Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 11 (13.3.1936)
- Date
- 1936-03-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. Encbelit Jeden Freitag Mit der illustrierten Beilage ««DIE «M Vortag: Borfia WH, Karfnrsttndnmm 200 (Ralchshond Jüdischer front- (tldntea L V.). Fsrnspr.: J 1 Bismarck 7433,3683,8881 Postscheck: Berlin 70885. Telsgn un». ^chrift: BchMbaasotad. Badaktionoi ehlufl: Jeden Dienstag vor Erscheinen. Für Anfnthme fm* ßackasodimg unverlangt atogcboder Manuskripte wird keine Oewthr OberDommen. Bai Nichtlieferung ol ne Verschulden kein Vergütungsanspruch. fit. 11 / 15. Jahrgang " für Sport Bazagsprais: MUliinetftf-: echlnB: Joden verwalUng feile und Jugendertüchtigung Preis 20 Pfuol| RM 0,56 im Monat suxOgiicb Poetbeeteilgeld. Anxelgeuprcie: Die Ugespaltaae RM 0,18. Stellenangebote and -Oeeuche, Familienanzeigen RM 0,1(1. Anseigen Dienstag von Erscheinen. Man verlange genauen Anzeigentarif I Anzeige» Bepe-Verlag Ranski A Pakuscber, Berlin W SO, Regensburger 8trafia 2L Fernspr.: B 4 Bavaria 6697. — Postscheck: Berlin 32529. Berlin, 13. März 193« > L J 9 Io i V fo. u _3 mcnn ncrabe in diesen Tagen das schicksälsrfiche Verhältnis der de den Nachbarländer! Deutschland und Frankreich erneut in best Brennpunkt des Weltgeschehens tritt, so muß die geschichtliche Betrachtung, um bij-3 zum Ausgangspunkt dieses Problem; zu gelangen, um bald 11 Jahrhunderte zurückwandern: bis zu jenem Vertrag« des Jahres 843. der die Aufteilung der gewaltigen Staatsgründung Karls des Kroßm in ein west- und ein os fränkisches Dich zum Inhalt hatte: ein velthistorischer Akt. auf den der Urspru tg Frankreichs und Deutschlands zurücigeht. und der in die Geschichtsbücher als der Vertrag von B e r d u n eingegangen ist. N ach Wechsel«? voller, über ein Jahrtausend wäh'ender Entwicklung ringen 1914,18 beide Läi >der erneut vier harte Jahre miteinander auf Leben und Tod. und wieder wird durcl den Weltkrieg der Name Verdun in ih: Schicksal unlösbar eingeflochten. Schon ist er zu einem fast symbolischen Begriff geworden — wiedi« Thermopylen. die kalolau tischen Felder. die Völkerschlacht von Leipz g; und doch sind erst zwei Jahrzehnte seit dem Beginn der Verdun Schlacht verronnen. Noch sind die tausendfachen tiefen Wunder, die zwei Heere einander hier schlugen, n cht geheilt, noch Kaum vernarbt, während >as Thema Verdun heute das militärische, bas kriegsgeschichtliche Schrifttum — insbesondere in Deutschland und Frankreich —^ beherrscht und die Spalten der Zeitungen füllt t-1# "/LT1®' Denn ein Bund von Männ mals, 1914 '18. auch dabei war der Reichsbund jüdischer F auch seinerseits einen Beitrag unheinilich.gewaltigen, nur mit der Ehrfurcht zu nennenden T., .stall dieser Sonderausgabe sein organs beizusteuern unternimmt, ar nicht, um die von berufe heule viel erörterten Krieaspoli tegischen und taktischen Probte tationen von Verdun gleichfall sen: vielmehr geschieht es, um ti «n und! kommenden jüdischen nen da» verpflichtende Ben ■K^eti. daß auch jüdisches Lebe Leuten und Sterben mit dem ' schaurigen bluthaft verbunden " dem Begriff „Me Hölle w iusammendrangt. Da» Wort -Frontkameradschast der Sch die keine Unterschiede von Parteien. Konfessionell un honnir", dieses Wort des Ministers, gesprochen auf der j ■n, die dan. — wenn ntsoldaten zu diesem!m Schauer ma in Ge- ‘9 Bundesso geschieht en Federn schen. stra- >e der Qpeaufzugreiden leben- Generatioltztsein zu Kämpfen, großen und ist. da» ssch Verdun" von! de,, itzengräben, fassen > und Ländern ichskriegs- Heldengedenkfeier des letzten Sonntc gs. es war eine Wirklichkeit, die auch für die feldgrauen Söhne des Judentums gc lt. Jüdische Männer, jüdisch« Frontsoldaten der alten deutschen Arme, berichten auf den folgenden Seiten von ihrem Fronlerlednis, von ihrem Erleb n vor Perdun — und vom Erleben und Verlöschen nichtjüdischer und jüdischer Knmeraden. Wie eine grausige Vision steigt a is den schlichten Tatsachenberichten das Totenantlitz der blutigsten Schlacht des Großen Krieges hetzauf. Vor dem schaurig-di steren Hintergrund aber leuchtet in strahlender Reinheit die ollesüberwindende Pflichttreu f. der den Tod verachtende Heldenmu der durch nichts niederzutrpmmelnde Wi derstandsge.ist, das aub tiefstem Hei zen aufbrechende Gottoertrauen, d auch zu letztem Opfer bereste K a m e rad schaft. | .