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Der Schild · 1936-07-03 · 27 (3.7.1936) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
27 (3.7.1936)
Date
1936-07-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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HERAUSGEBER: REICHSBUND 3ÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. Ijifcn Freitag Mit der illustrierten Beilage „DIE md Verlagi Berlin W IS. K urfüretendamm 200 (Reichsbund' jüdischer Jäten E.V.). Samm.-Nr. J 1—8571. Poatscheck: Berlin 70885. Telegramm- (j. Schildkamerad. RedaktiontacbluB: jeden Dienstag vor Erscheinen. Für und kücksendung unverlangt eingebender Manuskripte wird keine Oe* r übernommen. Bet Nictatlieferuag ohne Verachulden kein Vergütungsanapruch. '/ ».Jahrgang KRAFT" für Sport und Jugendertüchtigung Preis 20 Pfennig Bezugspraiai RM 0,55 im Monat zuzügL Poetbestellgeld. Anzeigenpreis: Die 12 gespaltene Millimeter-Zeile KM 0,16. Stellenangebote u. -Oesucbe, Famüienanzeigen RM 0,10. AnzeigenscbluB: jeden Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif! Anseigenverw.t Bepa - Verlag Benaki & Pakuscber, Berlin W 50, Regensburger Straße 21. Feraapr.1 El 4 Bavaria 6607. — Postscheck: Berlin 32 520. Gesicht wer Sportjugend V*. /) rlm (Kugefftoßen u. HoS/prung) , — Max HenoS CBtr/inJ t't*f) (HoSfprung u. Mitttfftr.) . r Burg. Ours Burg (Kugefftoßen undDiskusJ E*<6 Prnss. Bresfau (Sedskampf) H >i ArditvtoUd - 1 X Dnb») Berlin. 3. Zoll 103« (Vorfchau auf die (eichfafhlefifchen Reichsmeifterfchaffen im Innern d. Bl.) Jum Gvorsetzeisnis des Sabres \jUsPtwrner. flsrfirt (Speerwurf u. MeBrtampf) Die am kommenden Sonntag, dem 5. Juli 1936, staNfindenden leichtathletischen Reichsmeifterschaf. ten des Spoztbundes bedeuten uns mehr als ein sportliches Ereignis schlechthin. Sie sind vielmehr das repräsentative Ereignis des Jahre», das für uns den unlöslich engen Zusammenhang zwischen der jüdischen Frontgeneration und der jüdi. schen Zugend besonder» sinnfällig in Erscheinung treten läßt. Und daß der besondere Sinn diese» sportlichen Kampftage, im jüdischen Lehen überhaupt von führenden Stellen erkannt und aiserkannt wird, zeigen die Worte der Begrünung, die wir auf dieser Seite veröffentlichen dürfen. Am Tage der Reichsmeisterschaften tritt die Lösung, die wir Frontsoldaten dem Generationen- Problem in unserer Gemeinschaft zu gehen versuchen, klar umrissen hervor; dem Generationenproblem, da», so lange e» Menschen gibt, zwischen Vätern und Söhnen, Eltern und Kindern wirtkam vor pefiliöenf Der fteidisoectcefuhg bet ruhen in Deuffttllonö: Bereitschaft und Gemeinschaft, dies dischen Bundes auch sein, der die l'cibe schüft in ihrer idealen Bedeutung. Das. das Wart „Askese" ineinl: Stärkung de lichen Könnens, des körperlichen um des im Sporwund des Reicysbundes jüdischer Fromioiduieii beides zusammen will das Ziel des jii iiduug pflegt Bereitschaft und Gemein was in feinem ursprünglichen, edlen Sinne sittlichen Willeiis ebenso wie des Körper sittliche» willen, das soll vor jedem hier bestimmend dastehen. Dem Judentum dienen, nur das kann Darum die' höchste, die alles umfassende Aufgabe hier auch sein. Menschen des Ertraqens und-Entsagens erziehen, Menschen der aufrechten Seele «n aufrechtem Körper heranbilden^. Menschen dazu führen, daß sie ihr kleines Ich hinter best großen Gedanken zurücktreten lasse», daß sie jüdische Menschen werden, befugt und ernst am jüdischen Gebote und am jüdischen Leben festhaltend, entschlos en. sich als Menschen jüdischer Bereitschaft und jüdischer Gemeinschaft zu bewahren so allein in es heule zumal Gehalt und Wert des jüdischen Sportbundes.. vor SunoesnorfitzenOe Oes Rif «nh hes fiptrrtbunhes hes Rif..