Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 9 (28.2.1936)
- Date
- 1936-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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gibt (i nicht. denn erst menschlicher Anteilnahme enispringt die helfende Ta».! i Auch der erwerbslose Kamerad kamti ioin« GesinnuNa noch in di« Tat ufnsetzen. denn es liegt jn seiner «rast, sich dtr Orl> qanisation »u Kleineren Diensten, wie Schrewardelten. Botengänge. Ordnerdienste bt> Veranstaltungen und mele« mehr zur Verfügung zu stellen oder anderen Kameraden i* pral» tjscher Solidarität Hilfe bei Umzüge»,, oder was «s da sonst noch gibt. zu leisten^ — Es war der Sinn dieser Zeilen an Dich, lieber Kamerckd, darzutun. dah unser« Kameradschaft mehr ist als nur ein aus gemeinsamen Kriegserinnerungen gewobents schwaches Band, das wir je nach Laune lösen oder enger knüpfen können. Niemals wird die Höhe des Beitrags ein Hindernis für die werden, welche zu uni flohen oder bei uns bleiben wollen, denn wir kennen keine Kameradschaft „auf Kündigung". Wir verlangen aster von jedem unter uns diese echt« Kameradichaft in Gesinnung und in Tat: wer diese Forderung nicht anzuerkennen bereit iit, von dem vermöchten wir uns zu trennen, penn nicht die Zahl. — der Geist, der in ihm herrscht. macht den Werl unseres Bundes aus. Kameradschaft ist Verpflichtung, und sie soll auch Dich verpflichten, Kamerad.?ein Bestes für unsere Sache zu! leisten. Wenn wir alle, alle Zusammenleben und unser Teil an dem Aufbau einer neuen jüdischen Gemeinschaft freudig übernehmen. dann werden wir auch schwerstes Getdiid überstehen, denn gemeinsam trägt sich alles leichter, seelisch: Bedrückung und wirtschaftliche Sorge. Du aber sollst an diese Gemeinschaft glauben, damit sie werde» Der Weg »» unserer neuen Gemeinschaft führt über das Erlebnis unserer erneuerten Kameradschaft. Mcro AusJOdH^chaMS^anwart Eine Nachmittags-Veranstaltung yer Jüdischen Winterhilfe brachte unter der umsichtigen Organisation von Josef Reiner sicherlich den erwarteten finanziellen Erfolg. Diri Heinrich 3 t a h l dankte als Vors, der Berliner Ge meinde den Frauen, die vornehmlich dafür 2 orac trugen, dah Hirse Veranstaltung ein so gutes, wirtschaftliches und ideelles Ergebnis brachte, den Künstlerinnen, di« ihm Mitwir lang aus der Bühne und im Sacl in den Dienst der guten Sach« stellten. Bei drr «rosten Zahl der Vortragenden kann «ine Einzclbesprechung der unterschiedlichen ^.'«istunarn erfolgen. Alle gaben ihr Bestes, cnd einige brachten auch Gutes. Frida Wcb:r (Fteh bürgt, Rita Allah, Camilla Eisne! lSpira», Ruth Condell (Anselm), Nelly Hirsch (Hirth). Willi Prager, Mar Kuttner. Lucie Mankiewitz «Manen). Dora Gerson, Claire A mstein gefalteten das Programm durch Lieher. Arien. Duette. Tänze und Chansons abckechslungsrcich. Sie wurden ausgezeichnet begleitet von Erna Klein. Erwin Jokpe und Kturt Hirsch «Herwegd). Dr. Kurt Singer hatte einen doppelten Erfolg: Er brachte eine Conference mit geistreichen Bonmots und rih das Or ckeftcr der Künstlerhilfe durch sein: charatt« listische Stabführung mit sich. Tiescm Orchester. das. au» dreihig erwerbsl, sen Mufilern besteht, gebührt ein Sonderlob. Es ist unter der erzieherischen Leitung «on Rudolf Schwarz. der sich auch hier wieder