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Der Schild · 1936-06-26 · 26 (26.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
26 (26.6.1936)
Date
1936-06-26
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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«r. 26 e«u« 3 NM &<f0<fetU> HERAUSOSBERi reiohsbund jüdischer front: BO^I DATEN E.V. Damals 1914/18,. mmmmmtmmmmmmii j je er Das Sterne Kreu; erwarb (■ 11 «>«»» 1914 «»IX!« sich »« 1IW iR tln lUifnwRR Rlfeetz S I * * Srf OB ffrtiilli»*» »MMRtfHl NR» »Rrde ü «"»—«MR»». •L £» Zehr 1914 si» »"> NjätzctgeR in »er rz. D«, opltrrti+t, Het« »«« loM RR» Ni ZtnUimpItt* »11!» sanft »Mf I**7. ,h (i« Brief »Am 16. 9feMRik« 1915 ifi, ftittt firrftfltt lUfrti Xofnhoff, |e|t |»wffi|ür Ri Iw 3. Kontp- 3'*9?- 261 felRcr „ Lieber Kurt! I (u nmgen Tagen bat ft tu mich um »int Tchil- »n!«r»s Sturmi vom 8. 10. Nachstehend n Tu sie Gleichzeitig teile ich Euch allen Nidald ick da» „Eiserne Kreuz" erhalten Schäden wir vom 25. 9 3. 10. an den schwe» püämplen bei Loos leilgeaommen hatleij, kamen m uf einige lag« nach Len». Hier lagen wir Zither Alarmbereitschaft. Am 5. 10. BL" wir neue Mannschaften, damit »ie Lük- . He uns die lehren Erfechte gerissen hotten, - aiisgesüllt werden konnten. Am 7. .0. nach- »Bu-s >am der Belelil. daß 2. und 3. : lompaq ■ ttrmen sollte! Es galt, einen Gra >en. den Ig nNrcs Aegimeil verloren hatte jui ückznneh- 0 Al-enUs «ad es noch einmal «rtra gü er Esten, £ fit oielf Ciletzte sein sollte! Am nächsten br;r früh 4 ’.lhi ruckten wir n;il Sturmgepäck Ifüllltm Mqntel. .jeltbahn und Kochtzelsell in in childen.-von dem aus gestürmt wernen sollte. Vr.t stoirpag'-i. war lriegsstarl und zphlle un lr IN Mar.n. ilnsere Stimmung war sehr , u"d geias-i Ein jeder wußte. uns . und wollt- >^kr„ «ein Heben fürs Irntzen. llm '!l!>> nachmittags sollte l läpnie.r: um!.' Uhr setzte untere Artillerie k Rr jte!ck:es,ung des Grabens, der etwa 800 IlCrr con ui<<- entkernt war. ein Sck wert wie IIMe tietchstze beteiligten sich an der B lchteßung. >b «derre chi'cke ", .lentimeler-Gesch ätz sandte stütze nack L o o i. wo die feind ichen Ne iJtaabtn -iJ die Beich'eßung beg >nn, stell- > reit uni a-!r aus die Brustwehr. un den Er ilK »"'"er Granaten pi leben. In wehlgen Mi «er war der 6e«teu »au, vom Palverd««pf » «geben. I** beddockiete:- w e eine unserer 30,5 Zentimeter «-» VWIUUM« .1 . Ul ,E EIME Ult f CI l k pc.tumctct fuut(". die gleich eine n Nollwagen herangeheult irr in ein Hau '4 dineinging. welches sofort »»irddodcn verschwand. Er war ein. ich unigelippl In der Kompagnie er titand in Beiden eine freudige Stimmung. Ein jeder war >r dem Gelingen unsere- Borbabenr überzeugt, lwi «ach unterer Meinung konnte sich der Feind di l«!che, Betch ,'ßurig nicht mehr in sefnem Gra l" dalten.!l-n! Uhr beschoß die feir dliche Ar. Sri unietn n' raben mit Schrappneils Wir hat te ins zu leln gezeigt, und muszlen r u» in die l't-chrnd» Ha*:,-.:. Sr 4.45 lld aing de: Befehl zum ..Fertig mechen" drt den biraben. Wir schnallten um Mantel nni und nahmen unser »t s Uhr l.i :■ einer von meiner RtzRwirl! angc'auica und zeigte mir »> »an einem Schrappnell der Laus r I® Rar. jedoch jetz» war es zu spat: nicht medi belien. Ich sagte >•>« *» ml ktuf >o!ven dreinschlagen. ... Rn oon de-, ■. die fielen. — 1 Wimite unser. Artillerie. Hurj d hingen ehr. ttnrz ppe stanz ttzewehr. wor ich konnte er solle er war e: m 5 Uhr >ejraus -- lbe u. ttzr i sein zerstört ihm Leib I»»n,en mlr a»t dem GkRdej» IRl lrarzten d,e Wilden drauf los. .Hoch nie ja!, ich iolch ein schneidige» i>6> lyäter un>er Bataillonssührer. 