- „Wir wollen eine jüdische Jugend, die auch unter den schwierigsten Umstände», in ivelche Lage und an welchen Ort sie auch das Schicksal bringen mag, ihren Mann zu stehen weiß und unsüberall und immer zur Ehre gereicht". Diese Richtlinie, die ich für die Sport-Werbeaktion des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und seines Sportbundes kürzlich in diesem Blatt ausgestellt habe, enthält bereits die Sinngebung der Reichsmeisterschaften, die der Sportbund auch in diesem Jahr veranstaltet. Sie sind die große nnd harte Prüfung des Geistes in unserer Jugend, sie sind der gervaitige Ansporn für den Willen zur Leistung. Wir jüdischen Frontsoldaten aber wollen bei diesen Reichsmeisterschaften geschlossen zur Stelle sein, um unserer jungen Generation wieder einmal vor Augen zu führen, wie wir hinter ihr stehen, und wie wir uns unlöslich mit ihr verbunden fühlen. Im Namen der jüdischen Frontkämpfer Deutschlands heiße ich die aus dem ganzen Reich zum Kampf um die Ehre des Sieges an getretenen Sportkameraden und -Kameradinnen als Pertreter und Beste der im Sportbund des RjF. vereinigten 21 Ooo jüdischen Sportler herzlich willkommen! tto f]mk. ist. Im Sportbund haben wir unserer Jugend die Möglichkeit gewiesen und geschaffen, jenen Seist, den wir selbst in schweren lagen zu dem unseren machen gelernt, auf ihre Art und in der i h r heute gemäßen Form in sich zu erneuern. „Bereitschaft und Gemeinschaft" — wir könnten auch sagen: bedingungsloser Linsatzwitle, Wille zur Leistung, und diszlplinbewuszter Kameradschaftssinn. Sind in anderen Organisationen oder waren zu anderen Zeiten jene „»«neratoersammtungen" mit ihren Wahlen und Abstimmungen und Diskussionen und Geschäftsordnungsdebatten und Entschließungen, kurz mit ihrem mehr oder minder unfruchtbaren Wortreichtum da» „Ereignis des Jahres", so fiellen wir vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und seinem Sportbund ganz bewußt den Tag der Reichsmeisterschaften al» das Ereignis heraus, das unsere Generation mit einer Jugend verbindet, die ihre Kräfte auf wortlose Höchstleistung, aus Höchstspannung ihrer Lebensenergie abftelU. Und damtt heben wir jenen Geist, jene Haltung hervor, die das Schicksal von einem um seine Zukunft ringenden Judentum fordert, — den Geist, die Haltung, in welcher wir jüdischen Frontsoldaten uns mit dieser Jugend das wissen. hawo Jüdifdie Lebensretter Bad tfm*. Am Donnerstag, de» 18. Juni, rettete der lljäbrige Sohn Fritz unsere» Front kameraden Moritz Oppenheimer, wie uns die Drtsgr Roilau-Rastätten meldet, «in 13jährige» Mädel Ilse 'Decker an» Em». da» am Ertrinien war. unter eigener Lebensgefahr' au» der Lahn. In der Schule wurde Fritz Dppenbemier de sonder» belobigt und vom Rektor Ll» ein ta p ie rer Junge Hingestellt, Bom Ertrinken gerettet: Unter dieser Ueberschrift berichtet da» Stutwurter Reue Tageblatt in seiner Nummer 238 vom Dienstag, den 23. Juni 1936 Seite 3: „Im Insel - b a d in Untertürkheim wurde heule morgen gegen >.-11 Uhr eine etwa 45jährige Badende plätzliä, ohnmächtig und ging unter. Ein Lehrer konnte . sie wieder an Land bringen; die sofort ange stellten Wiederbelebungsversuche waren erfolflreitfr Es handelt sich, wie uns aus Stuttgart genieldet wird, um den Lehrer Felir David oon der Jüdischen Schule in Stuttgart. vor vnrfltzenOe Oer Mischen VemeinOe iu Berlin: Am 5. Juli 1936 findet auf dem treu gestalteten Sportplatz der Jüdischen Gemeinde zu Berlin di« erste große Sportveranstaltung statt. Hat die Gemeinde schon mit der Schaffung der ursprünglichen Anlage sich zu der Berpflichtuirg bekannt, der jüdischen Jugend eine Stätte körperlicher Ertüchtigung zur Verfügung zu stellen, so bedeutet der jetzt erfolgte Ausbau eine erneute Bestätigung dafür, daß unsere Gemeinde sich zu ihrer Verantwortung für ein gesundes jüdisches Geschlecht bekennt. Sie hat diedamit verbundenen Opfer freudig gebracht und hofft, , ihre volle Genugtuung in de? Ueberzeugung zu finden, daß dort, in frischer Luft, in Sonne und Wind, die Kräfte geweckt werden, die eine harte Zukunft erfordert. Wenn sich am 5. Juli 1936 jüdische Jugend aus allen Tellen des Reiches zu ritterlichem Wettkampf und höchstem Einsatz ihrer Energien zusammenfindet. tuen» am 5. Juli eine nach Tausenden zählende Zuschauerschar unserer Gemeinde aus diesem Schauspiel frische Hoffnung auf eine jüdische Zukunft schöpft, so heiße ich alle Sportler und'Besucher auf dem Boden der Jüdischen 'Gemeinde, zu Berlin herzlich willkommen.

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