Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 16 (17.4.1936)
- Date
- 1936-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. Uetfot Jeden Fraitai Mit der illustrierten Beilage nDIE KRAFT** für Sport und Jugendertüchtigung Preis 21 Pfti Bezugspreis: RM 0,55 im Monat zuzügl. Postbestellgeld. Anzeigenpreis: Oie spaltene Millimeter-Zeile RM 0,16. Stellenangebote u. -Gesuche, Familienanzei^ RM 0,10. Anzeigenschluß: jeden Dienstag vor Erscheinen. Man verlange genauen' Anzeigentarif! Anzelgenverw.: Bepa - Verlag Benskl & Pakuscher, Berlin W 50,— Regensburger Straße 21. Femspr.: B4 Bavaria 660z. — Postscheck: Berlin 32 529. [gtfftleitiing und' Verlag: Berlin W 15, Kurfürstendamm 200 (Reichsbund jüdische! Ifioiitsolditen F. V.). Samm.-Nr. J1 —8571. Postscheck: Berlin 70885. Telegramm Lchrift: Schildkamerad. Redaktionsschluß: jeden Dienstag vor Erscheinen. Fü I ^ihme 'und Rücksendung unverlangt eingehender Manuskripte wird keine Oe Itilir übernommen. Bei Nichtlieferuag ohne Verschulden kein Vergütungsanspruch |jr |6 < 15- Iahraanq 12 ke- 1 »zeigen' Berlin. 17. April H»- DaS innere Lliveau kr Irin* mag 1 <fremillid) erscheinen, wenn man « (inwc] die ihre allen Lebens» Mager als Erschüttert empfindet, und einif!ne Glieder voll von den ma» Men Zorge:, des Tages in Anspruch nommen sinn. fnit allem Nachdruck auf : innere Nweait hinweist. Demgegenüber »inen w r abet tatsächlich, daß gerade inner piobleiiiätischen, durch die äußeren tingunge» gefährdeten Lage eine beer; wchiige Gesamtausgabe darin de» unter allen Umständen und mit ver» tlen Kräsicn das innere Niveau einer hen Gr ippe zä halten und der Gefahr er Pvisgade. seines AbfinKens mit kn mor tlifrficn und geistigen Energien , begegne, Ma; geschehen, was da wolle. der a ir,erc — der wirtschaftliche und ^irPrliche Standard durchgreifende änverusigcn erfahren: das hohe, in tan. Generäiilliica schwer errungene innere »eausol. : ist unfe1: e,qe i nere Qualität Forde! ik„g. (s muß gehalten werden. itlicher W e r t m a ß st a b. ist unveränderliche jüdi» Üm Judentum selbst sind sittliche, raflquellen, die wesenhaften »ulse itrer Erfüllung zu finden. [ Man bat f borin erinnern, wie sich am *n ©eniiMiilht jüdischer Geschichte in »tichlank, wie sich zu Beginn der Eman» «lionrepc><he die Dinge vollzogen haben. > war „ich! sh, daß zu Beginn des 8.3ahrh,i>!deris unseren Dätern das Büraechl au oein Präsentierteller überreicht »den wcre: ass geschichtliche Dorbedin- »g ging «ine geistige Emanzipation der «n »an innen voraus, ein« außerordent- Eteigirnng! des Kulturellen Niveaus eigene» Kräften, «in« geistige Evolu» '< hie Wie vof allem Moses Mendelsrepräieniativ ist. Es vollzog sich der nchdruch zum 'besten Niveau der damaaderd!:inmschen Kultur: ehe die »Nomau - - von außen her fielen, hatte das geistige Gesichtsfeld sich über AMauc rr. hinweg ausgeweitet... l **r in, Verlauf des Jahrhunderts, das J1»' der Entwicklungsgang so. J »abei die jüdische Substanz in Der- Zu geraten, ja vielfach verloren slhirn. so liegt im Wesen un- °n y«utjqbn Situation umgekehrt die Ge» vegrüiidet. daß das Blickfeld sich wie» oerengi und daß die lebendig« und PMe Beziehung zur Gesamtheit des ">zen Prozesses verkümmert.. Es kommt unsere Zukunft entscheidend daraus an. .!*!r d'w inner« Niveau auch fernerhin wahttn wissen, selbst wenn es uns die Tren Umstände erschweren, durch die wir -eße 'en Uncf ߣei/hing )foßer Jücfi/c/rer <dmp/er Kampfer aut biblischer Zeit/ Emln Pasche / General Monaah / David Schwan und andere mehr 1 °eue Dubais-Reihe des „Sdüld" Beginn! demnadist vom gesellschaftlichen und kulturellen Sein unserer engeren Umwelt getrennt sind. Es gibt, aber, geistig gesehen, keim Mauern, die so hoch wären, daß menschlicher Kulturwille sie nicht überschauen könnte: und Judentum, wie wir es auffass n, ist ein sehr hoher geistiger Standort. Gerade die ungeheuren und neuartigen Aufgaben, vor die sich unsere Gruppe gestellt sieht und die sich für den Einzelnen in den Sorgen und Fragen Xs Tages ausivirken, bedingen einen sehr weiten, umfassenden Blick über die allgemeinen. großen geschichtlich-poli ischen Zusammenhänge der Bergangenheil und Gegenwart, aus