0 mit, — Cf: «. n d liit Ha! te: ., %-utunivn9|UUiCl* RRt Augenblicke bernach ein wüte i>»t«riel e ue r ei». Nechl» und de liaineraden. Es gab aber lein »ich gingen wir vor. Kleine ltzeländf Rpe, »je. um uns zu verschnaufen. M> ^nsanterieleuer wurde immer r W"> 'SnlauitTladje war zu lang: der 3<ä gesunden, leinen Graben neu zu Am feindlichen DrahtoerhRif IjV'» wir uns hinter einer etwa 20 M» Amijurche nieder. Die» war nu Idter^»Ü?^ -si>utz in dem KugelreÄn I »fl* «r^.L ii . r. . ° a „ stiorgehen". Jedoch seht« e » I n - 's stürzten nj immer «eilen bestas feind. sender. Feind hatte verstärke». Zentimeter ijmehr unser der sich :stern, wie» bei sich ** «ns ergoß Um sich zu vergewff R° Mann der Kompagnieführer noch "st. l'ejl er durchzählen. Nnr noch 48 Mann |u seiner Verfügung! Wir waren zu schwach, *» toRm»n nicht weiter! Mäuschenstill: ohne uns 9 ««g'n das Gesicht fest an stie Erde JjRRUMt. lagen' wir da. Wer sich bewegte, war "Rtin: nicht weniger al» 8 M« schinenwaren aus un» eingerichtet. .RMilchen hatte der Feind ein Wütende» Lperrsener ^"1. Es war unmöglich, uns zu verstärken, rj ®ar kehr ruhig. Al» das Infanteriefeuer ge. ti Uhr nachlietz, zündet« ich mir sogar «in« V*|ttT € 11 C nn T>U* st* v— —jHitvcic iu; mit [üjjai tuw an- Die« ist ein alt«» MiU«l, das?lchr oft anwende, wenn ich in :gefährlicher ' ruhig! - j- «n anwende, wenn ich in k bin. Wenn ich rauch«, bletd« ich nach 7 Uhr wurde es dunkel. Da» femd. 7* «perrfeuer dauert« noch immer an. Wir furchpp Sefangen genommen zu «erden. V» «» dun- " Rar, gruben wir un» «in, um «ewigsten» ge- I «our ,ewi jut was «5 itaterland hjer Sturm gen K igeln einigermaßen geschützt zu sein. Gegen 10 Uhr ließ der Kompagniesührer durchfragen, ob jemant zum Nataillonsführer zurückgehen wolle. Eoforl kroch ich zu ihm hin und meldete mich. Ich sollte unsere Lage beim Bataillon schildern und dann die neuen Besehle unseres Mojors l berbringen. Vorsichtig ging ich zurück. Das sperr euer dauerlir noch immer an. Unterwegs lagenunsere Verwundeten und Toten herum. Viele waren schon zurückgeholt: die anderen mußten warten, i is das Artilleriefeuer apfhörte. Alle jam vierte:: um Master. In kurzer Zeit war meine Felds asche leer; -auch war meine Zeit sehr koltbar, da der Kompagnieführer auf «eitere Befehle wartele. Ich hatte Glück! Es gelang mir. gesund in unser» alten Graben zu gelangen. Hier hatten die sranzösischen Granaten ebenfalls großes Un heil mter unseren Neseroen angerichle!. Tote und Vera undete lagen im Graden. Die Sanitäter batten l e b er m e n sch l i ch e» ju tun. Ich mußte nun nach Sainl.Pierre, wo unker Bataillonsltad lag. Jedoch auch diese Zugangswege wurden durch franrhsilche Granaten befeuert. Langsam, jede kleine Feuerpaul« benutzeid. ging ick zurück. Endlich erreicht« lck d,» Bataillon. t Hat:« zu diesem 48«ge. zu dem man sonst 10 M> nutet gedraiechte.!