung: die Fahrfcr wurden lebhaft angefeuert, man schrie und fiebertet und nahm es fast als selbstverständlich hin, daß der „alte“ Routinier Rennfahrer Josef Herrmann als Erster durchs Ziel raste. Zum Schluß gab es dann noch einmal ein fast noch spannenderes Radrennen, ein Vorgabefahren mit bis zu 85 m Vorgaben, das Albert Schlesinger in glänzendem Stile gewann. Die ästhetische Schönheit des Radsports kam doch noch in einem stilgerecht von Damen, Herren und Jugendlichen vorgeführten 24er-Reigen zum Ausdruck. Die Leichtathletik 'durfte natürlich nicht fehlen. Beteiligt an den Kämpfen waren außer Schild Frankfurt noch der RjF. Darm- RiF. Wiesbaden, RjF. Mainz und der Offenbach. Der erfolgreichste Leichtwar der Wiesbadener Haas. Boxer führten unter Leitung van Reichsmeister Langmann Schaukämpfe vor, Judo würde in lebhaft applaudierten Hebungen unter Leitung von Walter Gutheim als Leibesübung und als Angriffsabwehrmittel demoKtritrt. Reichsobmeister Gerd Blumenfeld war i mit sämtlichen Reichsmeistern des Sportbundles erschienen und ließ Stark, Winterschweig, Lisi Koch, Lemer u. a. ihre Fechtklinst in Florett, Degen und Sabel zeigen, viel Beachtung fanden dann die Scnwerathlet en mit einigen wirklichen Glanzleistungen. Der Allroundsportler Max Seligmann vor allem löste großen Beifall aus, als er unter atemloser Stille des Publikums 140 und Pfd., im zweiarmigen Drücken im Stoßen gar 240 Pfd. bewältigte. 180 Pfd. Besondere Anerkennung fanden djie S a n it ä t e r, die in geschickt gestellten Szenen Ausschnitte aus ihrer schweren und verantwortungsvollen Arbeit zeigten, verletzten wurde die Erste Hilfe geleistet, Verbände wurden angelegt, und man sah schließlich auch, wie auch in den schwierigsten Fällen, bei denen Verletzte auf Bahren üben schwere Hindernisse hinweg transportiert wenden müssen, geholfen wird. Harry Weiß und. Dr. Bendix, die Leiter der Vorführung, hatten ganze Arbeit gezeigt. 7 So könnte man über die verwirrende Fülle des Gebotenen noch, lange 'berichtet . Besonders würdigen muß man selbstve ständlich das erste öffentliche , Auftreten der „Schild“- Reiter. Mit 4 Pferden wurde che Schul- Quadrille im Schritt, Trab und Gaiopp gezeigt, die einzelnen Figuren getan {en den 4 Reitern in schönster Vollendung. Man gewann den Eindruck, daß dieser S|>ort mit der früheren exklusiven Herrenrciteiei wirklich nichts meht gemein hat. .Die Zuschauer kargten nicht mit Beifall. — Die Anwärterinnen auf die Hanldball- Reichsmeisterschaft, die Damen des TSV. Schild, gewannen in einem Kurzspiel gegen eine kombinierte Mainz-Wiesbadener Einheit mit 3:0 (2:0). Im Fußball traf der Mainmeister, Schild Frankfurt, auf den Hessenmeister, RjF. Gießen. Frankfurt gewann mit 3:0 (0:0); von dem Spiel selbst laßt uns lieber nicht sprechen, es ist eben noch Sommer. ... Vor dem Kampf nahm der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft“ Kami Kahn die Meisterehrung vor. In der Pause erzielten die Faustballer des Schild noch «schnell einen 13:23-Sieg über den RjF. Sprendlingen. ’ '• IL w. Ergebnisse: Leichtathletik: BUdert Dtobas narmslaitt 4*.7 k>l . NX .vnh^lcn 100 oi Herren; I. MaaV (RjF. Wiesbaden) 11.0 Sek.; 2. Schellenbrrg (Rjl. Darnniadt) 12,2 $ck . 