Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 30 (24.7.1936)
- Date
- 1936-07-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. focMftjriio Fr»ita| UrttUtmi und Vertag: fiurtoMaten E.V.). Sen ■ktritt: Schildktmend. Ildubmt and ROckeeodi rikr übernommen. Bet " hfc.30 / 15. Jahrgang Mit der Illustrierten Beilage t(DI|C Berlin W 15, K urffirstendamm 200 (Reichsbund jüdischer m.-Nr. J 1—8571. Postscheck: Berlin 70885. Telegramm* RedaktioasschluB: jeden Diensteg vor Erscheinen. Für läng unverlangt eingehender Manuskripte wird keine Oe* Nlchtlieferueg ohne Verschulden kein Vergütungsanspruch. KRAFT» für Sport und Jugendertüchtigung Prtis 20 PftMifl Bezugspreis: RM 0,55 im Monat zuzügl. Postbesteügeld. Anzeigenpreis: Die 12 gespaltene Millimeter-Zeile RM 0,16. Stellenangebote u. -Gesuch«, FamiUenanzeigen RM 0,10. AnzeigensclHuB: jeden Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif! Anzelgenverw.: Bepa - Verlag Benski 4 Pakuscber, Berlin W 50, Regensburger StraBe 21. Femspr.r B4 Bavaria 6607. — Postscheck: Berlin 32 520. Berlin. 24. An« 1&36 » Re irische VevS 'D um Die Auswanderung der Juden Di« Presseabteikn rp her Rrichsarr.re-!»»s her 3abea ia Dentfchtaa», iber« «ist ans Sie felgenl« Mitleilaag. der«, isMiDid)« Bedesta, g aff rata »big ist. Irr W t n d e r u n g s c u s j ch uH' der leitsoer iretu ng b r Inden in £eat|<f) 1 a - & hat eine Untersuchung der Mer wrfu«!fjrfn Materialien über die Stabil der Auswanderung von Jaden in Deutschland gmein'am mit dem Hilfsv «r - ei* her ^ubei in Deutschland und dem Pa lit i n a - A in l durchgefühi 1. Diese Untevtanfl soll .cm Zweck dienen, für inmmg der Wandervngsfragen Wenderungsvianung eine! eitttzt lihlenmähige Krunolafle ft, n »b bamiij etwaige Unklarheiten ober Dif* tmistn in biihcr erfolgten privaten Publikatarn, zu beckiiigen.! k« Ergebms dieser Untersuchung s m dem Heh|en völlig ausreichender euifchland die Er- und der itliche seftzuktelellt eine eratter Sitrriagen u iter Berücksichsigung aller für W Wanderurgsbewegung mabgebenden Fak- Ittcn vorgenvmmene Schätzung dar. Zuw«be gelegt wurden hierbei für dje Palä- HIIH«M IllWWWIII Wisch» SDlbMeirtUm im englischen Urteil 3* b:m Aussatz Sbet fteneral Manastz i« Ür. 28 des „Schild": erhalten mit fo!« »«*&« »gsanade Znschrih. tz»-sti'r ich fit im „Schild" von General A«s«ld. deck jüdischen Oberbesehlsh iber der niNU sch-blili!g,cn Streitlräste im Weit rieg, die «e pece'en. Ein Besuch in [ inem H, uptquar** k* »ird do i efeiem, auch in D ukschland viel gee-g'.iichkn! Schriststeller de' chrieden. itein andm als --r! Arthur Conan Dort«, der nennte Bci.r> des Sherlock Holmes, widmet da i» semci» Eriimerungsbuch „Memoties and ywihir«" , London 1934) ihr an« lennenb« »ne 'Ss heitit da von einem 2 esuch an der eng* ■Wn Jront <_*8. September 11117): „Ich nahm ^diesem ^Taq das Mittagefseif im Hcuptquar- - »>e,em Lug das Mittagetseii im Heiuptquar- « oon Sir John Monasy, linem a isgezeich- Jjj0 Soldale', der beroorrage.ites geleitet Hatte nwderz oU der Bormarfchl begam i. (.. an Nrelleni soldit-i) who had aone reallj splen- ™*ork. especlallv since the idvance began). 