>.- Stunden nötig gehabt. Ich sam: reite mich ein wenig, meldete mich dann beim Dia or und entledigte mich meines Auftrages. Er fragte mich nach meinem Namen und schrieb ihn in sein Notizbuch. Dann gab er mir den Befehl, daß sich die Kompagnie zurückziehen tollte. Nun mac ite ich noch einmal denselben Weg und kam gegen > .-2 Uhr wieder Jur Kompagnie juriid. Das Artilleriefeuer des Feindes batte in zwi chen sehr nachgelassen. Nur ad und zu gab es muh Salven. Um 2 Uhr nachts kamen wir alle wo! ckbehallen in unlerm Grade» an. liniere ri> e t «inbeten nahmen w i r mit uns. Jl»t 4 Ubr morgens sammelten wir uns a» der Kiiche von Eitn Ieanne d!Arc. eine» Dorfe, welches ganz dicht hinter der Front lse.it 60 Wt nn waren es ungefähr, die sich hier zusammen er sich doch sagen mußte, daß man nach Vermundeten suchte. iNach längerem Suchen waren »nlere Bemühungen von Erfolg gekrönt. , Kurz vor dem feanzösischen Drahtverhau fanden wir »och 2 verwundete Kameraden. Diese schafften wir nun vjorsichlig zurück. An unierm alten Graden wurden sie von Sanitätern in Empfang ge nommen. Hierauf ging ich nochmals vor. fand aber nichts. Wir gingen wieder vach Cil>> Jean».- ° d'Are zurück, wo ich mich sofort bei meinem Kompag niefuhrer zuruckmeldete. Er beglückwünschte mich z» meinem Erfolge ut.d versprach mir, mich zum „E i - fernen Kreuzt vorzuschlagen. Wie Du siehst. I «bet Kurt, hat er Wort gedallen. Am 14. 11. überreichte er. mir das Kreuz mit de» Worten: „Ich f eue mich. Ihnen bau „Eiserne Kreuz" überreichet zu lönnen. deni Sit haben, es sich redlich verdiii». Trage» ^lie e noch recht lange." Will Hoffen, diß Du diele Zeile.! beim beste» Wodle erhällll. Sei herzljchlt gezrüßt und geküßt von Deinem Brüher Alfred-. Kurz darauf f»Ilie er nicht mehr uirter den Lebenden »el'en fvergl. Gefallenen-GedeRtbuch Seite 158f. Seine Eltern erhielieu die'«» Schreiben leine« Feld»eb«l«: " „St Pierre, st. 11 15. Sehr geehrter Herr N o s< n d o r j! Leider muß ich Ihnen die sehr, »ehr traurige Mitteilung machem. daß Ihr Sohn, der llntaotii zier Alfred Nolendors heute früh 4 Uhr auf dem Felde der Ehre aesalleii ist. Ein Minen-Volltresser seht« feinem jungen hosinunq»rrichrn Leien ein jähe» Ende. Durch seläe Unerichrockenhell, welche auch erst kürzlich HiTech die Verlrihnng de» Ei-eenen Kreuze« 2. Klaiie anerlaynt wurde, erwarb e: iich bei der Kompagnie Achtung, und Liebe und wird iein An denken von uns itet-:- in Ehren gehalten werden fach den; es war der Nell unserer schönen Kompainie! W r hatten 120 Mann Verluste, fast die Hälfte war tot. W r blieben »»n vorläufig in Eili) Jean»« d'Arc un i erhielten hier Quartier. Am 10. 10. wurde nu > gemeldet, daß noch Verwunde!« oon uns vor» liesten sollten. Sofort erbot, ich mich. noch esttmal oprzugehen un: > diese zurückzuholen, fall» mich noch einige Le: >e begleiten wollten. E^ meldele-i sich noch schl eßlich von meiner Kompaänie 3 und von der 2. Kompagnie, die link» von uns gestürmt und api tz schwere Verluste gehabt ItaNe. 8 Mann. Mit die er ziemlich starken Patroirille ging ich dann an: 11. 