denen allein eine erschöpfende Klärung unserer eigenen jüdischen Problemgestaltung zu gewinnen ist. Die Zudenfrage läßt sich nicht gelöst vom Gesamtgeschehen betrachten und behänd» ln, sie läßt sich auch nicht in allzu simple jüdisch-pokitische Partei-Formeln pressen. Um für die, Zukunft reale Zielsetzungen zu gewinnen, darf man den Nederdlick über die Zögen und Triebkräfte der Gegenwart nicht verlieren: um diese wiederum einigermaßen zuverläjjig und verantwortlich zi beurteilen. Muß ihr Herauswachsen <rus der Per gangenheit erkannt werden. W r brauchen unvoreingenommene uyd voraussetzungslose geschichtlicheErkenntnis und Selbsterkenntnis! Beim „Neichsinstilut für Geschichte des Neuen Deutschland" ist mit Wirkung vom l. April 1936 unter anderen -Ine Forschungsabteilung .Fud e n fra ae" errichtet worden, die die Aufgabe hat, ,M Grundlage zu schaffen für eine Geschichts» schreibung der deutschen und turopäischen Zudensraae". Zum Leiter diese ' Abteilung ist der Münchener Historiker Professor Karl Alexander von Müller, zu seinem Stellvertreter Dr. Wilhelm Gr iu.' ernannt wotden. mit dessen Schriften zur Zudenfraoe wir uns in diesen Spillen regelmäßig beschäftigt haben. Es > »ersteht sich von selbst, daß man in jüdischen Kreisen dieser von außen entfalteten Arbeit und Forschung an der Geschichte unserer eigenen Gruppe Interesse entgegenbrin j«n wird. Allein, wir meinen, daß, ebenso wie von nicht-jüdischer Seite an der Fudenfrage gearbeitet werden soll, auch von jüdischer Seite und innerhalb des Zulenlums die wissenschaftliche Arbeit an der Erkenntnis der außerjüdifchen. der «uropäi schen, ja der allgemeinen Geschichts» und Oesellschaftsprobleme weniger denn je amreißen darf. Di« Frage zu stellen, wie und wodurch unser Heut« aus unserem Gestern entstanden ist. ist keinesfalls müßig und an ihrer Beantwortüng zu arberken, ist für uns unerläßlich, wenn wir unflere Zukunft auf weite Sicht zu planen vei suchen. Bon uns soll man nicht sagen: ' was Ihr den Seift der Zellen leiht, das Ist im (Ersah der Herren cigitt Seist, in hem die Zelten sich bespiegeln. Wir dürfen un» nicht angewöhnen, uns geistig nur im engsten Raum, einer reinjüdischen Thematik zu bewegen. Erkenntnis unserer Lage, ihrer Problem« > nd Lösungs- Möglichkeiten setzt eben ein hölere» Niveau vorau». Die große Auseinandersetzung der Geister, der gedankliche Austausch in den weiten Bereichen geistigen Lebens kennt keinen Stillstand. Wir müssen den Kontakt damit bewahren. Dies ist wesentlicher und fruchtbarer als das. was sich zu lleber» druß und Ueberfluß als „weltanschauliche (!) Auseinandersetzung" im stets gleichen engen Kreise jüdischer Richtungen. Körperschaften und Bünde abspielt. Die Bücher, in welchen die geistigen Strömungen der Epoche ihren Niederschlagfinden, sind einem jeden zugänglich, der den wirklichen Willen dazu hat. Ein« Scheu vor der geistigen Auseinandersetzung darf bei uns deutschen Judennicht ein» reißen. So sei auf einige Publikationen hier aufmerksam gemacht: Otto Petras: „Post Christum. Streifzüge durch die 'geistige Wirklichkeit". (Berlin 1935. Widerstands-Derlaa). „Autorität und Freiheit". Perlag Rafchner in Zürich, eine Zusammenstellung von Auszügen aus den Büchern, Reden und Briefen Alexis de Tocqueville, hernusgegeben von Prof. Albert Salomon. Dieses für die Erkenntnis der'geschichtsbestimmenden Kräfte äußerst wichtige Buch wird uns ebenso noch eingehender beschäftigen wie des Italieners Julius Evola „Erhebung wider die moderne Welt" (Deutsche Perlagsanstalt Stuttgart — Berlin. 