als «in vorbildlicher! Dirigent erwies, zu ei irm Klangkörper heraflgereitt. dessen Klangwirkung und Dnnamil immer prägnanter wird. Mit Recht konnte sich das Orchester, zu dem als 'Kon< .crtmeijter der hochbegabte Aler, nder Prilutzti mblt, für den reichen Beifall bedanke». Es war ein Akt der Selbftvers ändlickteit. dah hier auch endlich einmal, durch Dr. Klees Mund. Dir. Heinrich Stahl für alle Mühen gedankt wurde, die er als „Vater der Win-l. lerhilte" aüf sich nimmt. F 2e Herta GILckmann erzielte bei it rem ersten 'Itew-Aorker; Liederabend in der glänzend be suchten Town Hall am 31. Januar auherordentlickzen Erfolg bei Publikum und Presse. Sie wurde daraufhin für Februar und März zu weiteren Kon^rten. darunter :in Radio- Konzert mit Orchester, verpflichte. Die erfolgreiche Künstlerin ist die Eatfin un Kam. Dr. Glückmann-Breslau. Herford. Die Gemeinde veranf 25. 1. 1936 ein Konzert zum ltete esten Bünde (Tenor) zur Verfügung gestellt, ner war Herr Paul Blum Mendelssohn-Trio Leipzig. eres am der jüd. Winterhilfe. Der Gesamtleitung von Frau Else Obermeyer. Herford, halfen sich der 2ynagogen-Chor sowie die Herren Hans Rosenbaum. Pünde (Violine). Heinz Philipp ohn, Herford (Klavier) und Otto iRolenoald " Fervom einer hierzu ergangenen Einladung gern gefolgt um lmrch sein meisterhaftes Spiel den Abend zu verschönern. - - Neben vollendet vorgetraaenen Chören unter der Stabführung von Frau Obermeiser (62. und 92. Psalm) wurden Soli und Trio» von Schubert vorzüglich wiedergegeben. Die zahlreichen Besucher sahen sich zu wiederholten Beifallsbezeugungen veranlaht. | Di« März»Leranstaltuiiz der Jüd schen Winterhilfe Berlin trägt den Titel »Aus Opern und Operetten". Werk« »erschie teuer Meister-Komponisten gelangen unter der Leitung des Eeneralmustwirektor» Joseph Rosenstock zur Aufführung. Neben da» Oril »etter und dem Chor de» Jüdischen Kulturbi ndes haben sich Kritzi JoN, Susanne sLöwei stein und Lutte Äanriewid-Äanön sowie Fritz Lechner. Gerhard Pechuer und Kapellmeister Sander zur Verfügung gestellt. Schon der Weltkrieg hatte ein« ungeheure Zufammenballung der Kräfte: eine umfassende Organisation der geistigen, technischen und wirtschaftlichen Hilfsquellen der >an ihm beteiligten Motionen nötig gemacht- Aber was 1914 bis 1918 noch improvisiert werden muhte, wird im Kriege der Zukunft zum System ausgehildet .werden, in dem jede Potenz der Ratton »hre Verwendung und jeder Mar n. und zwar nicht nur der waffenfähig«, sei,« Stelle findet. In weit höherem Mähe ' c ls bisher wird der Krieg der Zukunft auch 1« nichtkämxfende Bevölkerung in den Berech seiner Wirkung ziehen und sie weit stärer an seinen Leiden unh Opfern beteiligen.! a. es ist möglich, dah die Begriffe der;,Etapre" und des gefahrlosen „Hinterlandes" in diefim Kriege hicht mehr )u Recht bestehen, und dah sogar der Begriff „zivile Bevölkerunlg" fragwürdig wird. Die Elemente des fo taten Krieges \ Die Elemente, die der „totalen" Krieg der Zukunft bedingen, sind: die Gröhe der Heere, die Technisierung und Motorisierung der Truppe! und. die stetig wachsende Bedeutung der Luftwaffe. Hinzu kommt die Vorbereitung des Krieges im Frieden: die Organisation der Kr egsrültung unter Heranziehung der technisch, n und wirtschaftlichen Reserven, die Heranbildung