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Der Schild · 1936-06-26 · 26 (26.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
15 (1936)
Issue
26 (26.6.1936)
Date
1936-06-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M um HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. (JMm FraHag der illustrierten Beilage »DIE KflAFT^fOr Sport und Ju. und Verlag: Berlin W15, K lirfürstendamm 200 (Reichsbund jüdischer laten E.V.). Samm.-Nr. } 1—8571. Postscheck: Berlin 70885. Telcgramm- Schildkimerad. RedaktioosschltiB: jeden Dienstag vor Erscheinen. Für und Rücksendung unverlangt eingehender Manuskripte wird keine Qe- , gumommen. Bet Nichtlieferutg ohne Verschulden kein VergütungsanspradL nderÄichtigung Preis 20 Pfennig Bezugspreis RM 0,55 im Monat zuzügl. Poetbestellgeld. Anzeigen preis: Die 12 ge* spaltene Millimeter-Zeile RM 0,16. Stellenangebote u. -Gesuche, Famiüenanzeigen RM 0,10. Anzeigenschlufi: jeden Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif! Anzeige» verv.: Bepa - Verlag Benski 4 Pakuscher, Berlin W 50, Regensburger Straße 21. Femspr.: B4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin 32 529. Berlin, 26. Juni 1936 MaunschaftsseM! > vinnbild der fünf Ringe —! Krise unter reränderten Zeichen — „Raum für alle" — Der Blick ajufs Ganze Der Mut zur Hllufionslof gkeit — Mannschaftsgeist: Dienst am Ganzen! ■aber 1 ie Chimpifchen Spiel« herannaben, i bau iqer tauchen im Stabtbiib Betllms itori meinander oerfchlunflenen Rmg« in pH oetlcbiebenen Farben, bas Wahrzeichen i stompffcben (üebanftns auf. , ' t\ auch untere befonbere jüdische Hage : inneren Haltung ,u ben Erscheinungen Imfrrer Umwelt den bestimmen den Stempel üen muh, so tonnen und bürfen j bie » Probleme, die untere jübische Gemein» nie i jeden ein reinen in ihr bedrucken i WWwjtigcn. doch unseren offenen Blick p#dt hinaus nicht wie ein eiserner Bor- ^»erbsingen Auch uns gemahnt bas '«I der Olympischen Spiele, bas uns am grüßt. an den olympischen Ge« ites. dessen Wahrzeichen es ist. Die Bunt» >dn Farbe». die sich darin miteinander ^dm. die sunt Kreise, deren jeder in sich dnm!>st. und die sich doch ineinander rm bedeuten eine Verbundenheit des “ fiter alle Meere und Grenzen, eine admbert der ihn bewohnenden Menkch- 'Aer pl'e; Trennende hinweg. Sie sind ^Wsitnis dafür, daß es jenfeits der . b'egensätze und Konflikte doch gemeinsames gibt, in diesem das I p p r 11 i ch e Ideal höchster pbo- ’ tnnimq in ritterlichem Wettstreit Ir.«icmciniame kann es geben und iß. Mie dag darum das Bewußtsein Jieitet i2lrt. ter Stoh auf eigene Nationur im geringsten zu leiden «de herum und gerade heute ist auch ■S T eutschland das olympische Mchet mehr als die Flaggendes größten ^'Miltes der Welt, das sich aNe »oalne wiederholt: sie scheint uns in einer fast allenthalben die Spuren der «mina und der gegensätzlichen Spannun» ..^>lbai»lchen und der sozialen Krisen , oon besonderem Sinngehalst zu ias Daseins t der CIt? gewaltice Als der Ju ihnen land >! IVbensrls. Als 20. Ja hi la n b s senwande u ot bei den Juden einsetzte, bot ihnen u, Polen, Vitauen, die Ukraine, ein s Absluszdecken. Dekret oon 1492 1 die Ausweisung 1 icn aus Spanien brachte, bot sich der Veoante, in der Türkei, in Hol in der neuentdeckten Weit neuer um. k( ausgehenden 19. und beginnenden rhundert auf dem Judentum R u b ■ der stärkste Druck lag, folgte die Masrung nach den Vereinigten Staaten. i id Und aro&art Zeichen nenben Wie tel eher und ista heute...? Leute, im Zeichen eir.