5> der Tat, es mar sein Werk, das am 5. Juli * sck! des. Rüäzugs zum Ste jen dra< )te. (It ** bis oun action on Juli 5 which kchkö the tide ot retreat). It bewi *, dah "«lange Reibe kämpfender Juden, ' «. ">>t Jospa begonnen Hat, noch *«'*<; fl elit (He showed that t) e long , °> fighting Jews which began with £*Ha still carries on). (Einer der australische» •kwwsgeiierale, Rosenthal, war au, h Jude, cks der Stab hetz Hauptquartiers war uoll von "es«m mii gebogenen Rase: und s hwarzem a«ar. Conan Doyle zieht heraus die Fol- J2*8: „Es sprach für sie inh es sprach 2 f*» die oolie Gleichheit lies aus raiischen 25***, bah man; den besten Mann an d e Spitz« "“h. «er er auch immer sein machte. (It spoks?or tlicin aftd well also Ihr the perfect 2wlrty ot the Australian systeip, whicli would J*'e ,ne best nian on the top, be he who ** ®>ghi). 1 Kam. g. sch. * 1 ^er Jofua, | i den Jltfss inaHfch* Urteil kr» dtn)Beoinn der langen : Reihe kdmpferffiäer Gfßalten Ifdlfdien Stammes ftelll. bettditet tihch den MHifdien Quellen ein neuer Beltnag der ro/p« ..Hetolfche Geftaiten jüal/chea Stammes'* Im Inneren atefer Ausgabe. stino Wanderung die statistischen Veröffentlichungen der Jewish Agency, für die Wenderung nach den übrigbn Ländern die Zahl derjenigen Auswanderer, deren Wanderung! mit Mitteln jüdischer Organisationen durchgesührt wurde. Dabei muhten die Zahlen derjenigen Auswanderer, die ohne Unterstützung der jüdischen Organisationen und daher huch ohne Registrierung ausgewandert sind, durch Schätzung ermittelt werden- Das perhältnis der freien zur unterstützten Auswanderung wies in den letzten Jahren starke Schwankungen auf. Es kann angenommen toerden. dah die freie Auswanderung mindestens ebenso groh wie die unterstützte Auswanderung gewesen ist, ja zeitweilig sogar! das doppelte der unterstützten Auswanderung erreicht hatte.! Im einzelnen ergibt sich für die Zeit vom 1. 2 1930 bis 1. 4. 1936 nach der Richtung der Auswanderung in die verschiedenen Länder folgendes Gesamtbild: Europa-Wmtderung di« 1933 nach Westeuropa Ausgewanderten sind auf zu schätzen, davon sind zurüikgewandert nach östlichen Ländern 3 (XX) weitergewandert nach Palästina 3 000 weitergewandert nach Ueberfee 8 000 14(000 34 000 so dah insgesamt in westeuropäi* scheü Ländern verblieben sind Diese 22 000 in Europa v e r * I bl (ebenen Auswanderer ver teilen sich auf: Westeuropa (Belgien, England, Frankreich Holland) 15 600 Mittel» und Südosteuropa (Schweiz, Oesterreich. Italien, Tschechoslowakei, Jugoslawien) 3 000 Nordische Länder 1 000 Schdwesteuropa (Spanien, Portugal) 2 000 sonslige europäische Länder 400 000 Äckwnkderung Juden ausländischer Staatsicchörigkeik in ihre Heimatländer, tzders nach Osteuropa (Polen, itaaien, Balkan) PjalSstina-Wandernng von ang. befoi Rands! Die Deu^. Voll« De , unter samts 1. 2 lon 22 000 euugs Starker Rückgang durch Auswanderung on 409 000 in Deutschland am I. April (1936 zu sein, die gegenüber der bei deij Bolls >ohlung vorn 16. Juni 1933 ermittelte, Ziffer 'inen 9t üd gang um rund 90 000 Seelen ergibt! Die Auswanderungszissern im einzelnen, die sui >ie weitere Wanderung», und Siedlungsar reit von liiert sind, beruhen auf eingehenden Ermi'klungen ie einleitenden Ausführungen weisen selbs darauf nn, dah gerade bei den Zahlen für die nicht ialästinensische Auswanderung die Schützi ng zu lilfe genommen werden muhte, da nur :in Teil liefet Auswanderer Unterstützung enkge fennahni md somit registriert werden konnte, wah enb e.n erheblichei: anderer fleil keine jüdischen ölfentlichen Mittet in Anspruch nahm und' insolgedeifen e.n wandsrei statistisch nicht ersaht werden tonnte. Diese freie Auswanderung war, wie ober ausgesührt wurde, mindestens ebenso groh -wie >ie unterftühte Auswanderung, zeitweilig sogar oppelt so groh! Wenn die Palästina-Wanderung mit 31 Y00 an iegeben ist, so liegt diese Ziffer etwas über den (isher festgestelltm Angaben; wie wir im ,.Schild" Ir. 28 auf Seite 4 erwähnten, belief sich die Gesamtzahl der in den drei Jahren. 