* €9 waren die Stunden und Wochen im In ferno des Grauens, die Tage und Nächte des'Preisgegebenseins an die Vernichtung, da sich höchste unvergängliche Mannestugend in schwerster Prüfung entfaltete und bewährte. Däß darin jüdische Männer den besten Soldaten der Welt in nicht» nachstanden, daß sie, Seite an Seite mit ihnen vor Berdun vorwärtsftürmten und durchhielten mid litten und fielen: das soll in den Annalest jüdischer Geschichte für alle Zeit festgehalten sein. Ihr Gedächtnis soll lebendig bleiben, wenn der Kränze Lorbeer längst ver velkt; in den Herzen Israels soll ihr Ruhm tiefer eingegraben sein als in Tafeln vo t Marmor und Bronze. Denn mit dem. was sie taten und trugen, legten sie Ehre ein für ihr. für unser Iudent im. Ehre: —nach jüdischer Lebensaufafjsung kann einem Ehre von einem Dritten weder verliehen noch aberkannt noch ivied »gegeben werden. Seine Ehre trägt man i i sich. und wer Ehre im Leibe hat. führt dis Wort nicht häufig im Munde, sondern handelt danach. Und wenn dies für den Linz Inen gilt, so mit es-nicht minder für die Eemeinfchaft. Den Eigenwert unserer jüd schen Gemeinschaft bestimmt allein bau Ehr-Bewußlsein, das unser Tun kemzeichnet. Unsere Geschichte liefert uns die unverrückbaren Maß. stöbe für eine jüdi che Haltung, die jüdischer Ehre gerecht wird, Nicht well wir zeitsremd den Blick in Vergangenem vergraben, errichten wir in dies en Spalten ein Ehrenmal jüdischen Heldentums, sondern um der Gegenwart und ZUK mft ein sittliches Nichtm a ß zu weisen, tzm jüdischen Geschlechterüfen: Wo immer Ihr lt. wo immer Ihr ingt, — legt Ehre Judentum, wie es res Stammes. Eures folgen damit zuzu steht oder fa kämpft und ein für Euerj Euch Mätmer Glauben» in schwerster Not und unvorstellbar harter Probe in leuchtendem Vorbild vorgelebt und vorgelitten. Vergeht es nie! Bleibt stets ihres'Beispiels j eingedenk! Steht Euer« Mann/wii^big!Eures Zu deniums — wie sie, — die^jüdischen Solda ten von Verdun! * Darum also soll von ihnen her berichtet werden In Ausschnilten wenigstens Momentaufnahmen sozusagen. De in ein Gesamtbild jüdischen Anteils, auch nur an nähernd, zu geben,---wer Kon ite das un ternehmen! Ein Geschehe,;, wie es sich vor 20 Jahren um Fort Douaunont. Daur, Thiaumont. den ..Toten Mann", die Höhe 304, die Hohe Batterie von D« mloup, den Eaillette-Wald zuscjmmenbaUle, entzieht sich solch nachträglichem Bersucj. Wer will heute prüsen, welchen Ursprungs,-all das Blut war, das in Hekatomben der zikr Kraterlandschaft aufgewühlte Boden der Eule Lorraine so gierig trank? Wer ftagte damals danach, weint die 2 kaschmengewehre die herannahende Stuimwelle wie Aehren niedermähten, wenn d,e Granaten Menschenleiber zu nichts zer etzten. das Giftgas die Schluchten und Gräben in tödliche Wolkenschwaden hüllte. .! Kompagnien. Regimenter zerschmol ten im Tiegel dieser Schlacht von vielen Monaten, immer neue Truppen wurden in den Kampf hineingeworfen, abgekämpfte Formationen zu neuen Verbänden zusammestgeschlossen. Wieviel undekannle jüdische Soldaten mögen darunter, »wieviele vpn unseren 12 000 mögen an diesem männejrmordenden Abschnitt geblieben sein? Manch Name von jenen vielen, vielen Unbekannten taucht in ruhmvoller Erwähnung in den amtlichen Darstellungen oder in den Regimentsgeschichten auf. War jener Gefreite Blumenschein. den Band 13 der „Sä lachten des Weltkrieges" auf Seite 129. war jener Oberjäger Oppenheim, den stas gleiche Werk auf Seite 149 hervorhebi. Jude, wie es der Name vermuten läßt? Ober der Gefreite Sommerfeld, der {©eite 180) unter der kleinen Schar genannt w rd, die als erste in den Douaumont eindiang? (Unser Gefallenen-Gedenkbuch rennt allein > zwölf jüdische Gefallene des gleichen Namens). Auf manchen Hinweisstoßen wir in den nachstehenden Berichten; bei einem einzigen Bataillon des RF.N.87 waren, wie Kam. I. Lehmann nach Hause schrieb, in zw«i August-Taqer 1916 fünf jüdische Tote; bei den Kleist- Grenadieren verzeichnet die Reaimentsgestl ichle hinter^- den Namen dreier jüdischer G, fallener das Wörtchen Douaumont. Dom I i|. Regt. 24,