-s g organisierten lleberleeverkehrs. im der Luftschiffe und des weltumspan- Radios —? steigert sich in weiten Oiebieten Mit- Osteuropas die jüdische Not 1896 wurden, antnüpfenbl an L bas im alten Hellas ..der ffirie* C*ür t10*1vereinte", die Olympischen , begründet. Sicher ist die tiefere , t-T1 allein in dem Wiedererwqchen 6&!aStur Schönheit und Ethos tör- .T0'1. und Gewandtheit zu finden, ^./"/.ver'eindliche Grundhaltung laager >?dqelöst hatte: sondern auch in «oMiein das, die ungeahnte Entwick- und damit des Verkehrs I, «^^undert die Zonen der Welt jund dlasten. Völker, Nativen "abergebracht hat.^ > IjSLJ1’. m ben inzwischen verflossqnen «kn? HaJÜl-JL b,e technische Entwicklung in I« irurmifchem Tempo weiter vorwärts , Und damit berühren jroir iliab,f u.n!- unserer jüdischen tZmtiesst angebt. 1 unsere Geschichte zum Vergleich .schlagt West hn ldcMu___ Vcrban4skanii>l tedk-BakfeiMd •» «. mm _ _„.v __ an Lebensraum und Daseinsmöalichkeit bis zur Unerträglichkeit. Ader noch nie bot die Erde, unsere Erde, die „Raum für alle" hat, ein ähnliches Bild. Die mit dem Weltkrieg begönnen« und seitdem nicht überwundene Wirtschafts- und SozialkrLe. deren Symptome wir in so vielen, bald hier bald dort bedrohlich aufflantmenben Ereignissen erkennen, ist aus der einen Seite sicherlich die tiefere Ursache jener Wirkungen, die wir an der jüdischen Ge genwart so fühlbar spüren: und auf der anderen ist sie zugleich der gewaltige Riegel, . .der sich vor die Zugänge der Welt schiebt, ans die die Not an Lebensraum hindrängt. > Um nur einige ber'früher unbekannten Merk»; male zu erwähnen, brauchen wir nur an die zahllosest, den natürlichen Güteraustausch zerj störendes; Einfuhrbeschränkungen vieler Staaten zu denken, die in der ganzen Welt zu einem System ungeahnten Ausmaßes gediehen sind: dstmit zusammenhängend sieht man die Freizügigkeit des Geldes (und damit des Pnvatergerttumsl durchbrochen: was einstmals als Selbstverständlichkeit und sogar als die spezifische Eigenschaft der Zahlungsmittel galt, ist heute in den meisten Ländern außer Kraft bzw. emgeschränkt: Das freie Verfügungsrecht des Inhabers. „ . Und Jfo gehört zu den Erscheinungen des gegenwärtigen Krisenzustandes auch die absurde Tatsache, daß bie Welt sich (selbst dort, - wo keinerlei Raumnot Herrschis gegen Zuwanderung fühlbaren Ausmaßes; absperrt. Somit erweist sich der früher als der natürliche empfundene Ausweg aüs unmöglich gewordenen Daseinsbedingungest. der Weg der Massenauswanderung in aufnahmefähige Länder stur Zeit auch nicht mehr im erforderlichen Umfange als gangbar., - , Damit erkennen wir. pelche b e f o n deren, völlig andersartigen und nicht voraus berechenbaren Züge die heutige gegenüber früheren Kn' ' schichte dufweist. -- bierten Lösungen angesichts her gegenwärtigen Wirklichkeit eben ... Abstraktionen bleiben müssen. Tie Erkenntnis der Wirklichkeit aber besagt: Nur die Beseitigung her wirklichen llrsuchen, durch deren Vor^ndensem auch die lüdische Lebensnot in der Welt ausgelöst wird, vermag eine durchgreifende Wandlung ""lerer Lage heraufzuführen und brepte. sichere Wege in eine Zukunft freizumachen, vier smd Folkoren bestimmend, deren Energien weit über unser eng umgrenztes jüdisches Kraftfeld Hmausreichen. Faktoren, von den jüdisches r. abhängig? stürmischem Tempd^iter vorwärts berechenbaren Züge die. heutige gegenüber Mer Io fragen* bat H?latfrüheren Krisenlagen in ßer jüdischen Ged't Erdteile bie ßähbir näher fanlchichte aufweist, so daß alle hieraus