10. gegen 4 Uhr mvrgen» ausgelchwärml noch einmal vor. Zunächst fänden wir nur Tote, der Feind andauernd Louchtkugeln warf kchd Da kamen wir nur sehr langsans An der Kirche von St. Pierre werdet letzten Nutze bellen, wo schon viele un' den' ruhen. Zu dem schweren Vertu vorwärts. he lichstes Beileid >ß uns sogar mit S <h r a.p p n e I ls . trotzdem ausdrückcnd. grüßt e L. . ., Feldweb wir ihn zur fere: Kamera :I mein nerz gebenil - el. 2 2-" l^C4a£^e Sö&fahti. Luftschiffe in der Skagerrak-Schlicht. Anlaßsich des 20jährigen Gedenktages der See lchlacht von Skagerrak ist allenthalben der Helden late» der allen deutschen Flotte gedacht worden. In den wenigsten Würdigungen dieler größte» Seeschlacht der Geschichte ist jedoch die Mitwirkung der' MarineLüstftreitkrnfte ' erwähn' worden. Zwar konnte ihr Einlaß »ich! in so große,» Umfange eriolgea. wie er für den Fall eines ^susninmentretteiis mit der englischen Flotte gedacht war. ha unsichtiges Wetter eine Luttajisllärung nur iil sehr begrenztem Umfange zuließ, aber trotzdeüi habe» die Meldungen zweier Lufttchitsr den >'mng des Gefechts maßgebend beeinflußt. Im Ganze» waren z e h n u f t i d) i 11 e dem Etzel der Hoch'eetlotie unterstellt, die e ne i Gurte! um die Schilfseiatzeiten bilden sollten, »m la die Flotte vor lleberralchungen z» schützen. Nachdem das Wetter dielen Plan zunich'e gemacht hatte, mußte man sich damit begnügen, truft'diiffe in Einzefaklionen einzuleyen. Wie Admiral Sch:cr selbst lagt. , wollte er dadnrcks' die Nachteile' autwiegen. die her deutlchen Flotte an? der zu geringen i>,elchwiiidigleil ihre: Aujllärun-'.-.ichitfe ecwuchlen Die Lusilchitf« haben dann auch im Nahmen des Plöglichen itzr<. Aufgabe voll erfüllt. „L 24" tonnte die Feltstelluirg machen, daß die Hauptmacht der liindlichen Flotte iich nach dem ersten Kampftage ln der Nach: zum l I-.ini in der Iammei bucht oersainmeü Imtle. wahrend „L fl" das Er, lcheinen eines neuen, an der Schlacht bisher noch nicht beteiligt gewelenen engli-'-hen Verbandes mell dete. Admiral Scheer ent-chlviz ljch darauf, detz neuen Gegner zum Kamps zu stellen. Dieter halt« iich inzrpischenallerdings zurückgezogen, nachdem er von dem Luftlchiff entdeckt worden war und!» nicht mehr mit einem uberia-chenden Erscheinen rechnen konnte. ' Die -Vuft'djiffe haben daher ihre Ausgabe unter den schwierigsten Berhaltniile i lv'cn mül cn. Wäret, iie schon durch die schlechte Sicht behind'eri. so wurden >ie non der «ngiiich-'n Flotte unter lchwerltes Feuer genommen. „L ll" wurde zeitweise von ckl großen und einer Zahl von tlcinen Schissen b'elchoilen. las Lutlichiff wurde zwar nicht ge Hoffen, der Luftdruck der >s>eichoiie veruriachte zr doch io -starke Schwankungen, daß es größere Hohen auiluchen mußte. „L '4" hatte edentallr starke-' Feuer auszuluilten. e mil Bombenabwur'eu eiwiderle. Auch bei spaleren!Inier».-tz< Hingen der denliche-l - Flotte hat es iich gezeigt, daß det Feind stetauswich, wenn er melkte, daß c. von dentlchen Luft'chitfen etkannl worden war. Nebe-ibe. 