3. K Koftenthat (Schild Frankfurt) 12.1 Sek. i 4 00 m: I. Haa, (W'ieibaden) Sek.; 2. WV^enrck (Darnutadt) Sek.; 3 Schelletibenf <l>arm*tai|n. V.ft 5(1 m Schüler: I. Stern (Off%nhach) k».- Sek; 2. jöteph (Uarmatadt) 7 Sek.; 3. Lowenstcm I (SthikJ Frankfurt) 7,t Sek. , 7S m m a n n I. Jugend: 1. Bendorf (Dafmttadt) 0.4 Sek.; 2. Krantmann <Offenbach) 0.7 Sek.; ). Reif) (Schild Frankfurt) 10.1 Sek. 4 mal 1 0 0 m Herren 1 RjF Vk; 2. xdlld I rankfurt 4ö,‘l Sek . J. btt >ck. I oii m Damen: 1. E. UVrlhrimer (Sthtld Frankfurt) 14 Sek.. 2. M f ricdifunn (Schi.d Frankfurt! 41 Sek.; »3. R fnthal fRjf. Mim/) *ti.1 Sek 5ü m Schülerinnen: I. L«*rc Maverw»hn <1 rank* für!) 8.3 Sek.. 2. Hilde Mayer (Frankfurt) 8.4 Sek , 3- Lore Mayer 8.7 Sek. 7 5 in «tibi. Jugend: 1 M Ktr*chbaom (Frank, furtf II,j Sek., 2. Seh.'nfeld (Uic>bad«nf 12.1 Sek. Hiuptrtnntn: (»1 Runden, betetiiktt 5 lahrer): 1. Jo*. Hermann. L b*oVt Schupfeid, 1 Berti Vorgaberennen: (3 Runden, hetn'igt A. Srhlt»tnRf Jo*. Hfrrmann 2. Paul Sch nfeld 1 L I« Fahrer); l irunebaura. Streifzug durch den Sportbund Die XL OI y mp i s c h en\ 5p i el e beendet. Ihre 16 Tage haben für <fie Sportler der Erde, wie stets, neue wesentliche Erkenntnisse auf den verschiedensten Gebieten der Leibesübungen gebracht. — Um diese Erfahrungen auch unseren Sportkameraden zu vermitteln, haben wir einige unserer Mitarbeiter gebeten, ihre Beobachtungen in auswertenden Beiträgen, z. B. über Schwimmen, Leichtathletik und Körperschule der Völker, niederzulegen, die wir in den nächsten Wochen in der Kraft veröffentlichen werden. Außerdem werden neben den in der nächsten Zeit besonders zahlreichen Berichten über leichtathletische Großveranstaltungen und die laufende Arbeit des Sportbundes noch eine Reihe allgemeiner Beiträge erscheinen,. So werden die mit dem Aufsatz „Fußballtraining“ begonnenen „Trainingswrnke vor dem Saisonbeginn“ fortgesetzt. Ferner erscheint eine Folge „Organisatoren des jüdischen Sports“. Wir hoffen, mit diesen Plänen den Wünsind Stadt, JSpV. athlet Die deren ständige Acußerungcn nach, wie vor gebeten Wird. und Mitarbeit ohne Anstrengung im einarmigen .Reißen sehen unserer Leser entgegenzukommen, um Aus der Fülle der Dilder, die uns unser zu 'dem großen Werbesportfest des JTV. „Schild “-Frankfurt entsandter Bildberichterstatter übermittelte, haben wir nur eine kleine Auswahl treffen können, die aber in Verbindung mit dem Bericht „Schild-Frankfurt wirbt!“ ein Bild von der vorbildlichen Breitenarbeit unseres vielseitigen Vereins gibt. Dieser lebendige Arbeitsbericht eines Vereins steht an sportlichem Wert ebenbürtig den großen Kampftagen der Sommersaison gegenüber. Die beginnenden Rundenspiele, die kommenden Meisterschaften der Turner und Schwimmer werden beweisen, daß aber auch die Kampfmannschaften des „Schild“ sich ebenfalls auszuzeichnen wissen. In Berlin haben die Tennisspieler mit dem Endspiel um den Wolfgang KauffmamtT Pokal ihren inoffiziellen Mannschaftsmeicter ermittelt. Der dort gezeigte Sport war em t I