abstra- " «erüdt? Und hnntH bierten Lösungen angesichts.der gegenwärtigen die auch unser jüdisches . Schickial unlösbar hin eingestellt ist. Und so deprimierend im Augen blick das Gesamtbild sich baritcllen mag, io ist seine nüchterne Erkenntnis d>ch wertvoller und nützlicher als die Flucht In Illusionen, wie sie aus Wünschbilden, entstehen, di« einer isolierten jüdischen Betrachtungsweise entstammen und — wenn man es so nennen darf einen Sondetfall von „Kirchturmspolitik" dar stelle». Zur I i I ujj i o n s l o I i h! e i t gehört besonderer Mut! Gerade die Tapferkeit, die den vollen Ernst einer Lage ins Auge zu fassen vermag, ohne ihm seelisd, zu er I liegen, ohne zu resignieren, sie ist die Haltung. > als deren Träger in. unserer Gruppe sich die jüdischen Frontsoldaten anfehen Es gilt, tapfer den Rea l« f i ten ins Ge sicht zu blicken. Es gilt, sich' von vorgefaßten Meinungen, von sogenannten J)eologien frei zumachen und das zu verwirkst hen. was wir im Felde „M a n jt f <h a f t s a e i ft" nannten. Manchenorts im jüdischen Leber ist man von einer solchen Einstellung immer noch reichlich weit entfernt, unb; nur mit biiterem Lächeln kann ber. Beobachter betrachten wie um ge wisse „Ansprüche" an gewissen j rünen Tuchen „gerungen" wird, aus daß zur Tragödie das Satyrspiel nicht fehle. Ttattdesscn fordern wir Durchdringung des , jüdischen Lebens, von „oben" bis „untert", mit Man, schaftsgeist ein Begriff, der feiner näheren Erläuterung bedarf —. und wir glauben, dimit Sprecher weitester Kreise beü deutschen, Jisdentums über den RjF. hinaus jju sein. * Als Mannschaft, als Gruppe, bei der Dienst am Ganzen, Pflichterfüllung in: höchsten, anspruchsvollsten Sinne als oberstes und be dingungsloses Gesetz gilt, heißt rs: die Arbeit, die Aufgaben anjupacken. die sich aus der Gegenwart ergeben, die'nicht u debattiere», lonoern nach besten Kräften zu bewältigen sind. Mannschaftsgeist gibt uns der inneren Halt, die Stärke und Tapferkeit, um diesem ungeheuren Schicksal zu stellen. Mannschaftsgeist, wie er sich uns m den ernsteste n Stunden im Felde bewährt hat, — echter .Mannschaftsgeist, wie er im sportlichen Kar ipf gilt, dessen höchstes Symbol die fünf Riilge der olym pischen Flagge sind- Fünf Kreis'. jeder in der Farbe verschieden, einer Mit ben anderen verfchlungen: die fünf Erdteile unsres Planeten! Sie haben Raum — sie müssen Raum haben auch für uns, für eine lebenswerte Zukunft. an der wir mit der Unerschütterlichkeit jüdischen Gottvertrauens nicht verzweifeln können und wollen. Uns grüßt das Zeichen der fünf verschlungenen Ringe als Bestätigung, daß die Idee, die ihm fernen tiefen Sinn gibt, auch in un» leben. ferer gärenden Zeit noch lebendig ist. hawo Geschick 'ft .. enen nicht unser allem, sondern weit mehr aeiurol monalll» Abteilung bet Britischen Legion In dem Bestreben, daß die Mitglieder der Jewish Er-Servicemen's Legion, des ermlifchen Bundes jüdischer Frontsoldaten, ebenso wie jüdische Frontkämpfer in aller Welt, die bei den hrittschen Stkeitträften fochten, in irgend einer Form mit der Britischen Legion verknüpft werden sollen, hat die Jewish Ei-Servicemen's Legion die Erlaubnis erhalten, einen „General Sir John Monash-Zweig" der Bri- Nur wenn wir so den Blick aufs Gan^e richten. Erkennen ivir die Zusammenhänge, in .... ..r nicht _ ... angehört, offen stehen soll. lie Ü,"c7.alh Abteilung wird jede in Frvni> kampier zugänglich sei», unabhängig von Herkommen oder' Rasse,- der das.Andenken degroßen australischen jüdischen Generals