aller Kriegsdienstfähigen und die angemessene Verwendung aller klebrigen. Das Ganze stellt eine Mobilisierung aller Kraft- und Hilfsquellen des Landes dar.! Stärke] der Armeen Von!der Stärke deri Armeen der grössten bezw. für die Politik der nächsten Zükunft am mttsten in betracht kommenden Länder geben folgende Ziffer» einen Begriff: Die ziffernmähig stärkste Armee dürfte Sowjetruhlalüd besitzen: die Friedensstärke seines Heeres beträgt I 500 0p0 Mann, die Kriegs stärke fund 9 200 000 > Mann. Gleich darauf folgt Frankreich mit einem Friedensheer von 643 000 Mann, dessen Kriegsstärke rund 4 600 010 Mann betragt, zu denen noch mindest:ns eine Million farbiger Truppen treten. Eine strategische Einhe t mit Frankreich dürfte wohl Bellgien bilden, dessen Heer eine Fttedensstärre von 17 000 Mann, «ne Kriegsstärke von rund k 00 000 Mann besitzt. Jnbezug auf die He reMärk« folgt Italien! auf Frankreich, da es ein Friedensheer von 417 000 und eine K iegsstärke von etwa 5 000000 Mann hat. ^«tzt erst folgt das von der Natur geschützt: England, das ein Friedensheer von 13)000 Aktiven. 140000 Reserven. 1J9000 Miliz. 55 060 Mann! Lufttruppen hat und in Kriege rund 2000 000 Mann stellt. Man darf aber annehmeN, dah England» Kriegqheer in Wirk lichkeit! weit gröher iit. da ed im Notfälle auf den Gebrauch farbiger find Kolonial truvvef, nicht wird verzichten wollen. Auf die Ziffern Englands folgen die, von Polen, das ei» friedensltarker Heer von rund 298 000 Man»! hat. welches die Kreqsstärke von 3200Ö00 Mann gewinnen ka m. Auf Polen folgt die Tschechoslowakei, deren Heer eine Friedensstärke von rund 2' >2 000 und eine von etwa 1400 100 Mann besitzt. Wir nennen noch den Nack bar der C SR I u g o s»a v i e n, mit einem s riedensheer von 148 000 bezw. einem Kriegsheec von 2 500 000 Manch um die Kräfteverlag-rung zwischen' den militärisch wichtigsten mitteleuropäischen Staaten zu kennzeichnen. Die Luftwaffe Rach der Stärke seiner Luftwaffe steht Frankreich unter den Staate» wieder oben anj die Kriegsstärke seiner Luftwaffe beträgt 6000 ^lun.'tuat, denen man. bei der ziemlich engen militärischen Verbind» lg Frankreichs mit Belgien, noch des letzter, n Staates 700 Flugzeuge zurechnen muh. So,»jetruhland folgt mit über 5300 Flug-euge», Er aland mit 30kX!im Kriegsfälle. Italien mit 1530, Polen mit 11480 die Tschechoslowakei mff 1300, Ingo slavien mit 850. Kampfwagen An Kampfwagen besitzen: Frankreich 4500 Sowietruhland mindestens 4000. England 600 Polen 600, Italien 320, Tschechoslowakei 200 Jugoslaoien etwa 120. Rüsfungsausgaben Entsprechend hoch sind die Ausgaben fü diese Rüstung. Hier scheinen Sowjetruhlanl , mit Frankreich um die Palme zu ringen Frankreich gibt 19 Milliarden Francs gleich 39 °» des Gesamthaushalts für sein' Rüstung aus. Ruhlands Ausgaben betrogen 8.5 Milliarden Rubel =-> 10 °o des Ge famlhausbalts, zu denen aber noch Posten au > andern Etats im Betrage von weiteren 10»> des Gesamthaushalts treten. En g lan d veibraucht 136,47 Millionen Pfund Stettin z —16,6 °'o des Gesamtbaushalts. Italien 5 Rüstetat beträgt 5,15 Milliarden Liie »= 29.8 °o des Eefamthausbalts. Recht hoch sind auch die Ausgaben für die Rüstung Polen» mit 816 Millionen Zloty---37,8 «-> de» Gesamthaushalt». Die Rüstung d r Tschechoslowakei kostet 2 Milliard,n Totale« xte&* itli =. 