'e, nuerwähnt, daß Lulllchilie mgar aktiv -iit_ den Ktcuzctkricg cingrifte». - H. I. Aus der Frontsoldaten - bewegung des Auslandes <ITA.) London, 1" Juni. Die der stleuen ,iionijtilcheil Drganiialion angeichlv'sene Bcrcini gnng ehemaliger jndi'cher Fronlkampser „Bril Hechajal" ist an da engli-cke Kriegsininillerinm mir dem Ancrbiele.i herangcireic i. ihre Mitglieder in England und anderen Landern d,. . englischen Armee zum Dienst in Palastrua zur! -Vertilgung zu stellen und die jüdische Legion, die im Üvelt Iricg an det Eroberung Palästinas teilnahm, ne» zu..^organi>ieren. tidatisdie Erinnerungen quer durch ein Jahrhundert (V) Ctinnetungen ian 70/71 Der «kn,sender ist Veteron oon 1870 71, EtzrensolbempfäR^e, nnd lebt tu Bre ln. »c »r «in 26. IRRi feinet« 86. OtcfcRrutaft »e. gebt.! D. SchrlstQ , Mein Feldchebel. Ich stand gerade als jHandwerlsgesetle >n^ S eltin und freute mich der guten Stelle, die ich geiunden hatte, obschon mich ifonst der ungewohnte große Verkehr in den - Straßen abstieß, denn ich wur das ruhige Leben der Kleinstadt Westpr.-ußens' gevöhnt. 1 Eines Tages, als ich von einem Gefchoftszzang zuin Meister kam, bei dem ich. wie es damals üljlich war, wohnte, sagte er mißmutig: „Jetzt virliere ich noch den zweitbesten Mann!" Ich hatte ein böses Eewissfn, da ich vor einigen Tagen aus der „Lastadie" seinen Streit vom Zaune gebrochen hatte und nichts anderes glaubte, ' als hätte ich nun die Folgen meiner Rauflust »Rszudaden. Es kam oder anders. Ich hatte den Gestellungsbefehl erhalten. Da meine Brüder sämtlich den bunten Nock g< tragen hatten, wäre ich mir, der ich mir einbildete, der strammste der Familie za sein, mindi rwertig vorgekommen, wenn ich später im Kreis.- meiner Freunde nicht auch Geschichten aus meiner Kasernenzeit hätte zum Besten geben können. Ich freut« mich daher, al» mir der Meister di is Schriftstück einhändigte, und.«» verdroß ihn sehr, daß ich durchaus nicht so niedergeschlagen a wi« ich es seiner Meitzung nach hätte sein en. Immerhin verlor icheinen guten Patron so sagte ich ihm, ich komme ja schließlich wieder, und dann .. < Allerhing» war ich versucht, jetwas zu verlangte. - -daß fragen oder idings war unser Feldwebel der Auffassung, wir alle, die seiner Zucht unterstanden, mühten •ri * un»( ei» fvmv» ------ --, -„ mindesten» Jahrzehnte gedrillt werden, bi» wir auch nur di« elementarsten Begriffe soldatischer Leistungen'erfaßt hätten. Diese seine Meinung hat er dann binnen weniger Monat« von Grund auf geändert, denn wir standen al»danu bereit» in Feindesland. - Er schimpft« nicht mehr, aber er war dessen ungeachtet auch nicht restlos zufrieden mit feinen „Rekruten" und da» pflegt« er mit folgendem Stoßseufzer zum Ausdruck zu bringen: „Na, für te» Krieg laugt Ihr ja wohl jo »eit g,n> gut, ober für den richtigen Kaferae-ibienst seid Ihr Kerle absolut ungeeiguet". lind dabei blieb er. Nnd trotz Sedan, Mars I a Tour, Bio» v i 11 e nagte ihm der Gram am Herzen, daß wir „eigentlich" noch gar nicht richtige 'Soldaten-wären, denn der eigenthche Schlits fehlte uns «beit noch Da» alte Mütterchen. Wir hatten n einem kleinen fraRjöliichc»' £ rt Standquartier, lund ichhatte Mußt, mich einen ganzen Tag veirschnaufen zu können Wißbegierig,! wie ich war, hatte meine französiichen Sprachleetntnisse tiefen, wenngleich es liiapp dazu ich brockenweise! nach einer Straße nach irgendeinem Ding verlangen sonnte. Ich schlenderte gemächlich durch das Dertche» und stand mit einem Male