1935). Zn diesem Zusammenhang darf man auf den am 9. April im 81. Lebensjahr verstorbenen Kieler Professor Ferdinand Tönnies. den Neubegründer der deutschen Gesellschaftswissenschaft. und auf sein letztes,, umfassendes Werk „Geist der Neuzeit" Hinweisen. Seine weittragende Klärung der Begriffe der Gesellschaft und der G emeinschaft kann auch der Erkenntnis vom, Wesen unserer jüdischen Gemeinschaft zugute kommen. Die neuzeitliche Form der Gesellschaft hat nach seiner Lehre im „selbstischen Willen", dem „Kürwillen" des Ein zelnen ihren Ursprung. „Die Handelege sellschaften. der Kontrakt, die Beziehung des Mittels zum Zweck, das Rationales der kalte Berstand sind dem Wesen des fellschaftlichen eigentümlich im von der Gemeinschaft als dem tu rwüch s i g-T rieb ha ften. das ..Wesenswillen" gründet. Die Fam mit ihrem Berbrauchskommunismus. Bund, sind Gemeinschaften, denen jeder Geied a - im l i e der als Mitglied in ganzer 'Person zugehört, deren einst vorherrschender Typ jedoch mehr mehr verdrängt wird." (vgl. B T. Nr. 177.) Diese Hindeutung mag genügen. Unsere eigenest Arbeiten, insbesondere auf dem jüdisch-soldatischen Getiet haben sich als wertvolle Beiträge bereits erwiesen. mit d,nen wir in früher brachliegendes Land jüdischer Selbsterkenntnis v,»rgestoßen sind, lkine weitere wesentliche Aufgabe erblicken wir jedenfalls darin, von einem fest im Judentum gegrünlkten Standort aus den Zusammenhang mit dem geistigen Ges unlieben' der außerjüdi che» WUt lebendi; zu erhalten upd für die großen jüdisä eii: Aufgaben der Gegen pari möglichst klar: und umfassende Erkennmisgrundlagen sc lassen zu helfen. Dabei darf man freilich i ie Augen auch vor dem bicht verschließen, »essen Anblick einem weniger behagt, sondern man muß es verarbeiten, um für die e gene Gemeinschaft daraus zu lernen. Mai muß jenes Niveau echter Geistigkeit hchten, dessen Höhe durch eine und nicht geringe vorgezeichnet 4 Siebe hierzu (Trontfollxit im geschichtlich« % D. Lchristl > Zahl stolzer jüdischer Namen ist h. iv. auch die Beitrage „Der jüdisch« »Iriegsbuch" und „Ein Gang ldurch däme" im Inneren des Blattes. Saffoon - ein aktueller Name Der Name Saßoon hat in der jüdischen und nichtjüdischen Welt »inen besonderen Klang, - und gerade in letzter Zeit ist er Häufig genannt worden: Sir Philipp S a s s » o n ist der für di« Lu s t» fahrt verantwortlich« Staatssefretär Im englischen Ministerium, Ziegsried Zassoon ist einer der prominenten englischen Schriftsteller der Kriegsgeneration, und die fürzlich verstorben« Frau Flora Sassoon war «in« der grdbten Philantropinnen überhaupt. Der Ruhm dieses Namens Ist mehr als hundert Jahr« alt. Di« Familie, ein« der aristokratischsten jüdischen Familien der Erd«, stammt ursprünglich aus Bagdad, wo auch Frau Flora Sassoon geboren wurde. 1832 wandert« David Sassoon in Bombay «in und begründet« di« grotz« Firma, die noch heut« im indischen Wirtschaftsleben ein« führend« Noll« spielt. Er u»ar überdies «in« ungewöhnlich« Persönlichkeit und hatte bedeutenden Einfluh auf die in Indien matzgebenden Preise. AI» dl« englisch« Rolonialregierung begann, sich mit der eingeborenen Bevölkerung und besonders mit deren hochmögenden Fürsten ins Einvernehmen zu setzen, bat st« David Sassoon um Vermittlung, und Zelt sein«« Lebens blisb er zum Vorteil für beide Setten der ehrlich« Makler zwischen der Negierung und den Maharadschas. Sein« Neichtümer aber Hetz er dem allgeineinen Wohl« zugute kommen, Anstalten für : «rwandte Millionen auf wohltätige luden und Nichtjuden, lieh «uherdem in Bomba > und anderswo Synagogen bauen, darunter die mi derne „tienehet Eliäh»". tsstan «n'ag welches Buch uuch immer über Indien lesen, so wird>.man' sein m Namen begegnen, und als vor Jahren Ghanti als Gefangener tödlich erkrbnkt und bereits augegehen war, da schaffte man ihn ins Bombayer -assoon-Krankenhaus, wo er operiert und gesund ge »siegt wurdet Rach dem '■ :ode David Safsoons hielt kfsen ältester Sohn Sir Albert das Ansehen . des Hauses der „ ndischen Rothschilds" aufrecht, war es, der d e erste Schiffswerft in Indi^ legte und als krster in grohem Mahftab« und Baumwol fabrikation betrieb. In der tätlgkeit stand er feinem Bater nicht nach. Hauptgebiet d:rin war das Unterrichtswesen, begründete uttl > unterhielt- Schulen, darunter auch jüdisch«. Er wer Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung für die Präsidentschaft Bombay. Wüh!_ rend dl« dank»are Bombayer Bevölkerung seinem Vater ein V armordenkmal gesetzt hatte, dantte ihm England selbst. Er wurde zum Ehrenbürger der Londoner Frau Flora Sie stammt« Eity ernannt, «nd di» Königin Victoria «Neil t« ihm di« Ritterwürd«. Sassoon war sein« Schwiegertochter, aas «inem^Bagdader Familie, der«» AzadMonen di» ungemein «igi Zweig >ec in eigenartig«