25 °< des Gesamthaushalts. - schechenkron die Jugoslaviens 1.3 Milliarden Dinar - 18,7»« des Gesamt! »aushalts. Belgiens 4Iüs1ungsau»gabrn zählm 1,1 Milliarden bell isckzer Francs -16,5 - des Gesamtdäushalts. (Wir entnehmen diese Ziffern der Nr. 6 der Zritschttft „Der Aktivist".) Die Vorbereitung Die Vorbereitung d^s Krieges iit eine weit ntrnsioere, systematischere als früher: sie um aht die gesainte Ratiän fall ohne Ausnahme. Die Wehrgesetze ,ieler Staaten sehen die Verwendung aller Bürger im Kriege vor. So bestimmt das fr, nrösilche Ge'etz über dir Organisation der Nati >n in Kriegszeiten: „3:, Kriegszeiten können a l e Franzosen, die nach dem Rekrutierungsges«tz nicht.ohnehin wehrpflichtig sind. )u DienstleistunAen herangezogen werden. Diese He mnziehuiA ist eine vor übergehende oder da >ernde. Die Herangezogenen werden nach ihren Kenntnissen und ihrer Eignung verwendet. Man beginnt bei den Jüngsten unter Berücksichtigung der Fa milienverhältnissc. Di' Verwendung erfolgt bei den öffentlichen Dienststellen und Verw.,1 tungszweigen oder b, i Unternehmungen, die im Interesse des Vol es arbeiten." Belgien lehnt sich in seiner militärisck-en Vor bereitung an Frankreich an. 2n Italien sagt Ka »itv! I des Geletzes über Kriegsdisziplin: „Alle Bürger haben dje moralische Verpflicht» ng, mit derselben Hin gäbe und demselben Opfcrgeist wie rin Front lämpfer zur Verteidigung der Ration deizu tragen. Diese Mitarbeit erfplgt durch Zu verfügungstellen der gesamten materiellen, geistigen und seelische!! Kräfte." Auch in Amerika w-rden vorbereitende Mäh nahmen vorgeschlagei: „I. Ein Aushebung» gesetz teilt unter Men chenmaterial nach Klassen ein. Ein Teil dient der Fahne Die ander» erkalten ihren Platz in d«n für die Landes Verteidigung einheitlih organisierten indultri eilen Ainerila. 2 J:der muh. arbeiten oder kämpfen. Durch diele Verordnung wird jeder Mühiggang verbinde! t und jeder Bürger wird da verwendet, wo ei am nützlichsten ist." Sogar in Holland wird der Ruf zu-solcher Vorbereitung vernehnlich: „Derartige vorbe reitende Mahnahmen für die wirtschaftliche Mobilisation" (lagt A. M. Vorltmann im „Militchre Spectatv!" Holland. 103. ^Jahrgang. Nr. 121 „rufm das beruhigende Gefühl hervor, dah die Wehrmacht chren Rücken durch die gesamte Bevülkerung ge stärkt weih, die als eine geschloffene- Einheit bereitsteht, sich leibst macht kann soweit dies zu schützen. Die Wehr sich dotrauf D«j:l!>P«m dah Zie. im menschlichen Ermessen liegt. RICHARD WILLNRR HAhMnafia ,NafWpOat« Pmrtamr MtrmSm MO fnifnte 11 Oltra « M «o jakrl«« üraii«» jede Unterstützung e halten wird." Wirtschaftliche Maßnahmen Besondere Aufm« ksaiykeit wird auch der wirtschaftlichen Organisation für den Krieg» fall gewidmet. „Di, verändert« Lage" sagt Adolto Caspary in »er italienischen Zeitschrift „Esettto e Nazione" „erfordert eine Umst:Ilung in den Bezieh» ngen zwischen Staat und Wirtschaft. Der Staat, genauer gesagt, die Militärverwaltung, muh bei Zeiten an die Wirtschaft denken.. Es ergibt sich auch' aus diesem Gebiete die Notwendigkeit... der Ausbildung und Uebu ig bereits im Frieden." So denkt man in talien an eine militärische Leitung der Indus rie, mit besonderer Auf merksamkeit betrach