vor ein» Art Stadt inauer, an der! ein cktalles Mütlermen faß und weinte. I rj Ihr Gekichl! war verrunzelt und ihre Augen blickten so tot! daß "ich ihr ein unwahrschein, sicher Atter zubilligte. Die Alte ta^ mir leid und ich' wollte gerne wissen, welcher > Kummer sie . druckte^ odschon ich erraten zu können meinte, was ihr. Herz be drückte. Wahrscheinlich hatte sie^ eilen oder gar mehrere Enkel oder' Urenkel an der Front, »ni deren Schicksals sie bangte. Vielleicht hatte sie gar eine trauvlge Nachricht bekommen -und beweint« den Tod eines -dieser Braven. Ich ging also an das Mütterchen. heran, legte ihr begütigend die Hand auf di« Schüller und fragte sie, so aut ich eben tonnte, nach der Ursache ihre» Leide«. " . [ Darauf die Urgroßmutter: „Cest'^tu: ni.i itn ricst morte! Mei-e Mutter ist mir gestorben! Ich: ..He?" Da» Müttercken: „Ma nu'-rc es'l morte, M’sicur!" Ich: „Aber Mütterchen, verzeiht, wie alt seid Ihr denn? T '> Sie: „Moi? 92, M’sieur.“ Ich fverdutzt): „Und welche» Alter halle denn Eure Mutter, Madame?" Sie: („Ma |ttüre? 108, M’sieur!"). Darauf schüttelte ich nur den Kop> »nd wußte nicht mehr, wie ich sie trolten iollle. Atzet dazu hätten mir wohl auch (ortet die notigen Bolabel gefehlt. Camürade m^chant! il:ic ge'agt, mein Vokabellch.itzwar nicht besonders groß. Was ein marchand war. das wußte ich noch, das W>oN in c ch a n I aber batzc .ich da tnals., noch nicht gekannt. Daher aiuch das heitere Intermezzo, daich unweit Paris eUebte. Da batte allo einer meiner Kameraden wahr scheinlich ohne beiondere Legitimation sich ans der Kammer eines biederen Landweibes, bei der wir bau'ten, einen jambon geholt. ' ' Er war der Meinung,- daß weder unier Feld webet oder gar Hauptmann-davon je etwas er fahren wurde, am wcuigslen aber die gut« Bäuerin seldj!, die wohl wüßte, wie streng die .lucht im deutschen Heere war und ihre Schinken ob»« de sondere Aussicht ihrer Kammer anoertrauke. Sie mußte wohl jemanden in Verdacht habe» und da ich ihr zutrausicki entgegcntral und Harm tos aussah, mußte es eben „der Andere" gewesen sein, der bei ihr „bargeldlos" seine „Kaufe" getätigt Halle. Sie empfing mich daher mit einem lauten Nedcschwall und als ich ihr verständnislos ins ->>c sicht Iah, schrie sie erbost und piononcierl: „Camerade mccliant, M'sieur!“ Ihr Kamerad n't schlecht, Herr! Worauf ich erstaun! darüber, datz sie die Tatsache aüsregle, mein Kamerad sei »tat chand zKausmannj, ihr seelenruhig und vielleichl nicht ganz einwandfrei zur Antwort gab: („Mai". oiii, Madame, en draps! «Gewiß doch, Madame in Tuchen). Und die Madame enlgegnele. mich mißoer stehend: ,.Pas en draps. M'sioir. mais en jambons“ tnicht in Tuchen lut er Böse», - so:> der» in Schinken!). Da ich aber mein Wörterbuch iskrade nicht zur Hand hatte, verstand ich nicht, welcher Branche sie idn zuwie», und erst als sie mich gewalttam zur Kammer zerrte und die Lücke in ihrer Schinken reihe enthüllte, dämmerte' es bei mir und ich schüttelte mißbilligend den Kopf, worauf sie mir, erfreut über mein Mitgefühl, freiwillig ein Stück Speck offerierte, da» sie, auf meine Bitte, gegen Eier und Butler umtauschte. Abraham Blum. Berlin NW.

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