ehren will - luden bei der Marine: Alex Bärnnld, Cberleulnant j»ur See d. R. Eine werieolle Ergänzung unserer Au^gad- ..Jude» bei der Marine" < -diilS ’Jir. cuom 15. Mai 193-jj cnthlrit die folflen'it, uns au unserem Ve:ertrvis zugegangeud Milicilnng In der Nummer des „Schild" mit der Abhandlung s.Juden bei der Marine"' wird u a erwähnt, daß es keine jüdischen Marineoffiziere gegeben habe. Hier,u möchte ich Ihnen berichtigend mitteilen.. daß mein vor etwa 4 Jahren verstorbener Vetter, der vreuß'. Re gierungsdaurat Aler B ä r w a I d. Berlin Dahlxm. der als Einjährig-Freiwilliger bei der Marine gedient hatte, Anfang des Krieges zum Leutnant und einige Zeit-später zum Lberseutnant zur Sre d R. befördert wurde- Bei cher Erstürmung, eines belgischen Forts durch Marinc-Londtruvpen hat er 'i-h be sonders ausgezeichnet und als erster die ’ deutsche Flagge gehißt. Bärwald lebte zuletzt in Palästina und ha! dort rerschiedene monumentale-öffentliche. Gebäude geschaffen: fein Grad befindet sich aus dem >Oelberg - H _tr Oie Zahl bet Opfer in ÖBlälifna In Palästina dauert der Iiiegsäknliche Zustand mit erstaunlicher Zästigteii und großer Vehemenz an. Den verslartien diilischen Sireitkra'len machen die Araber sehr erheblich zu z-chaft«^ Einzelheiten sind dlfrch die Preise belamit geworden. Indessen fand-die mit Spannung erwanele große Aussprache über Palästina im englischen Parlament slaii, bei der der Kolonienminister selbst und eln«^ Reibe bekannter Parlamenlarier, darunter Lloyd' George, das Wort ergriffen. Kolonienininziler Drinsbn Gore fuhrt« hierbei Do! genhe bisher gemeldete Verluste an: Mohammedaner: -12 Tote. 10*3 Schuierverl'etzie. 275 Leichlverletzie: tthriften: 1 ^Dote. 2-1. Schiperoerletzie, 54 Lejchlverletzte: Inden: 28- Tote. 65- Schwerverletzte, 84 Leichiverletzte. * Zu den Verluste» der Christen zählen ein ge iöleier und 3 schwerverletzte englische Polizisten. 5 leichlverktzie englische Polizeioffiziere. 19 leichi verletzte engli-che' Publizisten, 5 schwerverletzie englisch« Soldaten, ein leichioerletzler Lfsizier und 4 leichtverletzte Soldaten. Zu den Verlusten, die die Mohammedaner erlitten haben, wurden auch gezahlt: 2 palästinensisch« Mohammedaner, die in Regierungsdiensten standeir, wurden gelötet: 3 palästinensische mohammedanisch« Polizisten schwer verwundet. 7 palästinensische Polizeiossiziere und 27 Rlann leicht verwundet. Einige Juden hätten an den Unruhen teilgenommen, in der Hauptsache aber sei die Zurückhaltung der jüdischen Vevötlerung bemerkenswert ßewesen. Abgeurieilt wurden 1323 mohammedanisch« und christlich« Araber, bestraft 1206. Von den Juden wurden 413 abgeurteilt und 328 schuldig befunden. 335 Araber wurden freigesprochen 281 warten noch auf die Durchführung des Kolletiivstrasen auferlegt. In 27 Dörfern wurden sollen noch abgeurteilt werden. 20 Dörfern wurden Kollettivsirafen auferlegt.Jn 27' Dörfern wurden Polizeiposten stationiert. 81 arabische Führer be- - finden sich in dem Anhallelager in Sarasend, 122 stehen an 45 Orten unter Polizeiaufsicht, außerdem wurden 4 Kommunisten in ein Anhaltelager gebracht und 80 unter Polizeiaufsicht gestellt. Rur- «in Jude wurde — abgesehen von denjenigen, die als Kommunisten verhaftet wurden — unter Polizeiaufsicht gestellt. - \ Als Wunsch der englischen Regierung bezeichnet« der Kolonialminister, in Palästina eine Lösung zu finden, die mit der grundlegenden Doppel- Verpflichtung des Mandats vereindar ist.

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