et man das Verhältnis zwischen Arbeitgeb«' und Arbeitnehmer und plant eine militärishe Gliederung des leiten den Personals, den! man Vorgesetzten Eigen schaft erteilen würd:- Hierbei faucht auch der Begriff der Wehrfähigkeit der Fabrik auf, der bei Fabrik-Neubauten z» berücksichtigen wäre ur d wohl die Verteidigung» Möglichkeit gegen i Luftangriffe meint. Neben der Festsetzung des ersten Kriegsbedatts und der Erfassung säritlicher für die Kriegs bedürfnisle we'entliher Betriebe. Maschinen und .Arbeiterschichte a kommt hier für den Kriegsfall auch di: Errichtung von Ersatz sabriken in Frage. In Belgien wird die wirtschaftliche Wehr sähigkeit durch ein, Reihe von Mahnahmen gefördert, die «bei falls erst im Kriege in Kraft treten. „Bel,!ien hat einen Dienst d:r Mobilisation der Nation eingerichtet, der die Aufgabe hat. die wirtschaftliche Wehrhaftigkeit »m allgemeinen iu fördern.. - Dieser Dienst überzieht Belgien mit einem Netzwerk vorbeugender Mahnahmen (sog. „aufgeschobene Verttäge". das sind Lieferungsver» träge, welche erst im Mobilmachungsfall in Kraft treten, usw.1, die e» in die Lage setzen, sich bei Kriegsgefchr auch wittschaftlich zur Wehr ,u setzen" agt das „Bulletin Belge des Sciences Mibtairer" vom April 1933 darüber. Die Sowjetunion verknüpft die Fünfjahrespläne mit der Vott ereitung der wirtschaftlichen Kttegsrüstung. „De: Grundgedanke der Fünfsahre»pl,ine". sagt «n Aufsatz der „Deutschen Wehr" Nr. 5. Jahrgang 39, „ist, in möglichst kurzer Zeit eine unabhängige Kriegswirtschaft zu schaffen, deren Leistungen auch den grühten Anforderungen eine» modernen Massenurd Materralkriege» entsprechen. Dies« Pläne sind von einer unerhörten Grohrügigkeit. Die er „totale Staat" ist in der Lage, ohne Behinderung durch pttvatwirtschaftlich« Interesses alles da» zu planen, was er im Jnteresse dtr Landesvetteidigung für richtih erachtet. I« „Rat für Arbeit und Verteidigung" Hot sich die UdSSR, «ine Spitzen-Organisatton geschaffrn. die es ihr ermöglicht. ein vom Staat völlig brlferrschtes und auf den Krieg ausgerichteter Wirtschaftssystem auszubauen. Sämtliche Ministerien Hohen ihre Vertretungen in diesem Rate. Sämt sich« wirtschaftlichen Unternehmungen werden nach den Gesichtspunkten, die hier ausgearbbeitet werden, eingeteilt und dirigiert." Luftkrieg . . . Alle diele umfassende» Mahnahmen diene» der Stützung der Front durch die Heimat. „Jedenfalls muh der Mann an der Front wissen", ruft C. B r i g n o n e in „Rivista d, Fanteria" aus, „dah in der Heimat alle ihre - Pflichten tun das Hinterland darf nie wieder eine bequeme und sichere Zuflucht wer den!" Es wird vor allem der Luftkrieg Jm. der dem Begriff* „Hinterland" seinen weient lichen Inhalt, nämlich de» der Sicherheit, nehmen wird. Angriff und Abwehr der «rohen Bomber werden das »äestcht des Kriege« grundstür end verändern. Bei der Abwehr von Luftangriffen muh die gesamte Bevölkerung Mitwirken, Dis-iplin üben, ihr Verhalten muh sich den militärischen Mahnahmen eng an schliehen. Inwieweit das wieder ihre mil: tärilchr Erfastung in irgendeiner Form bedingt, und inwieweit sich daniil aöch der Begriff der „Zivilbeoöllerung"!