1933—(35 aus Deutschland in Palästina eingewanderten! Juden ajuf 25 269. Hierzu würden noch jene 3 000 Ein Wanderer kommen, die nach. der obigen Statistik odn Deutschland nach wefteuropäifrhen Ländern isgewandert waren,, dannaber nach Palästina litergewandert sind, sowie die Palästina-Ejnwantrer der ersten drei Monate 1936., In nichtpaläftinensischen Länderis haben stach der ohigen Ausstellung insgesamt 62 000 Juden aus Deutschland durch Auswanderung bezw. Rück Wanderung Aufnahme gefunden. Davon sind nach Ui« b e r s e e insgesamt 22 000 gewandert.! Diese Ziffern zeigen deutlich, dah eine planvolle . Leitung der weiteren Ausuranderung nach (übers ee i s ch e n Gebieten die vordringlichste Aufgabe der Wanderungspolitik der Juden Deutsch- - laads ist, namentlich wenn man sich üher die künftige Aufnahmefähigkeit Palästinas, beren Ausmah gegenüber den letzten Jahren vielleicht Befchneidungen erfahren wird, lein zuverlässiges Bild machen kann. -aus i 18000 31 000 U Verctz Bra! Arg, Chili übrij« Länl e, Südifrika sonst g. lfbersee-Wauderung fnigte Staaten o. Nordamerika 9 500 Brasilien 4 500 zcchtinien 2 000 600 süd- und zentralamerikanische Länher 2 000 3 000 je überseeische Länder 400 22 <)00 I ^chlai , der Gkaubensjuden in ichland betrug nach der zählung vom 16. 6- 1933 93000. 499 682 Dl« iZechl der Sta>bensj>d«n in itttschtaA . fübtanb «m 1. 4. 1936 kann Berücksichtigung der gern Auswanderung seit dem 1933, die also teilweise vor dem Stichtag der __g erfolgt ist, und (natürlichen Bevölkerungsmherung durch Sterbeüberauf itzt worden olktzzählung der verm wichtig! über 409«» Soweit die Mitteilung der Reichsoertretung. Ihr st stes Ergebnis scheint uns die Feststellung tzie jüdische Bevälkerungsziffer Die Kgl. Untersuchungsdommisfion für Palästina. l (ITA.) London. Die 'Zusammensetzung der Kgl. Kommission, die nach Palästina zur Entgege»- nahme der Beschwerden von Juden und Arabern entsandt werden soll, ist soeben bekannt jegeben worden. Borsitzender der Ztommission wird t ec ehemalige Staatssekretär für Indien Liscoui t Peel fein, Auherdem werden ihr Feldmarscha l Sir William Birdwood, der im Kriege kommandierennber General auf Eallipoli und seinerzeit Ober-! kommandierender in Indien war (jetzt ist er Leiter (des Peter House College in Cambridge), der bekannte Diplomat Sir Harare Numbold, früherer englischer Botschafter in Berlin und Madrid, High Commissioner und Botschafter in Sonstantinopel, und der Professor für ttolonialgeschichte an der Unioersstät Orford( Reginald Coupland angehören. Es verlautet, dah die englische Regierung voraeschlagen habe, die Jewish Agency for Palestine ^lle .darauf .verzichten, Zertifikate für den im Oktober fälligen neuen Eimoandecungsschedule zu (»erlangen. 'Angeblich soll der Jewish Agency nahel«Tegt worden sein, diese Geste als Zeichen der ' rständigungsbereitfchaft gegenüber den Arabern machen. In Regierungskreisen soll man darauf mgewiesen haben, dah ein solcher Schritt e» der thraregienmg auch erleichtern würde, ein Ende der Äraberunruhen Herbeizuführen, wodurch die Entsendung der Kgl. Kommission heschleumgt werden lönnte. -In London erwartet man, dah die ftgl. -Rom* miniem Anfang September nach Palästina abgehen wird. Allgemein herrscht die Ueberzieugung. dah bis dahin die Lage in Palästina eine weitgehende Entspannung erfahren haben wird. BüDifdies fiolfiatentum „Jüdische und deutschcs Soldatentum" ist der Titel . eines Aussatzes van . Tr. Joachim Mrulowskn in den „Nationalsoiialistischen Monats beiten" vom. Juli 1936, Seite 633 -638, den der Berfasjer ielbit als „Beitrag zur Railenieelen-Forschung" beze-chnet. und dem er die vom Reichebund jüdischer srrontloldaten herausgegebene Sammlung von >trieg'sbriefen gefallener deutscher Juden zugrunde legt. Cr selbst sagt von dielen. Buch: „Zunächst itt' es ein eben'o erschütterndes Zeugnis de- Xrieges wie -jede: ändert Bericht, der uns unmittelbar von dem unmenlchlichen-sRingen erzählt und es uns nacherleben Iaht. :Cr spricht 'von 'Becwundung und- Tod, von täglichen Cilebnilien und von Religion, vom Sinn des Lebens und anderen Dingen, die einen, erit in Augenblicken nachhaltiger Ge fahr klar werde». Esspricht auch von Plänen für die Zutunrt und von der geballten ttrast, »ach Beendigung des Rrieges sich besonders hart beruflich einzuletzen. Alles Dinge, die allgemein menschlich sind, die wohl jeder Soldat in,Augenblicken eines gefahrvollen Leders durchdenkt. Und doch empfindet ein deutscher Mensch gäUz anders!" Um dies nachzuweiien, setzt er Beispielen aus de» Rriegsbriefen ge'alle-Ter. deutscher Juden Gegenbeispiele au. den „>lriegsbr.esen ' gefallener Studenten" gegenüber. Als erstes Beispiel von jüdischer Seite wird die folgende Stelle eines bekannten Briefes des geiallenen jüdischen Dichters, und Rriegsfreiwilligen 'Walker Heymann zitiert: „ . . . Wie ich dazu kam. beim Freiwillige vor" doch vorzutreie» . . . ’! Ich muh oerluchendas zu erklären. Man steht ganz unter dem Gefühl. Aber ich hatte doch innere Klarheit dabei. Man ist lagen oieje töricht, wenn man sein Leben nicht so lange als irgend möglich schont. Das ist kaum fm Frieden richtig. Es /isl praktisch, aber nicht bestimmend. Reden dem Erhaltungstrieb steht der Lebenswille, de. doch den Tod einlchlieht und innerlich über- ’ wunden hat. 'Run - ich bin nicht herange kommen, und war besten überwiegend froh. Aber fest stand und steht mir, dah wir weitigstens im ttrieg« alle gleich lind. Es ist keine Phrase, der fällt, ist ein Opfer für alle, besonders für die Ueberlebenden. Mit seinem Leben bezahlen ist sicher schwer. Aber im Tode wie durch ein voller Leben noch für andere Rutzen stiften — das tut man, auch als „Ra nonenfutter", gleichgültig, wie der Fall liegt ist ungeheuer viel. Run läge ich mir ganz klar: Wo steht es geschrieben, dah andere für mich* bezahlen und an meiner Stelle fallen müssen. Denn so ist's. Ich habe doch viel mehr vom Leben gehabt, als viele". Die Anmerkung von Dr. Joachim Mrusowsky zu dieser Briesstelle lautet: „Das Gefühl, das der Schreiber zur freiwilligen Meldung veranlahte, wird analysiert. Rein verskandesmähig kommt er zu dem Schluh. dah andere Menschen ebenso grohes Anrecht an das Leben haben, wie er, und er sich _ folglich ebenso einsetzen müsse." Wenn der Verfasser hier und bei der weiteren Durchführung seiner Untersuchung Unterschiede in der geistigen oder seelischen Haltung zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Briefschreibern festftellt, so haben wir keine Veranlassung, ihm dabei zu widersprechen. Er spricht zwar die Vermutung aus, dah bei der Herausgabe der jüdischen Rriegsbriefe die Absicht zugrunde lag, zu beweisen, dah sich diese Rafli Caro zweite bei 4m enfilfccben nelsterscbalten Nene SpaitanippcB— nette Besnefsfnngen AwiaiuiMe BcrMMe!■ «er „MWAri“ äawiah iü_ Library