>era!uui»dert. das muh die Zukunft lehren. > Wie sehr auch die »ichtk.impteade Bevölke runq unter dem Luftkrieg milleiden mühte, ergibt sich schon daraus, dah die Luftangriffe des Gegners fjch'gegen die wirtschaftlichen und technisch militärischen KrailäneNen des Landes, die Herstellungsstätten der engeren und wei tere» Kriegsindustrie, richten werden. Diese liegen mitten im Lande, eine Deckung gegen einen überraschenden Angriff ist kaum möq sich, sie sind unbeweglich, während der An greiser der Luft über die gröhte Beweglich keit und Schnelligkeit verfugt. Da man den Gegner nicht nur auf dem militärischen, son der» alich auf dem wirlschasllichen Gebiet zu treffen suchen wird, dürften die'Fabriken der Kriegserzeuguna das erste Ziel der Luftwaffe des Feindes iein. Die Vernichtung der Was fcnheritellung bedeutet. ,den gleichen Erfolg wie die Vernichtunz der Waffenträger. So sagt I. M S vaig ht in seinem Bucke. „Die Luftwaffe und die Stadt?' iehr charakteristisch: „Von de» beiden Schlachtfeldern der Zukunft, jenem, auf dem -sich! die .Waffen begegnen, und jenem. a»f dem sie geichaffen wer den ist das Zweite das wichtigere ge worden!" Der totale Krieg ' ,.In fast allen Staate» England ausge nomnien — ist auch das kleine Berufsheer . durch das grohe Volksheer erseht worden. Frankreich hat noch neulich die Schaffunacines Berufsheeres, eines „corps specialis«" das als pioloriiicrle Deckungsarmee dienen sollte, abgelehnt, jrocil dies „zweite Heer" der „Rationalen Armee" nur Menschen entziehen und ihre Kräfte zersplittern würde. Aebnlich denkt man ii» Italien: Korps General Bollati lagt darüber in der „Rivista di Artiliiero e Genio": „Für den Zukunftskrieg scheidet das kleine Berufsheer völlig aus. Kein Staat wird auf die völlige Erfassung feiner gesam len wehrfähigen Bevölkerung wje auf alle seine wirtschaftlichen und industriellen Möglichkeiten verzichten.. -" So wirb der Krieg der Zukunft die rest löse Ausnutzung aller Kraftquellen der-Ration bedingen und in 'Wahrheit den Ramen des „totalen Krieges" verdienen. „Er tst" dadurch gekennzeichnet". sagt Hauptmann a. D P. Ruprecht im „Militär Wock:enblatt", Nr 1. Jahrgang 120. „dah er nicht nur, wie die früheren Kriege^- von der 'Wehrmacht der einen Partei gegen die der andern, sondern von den daran beteiligten Völkern insgesamt geführt wird. Dh-. der totale Krieg ersaht nicht nur alle militärischen, sondern guck alle wirtschaftlichen Machtmittel, sowie die gesamte Zivilbcvölkcrun g." Und über Umfang und Sinn dieser ungeheuren Zusammenballung der Kräfte und ihres furcht baren Ringens miteinander sagt ein Ausbiick der „Deutschen Wehr" in R^. 20 des Jahr aangs 39: „Der Zukunftskricg wird ein Ent scheidungskampf bis zur Vernichtung werde»! Nicht die materielle, sondern die ideelle Modilisatton wird morgen Entscheidungen herbeiführen. Der tiefgehende Wandel der Gesinnung und die ungeheure Steigerung der kriegerjschen Intensität werden zweifellos stärker als andere Ursachen einem künftigen Kriege das Gepräge geben. Der Sinn des totaien Krieges ist der totale Sieg." Kam. L- R. Am 13. MÄRZ (Schild Nr. 11) erscheint die Sonderausgabe zur vcnDnN-scäLAcm isit» Sie gibt in Text und Bild ein packendes Erinnerungsgemälde dieses gewaltigen blutigen Ringens, ein unvergängliches Bild auch von jüdischem Kämpfen und Sterben. * Schriftleitung und Verlag de* „Schild" Berlin W15, .Kurlflntendamm.200